Nachrichten zum Thema Seefahrt am Montag

Die 150 positiven Passagiere an Bord eines Kreuzfahrtschiffes in Genua. Foto: epa/Luca Zennaro
Die 150 positiven Passagiere an Bord eines Kreuzfahrtschiffes in Genua. Foto: epa/Luca Zennaro

Corona-Fälle auf Kreuzfahrtschiff in Genua

GENUA: Ein Kreuzfahrtschiff mit coronapositiven Menschen an Bord ist am Montag im Hafen der norditalienischen Stadt Genua eingelaufen. Die Fälle auf der «MSC Grandiosa» seien bei den zahlreichen Kontrollen auf dem Schiff festgestellt worden, teilte MSC Cruises auf Nachfrage am Montag mit. Die Infizierten und ihre Kontaktpersonen hätten sich in den Kabinen isoliert. In Genua hätten die Behörden diejenigen mit Wohnadressen in Norditalien von Bord gebracht, erklärte die Hafenbehörde. Medienberichten zufolge seien 150 Menschen positiv getestet worden.

MSC teilte auf Nachfrage mit, dass ungefähr 5000 Passagiere und Crewmitglieder an Bord seien. Unter den infizierten Passagieren waren dem Hafen von Genua zufolge auch einige Ausländer. Diese seien in medizinischen Einrichtungen in der Region Ligurien, in der Genua liegt, aber auch außerhalb davon untergekommen. Dort blieben sie, bis ihre Tests wieder negativ ausfielen, um dann in ihre Heimatländer zurückkehren zu können. Die «MSC Grandiosa» soll ihre Fahrt laut Hafen weiter nach Civitavecchia, nordwestlich von Rom, fortsetzen. Dort sei geplant, dann coronapositive Passagiere mit Wohnsitzen in Mittel- und Süditalien von Bord gehen zu lassen.

Die «MSC Grandiosa» war am Montagmorgen auf ihrer Mittelmeerkreuzfahrt aus Marseille gekommen. Der überwiegende Teil der betroffenen Passagiere ist laut Medienberichten aus Italien.


Kreuzfahrtverband nach Corona-Fällen: Sicheres Reisen weiter möglich

HAMBURG: Noch sitzt die Erinnerung der Kreuzfahrtbranche an die ersten Monate der Corona-Pandemie tief, als Schiffe tagelang wegen Infektionsfällen an Bord nicht anlegen konnten. Doch die Branche habe ihre Hausaufgaben erledigt, ist der Verband sicher.

Trotz der aktuellen Corona-Fälle auf der «Aida Nova» von Aida Cruises und «Mein Schiff 6» der Reederei Tui Cruises betrachtet der internationale Branchenverband Clia Kreuzfahrten weiter als sichere Reisen. «Grund dafür sind die hohen Eingangsbarrieren», sagte der deutsche Clia-Geschäftsführer Helge Grammerstorf am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Auf den Schiffen gelte die 2G-plus- oder sogar 1G-plus-Regel. Dies bedeute, dass bei 2G plus eine Booster-Impfung Voraussetzung ist, das Schiff zu betreten, bei 1G plus, also ausschließlich geimpften Personen, reiche selbst der Genesenen-Status nicht aus. «Die Reedereien reagieren schnell und sehr konsequent.»

Zusätzlich müssten sich Passagiere unmittelbar vor Reisebeginn einem PCR-Test unterwerfen, auch während der Fahrt werde getestet. Würden Passagiere während der Reise positiv getestet, sei die Zeit nach der Ansteckung zu kurz für die Tests gewesen, um einen Corona-Fall noch vor der Reise zu entdecken. «Bei so engmaschigen Kontrollen fallen auch Menschen auf, die wahrscheinlich sonst gar nicht entdeckt worden wären», sagte Grammerstorf.

Weltweit gebe es rund 360 Kreuzfahrtschiffe, Grammerstorf ging davon aus, dass derzeit rund 70 Prozent unterwegs sind. «Bis zum Sommer werden es rund 90 Prozent sein.» Seiner Meinung nach müssten die wenigen aktuellen Corona-Fälle in Relation zu den vielen Tausend Kreuzfahrtpassagieren gesetzt werden, die gerade unterwegs sind. Zumal es sich bei den aktuellen Fällen nach seiner Kenntnis ausschließlich um asymptomatische oder sehr milde Verläufe handele.

Die zwei Kreuzfahrtschiffe «Aida Nova» und «Mein Schiff 6» hatten kurz nach dem Jahreswechsel ihre Fahrten wegen Corona-Infektionen abgebrochen: Die «Aida Nova» brach die Reise in Lissabon ab, «Mein Schiff 6» in Dubai. «Hintergrund sind vereinzelte Fälle von Covid-19 an Bord, die im Laufe der Reise festgestellt wurden. Als reine Vorsichtsmaßnahme und zum Schutz von Gästen und Besatzung hat sich Tui Cruises jetzt zu dieser kurzen Pause entschlossen», hieß es von Tui Cruises.


Huthi-Rebellen entführen Frachtschiff vor Küste des Jemens

SANAA: Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen haben vor der Küste des Jemens ein Frachtschiff in ihre Gewalt genommen. Die unter Flagge der Vereinigten Arabischen Emirate fahrende «Rawabi» war auf dem Weg von der Insel Sokotra zur saudischen Küstenstadt Dschisan. An Bord sind den Huthis zufolge Crewmitglieder aus verschiedenen Ländern. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition im Jemen sprach von einem «kriminellen Akt der Piraterie», wie die emiratische Staatsagentur WAM berichtete.

Diesem Bericht zufolge brachten die Rebellen das Schiff in der Nacht zum Montag unter ihre Kontrolle. Der Militärkoalition zufolge war es auf dem Rückweg von einem Einsatz zum Bau eines Feldkrankenhauses. Es habe unter anderem Krankenwagen, medizinische Ausrüstung, Zelte sowie eine Feldküche und technische Ausrüstung an Bord. Der rebellen-nahe Fernsehsender Al-Masirah zeigte dagegen Aufnahmen des Frachters mit Militärfahrzeugen sowie Waffen und Munition in einem Container. Mehrfach ist das Logo der saudischen Streitkräfte zu sehen.

Saudi-Arabien und die Emirate kämpfen mit Verbündeten im Jemen seit 2015 gegen die schiitischen Rebellen, die weite Teile des Nordens beherrschen. Der Konflikt spielt vor allem an Land. Das Bündnis fing im südlichen Roten Meer aber auch mehrfach mit Sprengstoff beladene Boote ab oder entschärfte Seeminen. Ende 2019 wurde dort ein unter saudischer Flagge fahrender Schlepper entführt.

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