Neue Proteste im Osten Russlands

Foto: Twitter/@teamnavalnykhv
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CHABAROWSK: Trotz der jüngsten Polizeigewalt haben im äußersten Osten Russlands wieder Hunderte Menschen gegen die Inhaftierung des ehemaligen Gouverneurs der Region Chabarowsk demonstriert. Sie zogen am Samstag mit Plakaten und Transparenten durch die Stadt Chabarowsk an der Grenze zu China, wie auf Fotos und Videos im Kurznachrichtendienst Twitter zu sehen war.

Berichte über Festnahmen gab es zunächst keine. Vor einer Woche hatten Sicherheitskräfte erstmals die Proteste gewaltsam aufgelöst. Etwa 40 Menschen wurden festgenommen. Es gab Verletzte.

Der frühere Gouverneur Sergej Furgal sitzt seit Anfang Juli in Haft. Gegen ihn wird wegen Beteiligung an Auftragsmorden vor rund 15 Jahren ermittelt. Der 50-Jährige bestritt die Vorwürfe. Seit seiner Festnahme kommt es regelmäßig zu Protesten - am Samstag war es russischen Medien zufolge die bereits 99. Aktion zur Unterstützung des Politikers, der der Liberaldemokratischen Partei (LDPR) des Ultranationalisten Wladimir Schirinowski angehört.

Die Demonstranten wenden sich dabei auch gegen den aus ihrer Sicht zu großen Einfluss der Hauptstadt Moskau auf die gut 6000 Kilometer entfernte Region nahe der Pazifikküste. Zu sehen war bei Twitter, wie ein Porträt von Kremlchef Wladimir Putin auf dem Boden lag und Demonstranten ihrer Schuhe wie auf einem Abtreter darauf abtraten.

Die Stadtverwaltung sprach von 500 Teilnehmern, Beobachter gingen aber von weit mehr als 1000 aus. Bei dem Protestmarsch sei ein Auto in die Menge gefahren, berichtete die lokale Nachrichtenseite DVHab.ru. Dabei sei aber niemand verletzt worden.

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