Nachrichten aus der Wirtschaft am Samstag

Collage: DER FARANG
Collage: DER FARANG

OMV will letzte Tankstellen in Deutschland an Orlen verkaufen

WIEN: Das österreichische Energieunternehmen OMV will seine letzten Tankstellen in Deutschland an den polnischen Orlen-Konzern verkaufen. Ein OMV-Sprecher bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht der «Welt am Sonntag». Betroffen seien 17 Standorte, davon zwölf auf Aldi-Süd-Parkplätzen.

Der Rückzug wird mit Desinvestitionen in Deutschland begründet. Vor knapp einem Jahr war bereits das Tankstellennetz der Kernmarke OMV mit 285 Standorten an die Esso/EG Group für knapp eine halbe Milliarde Euro veräußert worden. Die OMV war vor allem im süddeutschen Raum vertreten.

Genehmige das Bundeskartellamt den Verkauf, würde der polnische Konzern PKN Orlen weiter in Deutschland expandieren und selbst in das Segment der Automaten-Tankstellen einsteigen, so das Blatt. Die Polen sind seit 2003 durch den Kauf von fast 500 Tankstellen von BP in Deutschland vertreten. Das Orlen-Netz ist laut «Welt am Sonntag» inzwischen auf 587 Tankstellen gewachsen, die auch an Supermärkten vertreten sind.


Litauen: Technische Gründe für Explosion an Gaspipeline wahrscheinlich

VILNIUS/RIGA: Die Explosion an einer Gaspipeline im Norden Litauens ist nach Angaben des Gasnetzbetreibers höchstwahrscheinlich auf technische Gründe zurückzuführen. «Bei der ersten Inspektion ist zu erkennen, dass möglicherweise einfach eine Naht fehlt», sagte Amber Grid-Vorstandschef Nemunas Biknius am Samstag der Agentur BNS. Wegen der Explosion am Freitag war ein Brand an der Gasleitung ausgebrochen, die eine Hauptverbindung zum benachbarten Lettland ist. Verletzt wurde bei dem Vorfall nahe der Stadt Pasvalys litauischen Medienberichten zufolge niemand, die Bewohner eines nahegelegenen Dorfes wurden vorsorglich für mehrere Stunden evakuiert.

Bilder und Videos in sozialen Netzwerken zeigten eine riesige Flamme, die nach einem Bericht des litauischen Rundfunks etwa 50 Meter hoch und aus mehreren Kilometern Entfernung sichtbar war. Nach Angaben von Amber Grid wurde nach der Explosion die Gaszufuhr unterbrochen, so dass das Gas in der beschädigten Leitung nach mehreren Stunden ausbrannte. Auch die Lieferungen nach Lettland wurden vorübergehend eingestellt.

Nach Angaben von Biknius wurde die Gaspipeline vor mehr als 40 Jahren gebaut und wurde ständig gewartet. Vorläufige Informationen deuteten darauf hin, dass die Explosion mit einem «technologischen Problem» zusammenhängt. Genauere Schlussfolgerungen könnten aber erst nach einer detaillierten Untersuchung gezogen werden, sagte er.

Eine zweite Gasleitung, die parallel zu der beschädigten Pipeline verläuft, sei nicht betroffen gewesen. Darüber sollen Amber Grid zufolge nun die Gasversorgung im Norden Litauens und die Lieferungen nach Lettland sichergestellt werden. Der lettische Energieminister Raimonds Cudars sagte im Rundfunk, dass es bislang keine Probleme mit der Gasversorgung gegeben habe. Von litauischer Seite sei zudem mitgeteilt worden, dass die Reparatur der beschädigten Gasleitung etwa ein bis zwei Wochen dauern könnte.


Kältewelle: Irans Hauptstadt schließt wegen Gaskrise Ämter und Unis

TEHERAN: Wegen akuten Gasmangels inmitten einer Kältewelle im Iran hat die Regierung auch in der Hauptstadt Teheran fast alle Ämter sowie Bildungseinrichtungen geschlossen. Um Energie zu sparen bleiben an diesem Samstag alle Ministerien, Behörden, Schulen und Universitäten zu, wie das Gouverneursamt über das Staatsfernsehen erklärte. Geöffnet sind nur Banken und Notfalldienste. Auch in anderen Provinzen mussten wegen der Gaskrise Einrichtungen und Behörden geschlossen werden.

Hintergrund ist die aktuelle Kältewelle. Der Gasverbrauch stieg zuletzt laut Ölministerium im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 30 Prozent. Um die «kritische Lage» zu überbrücken, rief das Ministerium zum Energiesparen auf.

Die Maßnahmen führten zu heftiger Kritik in der Bevölkerung. Viele fragten empört, wie ein Land, das über die weltweit zweitgrößten Gasreserven verfügt, nicht mit einer Kältewelle fertig werden könne. Es gehe daher nicht um Gasknappheit, sondern um schlechtes Management im Ölministerium, so die Kritiker.

Der Iran hat zwar große Öl - und Gasreserven, aber die Infrastruktur der Anlagen ist veraltet. Wegen der internationalen Sanktionen hat die Regierung von Präsident Ebrahim Raisi weder das Geld noch internationale Partner, um die Anlagen auszubauen und zu erneuern.

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Leserkommentare

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