Neues aus dem Ausland am Dienstag

Neues aus dem Ausland am Dienstag

Wilder Fuchs tötet 25 Flamingos in Zoo in Washington

WASHINGTON: Ein wilder Fuchs ist im Nationalen Zoo in der US-Hauptstadt Washington in ein Vogel-Gehege eingedrungen und hat 25 Amerikanische Flamingos und eine Spießente getötet. Drei weitere Flamingos seien verletzt worden und würden im Tierkrankenhaus behandelt, teilte der Zoo am Dienstag mit. «Dies ist ein herzzerreißender Verlust für uns und für alle, denen unsere Tiere am Herzen liegen.» Mitarbeiter hätten die toten Tiere am frühen Montagmorgen entdeckt und einen Fuchs in dem Außengehege gesichtet. Der Fuchs sei danach entkommen.

Das Gehege sei zuletzt am Sonntagnachmittag kontrolliert worden, hieß es in der Mittelung weiter. Am Montag sei dann ein neues Loch in dem Metallgitter am Außenbereich festgestellt worden. Rund um den Außenbereich seien Lebendfallen aufgestellt worden, um etwaige Raubtiere zu fangen. Außerdem seien Kamerafallem mit Infrarotsensor errichtet worden, um nächtliche Aktivitäten festzuhalten.


CSU-Generalsekretär Stephan Mayer zurückgetreten

MÜNCHEN: CSU-Chef Markus Söder muss sich schon wieder einen neuen Generalsekretär suchen. Nach nur gut zwei Monaten im Amt schmeißt Stephan Mayer hin. Er führt als erstes gesundheitliche Gründe an. Zuvor waren aber heftige Vorwürfe gegen ihn öffentlich geworden.

CSU-Generalsekretär Stephan Mayer ist nach nur kurzer Amtszeit zurückgetreten. «Aus gesundheitlichen Gründen habe ich heute den Parteivorsitzenden der CSU gebeten, mich von meiner Aufgabe als Generalsekretär zu entbinden», hieß es am Dienstag in einer von der CSU verbreiteten Erklärung Mayers. Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung darüber berichtet. Mayer war erst Ende Februar auf Vorschlag von Parteichef Markus Söder zum Generalsekretär gekürt worden, nachdem sein Vorgänger Markus Blume Wissenschaftsminister geworden war.

«Das ist meine persönliche Entscheidung», betonte der 48-Jährige in der schriftlichen Erklärung. Er habe das Amt des CSU-Generalsekretärs gerne und mit großer Freude ausgeführt. «Ich bedanke mich bei der gesamten Partei und vor allem bei unserem Parteivorsitzenden Markus Söder für die sehr gute und freundschaftliche Zusammenarbeit.»

Zuvor waren aber massive Vorwürfe gegen Mayer öffentlich geworden, auf die er selbst in seiner Erklärung direkt einging: «In einem aufgrund einer eklatant rechtswidrigen Berichterstattung geführten Gespräch mit einem Journalisten der «Bunten» habe ich möglicherweise eine Wortwahl verwendet, die ich rückblickend nicht für angemessen betrachten würde», schrieb er. «Dies bedaure ich sehr.»


Frankreichs Kommunisten bei linkem Bündnis für Parlamentswahl dabei

PARIS: Das linke Bündnis für die Parlamentswahl in Frankreich im Juni wächst. Auch die Kommunistische Partei hat am Dienstag eine Einigung mit der Linkspartei LFI erzielt und wird mit dieser und der Grünen EELV gemeinsam antreten, wie es in einer Mitteilung hieß. Die Parteien wollen eine linke Mehrheit in der Nationalversammlung gewinnen und so die Macht des wiedergewählten liberalen Präsidenten Emmanuel Macron deutlich einschränken. Verhandlungen mit der einstigen Volkspartei der Sozialisten liefen zunächst noch.

