Neue Daten zu Omikron-Impfstoffen

​Unmut über Zulassungspraxis

Die Fläschchen für den Comirnaty-Impfstoff von Biontech/Pfizer werden in den Produktionsanlagen von Allergopharma aufgereiht. Foto: epa/Christian Charisius
Die Fläschchen für den Comirnaty-Impfstoff von Biontech/Pfizer werden in den Produktionsanlagen von Allergopharma aufgereiht. Foto: epa/Christian Charisius

MAINZ: Vor dem Winter dürfte für viele noch ein Corona-Booster anstehen. Der sollte möglichst maßgeschneidert auf die kursierenden Virustypen sein. Doch das ist nicht so einfach.

Im Wettlauf mit dem mutierenden Coronavirus haben Hersteller aus ihrer Sicht positive klinische Daten zu angepassten Impfstoffen vorgelegt. So veröffentlichten Pfizer/Biontech und Moderna jüngst Ergebnisse, denen zufolge ihre angepassten Booster eine effiziente Immunantwort auch gegen die neueren Omikron-Sublinien BA.4 und BA.5 anregen.

Wichtig zu wissen ist, dass die neuen Vakzine aber nicht speziell auf diese Varianten maßgeschneidert sind, sondern auf die in Deutschland nicht mehr kursierende Sublinie BA.1. Nun wird debattiert, ob das Zulassungsverfahren nicht verkürzt werden sollte, damit die Präparate der Evolution von Sars-CoV-2 nicht zu weit hinterherhinken.

Es gibt Hinweise, dass eine Infektion mit BA.1 nicht besonders gut vor einer weiteren Infektion mit BA.4 oder BA.5 schützt. Daraus könnte man schließen, dass die neueren Sublinien auch einem auf BA.1 angepassten Impfstoff eher durchs Netz gehen.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und der Berliner Virologe Christian Drosten sprachen sich kürzlich für eine Impfkampagne mit bis zu 40 Millionen Geimpften noch vor dem Winter aus. Angepasste Impfstoffe könnten dabei einen besseren Immunschutz gegen Omikron-Sublinien bieten als vorhandene Präparate. Wobei niemand im Moment genau weiß, welche Varianten im Winter in Deutschland dominieren werden.

Die am Wochenende von Biontech/Pfizer veröffentlichten Ergebnisse beziehen sich vornehmlich auf den Schutz vor BA.1. Probanden, die als Booster einen angepassten Impfstoff erhalten hatten, zeigten deutlich höhere neutralisierende Antikörperreaktionen gegen BA.1 als beim bisherigen Biontech/Pfizer-Impfstoff, heißt es in einer Mitteilung. Insgesamt machten an der Studie 1234 Teilnehmer ab 56 Jahren mit.

Eine Biontech-Sprecherin sagte auf Anfrage, noch seien keine Daten veröffentlicht, wie die angepassten Impfstoffe gegen die aktuell vorkommenden Sublinien wie BA.4 und BA.5 im Vergleich zum bestehenden Vakzin abschneiden. Laut Mitteilung sei aber in vorläufigen Laborstudien gezeigt worden, dass beide angepassten Impfstoffe gegen Viren der Sublinien BA.4 und BA.5 wirken, wenn auch in geringerem Umfang als bei BA.1.

Moderna und Biontech/Pfizer stellen ihre neuen Daten unter anderem der EU-Arzneimittelbehörde EMA zu Verfügung, bei der bereits Prüfverfahren dazu laufen. Bisher ist noch kein auf Varianten angepasster Impfstoff in der EU zugelassen.

Die Zulassung eines solchen Mittels wird frühestens im September erwartet, auch weil die Hersteller in Studien an Menschen nachweisen müssen, dass das maßgeschneiderte Vakzin einen echten Vorteil bringt. Nun gibt es Diskussionen, ob diese Studien wirklich notwendig sind. Die Argumentation: Mit weniger Vorgaben ginge die Zulassung schneller, und die Gefahr wäre geringer, dass das Virus bei Impfstart bereits weiter mutiert ist, so dass es der Impfwirkung einfacher entkommen kann.

Biontech-Chef Ugur Sahin sprach sich kürzlich in der «Financial Times» für ein wesentlich schnelleres Verfahren aus, das keine zusätzlichen klinischen Studien erfordert - ähnlich wie beim jährlich angepassten Grippe-Impfstoff. Das könne bis zu vier Monate Zeit sparen.

Der Präsident des in Deutschland für Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), Klaus Cichutek, sieht das anders. «Wenn wir uns in Ruhe vorbereiten auf die Herbstwelle, gibt es überhaupt keinen Grund, auf die entsprechenden klinischen Daten beim Menschen zu verzichten», sagte er der «Welt am Sonntag». Zwar könne man die Zulassungspraxis in einer Notlage anpassen, die läge aber momentan nicht vor.

