Neues aus dem Ausland am Dienstag

Neues aus dem Ausland am Dienstag

US-Medien: Zahl der getöteten Kinder bei Massaker steigt auf 18

UVALDE/WASHINGTON: Nach dem Massaker an einer Grundschule im US-Bundesstaat Texas ist die Zahl der getöteten Kinder Medienberichten zufolge auf 18 gestiegen. Das berichteten am Dienstagabend (Ortszeit) mehrere US-Medien unter Berufung auf einen Senator in Texas, Roland Gutierrez. Gutierrez sei über die Zahl der Toten von der Polizei informiert worden, hieß es weiter. Zu der Zahl der getöteten Erwachsenen gab es widersprüchliche Angaben. So war etwa von drei getöteten Erwachsenen die Rede. Offen war dabei, ob dazu der Schütze zählte. Andere Medien berichteten nur von einem weiteren erwachsenen Todesopfer.

Ein 18 Jahre alter Angreifer hatte nach Angaben der Polizei am Dienstagmittag in der Grundschule in der Kleinstadt Uvalde das Feuer eröffnet. Er sei ersten Erkenntnissen nach schließlich von Beamten getötet worden. Die Polizei machte bei einem Pressestatement keine Angaben zur Zahl der Todesopfer und Verletzten. US-Präsident Joe Biden wollte sich noch am Abend (Ortszeit) äußern.


Südkorea: Nordkorea feuert mehrere Raketen ab

SEOUL: Nordkorea hat seine Raketentests fortgesetzt. Nach Angaben seines Nachbarlands Südkorea feuerte Nordkorea am Mittwoch drei mutmaßlich ballistische Raketen in Richtung Japanisches Meer (koreanisch: Ostmeer) ab, wie die Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf das südkoreanische Militär berichtete. Die Geschosse seien von Sunan in der Nähe der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang aus abgeschossen worden. Weitere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt. Am Dienstag hatte US-Präsident Joe Biden zum Abschluss seiner Asienreise das Engagement der USA für die Sicherheit in Südkorea und Japan betont.

UN-Resolutionen untersagen Nordkorea die Erprobung ballistischer Raketen, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf tragen können. Nordkorea hat seit Beginn dieses Jahres mehrfach Raketen getestet, darunter auch eine Interkontinentalrakete. Pjöngjang treibt seit Jahren die Entwicklung von atomwaffenfähigen Raketen voran. Das Land ist deswegen harten internationalen Sanktionen unterworfen.


Biden will sich in nächsten Stunden zu Amoklauf an Grundschule äußern

WASHINGTON: US-Präsident Joe Biden hat erschüttert auf den Amoklauf an einer Grundschule im Bundesstaat Texas reagiert, bei dem mindestens 14 Kinder getötet wurden. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre, schrieb am Dienstag auf Twitter, Biden sei über die «schrecklichen Nachrichten» informiert worden und werde über die neuen Erkenntnisse auf dem Laufenden gehalten. Der Präsident bete für die betroffenen Familien und werde sich öffentlich zu dem furchtbaren Ereignis äußern, sobald er am Dienstagabend (Ortszeit) von seiner Asien-Reise ins Weiße Haus zurückkehre. Eine Uhrzeit für Bidens Auftritt nannte die Regierungszentrale zunächst nicht.

Biden hatte in den vergangenen Tagen Südkorea und Japan besucht und wurde am späten Dienstagabend Ortszeit - nach deutscher Zeit in der Nacht zu Mittwoch - zurück in der US-Hauptstadt Washington erwartet.

Bei einem Amoklauf an einer Grundschule in der kleinen Stadt Uvalde nahe San Antonio in Texas waren am Dienstag 14 Kinder und eine Lehrkraft getötet worden, wie der texanische Gouverneur, Greg Abbott, nach der Attacke mitteilte. Der Schütze sei ebenfalls tot.


Polizei: Schütze von Uvalde in Texas hat allein gehandelt

UVALDE/WASHINGTON: Nach einer tödlichen Schussattacke an einer US-Grundschule in Texas gehen die Ermittler davon aus, dass der Schütze bei der Tat allein gehandelt hat. «Der Verdächtige ist tot», sagte der Polizeichef am Dienstagnachmittag (Ortszeit) in der Kleinstadt Uvalde. Er beantwortete keine Fragen und machte keine Angaben dazu, wie viele Menschen bei dem Vorfall verletzt oder getötet worden sind. Man wolle die Privatsphäre der Angehörigen respektieren, sagte er. Es handle sich um ein «abscheuliches» Verbrechen.

Zuvor hatte der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, von 14 getöteten Kindern und einer getöteten Lehrkraft gesprochen. Dem Polizeichef zufolge hat sich die Attacke am Dienstagmittag (Ortszeit) in einer Grundschule in Uvalde nahe San Antonio ereignet. Ermittler seien noch am Tatort, sagte er. Weitere Details gab die Polizei zunächst nicht bekannt. Zu einem späteren Zeitpunkt soll es eine Pressekonferenz geben.


Ermittler decken Attentatsplan gegen Ex-Präsident Bush auf

WASHINGTON: Ermittler in den USA haben US-Medien zufolge den Attentatsplan eines IS-Anhängers gegen den ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush vereitelt. Ein 52 Jahre alter Mann aus dem Irak, der unter anderem im Bundesstaat Ohio lebte, sei am Dienstagmorgen festgenommen worden, teilte das US-Justizministerium mit. Der Mann ist US-Medien zufolge Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Er soll geplant haben, weitere irakische Staatsangehörige in die USA zu schmuggeln, um den ehemaligen Präsidenten zu ermorden. Im Winter soll der Verdächtige in die Metropole Dallas gereist sein, um dort Bushs Wohnsitz auszuspionieren, so das Ministerium.

Der 52-Jährige soll seinen Plan damit begründet haben, dass Bush «für die Tötung vieler Iraker und die Zerstörung des gesamten Irak verantwortlich» sei, zitierte CNN aus Gerichtsdokumenten. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 wenige Monate nach Bushs Amtsantritt hatten die USA einen «Krieg gegen den Terror» begonnen. Dem Einmarsch in Afghanistan folgte 2003 der Krieg im Irak. Bush blieb Präsident bis 2009.


Sendestörung behoben

Zwischen etwa 19.30 und 21.35 Uhr gab es bei uns ein Problem mit der Satellitenbelieferung. Die Störung ist behoben. Wir bitten, das zu entschuldigen.

Sollte es noch Probleme geben, melden Sie sich bitte unter 030.2852.32210 am Newsdesk.

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242227 Mai 22


Biden nach Massaker an Schule: Wann bieten wir Waffenlobby die Stirn?