Das französische Unterhaus wird nach dem Mehrheitswahlrecht gewählt. Kleinere Parteien haben daher in der Regel allein nur geringe Chancen, Stimmkreise zu gewinnen. Ein Zusammenschluss des zersplitterten linken Lagers könnte Macron gefährlich werden. Der Staatschef braucht im Parlament eine Mehrheit, um seine Vorhaben umzusetzen. Sollte ein anderes Lager die Mehrheit gewinnen, wäre Macron faktisch gezwungen, einen Premierminister aus dessen Reihen zu ernennen. Nach Absprachen der Linken, Kommunisten und Grünen sollte im Falle eines Sieges der Linke Jean-Luc Mélenchon Premier werden, der in der Präsidentschaftswahl auf Platz drei gelandet war. Frust und Enttäuschung über Macrons erste Amtszeit dürften ihn bei der Wahl Stimmen kosten.


EU-Parlament will strengere Grenzwerte für gefährliche Chemikalien

STRAßBURG/BRÜSSEL: Die Grenzwerte für bestimmte besonders schädliche Chemikalien in Abfällen sollen in der EU gesenkt werden. Das EU-Parlament hat am Dienstag in Straßburg einem entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission zugestimmt, aber gleichzeitig noch strengere Werte für einige Stoffe vorgeschlagen. Dabei geht es beispielsweise um Perfluoroctansäure (PFOA), die den Angaben zufolge etwa in wasserdichten Textilien und Feuerlöschschaumstoffen enthalten ist.

Dem Kommissionsvorschlag zufolge sollen die sogenannten persistenten organischen Schadstoffe (POP) strenger reguliert werden. Diese seien «Chemikalien mit giftigen Eigenschaften, die für lange Zeit in der Umwelt verbleiben, sich in Nahrungsketten anreichern und der menschlichen Gesundheit und der Umwelt schaden können.»

An dem Vorhaben kann sich noch etwas ändern. Am Ende müssen EU-Parlament und die EU-Länder einen Kompromiss finden. Die EU-Staaten hatten sich bereits Mitte März auf ihre Position geeinigt. Nun können die Verhandlungen über die endgültige Regelung beginnen.


Vier Jahre Haft nach gescheitertem Diebstahl eines Monet-Gemäldes

ALKMAAR: Nach dem gescheiterten Diebstahl eines Gemäldes von Claude Monet (1840-1926) aus einem niederländischen Museum ist der Täter zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Provinzgericht in Alkmaar wies damit am Dienstag den Einwand der Verteidigung ab, es habe sich bei der Tat des 49-Jährigen im August vergangenen Jahres lediglich um «versuchten» Diebstahl gehandelt, wie der Sender NOS berichtete. Der Tatbestand des Diebstahls sei dadurch erfüllt worden, dass der Angeklagte das Bild im Zaans Museum der Stadt Zaandam abgehängt und nach draußen gebracht habe, erklärte das Gericht.

Als der Dieb versuchte, mit dem Gemälde - einer Stadtansicht mit Booten von 1871 mit dem Titel «De Voorzaan en Westerhem» - auf den Rücksitz des Motorrollers zu einem wartenden Komplizen zu springen, entrissen Passanten ihm das Kunstwerk. Laut NOS feuerte der Mittäter mehrere Male aus einer Waffe in Richtung Boden, wobei Schüsse dicht bei den Füßen von Umstehenden einschlugen. Das Duo floh auf dem Motoroller.

Der Haupttäter stellte sich einen Monat später der Polizei und gab dafür Reue als Grund an. Die Anklage hingegen erklärte, dem vorbestraften Mann sei «der Boden unter den Füßen zu heiß geworden», nachdem ein internationaler Haftbefehl gegen ihn erlassen worden war.

Claude Monet hatte sich 1871 mehrere Monate lang in der Gegend um Zaandam aufgehalten. Der französische Impressionst sei von der Landschaft, den Windmühlen und den Holzhäusern so beeindruckt gewesen, dass er dort 25 Gemälde und 9 Zeichnungen schuf, heißt es auf der Website des Zaans Museums. Es hatte das Werk «De Voorzaan an Westerhem» 2015 erworben. Den Kaufpreis gab NOS mit rund 1,5 Millionen Euro an.


Millionengewinn erst nach großer Suchaktion eingelöst

DEN HAAG: Glückspilz, bitte melden: Unter anderem mit Hilfe von Flyern und einem Banner-Flugzeug hat die niederländische Staatslotterie nach einem Menschen gesucht, der 12,8 Millionen Euro gewonnen hatte.

