Nachrichten zum Thema Seefahrt am Sonntag

Fotomontage: DER FARANG
Fotomontage: DER FARANG

Sea-Eye: 172 Menschen im Mittelmeer gerettet - weitere 50 entdeckt

ROM: Das Seenotrettungsschiff «Sea-Eye 4» hat nach Angaben der Betreiberorganisation Sea-Eye am Sonntag 172 Migranten von hochseeuntauglichen Holzbooten auf dem Mittelmeer gerettet. Ein Einsatz an einem weiteren Boot mit 50 Menschen stehe noch bevor, teilte Sea-Eye am Sonntagabend mit. Unter den Menschen, die am Sonntag an Bord des Schiffes gebracht wurden, seien Kinder, ein acht Monate altes Baby und eine schwangere Frau.

«Wir mussten 12 Menschen im Hospital behandeln - ein Kind und ein erwachsener Mann mussten länger stabilisiert werden. Glücklicherweise gibt es unter den Geretteten aber keine Schwerverletzten», wurde der Einsatzarzt des Schiffs in der Mitteilung zitiert.

Am Freitag habe die Crew des Schiffs zudem einen Notruf von rund 50 Menschen auf einem kleinen Holzboot weitergeleitet bekommen, das Boot aber nur noch leer gefunden, teilte Sea-Eye weiter mit. Während des Einsatzes habe die Crew ein Frontex-Flugzeug gesichtet und gehe davon aus, dass die Bootsinsassen «auf Veranlassung der EU-Staaten Opfer einer weiteren rechtswidrigen Zurückweisung geworden sind und die Menschen in die Internierungslager Libyens zurückgebracht wurden», erklärte der Sea-Eye-Vorsitzende Gorden Isler.

Das in Rostock umgerüstete Schiff «Sea-Eye 4» des 2015 in Regensburg gegründeten Vereins hatte Anfang des Monats den Einsatz zur Bergung von in Not geratenen Migranten im zentralen Mittelmeer aufgenommen. Der Einsatz wird von United4Rescue, dem Bündnis für die zivile Seenotrettung, und der Hilfsorganisation German Doctors unterstützt.

Nach UN-Angaben starben in diesem Jahr bis Anfang Mai bislang mehr als 500 Menschen beim Versuch, das zentrale Mittelmeer nach Europa zu überqueren. Die privaten Seenotretter kritisieren, dass die libysche Küstenwache Bootsmigranten abfange und zurück in das Bürgerkriegsland bringe, wo ihnen Menschenrechtsverletzungen drohten. Politisch sind die Rettungsaktionen der privaten Organisationen dagegen umstritten.


Tankschiff unter deutscher Flagge rammt Brücke in Groningen

GRONINGEN: Ein lauter Knall und eine Erschütterung. Verletzt wird niemand. Doch der Schaden, den ein Tankschiff an einer wichtigen Brücke anrichtet, ist wohl erheblich. Die Polizei hat viele Fragen an den Skipper.

Ein unter deutscher Flagge fahrendes Tankschiff hat eine wichtige Brücke in der niederländischen Stadt Groningen gerammt und stark beschädigt. Verletzt wurde niemand, jedoch seien die Folgen für den Verkehr durch den Ausfall der Gerrit-Krol-Brücke schwerwiegend, teilte die Stadtverwaltung mit.

Zeugen des Unfalls in der Nacht zum Samstag berichteten von einem lauten Knall und einer Erschütterung. Autos fuhren zu dem Zeitpunkt kurz nach Mitternacht nicht über die Brücke; ein Mopedfahrer kam laut Medienberichten mit dem Schrecken davon.

Der Schiffsführer wurde festgenommen, berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP. Ein Alkohol- und ein Drogentest seien negativ ausgefallen. Gegen den 59-jährigen Skipper aus Tschechien wurde Anzeige wegen des Verdachts auf mangelnde Seemannschaft erstattet.

Weitere Vernehmungen und Untersuchungen sollen in den nächsten Tagen den genauen Unfallhergang klären. Der 110 Meter lange Tanker «Bodensee» aus Mannheim wurde laut ANP bei einer ersten Untersuchung der Polizei für «technisch in Ordnung» befunden. Der Tanker war mit vier Besatzungsmitgliedern an Bord unterwegs von Straßburg nach Delfzijl (Niederlande).

Die 1936 errichtete und später nach dem Groninger Schriftsteller Gerrit Krol benannte (1934-2013) Drehbrücke über einen Kanal verband zwei Stadtteile miteinander. Techniker begannen am Samstagabend mit der Entfernung des beschädigten Teils der Brücke. Der Wasserweg solle so schnell wie möglich wieder für den Schiffsverkehr freigegeben werden, sagte ein Behördensprecher.

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