UVALDE/WASHINGTON: Nach dem Massaker an einer Grundschule im Bundesstaat Texas hat US-Präsident Joe Biden schärfere Waffengesetze gefordert. «Als Nation müssen wir uns fragen, wann in Gottes Namen wir der Waffenlobby die Stirn bieten werden», sagte Biden am Dienstagabend (Ortszeit) im Weißen Haus. «Die Vorstellung, dass ein 18-jähriger Junge in ein Waffengeschäft gehen und zwei Sturmgewehre kaufen kann, ist einfach falsch.»

Seit dem Massaker an der Grundschule Sandy Hook vor zehn Jahren im Bundesstaat Connecticut habe es mehr als 900 Vorfälle gegeben, bei denen Schüsse auf Schulgeländen gemeldet worden seien, sagte Biden. Man könne nicht jede Tragödie mit schärferen Waffengesetzen verhindern - aber diese Gesetze hätten positive Auswirkungen.

Biden erinnerte in seiner Rede auch an seinen Sohn Beau, der 2015 an Krebs gestorben war, und seine 1972 bei einem Autounfall getötete Tochter. «Ein Kind zu verlieren, ist, als würde einem ein Stück seiner Seele herausgerissen», sagte er. Neben ihm stand seine Ehefrau Jill. Biden war gerade erst von einer Asien-Reise nach Washington zurückgekehrt.

Ein 18 Jahre alter Angreifer hatte nach Angaben der Polizei am Dienstagmittag in der Grundschule in der Kleinstadt Uvalde das Feuer eröffnet. US-Medien zufolge wurden mindestens 18 Kinder getötet. Der Schütze sei ersten Erkenntnissen nach schließlich von Beamten getötet worden, hieß es.


Mehr Monarchfalter überwintern in Mexikos Wäldern

MEXIKO-STADT: In den vergangenen Monaten haben wieder mehr Monarchfalter als ein Jahr zuvor in Mexiko überwintert. Das zeigte ein nach Saisonende veröffentlichter Bericht des Umweltministeriums am Dienstag. Nach ihrer rund 4000 Kilometer langen Wanderung aus den USA und Kanada besiedelten sie 35 Prozent mehr Waldfläche in ihren mexikanischen Winterquartieren. Derzeit fliegen die Schmetterlinge zurück gen Norden.

Von Ende November bis Ende März belegten Millionen orange-schwarze Monarchfalter gut 2,8 Hektar in den Kiefern- und Tannenwäldern der Bundesstaaten Michoacán und México. In der Vorsaison waren es nur 2,10 Hektar gewesen - im Vergleich zu 6,05 Hektar im Winter von 2018/2019.

Da es unmöglich ist, die Schmetterlinge zu zählen, wird die Population über die belegte Waldfläche gemessen. Die Schmetterlinge leiden unter Nahrungsmangel in den USA, Abholzung in Mexiko und dem Klimawandel. Beim Schutz und der Beobachtung der Tiere arbeiten die USA, Kanada und Mexiko eng zusammen. Die Winterquartiere der Monarchfalter in den Gebirgen von Mexiko liegen auf einer Höhe von 2400 bis 3600 Metern.


US-Regierung entsetzt über Xinjiang-Berichte

NEW YORK/WASHINGTON: Die US-Regierung hat schockiert auf Berichte im Zusammenhang mit der Verfolgung und Masseninternierung von Minderheiten in der nordwestchinesischen Region Xinjiang reagiert. «Entsetzt über die Polizeiakten von Xinjiang, die Chinas Masseninhaftierungen von Uiguren und anderen ethnischen und religiösen Minderheiten zeigen», schrieb die amerikanische UN-Botschafterin Linda Thomas-Greenfield am Dienstag auf Twitter. Sie forderte die Vereinten Nationen und UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet dazu auf, von China Zugang in die Region zu verlangen und auf Antworten zu drängen. Bachelet hält sich momentan in China auf, um das Thema der Behandlung der Minderheit der Uiguren in Xinjiang zu besprechen.

Der Sprecher des US-Außenministeriums, Ned Price, sagte in Washington: «Wir sind entsetzt über die Berichte.» Diese trügen zu den ohnehin schon erdrückenden Beweisen für die Gräueltaten Chinas in Xinjiang bei. Der Völkermord und die Verbrechen gegen die Menschlichkeit dort gingen weiter. Auf die Frage, ob die Taten in Xianjiang nach Einschätzung des US-Außenministeriums direkt auf den chinesischen Präsidenten Xi Jinping zurückzuführen seien, sagte Price, in einem System wie in China sei es nur schwer vorstellbar, dass eine derartige Unterdrückungs- und Inhaftierungskampagne nicht den Segen der höchsten Regierungsebene habe.

Hintergrund sind Medienberichte, die unter Berufung auf ein Datenleck das Ausmaß der Verfolgung und Masseninternierung in Xinjiang veranschaulichen. Über die «Xinjiang Police Files» berichtete ein Medienverbund, an dem unter anderen das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel», der Bayerische Rundfunk, die britische BBC, «USA Today» und die Zeitung «Le Monde» beteiligt sind. Die Informationen widersprechen nach diesen Angaben offiziellen chinesischen Äußerungen, dass es sich bei den Lagern um «Fortbildungseinrichtungen» handele, die freiwillig besucht würden.

In Xinjiang sind nach Angaben von Menschenrechtlern Hunderttausende in Umerziehungslager gesteckt worden. Chinas Führung wirft Uiguren in der Region Separatismus, Extremismus und Terrorismus vor, während sich die muslimische Minderheit politisch, religiös und kulturell unterdrückt fühlt. Nach ihrer Machtübernahme 1949 hatten die Kommunisten das ehemalige Ostturkestan der Volksrepublik einverleibt.


Schüsse auf Forstarbeiter im Süden von Chile

LUMACO: Die Gewalt im Süden von Chile eskaliert: Bei Schüssen auf einen Bus mit Forstarbeitern in der Region Araucanía sind mindestens fünf Menschen verletzt worden. Ein Mann schwebte nach einem Kopfschuss in Lebensgefahr und wurde per Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht, wie der Radiosender Cooperativa am Dienstag berichtete. Die rund 30 Arbeiter gehören Medienberichten zufolge zum indigenen Volk der Mapuche und sollten im Rahmen eines Aufforstungsprojekts in der Region Bäume pflanzen.

In der Region Biobío drangen zeitgleich mindestens 30 Bewaffnete in ein Landgut ein und eröffneten das Feuer auf Polizisten. Berichte über Verletzte gab es bei dem Vorfall zunächst nicht.