Die tagelang wiederholten Aufrufe, «in allen Schubladen» nach dem am 10. März in einem Tabak- und Zeitschriftenladen in Bleiswijk bei Den Haag gekauften Los zu suchen, hatten schließlich Erfolg, wie die Nachrichtenagentur ANP am Dienstag berichtete. Es sei wohl der öffentlichen Suchaktion zu verdanken, dass die fragliche Person den Lottoschein nochmal genau angeschaut und sich gemeldet habe, erläuterte das Glücksspielunternehmen. Zur Identität wurden keine Angaben gemacht. Auch nicht dazu, ob der oder die Glückliche zu den rund 12.000 Einwohnern und Einwohnerinnen von Bleiswijk gehört. «Nun müssen wir vielleicht aufpassen, ob jemand sich plötzlich ein neues Auto kauft», sagte die Ladenbesitzerin Agnes Brandhorst der Zeitung «Algemeen Dagblad».


EU-Parlament stimmt für Sperrklausel bei Europawahlen

STRAßBURG: Sperrklausel in Deutschland, länderübergreifende Wahllisten und ein einheitlicher Wahltag: Das Europaparlament hat sich für eine Reform der EU-Wahlen ausgesprochen. 323 Abgeordnete stimmten am Dienstag in Straßburg für einen entsprechenden Gesetzesvorschlag, 262 dagegen, wie das Parlament mitteilte. Nun müssen noch die EU-Staaten zustimmen.

Nach den Vorstellungen des Parlaments sollen konkret 28 neue Sitze für die transnationalen Listen im EU-Parlament geschaffen werden, die zu gleichen Teilen mit Männern und Frauen besetzt sein sollen. Zudem soll in Europa einheitlich am 9. Mai gewählt werden, der Tag kann von den einzelnen Ländern zum Feiertag erklärt werden.

Die umstrittene Sperrklausel von 3,5 Prozent könnte dazu führen, dass einige Parteien wie die Freien Wähler, die Satirepartei Die Partei, Volt oder die Tierschutzpartei große Probleme bekommen, ihre Mandate wieder zu erringen. Bei der vergangenen Wahl 2019 reichten etwa Volt bereits 250.000 Stimmen (0,7 Prozent) für ein Mandat.

Es soll zwar Ausnahmeregeln geben, davon werden viele der kleinen Parteien aber wahrscheinlich nicht profitieren können. Das Bundesverfassungsgericht hatte einem innerdeutschen Versuch für eine Sperrklausel eigentlich einen Riegel vorgeschoben, der nun über die EU-Ebene umgangen wird.


Taliban gratulieren zum Tag der Pressefreiheit - und ernten Kritik

KABUL: Die militant-islamistischen Taliban haben den Medien in Afghanistan anlässlich des Welttags der Pressefreiheit gratuliert - und prompt Kritik geerntet. «Die Landesmedien dürfen und können im Rahmen der Gesetze frei agieren», teilte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid am Dienstag mit. In den sozialen Netzwerken gab es jedoch Kritik. So wurden die Taliban, die seit August 2021 wieder in Afghanistan herrschen, auf ihren harten Kurs bei der Medienkontrolle und Einschränkungen der Pressefreiheit hingewiesen. Mudschahid wies die Kritik zurück.

In einem am Dienstag veröffentlichen Bericht der Organisation Reporter ohne Grenzen stürzte das Land auf einem Ranking der Pressefreiheit auf Platz 156 von 180. Demnach seien Arbeitsumstände für Redaktionen enorm erschwert. Es herrsche Zensur, viele Journalistinnen und Journalisten seien zur Zielscheibe von Gewalt und Einschüchterung geworden.

Der Sondergesandte der Bundesregierung für Afghanistan und Pakistan, Jasper Wieck, schrieb auf Twitter: «Die Belästigung von Journalisten, die Verweigerung der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und die Beschränkungen für nationale und internationale Medien müssen aufhören!»

