Nachrichten zum Thema Seefahrt am Montag

Symbolfoto: Freepik/tawatchai07
Symbolfoto: Freepik/tawatchai07

Frachtschiff vor Norwegen in Seenot geraten

DEN HAAG: Ein niederländischer Frachter ist am Ostermontag bei schwerem Wetter vor Norwegen in Seenot geraten. Acht der zwölf Besatzungsmitglieder seien vorsorglich mit einem Hubschrauber zur Stadt Ålesund geflogen worden, berichtete der niederländische Sender NOS unter Berufung auf die Reederei Amasus Shipping.

Die Ladung der 2015 gebauten «Eemslift Hendrika» habe sich verschoben, wodurch der Mehrzweckfrachter Schlagseite bekommen habe. Inzwischen sei das 112 Meter lange Schiff durch eine Verlagerung der Fracht stabilisiert worden. «Wir warten nun auf besseres Wetter», sagte ein Unternehmenssprecher dem Sender. Dann werde das Schiff einen Hafen in der Nähe anlaufen können. Die Seenot-Position wurde mit etwa 60 Seemeilen (111 Kilometer) westlich von Ålesund angegeben.


Zehn Festnahmen nach Erklärung zu globalem Schifffahrtspakt

ISTANBUL: Nach einer Erklärung zu einem internationalen Schifffahrtsabkommen sind in der Türkei zehn pensionierte Admirale festgenommen worden. Vier weitere seien zur Aussage gerufen worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Montag.

Mehr als 100 pensionierte Admirale hatten in der Nacht zu Sonntag eine Erklärung veröffentlicht, in der sie unter anderem vor einem Austritt aus dem Vertrag von Montreux warnen. Der Pakt aus dem Jahr 1936 regelt die Durchfahrt durch den Bosporus und die Dardanellen - also die Meerengen zwischen Schwarzem Meer und Mittelmeer. Nachdem Präsident Recep Tayyip Erdogan vor rund zwei Wochen den Austritt aus der Istanbul-Konvention zum Schutz von Frauen per Dekret verkündet hatte, wurde eine Diskussion über die Aufkündigung des Montreux-Vertrags befeuert.

Die Generalstaatsanwaltschaft in Ankara leitete am Sonntag im Zusammenhang mit der Erklärung Ermittlungen ein. Wie Anadolu nun berichtete, wird den Unterzeichnern Vergehen gegen die Sicherheit des Staates und die verfassungsmäßige Ordnung vorgeworfen.

Der 1936 geschlossene Vertrag von Montreux gab der Türkei die Souveränität über den Bosporus, das Marmarameer und die Dardanellen zurück, die das Osmanische Reich mit der Niederlage im Ersten Weltkrieg verloren hatte. Für Handelsschiffe ist in Friedenszeiten die freie Durchfahrt garantiert. Für Kriegsschiffe gelten gesonderte Regeln.

Erdogan will seit Langem eine alternative Wasserstraße zum Bosporus bauen lassen. Der «Kanal Istanbul» gilt als ambitioniertes und hoch umstrittenes Prestigeprojekt des türkischen Präsidenten. Der Bau des Kanals hat nach Angaben von Erdogans Büro keine negativen Auswirkungen auf das Montreux-Abkommen.


Behörde: Schiffsverkehr am Suezkanal läuft wieder normal

KAIRO: Ein festgefahrener Riesenfrachter blockiert fast eine Woche lang den Suezkanal. Die Sorgen um den Welthandel sind groß. Nun ist auch das letzte der wartenden Schiffe durch den Kanal gefahren.

Der Stau von Schiffen am Suezkanal in Ägypten hat sich aufgelöst. Die letzten 60 von etwa 420 Schiffen, die seit dem Unfall des Frachters «Ever Given» auf Durchfahrt gewartet hatten, hätten den Kanal in beiden Richtungen passiert, teilte die Kanalbehörde am Samstag mit. Das 400 Meter lange Containerschiff war am 23. März auf Grund gelaufen, stellte sich quer und blockierte sechs Tage lang die wichtige Schifffahrtsstraße zwischen Asien und Europa.

Der Vorsitzende der Kanalbehörde, Usama Rabi, sprach in einer Mitteilung von einer «Rekordzeit», in der die große Zahl an Durchfahrten gelungen sei. Die Verantwortlichen hätten ihre Arbeit «keine Sekunde» ruhen lassen, um die Fahrten aller wartenden Schiffe abzuwickeln.

Die Ermittlungen zur Frage, wie die «Ever Given» im Kanal auf Grund laufen konnte, dauerten an. Erst nach deren Abschluss werde es Gespräche über Schadenersatz geben, sagte Rabi. Ägypten will dem Containerschiff die Weiterfahrt erst bei einer Einigung darüber erlauben. Die «Ever Given» hat am Großen Bittersee zwischen dem nördlichen und südlichen Teil des Kanals geankert.


