Nachrichten zum Thema Seefahrt am Freitag

Fotomontage: DER FARANG
Fotomontage: DER FARANG

Umweltschützer üben Kritik an deutsch-tschechischem Elbe-Abkommen

PRAG: Nach der Unterzeichnung eines Elbe-Regierungsabkommens zwischen Deutschland und Tschechien haben Umweltschützer scharfe Kritik geübt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) warnte am Freitag vor einer Vertiefung der Elbe-Fahrrinne für Schiffe und verwies dabei auf die jüngste Hochwasserkatastrophe im Westen der Bundesrepublik. «Flüsse brauchen mehr Raum statt ein enges Korsett», forderte der Verband. Man dürfe die Schifffahrt nicht in den Vordergrund stellen.

Die tschechische Naturschutzorganisation Arnika bemängelte, das Abkommen führe zu «unwiederbringlichen Schäden an der Natur». Trotz immer häufigerer Niedrigwasserstände träume die Regierung in Prag weiter von der Elbe als internationaler Wasserstraße. Die Organisation warnte vor einem Wiederaufleben der tschechischen Pläne für eine Elbe-Staustufe unmittelbar an der Grenze bei Decin (Tetschen), die voriges Jahr zu den Akten gelegt worden waren.

Der tschechische Verkehrsminister Karel Havlicek und sein deutscher Kollege Andreas Scheuer (CSU) hatten das Elbe-Regierungsabkommen am Dienstag in einer gemeinsamen Videokonferenz abgesegnet. Havlicek erklärte es zu seinem Ziel, bis zum Jahr 2030 fast ganzjährig die Schiffbarkeit der Elbe von Pardubice bis nach Hamburg sicherzustellen. Pardubice liegt knapp 100 Kilometer östlich von Prag. Angestrebt werde eine Fahrrinnentiefe von 2,30 Metern auf tschechischer und 1,40 Metern auf deutscher Seite.

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