Die Medienlandschaft Afghanistans, immer angepriesen als eine der großen Errungenschaften nach der internationalen Militärintervention, hat sich nach der Machtübernahme dramatisch verändert. Hunderte Redaktionen oder Radiostationen haben der Internationalen Journalisten-Föderation zufolge ihre Arbeit eingestellt, mehr als 2000 Medienschaffende ihren Job verloren. Die Taliban sehen dahinter alleine wirtschaftliche Gründe.


Vertriebsexpertin Labbé ersetzt bei VW-Kernmarke künftigen Skoda-Chef

WOLFSBURG: Die Managerin Imelda Labbé wird Vertriebsvorständin bei der Kernmarke von Volkswagen.

Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, soll sie zum 1. Juli Klaus Zellmer ablösen, der dann Chef der tschechischen VW-Tochter Skoda wird. Von dort wiederum kommt Thomas Schäfer nach Wolfsburg, um die Gesamtführung von VW Pkw zu übernehmen. Der jüngste «Ringtausch» von Spitzenpositionen war nötig geworden, weil der bisherige Kernmarken-Vorsitzende Ralf Brandstätter im Sommer als neuer Konzernvorstand nach China geht. Zuletzt leitete Labbé die Geschäfte der Volkswagen Originalteile Logistik GmbH, früher arbeitete die Betriebswirtin auch bei General Motors und Opel.


Massaker von Tulsa soll weiter vor US-Gericht verhandelt werden

TULSA: In Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma haben Bürger einen Etappensieg auf dem Weg zur Aufarbeitung eines vor 101 Jahren begangenen rassistischen Massakers errungen. Das Bezirksgericht entschied, eine Klage wegen des 1921 verübten Verbrechens an Schwarzen im Stadtteil Greenwood weiter zu verfolgen. Damit verwarf Richterin Caroline Wall am Montag (Ortszeit) zumindest teilweise den Antrag der Beklagtenseite, die im März 2021 eingereichte Klage fallen zu lassen, wie der US-Sender CNN berichtete. Überlebende und Angehörige können damit weiter auf Entschädigungszahlungen hoffen. Wie es in dem Fall konkret weitergehen wird, ist laut CNN allerdings noch unklar.

Ein auf Twitter veröffentlichtes Video aus dem Gerichtssaal zeigte den Jubel nach der Entscheidung unter den Anwesenden, darunter einem 101- und zwei 107-jährigen Klägern. Die drei waren kleine Kinder, als ein Mob weißer Bürger durch Greenwood - Tulsas Geschäftsviertel der Schwarzen - zog, auf dessen Bevölkerung schoss und den bis dahin florierenden Stadtteil ausraubte und nachhaltig verwüstete. Schätzungen zufolge starben bis zu 300 Schwarze bei den Unruhen, die als «Massaker von Tulsa» in die Geschichte eingingen. Ihnen waren Gerüchte von einem Übergriff auf eine weiße Jugendliche durch einen Schwarzen vorausgegangen.

Frühere Versuche, das Massaker vor Gericht zu verhandeln, scheiterten laut einem beteiligten Anwalt wiederholt, weil Zeitzeugen gestorben waren. In diesem Verfahren klagen elf Überlebende und Angehörige von Opfern wegen «öffentlichen Ärgernisses» gegen insgesamt sieben Beschuldigte, darunter die Stadt Tulsa, deren Entwicklungsbehörde sowie die Militärabteilung von Oklahoma.

Sie werfen den Institutionen vor, den damaligen Angriff auf Greenwood gebilligt, unterstützt und sich daran beteiligt zu haben. Zudem sollen sie nach der weitgehenden Zerstörung des Viertels den Wiederaufbau verhindert haben. Beklagt wird auch, dass Stadt-Verantwortliche in jüngerer Zeit Greenwood als eine Touristen-Attraktion ausgeschlachtet hätten, aber das damit eingenommene Geld nicht in den Stadtteil geflossen sei.


