Neuerscheinungen

Foto: Chbeck.de
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MÜNCHEN (dpa) - Buch für Gourmets: «Vive la cuisine» In Frankreich fängt die Zivilisation mit dem Essen an. Jedenfalls ist gutes Essen wohl in keinem anderen Land der Welt so elementar - und das quer durch alle sozialen Schichten und Regionen.

In seinem Buch «Vive la cuisine» blickt der Gastronomiekenner Peter Peter auf 2000 Jahre «Kulturgeschichte der französischen Küche» zurück - angefangen bei den gallischen Genießern bis zu den zeitgenössischen Küchengöttern. Wir erfahren etwas über die mittelalterliche Kost der Kreuzfahrer und Klöster, die Kreation des Menus als großer Kochkunst am Hofe des Sonnenkönigs oder über die Eröffnung der ersten Restaurants im 18. Jahrhundert. Dieses Buch für Freunde der Gastronomie enthält nicht nur viele köstliche Illustrationen, sondern auch 30 Rezepte vergangener Jahrhunderte und ein Glossar. Eine Zeittafel bietet wichtige Informationen wie diese: «1637 - Kardinal Richelieu befielt, Messer stumpf schneiden zu lassen, da er sich vor einem Gast ekelt, der mit der Spitze in den Zähnen popelt.»


100 Karten - überraschende Perspektiven auf die Welt

HAMBURG (dpa) - Sie wollten die Welt immer schon einmal aus einem anderen Blickwinkel betrachten? Das Buch «100 Karten, die deine Sicht auf die Welt verändern» bietet ungewöhnliche Perspektiven, Karten und Themen, die man in gängigen Atlanten vergebens sucht.

Etwa die «zehn rundesten und die zehn eckigsten Länder» der Welt, die skurrilsten Namen deutscher Ortschaften (Tuntenhausen, Aua oder Gammelsdorf) oder minimalistische Karten, in denen nur Atomkraftwerke, Hauptstädte, Grenzzäune oder Mauern eingezeichnet sind. Politische Karten informieren über den Anteil der Frauen in den nationalen Parlamenten (Deutschland befindet sich hinter Senegal und Südafrika!), die Auslandsreisen deutscher Bundeskanzler oder - ganz aktuell - die weltweite Verbreitung des Tempolimits. Zu den Kuriositäten gehört eine USA-Karte aus der Sicht Alaskas, in der die anderen 48 Staaten nur beiläufig als Annex oder «Outside» hinzugefügt sind. Ein erhellendes und dabei wunderbar spielerisches und überraschendes Buch.


Kann ein Autor wie Kafka einem Land gehören?

BERLIN (dpa) - Franz Kafka wurde in Prag geboren, er starb 1924 in Kierling in Österreich. In Israel ist der deutschsprachige Schriftsteller nie gewesen, doch Fachleute haben seine Werke immer wieder nach jüdischen Motiven durchforstet.

Nach Kafkas Tod nahm dessen Freund Max Brod einen Koffer voller Manuskripte, Briefe und anderer Dokumente mit nach Palästina. Das ist die Grundlage, auf der im Jahr 2016 das höchste Gericht in Jerusalem zu entscheiden hatte, wem Kafkas Nachlass gehört. Diesen Prozess, in dem die Israelin Eva Hoffe um ihre Ansprüche daran stritt, hat der in den USA geborene Autor Benjamin Balint beobachtet. Er sprach mit den Akteuren und hat die verwinkelte Geschichte des literarischen Erbes aufgeschrieben. In «Kafkas letzter Prozess» interpretiert er den Streit auch als Tauziehen um die Frage, ob das Werk eher jüdisches oder eher deutsches Kulturgut sei. Er fragt zudem nach dem Verhältnis von Kunst, Nation, Religion und Besitzansprüchen. Aufgeschrieben ist der Literatur- und Gerichtskrimi journalistisch, wissenschaftlich und erzählerisch zugleich: eine gut recherchierte Spurensuche, die nicht nur Kafka-Fans faszinieren kann. Das Gericht entschied übrigens, dass die Dokumente in die Israelische Nationalbibliothek gehören.

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