Im Süden des südamerikanischen Landes kommt es immer wieder zu Überfällen und Brandanschlägen auf Forstbetriebe, Fahrzeuge und Häuser. Der Verdacht richtet sich auch gegen radikale Gruppen der Mapuche, die seit Jahrzehnten für die Rückgabe ihrer Ländereien kämpfen. Die Regierung hat den Ausnahmezustand verhängt und zusätzliche Sicherheitskräfte in die Region verlegt.


US-Regierung verhängt Sanktionen gegen Finanzierungsnetz der Hamas

WASHINGTON: Die US-Regierung hat wegen der finanziellen Unterstützung der radikalislamischen Hamas gegen mehrere Personen und Firmen Sanktionen verhängt. Betroffen seien drei Personen und sechs Firmen in mehreren Ländern, die über ein internationales Investitions-Portfolio Erlöse für die Hamas erzielt hätten, teilten das Außenministerium und das Finanzministerium am Dienstag in Washington mit. Auch ein hochrangiges Hamas-Mitglied sei mit Strafmaßnahmen belegt worden. Durch den Schritt werden alle Vermögenswerte der Betroffenen in den USA eingefroren und Geschäfte mit ihnen für US-Bürger untersagt.

Ein Sprecher des US-Außenministeriums beklagte, während die Palästinenser im Gazastreifen unter der Hamas mit harten Lebensbedingungen zu kämpfen hätten, habe die Terrorgruppe Hunderte von Millionen Dollar in ihrem geheimen Investitions-Portfolio angehäuft. Ziel der US-Regierung sei es, der Hamas die Möglichkeit zu nehmen, Finanzmittel zu generieren und zu transferieren. Die Hamas ist in den USA als Terrororganisation eingestuft.


UN-Sicherheitsrat «tief besorgt» über Menschenrechte in Afghanistan

KABUL: Angesichts der immer weiter reichenden Ausgrenzungen von Frauen und Mädchen durch die Taliban in Afghanistan hat der UN-Sicherheitsrat sich besorgt über die Entwicklung in dem Land gezeigt. «Die Mitglieder des Sicherheitsrates brachten ihre tiefe Besorgnis über die zunehmende Aushöhlung der Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten von Frauen und Mädchen in Afghanistan durch die Taliban zum Ausdruck», hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme des mächtigsten UN-Gremiums am Dienstag. Es müsse eine gleichberechtigte und sinnvolle Teilhabe von Frauen am öffentlichen Leben geben.

Seit ihrer Rückkehr an die Macht im vergangenen Sommer haben die militant-islamistischen Taliban immer strengere Vorschriften für das öffentliche Leben in Afghanistan erlassen. Jüngst wurden mit dem Tragen eines Gesichtsschleiers nochmals die Kleidungsvorschriften für Frauen in der Öffentlichkeit verschärft. Entgegen ihrer Zusage hatten sie auch Schülerinnen ab der 7. Klasse die Teilnahme am Unterricht bis auf Weiteres untersagt.


Bidens Ex-Sprecherin Psaki wechselt zum US-Fernsehsender MSNBC

WASHINGTON: Die frühere Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, wechselt zum US-Fernsehsender MSNBC. «Ich bin begeistert, im Herbst zur unglaublichen MSNBC-Familie zu stoßen», schrieb Psaki am Dienstag auf Twitter. Die 43-Jährige hatte die Regierungszentrale Mitte Mai verlassen - nach knapp 16 Monaten als Sprecherin von Präsident Joe Biden. US-Medien hatten bereits zuvor berichtet, dass Psaki einen Wechsel zu dem liberalen Sender plane. Nun bestätigten Psaki und MSNBC den Schritt offiziell.

Das Medienunternehmen NBC Universal, zu dem MSNBC gehört, teilte am Dienstag in New York mit, Psaki werde in diversen Programmen des Senders auftreten und unter anderem bei Sondersendungen zur anstehenden Kongresswahl und der nächsten Präsidentschaftswahl 2024 auftreten. Außerdem werde sie eine eigene Sendung moderieren, die derzeit noch für den Streaming-Dienst des Senders entwickelt werde und im ersten Quartal 2023 erstmals ausgestrahlt werden solle.

Als Sprecherin Bidens, die sich nahezu täglich im Weißen Haus ausführlich den Fragen von Reportern stellte, gehörte Psaki nach außen hin zu den prominenten Gesichtern der US-Regierung. Sie hatte bereits in der Amtszeit des damaligen Präsidenten Barack Obama wichtige Kommunikationsposten innegehabt: unter anderem als Kommunikationsdirektorin des Weißen Hauses und als Sprecherin des Außenministeriums. Wechsel von Sprechern der Regierungszentrale zu Fernsehsendern sind in den USA keine Seltenheit.


Affenpocken erreichen Arabische Welt: Erster Nachweis in den Emiraten

ABU DHABI: Auch in der arabischen Welt ist ein erster Fall von Affenpocken bestätigt worden. In den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) gibt es eine 29-jährige Infizierte, wie die staatliche Agentur WAM am Dienstag unter Berufung auf das Gesundheitsministerium meldete. Die Frau war demnach zuvor aus Westafrika in den Golfstaat eingereist. Sie würde medizinisch versorgt. Zu ihrem gesundheitlichen Zustand machte das Ministerium zunächst keine Angaben. Auch Marokko hatte zuvor bereits drei Verdachtsfälle gemeldet. Eine Bestätigung steht aber bislang noch aus.

Das Virus verursacht nach Angaben von Gesundheitsbehörden meist nur milde Symptome wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen und Hautausschlag. Affenpocken können aber auch schwere Verläufe nach sich ziehen, in Einzelfällen sind tödliche Erkrankungen möglich. Experten zufolge kursierte der Erreger wohl bereits in vielen Ländern.


UN-Generalsekretär: Wahlen in Libyen «politische Notwendigkeit»

NEW YORK: UN-Generalsekretär António Guterres dringt nach der geplatzten Präsidentschaftswahl im Krisenland Libyen auf ein neues Datum für eine Abstimmung. «Ein klarer, einvernehmlicher Weg zu Wahlen ist heute mehr denn je eine politische Notwendigkeit», schrieb Guterres an den UN-Sicherheitsrat in einem Bericht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Das Streben der Menschen nach einem demokratischen Prozess müsse erfüllt werden. Dabei sei auch die Unterstützung internationaler Partner wie der Europäischen oder Afrikanischen Union sowie der Arabischen Liga wichtig.

In dem ölreichen Wüstenstaat in Nordafrika bestand im Dezember nach Jahren des Bürgerkriegs vorsichtige Hoffnung auf mehr politische Stabilität. Aber die eigentlich für den 24. Dezember geplante Wahl wurde verschoben, ein neuer Termin steht noch nicht fest. Inzwischen ist das Land wieder in zwei Regierungen gespalten, eine unter Ministerpräsident Abdul Hamid Dbaiba und eine unter Ex-Innenminister Fathi Baschagha. Zuletzt gab es zwischen den beiden Lagern Gefechte in Tripolis.