Eltern von Maddie erinnern an «furchtbares Verbrechen»

LONDON: 15 Jahre nach dem Verschwinden ihrer kleinen Tochter Madeleine McCann hoffen die Eltern noch immer auf Antworten zu den Geschehnissen. Sie seien dankbar für die Ermittlungen der britischen, portugiesischen und deutschen Behörden, da es diese koordinierten Bemühungen seien, die Antworten liefern würden, schrieben Kate und Gerry McCann in einem gemeinsamen Statement, das zum Jahrestag auf der offiziellen Facebook-Seite zur Suche des verschwundenen Mädchens veröffentlicht wurde. «Wie auch immer es ausgeht, wird Madeleine immer unsere Tochter sein, und es wurde ein wirklich furchtbares Verbrechen begangen».

Am 3. Mai 2007 verschwand die damals dreijährige Madeleine aus Großbritannien - auch Maddie genannt - aus einem Ferienappartement im portugiesischen Praia da Luz. Die Eltern hatten Maddie und ihre beiden jüngeren Geschwister im Appartement gelassen, als sie in einem nahe gelegenen Restaurant mit Freunden zu Abend aßen. Regelmäßig schauten sie nach den Kindern - bis die Mutter plötzlich entsetzt feststellte: Maddies Bett war leer und die Terrassentür stand offen. Seitdem fehlt von dem Mädchen jede Spur.

Ermittler gehen davon aus, dass der Deutsche Christian B. Maddie entführte und umbrachte. Es gibt viele Hinweise, aber die Beweiskette ist nicht geschlossen, und es gilt der Grundsatz der Unschuldsvermutung. Derzeit sitzt der Verdächtige in einem Gefängnis in Deutschland eine mehrjährige Haftstrafe für die Vergewaltigung einer 72-jährigen US-Amerikanerin im Jahr 2005 in Praia da Luz ab. Das spurlose Verschwinden von Maddie ist nicht der einzige Fall, in dem gegen Christian B. noch ermittelt wird.


Braunbär in Süddeutschland gesichtet

GARMISCH-PARTENKIRCHEN: Ein Braunbär ist in Süddeutschland in eine Fotofalle getappt. Die Aufnahme der Wildtierkamera im Landkreis Garmisch-Partenkirchen stammt vom Wochenende, wie das Bayerische Landesamt für Umwelt am Dienstag in Augsburg mitteilte. Weitere aktuelle Sichtungen sind demnach noch nicht bekannt.

Das letzte Mal wurde in Bayern im Frühjahr 2020 ein Braunbär gesichtet. Gleich mehrfach konnten damals im Winterhalbjahr im Gebiet zwischen Reutte im österreichischen Tirol und dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen entsprechende Hinweise bestätigt werden. Ob es sich am Wochenende nun um dasselbe Tier gehandelt hat, das 2020 in Bayern erfasst wurde, ist noch unklar.

Junge Männchen streifen nach Angaben des Landesamtes auf der Suche nach einem Weibchen teils sehr weit umher. Die nächste Braunbären-Population befindet sich rund 120 Kilometer von Bayern entfernt im italienischen Trentino.


Menschenrechtler sehen russische Söldner hinter Exekutionen in Afrika

BANGUI: In der Zentralafrikanischen Republik sind russische Sicherheitskräfte nach Angaben der Menschrechtsorganisation Human Rights Watchs (HRW) seit 2019 für zahlreiche Fälle von Folter und Exekutionen verantwortlich. Nationale wie internationale Strafgerichte sollten diese Fälle in dem verarmten Land im Herzen Afrikas aufgreifen und untersuchen, forderte die Organisation am Dienstag in ihrem jüngsten Bericht. Sie stützt sich bei ihren Angaben auf Zeugenaussagen, wonach diese Sicherheitskräfte der russischen Wagner-Gruppe zuzuordnen sind. Dieser privaten Söldner-Truppe werden auch Verbindungen zum Kreml nachgesagt.

Seit einer Rebellion 2013, bei der der ehemalige Präsident Francois Bozizé gestürzt wurde, hat die Zentralafrikanische Republik keine Stabilität gefunden. Es kommt immer wieder zu Übergriffen durch bewaffnete Gruppen. Die Miliz Koalition der Patrioten für den Wandel (CPC) etwa gehört dem Lager von Bozizé an und wurde 2020 gegründet, um Parlamentswahlen zu stören. Die ehemalige französische Kolonie mit seinen rund 4,7 Millionen Einwohnern ist trotz des Reichtums an Gold und Diamanten verarmt.


