Türkei erwartet konkrete Schritte von Nordländern

​Nato-Aufnahme  

Besuch finnischer und schwedischer NATO-Delegationen in der Türkei. Foto: epa/PressebÜro Des TÜrkischen PrÄsidenten H
Besuch finnischer und schwedischer NATO-Delegationen in der Türkei. Foto: epa/PressebÜro Des TÜrkischen PrÄsidenten H

ISTANBUL: Die Türkei hat nach einem Treffen mit Vertretern aus Schweden und Finnland ihre Forderungen für eine Zustimmung zum Nato-Aufnahmeprozess erneuert. Man habe die Sicherheitsbedenken der Türkei noch einmal deutlich gemacht und erwarte diesbezüglich konkrete Schritte, sagte Präsidialberater Ibrahim Kalin nach einem Treffen der Delegationen in Ankara. Andernfalls könne der Prozess nicht vorankommen. Die skandinavischen Länder sollten etwa gegen Propaganda und Finanzierung von «Terrororganisationen» wie die verbotene kurdische Arbeiterpartei und die syrische Kurdenmiliz YPG vorgehen, sagte Kalin.

Die Türkei blockiert derzeit als einziges Nato-Mitglied öffentlich den Beginn des Aufnahmeprozesses der beiden nordischen Länder in das Verteidigungsbündnis.

Ankara begründet seine Haltung mit der angeblichen Unterstützung Finnlands und Schwedens von «Terrororganisationen» und bezieht sich dabei auf die PKK, die syrische Kurdenmiliz YPG und die Gülen-Bewegung. Während die PKK in den USA, der EU und der Türkei als Terrorgruppierung anerkannt ist, gilt das nicht für die YPG und die Gülen-Bewegung. Letztere macht die Türkei etwa für den Putschversuch 2016 verantwortlich. Die YPG - Verbündete der USA im syrischen Bürgerkrieg - sieht Ankara als Ableger der PKK.

Nach einer türkischen Militäroffensive gegen die Kurdenmiliz YPG in Syrien 2019 hatten unter anderem Schweden, Finnland und Deutschland Waffenexporte an die Türkei beschränkt. Kalin forderte nun erneut die Aufhebung der Beschränkungen.

Finnland und Schweden wollen infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine in die westliche Militärallianz.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder
Bernd Lange Berlin 26.05.22 23:10
NATO-Vertrag, von Dummen gemacht.
so wird diese immer handlungsunfähig sein--nur ein Staat lockt jeden Einsatz!
Einsatz eines Kriegseinsatzes unmöglich!
Was dummes wurde da geschaffen!?
Siehe Ungarn--Ukraine-Einsatz!
Klaus Olbrich 26.05.22 14:20
Da geht's nur wie immer nur ums Geld!
Erdogan ist so klamm, daß er in nassen Strümpfen rumlaufen muss. Die Währung ist am Boden und die Bevoelkerung waere froh wenn er das zeitliche segnet.
Urs Widmer 26.05.22 13:20
Man erwarte „konkrete Schritte“ heisst dann übersetzt wohl Waffen oder Geld. Für Laien verständlich ausgedrückt nennt man das Erpressung. Die Politik hat halt eine ganz eigene Sprache, um der Moral Genüge zu tun.
Ingo Kerp 26.05.22 12:30
Nachdem alle infrage kommenden NATO Staaten ihre Ansicht dargelegt haben, geht es nur noch um die Frage, wieviel gibt man der Türkei und versucht dabei nicht den Eindruck zu erwecken, das man eingeknickt sei. Erdowahn wird die Welt wissen lassen, das er einen Sieg davon getragen hat. Despoten erreichen manchmal ihr Ziel schneller als Demokratien. Ob das auf Dauer sinnvoll ist, ist dabei nicht die Frage. Es geht nur um den schnellen Erfolg.