Der Machtkampf war in Libyen nach dem Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi 2011 ausgebrochen. Nach UN-Angaben befinden sich aber weiterhin Tausende ausländische Kämpfer im Land - trotz eines längst vereinbarten Abzugs.


Bandenkrieg in Marseille dauert an - Wieder junger Mann erschossen

MARSEILLE: In der südfranzösischen Hafenstadt Marseille ist erneut ein junger Mann erschossen worden, mutmaßlich im Zusammenhang mit den andauernden Konflikten zwischen Drogenbanden. Von zwei Motorrollern aus hätten die Täter am Montagabend mehrfach auf den 22-Jährigen geschossen, der auf einem Supermarktparkplatz in einem Lieferwagen saß, berichtete der Sender BFMTV am Dienstag unter Verweis auf die Polizei. Einer der Tatverdächtigen sei unweit eines ausgebrannten Rollers festgenommen worden.

In der vergangenen Woche war ebenfalls in Problemvierteln im Norden von Marseille ein Mann erstochen und ein anderer durch einen Genickschuss getötet worden. In diesem Jahr sind bei Abrechnungen im Drogenmilieu im Großraum Marseille bereits zehn Menschen erschossen worden, berichtete die Zeitung «Le Parisien». Zwei weitere wurden erstochen. Dabei greifen die Kriminellen auch zu schweren Waffen, Ende Februar starb ein Mann nach Schüssen aus einer Kalaschnikow.

Die gewalttätigen Abrechnungen versetzen auch die normale Bevölkerung in Schrecken. So gerieten Kinder und Erzieher einer Krippe in einem der Problemviertel in der vergangenen Woche in Panik, als ganz in der Nähe mit einer Kalaschnikow in die Luft gefeuert wurde, wie der Sender France Info am Dienstag berichtete. Kinder sperrten sich in der Toilette ein, die Eltern mussten ihre Kinder später unter Aufsicht der Polizei abholen. Nach einer Unterbrechung soll die Krippe am kommenden Montag wieder öffnen.


Elf Tote bei Angriff auf Hotel und Bars

CELAYA: In Mexiko sind bei einem Angriff auf zwei Bars und ein Hotel elf Menschen getötet worden. Sieben Frauen und drei Männer starben nach Polizeiangaben in der Nacht zum Dienstag (Ortszeit) am Tatort in der Stadt Celaya. Ein weiteres Opfer erlag Medienberichten zufolge später im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Die Polizei sei wegen eines Angriffs mit Schusswaffen alarmiert worden, teilten die Sicherheitsbehörden mit. Bei ihrer Ankunft hätten die Beamten die Toten und zwei Verletzte in den nebeneinanderliegenden Bars gefunden. Auch ein Hotel wurde angegriffen, wie die Zeitung «El Sol del Bajío» meldete.

Die Täter hinterließen demnach Plakate mit mutmaßlichen Drohungen des Verbrechersyndikats Santa Rosa de Lima gegen das rivalisierende Kartell Jalisco Nueva Generación. Zudem wurden Brandsätze gegen die Fassaden der Lokale geschleudert.

Die Stadt Celaya liegt in der industrialisierten Region Guanajuato in Zentralmexiko, in der in den vergangenen Jahren die Gewalt der Drogenbanden stark zunahm. Offiziellen Angaben zufolge steht der Bundesstaat mit 933 Tötungsdelikten in diesem Jahr an zweiter Stelle von insgesamt 32 Regionen Mexikos. Insgesamt wurden in Mexiko 2021 im Schnitt 94 Morde pro Tag registriert.


26,21 Meter hohe Welle: Surfer Steudtner stellt Weltrekord auf

NAZARÉ: Der deutsche Wellenreiter Sebastian Steudtner hat einen Weltrekord für die höchste jemals gesurfte Welle aufgestellt. 26,21 Meter war die Riesenwelle groß, die der 37-Jährige im Oktober 2020 im portugiesischen Nazaré genommen hatte. Dafür wurde Steudtner am Dienstag im Küstenort nördlich von Lissabon mit dem Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde ausgezeichnet. «Alle Berge sind erklommen, alle Wüsten sind durchquert. Das einzige noch weitgehend unerforschte Element ist das Wasser», sagte Steudtner der Deutschen Presse-Agentur. «In diesem Element performen zu können, macht mich stolz.»

Rund anderthalb Jahre hat die Jury gebraucht, um die exakte Höhe der Welle vom 29. Oktober 2020 zu messen. Steudtner hat damit den bisherigen Rekord des Brasilianers Rodrigo Koxa gebrochen. Koxa hatte 2017 ebenfalls in Nazaré eine 24,4 Meter hohe Welle gesurft. «Es zeigt, dass alles im Leben möglich ist», sagte Steudtner. «Das ist nicht der Weltrekord dafür, die meisten Hot Dogs gegessen oder die meisten Piercings zu haben. Sondern dafür, eine Welle gesurft zu haben, die von der Natur erzeugt wurde.»

Steudtner zählt seit langem zu den besten Big-Wave-Surfern der Welt. Dreimal hat er bereits die wichtigste Auszeichnung seiner Sportart gewonnen. Nun folgte der Weltrekord. Im Alter von 16 Jahren war Steudtner von Nürnberg nach Hawaii gezogen, um das Surfen zu lernen.


Rebellenangriffe in DR Kongo: Tausende nach Uganda geflüchtet

KAMPALA: Mehr als 5000 Menschen sind in den vergangenen Tagen aus der Demokratischen Republik Kongo in das benachbarte Uganda geflüchtet. Grund dafür seien anhaltende Gefechte im Nordosten des Kongo, sagte eine Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Man habe mehr als 1500 Flüchtlinge in ein Übergangslager in Nyakabande gebracht.

Im Osten der Demokratischen Republik Kongo kommt es seit Ende März zu Angriffen der Rebellenbewegung M23 auf Zivilisten und militärische Einrichtungen sowie zu Gefechten mit der kongolesischen Armee. Nach Angaben des UNHCR sind seitdem 24.879 Menschen in dem Lager in Nyakabande registriert worden. Seit Anfang des Jahres seien insgesamt mehr als 50.000 Flüchtlinge aus dem Kongo und dem Südsudan in Uganda angekommen. Das ostafrikanische Binnenland mit rund 44 Millionen Einwohnern beherbergt bereits mehr als 1,5 Millionen Flüchtlinge.