US-Chipkonzern Qualcomm soll VW für autonomes Fahren beliefern

WOLFSBURG/SAN DIEGO: Für die Entwicklung des autonomen und hochautomatisierten Fahrens holt sich der Volkswagen-Konzern nach dem Partner Bosch ein weiteres Branchenschwergewicht an Bord. Der US-Chiphersteller Qualcomm übernimmt «ab der Mitte des Jahrzehnts» die Ausstattung verschiedener neuer Modelle aus Europas größter Autogruppe, wie die VW-Software-Sparte Cariad am Dienstag bekanntgab.

Unter anderem geht es um ein «System on Chip», das Qualcomm zum Einsatz in Technologien für komplexe Assistenzfunktionen bis hin zu selbstfahrenden Wagen konzipiert hat. Die Wolfsburger hatten im Januar angekündigt, sich bei der Software für autonome Fahranwendungen Unterstützung von Bosch zu besorgen - Bosch wiederum will sich in dem Bereich auch mit Zukäufen verstärken. Bei der Hardware verfolgt Volkswagen parallel außerdem Pläne für den Aufbau eines eigenen Chipdesigns, eines der Vorbilder dafür ist Tesla.

VW-Chef Herbert Diess erklärte, alle Konzernfahrzeuge, die später einmal einheitliche Software von Cariad bekommen, würden mit der Qualcomm-Technik ausgerüstet. Gleichzeitig werde man auch mit Intel und Mobileye weiter zusammenarbeiten - sogar intensiver als bisher.


Frühjahrsbelebung lässt Arbeitslosigkeit im April sinken

NÜRNBERG: Dank einer weiteren Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland weiter gesunken.

Im April waren 2,309 Millionen Menschen ohne Job. Das sind 53.000 weniger als im März und 462.000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit am Dienstag mitteilte. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 5,0 Prozent.


Falscher Priester feiert mit Windsor-Wachen der Queen

LONDON: Ein als Priester getarnter Eindringling soll sich Medienberichten zufolge bei den Wachen von Schloss Windsor eingeschleust und mit ihnen gefeiert haben. Es sei eine Untersuchung zu diesem Vorfall eingeleitet worden, die mit höchster Priorität behandelt werde, hieß es am Dienstag von einem Sprecher des britischen Militärs.

Zuvor hatte unter anderem der Sender TalkTV berichtet, dass ein Mann sich vor einigen Wochen, während die Queen sich auf ihrem Landsitz im ostenglischen Sandringham aufgehalten hatte, als Priester ausgegeben und so in eine Baracke der Coldstream Guards eingedrungen war. Die Coldstream Guards sind die berühmten Wachen mit roten Jacken und schwarzen Bärenfellmützen.

In der Baracke soll der Mann mit den Wachen gegessen, getrunken und schließlich auch die Nacht dort verbracht haben. Am Morgen danach wurde die Polizei alarmiert, die den Eindringling herausholte, wie sie der «Sun» mitteilte. Wenig später soll auch Queen Elizabeth II. nach Windsor zurückgekehrt sein.


Tote bei Anschlag auf Militärbasis der Afrikanischen Union in Somalia

MOGADISHU: Die islamistische Terrorgruppe Al-Shabaab hat eine Militärbasis der Friedensmission der Afrikanischen Union (AU) angegriffen und nach eigenen Angaben Dutzende dort stationierte burundische Soldaten getötet. Ein Selbstmordattentäter hätte mit einer Autobombe den Eingang zur Militärbasis im Dorf Elbaraf in der Middle Shabelle Provinz aufgesprengt, bestätigte ein hochrangiger somalischer Militärbeamter, Mubarak Mohamed, der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Anschließend hätten schwer bewaffnete Kämpfer die Basis gestürmt. Es sei zu schweren Auseinandersetzungen gekommen. Eine Opferzahl sei noch nicht bekannt, sagte Mohamed.

