Nachrichten zum Thema Seefahrt am Dienstag

Der Kamin des Kreuzfahrtschiffes
Der Kamin des Kreuzfahrtschiffes "Mein Schiff 3" von TUI Cruises an der Anlegestelle Steubenhoeft in Cuxhaven. Foto: epa/Focke Strangmann

Tui Cruises: Kreuzfahrtschiff rettet 50 Flüchtlinge aus Seenot

LA ROMANA/HAMBURG: Ein Kreuzfahrtschiff von Tui Cruises hat nach Angaben der Reederei vor der Küste der Dominikanischen Republik 50 Flüchtlinge aus Seenot gerettet. «Mein Schiff 2» war am Montagabend (Ortszeit) mit nur der Besatzung an Bord in den dominikanischen Hafen La Romana unterwegs. Von der Brücke aus wurde etwa 35 nautische Meilen (rund 65 Kilometer) vor der Südküste des Karibikstaates ein kleines Boot entdeckt, wie Tui Cruises am Dienstag auf Nachfrage mitteilte.

Das Schiff habe den Kurs geändert und festgestellt, dass sich die 50 Menschen in dem Boot - darunter auch ein Kind - in akuter Seenot befanden. Alle wurden nach Angaben der Reederei sicher an Bord der «Mein Schiff 2» genommen, medizinisch betreut und mit Wasser und Nahrung versorgt. In Zusammenarbeit mit der Küstenwache der Dominikanischen Republik seien sie in La Romana an Land gebracht worden. Laut Tui Cruises waren die Geretteten Flüchtlinge aus dem Nachbarland Haiti. Wie es in der Dominikanischen Republik für sie weiterging, war zunächst unklar.

«Neben der Selbstverständlichkeit, dass es ein Gebot der Humanität ist, Hilfe zu leisten, verpflichtet auch das internationale Seerecht dazu, in Seenot geratenen Schiffen Hilfe zu leisten», hieß es von der Hamburger Reederei. «Wir sind dankbar, dass die Besatzung der «Mein Schiff 2» gestern rechtzeitig vor Ort war und das Leben aller Menschen in dem Boot retten konnte.» Zuerst hatte der Sender RTL über den Vorfall berichtet.


PwC-Studie: Übernahmerekord in der globalen Logistikbranche

HAMBURG: Globale Transportketten, die wie Uhrwerke funktionieren müssen, sind in der Pandemie ins Stocken geraten. Um das in den Griff zu bekommen, investieren Logistikriesen wie nie zuvor in Übernahmen. Daneben stehen sie vor einer weiteren Herausforderung.

Die Logistik- und Transportwirtschaft reagiert mit zahlreichen Übernahmen und Zusammenschlüssen auf die Folgen der Corona-Pandemie sowie die Herausforderungen des Klimawandels. Einer Studie des Beratungsunternehmens Pricewaterhouse Coopers (PwC) zufolge gab es 2021 in diesem Sektor weltweit 322 Transaktionen im Gesamtwert von rund 219 Milliarden Dollar und damit mehr als je zuvor. Für 2022 sei mit einer Fortsetzung des Trends auf hohem Niveau zu rechnen, heißt es in der Studie, die der dpa vorliegt. Investitionen in Digitalisierung und Infrastruktur «werden im Jahr 2022 immer wichtiger, um Störungen in der Lieferkette zu bekämpfen», schreiben die PwC-Experten. «Wir erwarten auch mehr Investitionen, Kooperationen und Akquisitionen im Bereich der Nachhaltigkeit.»

«Logistik und Lkw-Verkehr waren wie üblich der stärkste Teilsektor» mit insgesamt 170 Übernahmen und Zusammenschlüsse, stellen die Analysten fest. Zweitstärkster Sektor ist demnach der Sektor Schifffahrt mit 59 Transaktionen. «24 der 59 Schifffahrtsgeschäfte im Jahr 2021 betrafen die Hafeninfrastruktur», heißt es in der Studie. «Damit sind die Häfen das aktivste Segment unter den Infrastrukturzielen.»

Das Fusions- und Übernahmegeschehen wird laut PwC von einigen der großen Akteure in Logistik und Schifffahrt dominiert. Die Beratungsgesellschaft nennt als Beispiele neben dem dänischen Logistikriesen DSV vor allem die Topliga der Linienreedereien mit Maersk, MSC und CMA CGM, deren Aktivitäten für PwC zur «auffälligsten Entwicklung» im vergangenen Jahr zählten.

«Ihre Ziele sind vielfältig und zeigen die Ambitionen, mehr Einfluss auf die globalen Lieferketten zu gewinnen», schreiben die Analysten der Unternehmensberatung. Neben Investitionen ins Kerngeschäft Schifffahrt sowie in Hafenterminals kauften Reedereien verstärkt auch «Spediteure, um direkten Zugang zu den Verladern zu erhalten». Der Trend zur weiteren Konsolidierung und Integration sei auch in China zu beobachten. «Zum Jahresende hat auch die chinesische Regierung aufhorchen lassen, als sie die Fusion von fünf staatlich kontrollierten Logistikunternehmen zu einem großen Global Player namens China Logistics Group ankündigte.»

Den anhaltenden Boom bei Übernahmen im Güterverkehr erklärt PwC mit zwei Gründen: «Zum einen ist durch die Pandemie die Bedeutung von stabilen Lieferketten und funktionierenden Häfen und Flughäfen stark gestiegen», sagt PwC-Partner Ingo Bauer. «Zum andern versuchen die Marktteilnehmer, durch Übernahmen und Allianzen - auch außerhalb ihres Kerngeschäfts - ihr Geschäftsmodell resilienter zu machen.»

Hinzu kämen die enormen Anforderungen, die der Kampf gegen den Klimawandel der Wirtschaft abverlangt. «Neben galoppierenden Frachtpreisen haben auch die steigenden Nachhaltigkeits- und Klimaschutzanforderungen die Gesamtbranche beflügelt», sagt PwC-Partner André Wortmann. «Die ambitionierten politischen Vorgaben wirken sich dabei positiv auf die Innovations- und Wandlungsbereitschaft der ganzen Branche aus, die mit neuen Konzepten und Technologien experimentiert.»

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