Die M23-Bewegung besteht aus ehemaligen Soldaten der kongolesischen Armee, die 2012 eine Rebellengruppe gebildet hatten. Im Osten des Landes sollen nach Angaben der USA etwa 130 unterschiedliche bewaffnete Gruppen aktiv sein; vielen von ihnen geht es um die Kontrolle der wertvollen Bodenschätze. Der Kongo mit seinen rund 90 Millionen Einwohnern ist reich an Bodenschätzen wie Kupfer, Kobalt, Gold und Diamanten.


Türkei meldet vier Tote Soldaten bei Einsatz gegen PKK in Nordirak

ISTANBUL: Im Zuge der Offensive gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK im Nordirak sind vier türkische Soldaten umgekommen. Drei würden wegen Verletzungen behandelt, teilte das türkische Verteidigungsministerium am Dienstag mit. Über Opfer auf der Gegenseite gab es zunächst keine Angaben. Das türkische Militär hat seinen Einsatz Mitte April begonnen.

Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte zudem am Montag eine mögliche neue Militäroperation in Nordsyrien angekündigt, wo die Türkei vor allem gegen die Kurdenmiliz YPG vorgeht und bereits Grenzgebiete im Norden beherrscht. Ankara stuft die YPG als Ableger der PKK und somit als Terrororganisation ein. Die PKK ist auch in den USA und in Europa als solche gelistet. Im syrischen Bürgerkrieg ist die YPG Partner der USA.

Unter anderem wegen angeblicher Unterstützung beider Vereinigungen blockiert die Türkei derzeit den Beginn des Nato-Aufnahmeverfahrens für Schweden und Finnland.


Sinn Fein plant Referendum über vereinigtes Irland bis 2032

LONDON: Die republikanisch-katholische Partei Sinn Fein will in den kommenden zehn Jahren eine Volksabstimmung in der britischen Provinz Nordirland über eine Vereinigung mit dem EU-Staat Irland abhalten. «Wir müssen die Herzen und Köpfe gewinnen», sagte Parteichefin Mary Lou McDonald am Dienstag in London. Im nächsten Jahrzehnt werde es einen konstitutionellen Wandel geben. Nach Umfragen gibt es in Nordirland derzeit keine Mehrheit für ein vereintes Irland. Die Befürworter hoffen, dass ihnen der Brexit und die demografische Entwicklung in die Hände spielt.

Im irischen Parlament in Dublin ist Sinn Fein unter McDonald die größte Oppositionspartei. In Nordirland wurde die Partei vor wenigen Wochen mit Vizepräsidentin Michelle O'Neill an der Spitze zur stärksten Kraft. Damit steht O'Neill der Posten der regionalen Regierungschefin (First Minister) zu. Allerdings muss sie eine Einheitsregierung mit dem unionistischen Lager bilden, das sich eine möglichst enge Anbindung an Großbritannien wünscht. Aus Protest über das Nordirland-Protokoll - Brexit-Sonderregeln für die Region - blockiert dies die größte unionistische Partei DUP.

«Es ist beschämend, dass die DUP unser Volk in Geiselhaft nimmt», sagte O'Neill. Das mit dem Friedensabkommen von 1998 sorgfältig austarierte Machtgefüge zwischen den beiden konfessionellen Lagern soll für Frieden und Stabilität in der ehemaligen Bürgerkriegsregion sorgen. Die Unionisten fühlen sich jedoch durch das Protokoll von Großbritannien abgekoppelt. McDonald hingegen sagte: «Das Protokoll funktioniert. Was nicht funktioniert, ist der Brexit.»


Slowakischer Ex-Mafia-Staatsanwalt muss ins Gefängnis

BRATISLAVA: Einer der ehemals mächtigsten Staatsanwälte der Slowakei ist wegen Korruption rechtskräftig zu acht Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Oberste Gericht der Slowakei wies am Dienstag die Berufung von Dusan Kovacik gegen seine im vergangenen Jahr in erster Instanz erfolgte Verurteilung ab.

Kovacik war jahrelang als Chef der Spezialstaatsanwaltschaft der formell oberste Ankläger des Landes in Fällen von Korruption und organisiertem Verbrechen gewesen. Im September 2021 befand ihn jedoch ein Gericht für schuldig, selbst Bestechungsgeld angenommen zu haben. Dafür habe er führenden Mitgliedern mafiöser Banden geholfen, einer Gefängnisstrafe zu entgehen. Das Gericht verurteilte Kovacik damals zu 14 Jahren Gefängnis.

Das Verfahren gegen den Juristen hatte seit seiner Verhaftung im Oktober 2020 für politische Debatten gesorgt. Der langjährige Ministerpräsident und nunmehrige Oppositionschef Robert Fico bezeichnete das Verfahren als «politischen Prozess». Mit «konstruierten» Vorwürfen habe man den Mann zum Amtsverzicht gezwungen, um ihn als Spezialstaatsanwalt durch einen Wunschkandidaten der seit Frühjahr 2020 amtierenden Regierung zu ersetzen. Das Oberste Gericht bestätigte aber nun den damaligen Schuldspruch und reduzierte nur die Dauer der Haftstrafe von 14 auf 8 Jahre.


Elf Tote bei Polizei-Einsatz in Armenviertel von Rio de Janeiro

RIO DE JANEIRO: Bei einem Polizei-Einsatz in einem Armenviertel der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro sind mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Zehn der Toten seien Kriminelle gewesen, berichtete das Nachrichtenportal «G1» unter Berufung auf die Polizei am Dienstag. Demnach wurde zudem eine Bewohnerin von Vila Cruzeiro versehentlich von einer Kugel getroffen. Mindestens zwei weitere Personen sind verletzt worden.

Augenzeugen zufolge war es in dem Armenviertel im Norden Rios zu heftigen Schusswechseln gekommen. Die Polizei wollte laut dem Bericht die Chefs des Verbrechersyndikats Comando Vermelho (Rotes Kommando) festnehmen, die sich dort versteckt haben sollen. Neun Gewehre und vier Pistolen und eine Handgranate seien sichergestellt worden.

Vor etwa einem Jahr hatten Polizisten bei einer Razzia in Rio mindestens 28 mutmaßliche Mitglieder von Drogenbanden getötet. Mächtige Banden ringen in den Armenvierteln um Kontrolle bei Drogenhandel und Schutzgeldgeschäften.


Neues aus dem Ausland am Dienstag

Zum Thema Berichte über neues Datenleck enthüllt Ausmaß der Verfolgung in Xinjiang

Wir bemühen uns weiterhin, aus einer zuverlässigen Quelle Bildmaterial zu der durch ein Datenleck enthüllten Verfolgung und Masseninternierung in der nordwestchinesischen Region Xinjiang zu beschaffen.