Al-Shabaab bekannte sich über den Radiosender Andalus zu dem Anschlag. Das Land am Horn von Afrika mit rund 16 Millionen Einwohnern wird seit Jahren durch Anschläge der Terrorgruppe erschüttert. Al-Shabaab kontrolliert weite Teile des Südens und der Zentralregionen. Die Terrorgruppe verübt immer wieder Anschläge auf Sicherheitskräfte und Zivilisten. Die AU hat etwa 22.000 Soldaten aus Burundi, Uganda, Kenia, Äthiopien und Dschibuti in Somalia stationiert.


Mali kündigt Militärkooperation mit Frankreich

BAMAKO: Der westafrikanische Krisenstaat Mali will seine Militärkooperation mit Frankreich beenden. Die Kündigung aller Verträge und Vereinbarungen - eine Reaktion auf das angekündigte Ende des französischen Militäreinsatzes in Mali - werde innerhalb von sechs Monaten in Kraft treten, teilte die Militärjunta in der Nacht zum Dienstag mit.

Aufgrund erheblicher politischer Spannungen hatten Frankreich und seine internationalen Partner im Februar ein Ende des Anti-Terror-Kampfs in Mali verkündet und einen koordinierten Abzug der rund 4300 Soldaten angekündigt. In Mali mit seinen rund 20 Millionen Einwohnern hatte im Mai des vergangenen Jahres das Militär die Übergangsregierung entmachtet, die eigentlich bis zu Wahlen am 27. Februar 2022 im Amt sein sollte. Putschistenführer Assimi Goïta ließ sich zum neuen Übergangspräsidenten ausrufen und will Wahlen erst in bis zu fünf Jahren abhalten.

In der Sahelzone, die sich südlich der Sahara vom Atlantik bis zum Roten Meer erstreckt, sind etliche bewaffnete Gruppen aktiv. Einige haben den Terrorgruppen Islamischer Staat (IS) oder Al-Kaida die Treue geschworen. In Mali laufen zudem der EU-Ausbildungseinsatz EUTM und der UN-Stabilisierungseinsatz Minusma, an denen die Bundeswehr mit gut 1350 Soldaten beteiligt ist.


Junge Australierin stirbt bei Sturz von Wasserfall

CAIRNS: Eine 19-Jährige ist im tropischen Norden Australiens beim Sturz von einem Wasserfall ums Leben gekommen. Die junge Frau habe am Montag zusammen mit Freunden die Isabella Falls südwestlich von Cairns besucht, berichteten australische Medien am Dienstag unter Berufung auf die Polizei. Die herbeigeeilten Sanitäter hätten nur noch den Tod der Australierin feststellen können, hieß es. Wie es zu dem Sturz kam, war zunächst unklar.

Die Isabella Falls in Queensland sind besonders bei Ausflüglern aus Cairns beliebt. Der Lokalpolitiker Michael Healy erklärte, der hohe Norden von Down Under sei ein «natürlicher Spielplatz voller Schönheit und Abenteuer». Aber diese Abenteuer seien auch gefährlich: Besucher sollten unbedingt vorsichtig sein und alle Sicherheitshinweise befolgen.


Anflug von russischem Militärflugzeug alarmiert Luftwaffe

BERLIN: Ein über der Ostsee anfliegendes russisches Aufklärungsflugzeug hat die deutsche Luftwaffe alarmiert. Als Reaktion stiegen bereits am Samstag zwei Eurofighter vom Fliegerhorst Laage in Mecklenburg-Vorpommern zu einem Alarmstart auf, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Die russische Maschine sei im internationalen Luftraum vor der Insel Rügen identifiziert worden. Die Alarmrotte aus den zwei deutschen Maschinen begleitete das russische Flugzeug im internationalen Luftraum weg von Deutschland.

Dänemark hatte bereits den russischen Botschafter zu einem Gespräch ins Außenministerium einbestellt. Außenminister Jeppe Kofod begründete dies am Sonntag damit, dass ein russisches Militärflugzeug in den dänischen Luftraum eingedrungen sei. Nach schwedischen Angaben verletzte östlich der dänischen Ostsee-Insel Bornholm eine russische Propellermaschine vom Typ AN-30 auch den schwedischen Luftraum. Bereits Anfang März waren vier russische Kampfflugzeuge in den Luftraum über Schweden eingedrungen.

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