Nachrichten zum Thema Seefahrt am Samstag

Fotomontage: DER FARANG
Fotomontage: DER FARANG

Verletzte und Vermisste nach Schiffsunglück in spanischem Hafen

MADRID: Nach einem Schiffsunglück in einem spanischen Hafen sind zwei Männer als vermisst gemeldet worden. Das Frachtschiff «Nazmiye Ana», das unter panamaischer Flagge fährt, war am späten Freitagabend im Hafen von Castellón im Osten des Landes während der Entladung von Containern gekentert, wie die spanischen Schifffahrtsbehörden am Samstag mitteilten. Drei Männer seien bei dem Unfall verletzt worden. Einer von ihnen sei schwer verletzt worden und liege in einem Krankenhaus der Stadt Castellón etwa 80 Kilometer nördlich von Valencia auf der Intensivstation, hieß es.

Bei den Vermissten handele es sich um einen 22-jährigen Angehörigen der Schiffsbesatzung, der aus Indien stamme, sowie um einen 36 Jahre alten spanischen Hafenmitarbeiter. Die beiden wurden am Samstag den amtlichen Angaben zufolge im Mittelmeer fieberhaft gesucht. An der Suchaktion beteiligten sich demnach ca. 150 Personen. Dabei würden unter anderem mehrere Taucher und auch zwei Unterwasserroboter eingesetzt. «Es ist derzeit unsere oberste Priorität, die beiden Männer zu finden», sagte der Präsident der Hafenbehörde in Castellón, Rafa Simó. Der Hafen sei bis auf weiteres geschlossen worden. Die Ursache des Unfalls blieb vorerst unbekannt.


«Ever Given» bleibt nach Suezkanal-Blockade weiter beschlagnahmt

ISMAILIA: Mehr als zwei Monate nach der Blockade des Suezkanals durch den Frachter «Ever Given» darf das Schiff noch immer nicht weiterfahren. Ein Wirtschaftsgericht in der ägyptischen Stadt Ismailia vertagte das Verfahren am Samstag nach einer Anhörung um rund drei Wochen. Dabei geht es um Kompensationsforderungen der Suezkanalbehörde und um die Beschlagnahme des 400 Meter langen Schiffs. Die Behörde und der japanische Eigentümer sollen durch die Vertagung Zeit für eine außergerichtliche Einigung bekommen.

Die «Ever Given» war im März im Suezkanal auf Grund gelaufen. Sechs Tage lang blockierte sie die wichtige Wasserstraße zwischen Asien und Europa, die Ägypten 2020 Einnahmen in Höhe von 5,6 Milliarden Dollar (4,6 Mrd Euro) brachte. Wegen wirtschaftlicher Verluste fordert die Kanalbehörde rund 550 Millionen Dollar (451 Mio Euro) Entschädigung.

Ägyptens Behörden haben das Schiff beschlagnahmt und wollen die Weiterfahrt erst erlauben, wenn der Streit geklärt ist. Die Anwälte der japanischen Eigentümer argumentieren, der Fehler liege bei der Kanalbehörde. Diese hätte der «Ever Given» die Durchfahrt durch den Suezkanal wegen des schlechten Wetters gar nicht erlauben dürfen.

Kompensation in dem Fall fordert nun auch eine ägyptische Fischereigenossenschaft. Das unter der Flagge Panamas fahrende Schiff habe so genanntes Ballastwasser abgelassen und damit die Fischbestände für eine lange Zeit geschädigt, sagte der Anwalt der Genossenschaft bei der Anhörung. Der Verteidiger des japanischen Eigentümers wies den Vorwurf zurück. Ballastwasser wird von Schiffen aufgenommen und abgelassen, um ihnen Stabilität zu geben.

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