Das ist bisher nicht gelungen.


Erster Fall von Affenpocken aufgetreten

PRAG: In Tschechien ist ein erster Fall von Affenpocken aufgetreten.

Das sagte der Mediziner und Experte für Infektionskrankheiten Pavel Dlouhy von der tschechischen Ärztevereinigung CLS JEP am Dienstag dem Nachrichtenportal Seznamzpravy.cz. Der Patient werde im Zentralen Militärkrankenhaus in Prag behandelt. Die Affenpocken sind eine Viruserkrankung, die auch beim Menschen auftreten kann, aber in Europa bisher nur selten nachgewiesen wurde. Das Virus ist mit dem Erreger der als ausgestorben geltenden echten Pocken verwandt. Gegen die Pocken bestand in der damaligen Tschechoslowakei bis 1980 eine Impfpflicht.


Tote aus niederländischem Kanal: Frau aus NRW - wohl Verbrechen

WUPPERTAL/ROERMOND: Acht Monate nach dem Fund einer Frauenleiche in einem Kanal an der deutsch-niederländischen Grenze steht den Ermittlungen zufolge fest: Es handelt sich um eine Frau aus Nordrhein-Westfalen, die wohl Opfer eines Verbrechens wurde. Laut gemeinsamer Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft Wuppertal von Dienstag hatte eine Verwandte in Deutschland die 57-Jährige aus Solingen als vermisst gemeldet.

Die Tote war im September 2021 in einem Kanal in der Nähe von Roermond (Niederlande) an der Grenze zu Deutschland entdeckt worden. Trotz Öffentlichkeitsfahndung in den Niederlanden konnte die Identität zunächst nicht ermittelt werden. In Absprache mit den Behörden im Nachbarland haben Polizei und Staatsanwaltschaft in Wuppertal eine Mordkommission eingerichtet, um die Hintergründe der mutmaßlichen Gewalttat aufzuklären.


Mehr als 400 Anhänger von Pakistans Ex-Premier Khan festgenommen

ISLAMABAD: In Pakistan sind bei landesweiten Razzien mehr als 400 Anhänger des ehemaligen Premierministers Imran Khan festgenommen worden. Ziel der Aktion sei es, für Mittwoch geplante Proteste zum Sturz der neuen Regierung zu vereiteln, hieß es am Dienstag von Khans Partei Tehreek-e-Insaf (PTI). Bei einer der Razzien wurde den Behörden zufolge in der Großstadt Lahore ein Polizist in der Wohnung eines führenden PTI-Mitglieds getötet. In der Hauptstadt Islamabad blockierten die Sicherheitskräfte die Straßen zum Parlament sowie Regierungsgebäuden mit Stacheldraht und Containern.

Khan hat zuvor seine Anhänger für Mittwoch zu Protesten aufgerufen, bis das Parlament aufgelöst wird und Neuwahlen beschlossen werden. Der ehemalige Kricketstar war im April nach fast vier Jahren im Amt durch ein Misstrauensvotum gestürzt worden. Er macht die USA dafür verantwortlich. Die US-Regierung, das pakistanische Militär und das neu geführte Außenministerium wiesen die Vorwürfe zurück. Neuer Premierminister ist der langjährige Oppositionsführer Shehbaz Sharif.


Nach EU-Kritik: Deutscher Plan für Agrarpolitik soll «grüner» werden

BRÜSSEL: Nach deutlicher Kritik der EU-Kommission soll ein milliardenschwerer deutscher Strategieplan für künftige Agrarsubventionen «grüner» werden. Er sehe diese als Ermutigung, die deutsche Landwirtschaft nachhaltiger und widerstandsfähiger zu machen, sagte Agrarminister Cem Özdemir am Dienstag in Brüssel vor einem Treffen mit seinen EU-Amtskollegen. Am Freitag hatte sein Ministerium ein Schreiben der Kommission veröffentlicht, in dem «eindeutige Mängel» im deutschen Plan kritisiert wurden.

Mit dem 30 Milliarden Euro schweren Strategieplan will Deutschland eine Reform der gemeinsamen EU-Agrarpolitik umsetzen, mit der die Produktion von Lebensmitteln umweltfreundlicher werden soll. Als Deutschland im Februar den Plan mit mehreren Wochen Verspätung einreichte, zeigte sich Özdemir noch zuversichtlich, dass dieser genehmigt wird.

Dass dies nicht funktioniert hat, sieht der Minister auch in der Arbeit der Vorgängerregierung begründet. Als er im Dezember sein Amt angetreten habe, habe er den Plan in weiten Teilen bereits vorgefunden und habe ihn auf Wunsch der Bäuerinnen und Bauern schnell umgesetzt, sagte er am Dienstag. Zudem habe es auch noch die Zustimmung der Bundesländer gebraucht.

Özdemir betonte nun, dass man beim nächsten Strategieplan die Handschrift der neuen Regierung deutlich merken werde. Dabei sei es wichtig, Lebensmittelsicherheit mit Umweltschutz zu kombinieren. Naturgesetze interessierten sich nicht dafür, was die Opposition im Deutschen Bundestag denke. «Jede Art, die stirbt, die ist halt weg, die kann man nicht per Rückholbeschluss wieder zurückholen, die ist dann einfach für immer weg», sagte Özdemir.


«Apokalyptische Zustände»: Özdemir sieht Hitze in Indien als Mahnung

BRÜSSEL/NEU DELHI: Bundesagrarminister Cem Özdemir sieht die derzeit in Indien vorherrschende Hitzewelle als Mahnung für mehr Klimaschutz. «60 Grad Bodentemperatur, Menschen, die sich unter Brücken versammeln, um sich abzukühlen. Das sind doch apokalyptische Zustände», sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Brüssel. Er rate, mit Blick auf mehr Klimaschutz auch auf die Lage in Indien zu schauen. Die Situation könne man nicht ignorieren. «Ich meine, da muss man ja schon ignorant sein, um das auszublenden», sagte Özdemir.

In Indien und Pakistan kam es in den vergangenen Wochen aufgrund der Hitze zu mindestens 90 Todesfällen. Seit April leiden Millionen Menschen unter den hohen Temperaturen. Solche Hitze ist zwar grundsätzlich nichts Ungewöhnliches in Südasien, sie brach dieses Jahra aber viel früher als sonst über die Region herein.