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Ling Uaan 01.07.22 12:20
Danke Khun Tim Beam für den Erfahrungsbericht
Zum Themenkomplex Corona sage ich ja schon länger nichts mehr. Nehme die z.T. skurrilen Aussagen mit Stirnrunzeln, Kopfschütteln oder einem leichten Schmunzeln zur Kenntnis und lasse ansonsten den Unrat vorbeischwimmen.

Aber das man einem seriösen Wissenschaftler wie Prof. Lesch diese verQuerDenker Argumente in den Mund legt geht dann doch etwas zu weit und konnte ich so nicht stehen lassen.

Den verQuerDenkern ihre Koryphäen wie z.B. Prof. Dr. Wiesendanger oder „Prof. Dr. Dr.“ Attila Hildmann sind denen wohl selbst nicht mehr glaubwürdig genug.
Tim Beam 30.06.22 19:00
Wahrheit, nichts als die Wahrheit @Ling Uaan
Ich bin ja auch kein Mensch der Angst vor einer Impfung hat. Aber irgend ein Joe in diesem Forum hat mir geraten, ich soll mich an RICHTIGER Stelle informieren. Als ich mich dann auf Telegram bei seiner RICHTIGEN Stelle informiert habe sah ich wirklich, dass impfen zum Tod führen und dass (in Voralberg) 100 % geimpfte auf der Intensivstation liegen. (1 Person, wie ich nachträglich in den Mainstream Medien las). Aber das sei die falsche Wahrheit, man solle sich nicht in diesen Medien informieren, das sei Lügenpresse.
So sah ich, dass die Meinung der Menschen eher auf Glauben denn auch Wissen beruht und gegen Gläubige nützt kein Argumentieren, Glaube ist Glaube und undiskutabel. Und so werden Ling Uaan und andere Forumsteilnehmer immer gegen Windmühlen kämpfen. Aber ich selbst bin froh nach meinem Abstecher in die "alternativen" Medien wieder zurück gefunden zu haben in die Recherche Medien. Und so melde ich mich zurück in diesem Forum, Wissenschaft ist eben doch wichtiger als Glaube.
Ling Uaan 29.06.22 20:00
Prof. Lesch
hat letztes Jahr, Mai 2021, nicht die Impfstoffe oder die Impfung kritisiert, sondern den Umgang der Politik mit der Corona Krise. Und zwar konkret die Tatsache das die Politiker nicht (mehr) auf die Experten hören. Und jeder und jede Partei ihr eigenes Süppchen kocht.

Und das vollkommen zu Recht, Jens Spahn war schon eine Zumutung im Management und in der Kommunikation, der ehemalige Hoffnungsträger Lauterbach hat dieses Niveau leider ganz locker unterboten.
Martin Reinhart Berger 29.06.22 13:40
Impfen
der gute Lauterbach, als Coronaminister, nicht Gesundheitsminister, schwurbelt schon wieder herum, ohne wirklich zu wissen, was im Herbst und Winter ist. Er schmeisst die Millionen nur so mit beiden Händen heraus. Was soll das für eine " Impfung" ( die keine ist) sein, wenn man sich aller maximal 6 Monate neu impfen lassen muss. Gelddruckmaschine für die Pharma. Reichen die inzwischen auftretenden Nebenwirkungen und Todesfälle weltweit nicht? Und kein Mensch weiss, wie die Auswirkungen in einigen Jahren sein werden. Bitte komme jetzt keiner mit der Aussage, es hätte noch nie Langzeitwirkungen bei Impfungen gegeben. Einmal stimmt das nicht, ich erinnere nur an die sog. Schweinegrippe ( Impfstoff Pandemrix) und die vielen Fälle, besonders in Skandinavien, von Narkolepsie. Was alle bei diesem Argument vergessen, dass die Covid " Impfungen" keine Impfung ist, sondern auf ganz neuen Verfahren beruht und praktisch eine gentherapie ist, wo es absolut keine Langzeiterfahrungen gibt. Inzwischen wurden nach vielen Monaten noch Spikeproteine in allen Organen und Geweben ( Prof.Burkhart) gefunden, wobei immer postuliert wurde, sie würden sich nach kurzer Zeit abbauen. Lauterbach sagt zwar immer, dass er viele Studien liest, aber scheinbar die falschen. Leider ist das Thema Nebenwirkungen und Todesfälle noch immer für die meisten ein Tabuthema, es passt nicht ins Narrativ..