Mindestens 26 Tote nach Fährunglück in Bangladesch

DHAKA: Mindestens 26 Menschen sind bei einem Bootsunglück in Bangladesch ums Leben gekommen. Die Fähre mit mehr als 50 Passagieren an Bord sei am Sonntag auf einem Fluss in der Nähe der Hauptstadt Dhaka gesunken, nachdem ein Frachtschiff hineingeprallt sei, sagte der Chef der inländischen Wassertransportbehörde Bangladeschs der Deutschen Presse-Agentur. Die meisten Leichen seien am Montag geborgen worden.

Das Bergungsteam aus Marine, Küstenwache, Polizei, Feuerwehr und Zivilschutz habe 18 Stunden gebraucht, um die Fähre an Land zu schleppen. Nach Behördenangaben wurden insgesamt 33 Menschen als vermisst gemeldet. Einige hätten es aber geschafft, an Land zu schwimmen. Die Polizei versuchte nach eigenen Angaben, das Frachtschiff ausfindig zu machen - bisher erfolglos. Fahrlässigkeit des Kapitäns soll den Unfall verursacht haben.

Tödliche Bootsunglücke kommen auf den Flüssen Bangladeschs immer wieder vor. Schuld daran sind laut Experten hauptsächlich schlechte Sicherheitsstandards. Bangladesch ist nach UN-Angaben eines der am wenigsten entwickelten Länder der Welt.


Munition in der Nordsee: Forscher untersuchen Wrack

BREMERHAVEN: Mehr als eine Million Tonnen Munition aus den Weltkriegen liegen vermutlich allein in der deutschen Nordsee, oft in versenkten Kriegsschiffen. Forscher nehmen nun Wracks unter die Lupe. Sie wollen wissen, welche Gefahr von ihnen ausgeht.

Auf der Suche nach gefährlicher Alt-Munition brechen Wissenschaftler am Dienstag (6. April) zu einem Schiffswrack aus dem Ersten Weltkrieg in der Nordsee auf. Mit dem Forschungsschiff «Heincke» geht es ab Bremerhaven zum Kriegsschiff «SMS Mainz», das 1914 westlich von Helgoland versenkt wurde, wie das Deutsche Schifffahrtsmuseum (DSM) mitteilte. Dort sollen Proben genommen werden, um mögliche Gefahren zu analysieren, die von im Wrack liegenden Kampfmitteln ausgehen. «Wir leisten für die Nordsee Pionierarbeit», sagte der Unterwasser-Archäologe am DSM, Philipp Grassel.

Versuche in der Ostsee zeigten bereits, dass von alten, sich zersetzenden Waffen, Minen, Granaten und Bomben Gefahren für die Umwelt ausgehen. In der Nordsee sei durch Tide und Strömung die Situation noch einmal eine andere als in der Ostsee.

Eigentlich war die Forschungsreise bereits für Frühjahr 2020 geplant gewesen. Wegen der Corona-Beschränkungen konnte sie bisher aber nicht stattfinden. Reicht die Zeit, könnten die Forscher mit der SMS Ariadne und der V187 noch zwei weitere Wracks westlich von Helgoland unter die Lupe nehmen, sagte Grassel.

Nach offiziellen Schätzungen liegen allein in der deutschen Nordsee rund 1,3 Millionen Tonnen Munition aus Weltkriegszeiten. Über die Auswirkungen, die die Altlasten auf Fische, Pflanzen und Menschen haben, ist bisher wenig bekannt. Ein Forschungsteam unter Leitung des Deutschen Schifffahrtsmuseums sucht im Rahmen des 2018 gestarteten «North Sea Wrecks»-Projekts nach Antworten. Beteiligt sind neben Deutschland auch Belgien, die Niederlande, Norwegen und Dänemark.

Die Projektergebnisse werden ab August in einer Wanderausstellung präsentiert. Nach dem Start im DSM in Bremerhaven wird sie in allen am Projekt beteiligten Ländern zu sehen sein. Die deutschen Wissenschaftler wollen im Herbst 2021 und im nächsten Jahr zu weiteren Wracks aufbrechen, um sie zu untersuchen. Die Ergebnisse sollen in die laufende Ausstellung einfließen.


Weiter Suche nach 15 Vermissten des Schiffsunglücks vor Indonesien

JAKARTA: Zwei Tage nach dem Zusammenstoß eines Fischerbootes mit einem Frachtschiff vor der Küste Indonesiens werden weiter 15 Menschen vermisst. Das Suchgebiet sei am Montag auf 33 Seemeilen (rund 61 Kilometer) vergrößert worden, teilte Deden Ridwansah, der Leiter der Such- und Rettungsbehörde in Bandung, mit. Das Unglück, bei dem mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen waren, hatte sich am Samstagnachmittag vor Indramayu in der Javasee ereignet. 15 Menschen konnten gerettet werden.

Das Fischerboot war mit einem großen Schiff kollidiert, gekentert und später gesunken. Wegen schwerer See mussten die Rettungsarbeiten zunächst ausgesetzt werden. Auch für die kommende Woche sind heftige Regenfälle, starke Winde und hohe Wellen angesagt.

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