Bahn plant schnelle Direktverbindung von Berlin nach Paris

STRAßBURG: Die Deutsche Bahn und die SNCF planen eine schnelle Direktverbindung zwischen Berlin und Paris. Außerdem soll der vor 15 Jahren gestartete Schnellverkehr mit ICE- und TGV-Zügen zwischen Frankfurt sowie Stuttgart und Paris ausgebaut werden, kündigten beide Bahnen am Dienstag in Straßburg an. Gespräche gibt es auch zu weiteren Schnellverbindungen von Deutschland nach Südfrankreich. Die Bahnchefs beider Länder, DB-Vorstandsvorsitzender Richard Lutz, sowie SNCF-Präsident Jean-Pierre Farandou, unterzeichneten eine Vereinbarung zur Ausweitung der Verbindungen.

«Der Hochgeschwindigkeitsverkehr zwischen Deutschland und Frankreich ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie attraktive Verbindungen die grenzüberschreitenden Verkehre auf der Schiene voranbringen», sagte DB-Chef Lutz. «Unsere geplante neue Direktverbindung zwischen den Herzen unserer beiden Hauptstädte wird noch mehr Menschen für die Zugfahrt begeistern.» Ab wann dieser Zug fahren wird, steht noch nicht fest, ebenso wenig die künftige Fahrzeit zwischen Berlin und Paris.

Ausgeschlossen vom deutsch-französischen Hochgeschwindigkeitsverkehr bleibt weiter die Verbindung von Köln nach Paris, auf der ausschließlich Züge des SNCF-Tochterunternehmens Thalys fahren. Für diese Schnellzüge sind spezielle Fahrkarten erforderlich. Eine Integration in das Tarifsystem von DB und SNCF im grenzüberschreitenden Verkehr sei nicht geplant, hieß es.


WHO: Bislang rund 250 Fälle von Affenpocken in 16 Ländern

GENF: Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind rund 250 Fälle von Affenpocken aus 16 Ländern gemeldet worden. Diese Zahl an bestätigten Infektionen und Verdachtsfällen betreffe jedoch nur Länder, in denen die Viruskrankheit zuvor nicht regelmäßig gehäuft aufgetreten sei, sagte WHO-Expertin Rosamund Lewis am Dienstag in Genf. «Dieser Ausbruch kann eingedämmt werden», sagte sie. Die aktuelle Häufung der Fälle sei zwar besorgniserregend, doch das Risiko für die Öffentlichkeit gering.

Die meist mild verlaufende Krankheit war schon vor den derzeitigen Fällen gelegentlich in westlichen Ländern immer wieder in einigen wenigen afrikanischen Ländern aufgetreten. In der Demokratischen Republik Kongo gab es laut WHO dieses Jahr bereits 1200 Verdachtsfälle. Lewis sagte, dass nur sehr wenige davon etwa durch Laboruntersuchungen bestätigt worden seien.

Die WHO veröffentlichte am Dienstag zusätzlich zu der genannten Statistik auch leicht abweichende Zahlen zu Fällen und Ländern im Rahmen der Jahresversammlung der WHO-Mitgliedsländer. Ein Sprecher der UN-Organisation konnte die Differenzen auf Anfrage nicht aufklären.


Ausschuss: Britische Rettungsmission aus Kabul hat Leben riskiert

LONDON: Die britische Evakuierungsmission aus Afghanistan im vergangenen Jahr hat nach Einschätzung eines Parlamentsausschusses Menschenleben in Gefahr gebracht. In einem am Dienstag veröffentlichten Bericht kritisierte der Auswärtige Ausschuss einen Mangel an Entscheidungsfähigkeit sowie Führungsversagen. «Traurigerweise hat das viele Menschen die Chance gekostet, Afghanistan zu verlassen, und Leben in Gefahr gebracht», sagte dessen konservativer Vorsitzender Tom Tugendhat. Der Ausschuss forderte den Rücktritt eines britischen Diplomaten aus dem Außenministerium.

Im vergangenen Jahr stand bereits der damalige britische Außenminister Dominic Raab schwer in der Kritik, weil er seinen Urlaub während der entscheidenden Tage der Mission nicht abgebrochen hatte. Später wurde Raab ins Justizministerium versetzt. Im Sommer hatten die radikal-islamistischen Taliban nach dem Ende der westlichen Militäreinsatzes in Afghanistan wieder die Macht übernommen. Viele Afghanen versuchten, an Bord von ausländischen Flugzeugen außer Landes zu kommen - die meisten ohne Erfolg.

Auch der konservative Premierminister Boris Johnson wird in dem Bericht genannt: Die Abgeordneten sehen Anzeichen dafür, dass Johnson bei der umstrittenen Evakuierung von Hunden und Katzen aus Kabul eine entscheidende Rolle gespielt haben könnte. Der Ausschuss forderte deshalb eine Erklärung.


Neues Datenleck enthüllt Ausmaß der Verfolgung in Xinjiang

Wir bemühen uns weiterhin, aus einer zuverlässigen Quelle Bildmaterial zu der durch ein Datenleck enthüllten Verfolgung und Masseninternierung in der nordwestchinesischen Region Xinjiang zu beschaffen.

Das ist bisher nicht gelungen.


Indopazifik-Demokratien planen Milliarden für Infrastruktur

TOKIO: Die USA, Japan, Australien und Indien wollen in den kommenden Jahren Milliarden für den Ausbau der Infrastruktur in der Indopazifik-Region bereitstellen.

Das Quartett führender Demokratien wolle über die nächsten fünf Jahre mindestens 50 Milliarden Dollar (47 Mrd Euro) an Hilfen oder Investitionen im Bereich Infrastruktur im Indopazifik-Raum aufwenden, sagte der japanische Ministerpräsident Fumio Kishida am Dienstag nach Abschluss eines Gipfeltreffens der vier sogenannten Quad-Staaten in Tokio. Details sind unklar. Sie wollten zudem ihre Kooperation bei Naturkatastrophen verstärken und ihre Satellitendaten Ländern in der Region zur Verfügung stellen.


Geldtransfers für Drogenhandel: 45-Jähriger in Untersuchungshaft

FRANKFURT/MAIN: Ein Niederländer, dem die Bildung einer kriminellen Vereinigung und Geldwäsche vorgeworfen werden, sitzt nach seiner Festnahme in Bosnien in Deutschland in Untersuchungshaft. Wie aus einer gemeinsamen Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft und des Bundeskriminalamts (BKA) vom Dienstag hervorgeht, wurde der 45-Jährige aufgrund der internationalen Fahndung des BKA am 15. Januar in Sarajevo festgenommen. Am 20. Mai wurde er nach Deutschland ausgeliefert, einen Tag später wurde Untersuchungshaft angeordnet.

«Der Beschuldigte steht im Verdacht, Führungsmitglied einer kriminellen Organisation zu sein, die sich darauf spezialisiert hat, Erlöse aus Drogengeschäften internationaler Kartelle grenzüberschreitend zu transferieren, um deren Herkunft zu verschleiern und Zahlungsströme im internationalen Drogengeschäft aufzubauen», berichteten die Ermittler.

Der Beschuldigte soll zwischen Oktober 2017 bis Oktober 2020 grenzüberschreitende Transfers von Geldern aus Straftaten in Höhe von über 16 Millionen Euro veranlasst haben. Dabei soll er weitere Mitglieder beauftragt haben, Bargeld in Schmuggelfahrzeugen oder als Geldkurier per Flugzeug zu transportieren. Ein Teil der Transfers soll auch durch die Überweisung auf Konten von Mittelsmännern abgewickelt worden sein.


Londoner U-Bahn-Linie Elizabeth Line ist eröffnet

LONDON: Sie ist das neue Flaggschiff der Londoner «Tube»: Nach 13 Jahren Bauzeit hat die erste U-Bahn der neuen Elizabeth Line in London ihre reguläre Fahrt aufgenommen. Um 6.33 Uhr Ortszeit verließ der Zug am Dienstagmorgen den Londoner Bahnhof Paddington mit einigen Hundert gespannten Passagieren, wie die Nachrichtenagentur PA meldete. Etliche Zug-Fans hatten in der Nacht bereits am Bahnhof ausgeharrt, um unter den ersten Fahrgästen zu sein. Stundenlang in einer Schlange vor einem geschlossenen Bahnhof zu warten, sei das Britischste, was man sich vorstellen könne, sagte einer der Passagiere der BBC.

Die neue Verbindung ist nach Queen Elizabeth II. benannt und soll die Fahrzeit zwischen Bahnhöfen, Flughäfen, Attraktionen und den Finanzzentren deutlich verkürzen. Freigegeben wird zunächst der zentrale Abschnitt zwischen Paddington im Bezirk Westminster und Abbey Wood im Südosten Londons. Im Herbst sollen dann die Streckenteile im Westen Richtung Flughafen Heathrow und der Stadt Reading sowie im Osten in die Grafschaft Essex öffnen. Eine durchgehende Nutzung der insgesamt 113 Kilometer langen Linie ist für Mai 2023 geplant.

Mit der Elizabeth Line wächst die berühmte Londoner Tube um zehn Prozent. Etwa 1,5 Millionen Menschen zusätzlich sind dann höchstens 45 Minuten Fahrzeit vom Zentrum entfernt. Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan, der ebenfalls bei der ersten Fahrt dabei war, bezeichnete die Linie als «Game-Changer» und gab zu: «Ich bin aufgeregt. Ich bin wie der kleine Junge kurz vor Weihnachten.»

Die Verantwortlichen rechnen mit 200 Millionen Fahrgästen im Jahr, die zu einem Wirtschaftsboom beitragen sollen. Das Projekt hatte sich erheblich verzögert, die Bauzeit war schließlich dreieinhalb Jahre länger als geplant. Auch die Kosten stiegen gewaltig - von 14,8 Milliarden auf 19 Milliarden Pfund (22,5 Mrd Euro).


Spannungen zwischen Ankara und Athen - Flüchtlingszahlen steigen

ATHEN: Die griechische Regierung hat den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan kritisiert, der am Montag seine Beziehung zum griechischen Premierminister Kyriakos Mitsotakis aufgekündigt hat. «Wir werden nicht mit ähnlichen Aussagen in solch eine Konfrontation einsteigen», teilte Regierungssprecher Giannis Oikonomou am Montagabend mit. Derweil registriert Athen an den griechischen Grenzen erhöhte Flüchtlingszahlen - ein Druckmittel, das Erdogan bereits 2020 am nordostgriechischen Grenzfluss Evros eingesetzt hatte.

Erdogan hatte am Montag gesagt, Mitsotakis existiere für ihn nicht mehr. In der Türkei herrscht Empörung über einen Besuch des griechischen Premiers in Washington vergangene Woche. Dort hatte Mitsotakis dem US-Kongress empfohlen, keine Rüstungsgüter in den östlichen Mittelmeerraum zu verkaufen. Gemeint war damit die Türkei, die sich um den Kauf von US-Kampfjets des Typs F-16 bemüht. Mitsotakis verwies dabei auf die jüngst immer häufigeren illegalen Überflüge türkischer Kampfjets über bewohntes griechisches Gebiet.

Seither registriert der griechische Grenzschutz einen starken Anstieg der Flüchtlingszahlen. Allein am Montag versuchten laut Küstenwache knapp 600 Menschen, von der Türkei zu den griechischen Inseln der östlichen Ägäis überzusetzen. Auch am Grenzfluss Evros würden mittlerweile wieder täglich bis zu 300 Menschen daran gehindert, nach Griechenland und damit in die EU zu gelangen, sagte ein Grenzschützer am Dienstagmorgen dem Nachrichtensender Skai.


Untersuchungshaft für bolivianischen Studentenführer

LA PAZ: Nach einer Massenpanik während einer Versammlung an einer Universität in Bolivien geht die Justiz gegen einen der obersten Studentenführer des südamerikanischen Landes vor. Die Staatsanwaltschaft ordnete am Montag (Ortszeit) Untersuchungshaft für Max Mendoza an. «Die Straftaten, die die Staatsanwaltschaft zunächst untersucht, sind wirtschaftsfeindliches Verhalten sowie Amtsanmaßung», zitierte die bolivianische Nachrichtenagentur ABI den für die Koordination der Korruptionsbekämpfung zuständigen Staatsanwalt, Eddy Flores.

Mendoza wird vorgeworfen, als Dauerstudent auf Staatskosten gelebt zu haben. Er kam der ABI zufolge 1989 an die Universidad Mayor de San Simón und wurde 2018 in die Bolivianische Universitätsvereinigung gewählt. Seitdem soll Mendoza unter anderem ein monatliches Gehalt von 21.870 Bolivianos (umgerechnet rund 3000 Euro) und Sozialleistungen erhalten haben, ohne die Mindestanforderungen zu erfüllen. Vorläufigen Ermittlungen zufolge hatte er sich für ein Ingenieur- und ein Jurastudium eingeschrieben.

Beobachter sehen in Mendozas Festnahme einen möglichen Zusammenhang mit der Massenpanik an der Unabhängigen Universität Tomás Frías in der Stadt Potosí vor rund zehn Tagen. Dabei waren vier Studentinnen ums Leben gekommen und mindestens 70 Personen verletzt worden. Vier Verdächtige kamen ins Gefängnis. Die Massenpanik war von einer Gasgranate ausgelöst worden. Es wird vermutet, dass mit der Zündung der Gasgranate die Neuwahlen von Studentenvertretern verhindert werden sollten.

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