Nachrichten aus der Wirtschaft am Samstag

Fotomontage: DER FARANG
Fotomontage: DER FARANG

Brasiliens Präsident Bolsonaro reist kommende Woche nach Moskau

BRASÍLIA/MOSKAU: Trotz Warnungen der US-Regierung vor einem möglicherweise bevorstehenden russischen Angriff auf die Ukraine hat der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro seine Reise nach Russland in der kommenden Woche bestätigt. Am Mittwoch (16. Februar) ist ein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin geplant. «Präsident Putin hat mich eingeladen. Brasilien hängt in großen Teilen von Düngemitteln aus Russland, Belarus ab», sagte Bolsonaro dem Sender «Radio Tupi» am Samstag. «Wir bitten Gott, dass der Friede in der Welt herrschen möge.»

«Wir werden auch eine Gruppe von Ministern mitnehmen, die sich mit Themen wie Energie, Verteidigung und Landwirtschaft befassen», sagte Bolsonaro. Das russische Außenministerium hatte zudem bekannt gegeben, dass es an dem Mittwoch ein Treffen zwischen den russischen und brasilianischen Außen- und Verteidigungsministern geben werde - ein Format, das Russland nur mit wenigen Ländern unterhält.

Mit der Reise will der Staatschef des größten Landes in Lateinamerika Beobachtern zufolge auch zeigen, dass er im Ausland noch Partner hat. Angesichts des Zeitpunkts hat die Reise in Brasilien Kritik ausgelöst. Als «wichtig», aber «unangemessen» bezeichneten sie Experten.

«Es besteht das Risiko, dass Präsident Bolsonaro eine unbedachte Äußerung macht, die schlimme Folgen haben könnte», sagte etwa der Politikwissenschaftler Mauricio Santoro. Das Außenministerium in Brasília veröffentlichte am Freitag eine Mitteilung, in der es an 30 Jahre diplomatische Beziehungen mit der Ukraine erinnerte.


Brexit überschattet Valentinstag für Floristen und Weinhändler

LONDON: Kurz vor dem Valentinstag sorgt der Brexit für Probleme bei britischen Floristen und Weinhändlern. Neue Brexit-Kontrollen, die seit Anfang des Jahres bei der Einfuhr von Produkten aus der EU fällig sind, verzögern die Lieferzeiten vieler Produkte, wie britische Medien berichten. Der Valentinstag gilt nun als erster echter Stresstest, da viele Blumen, Weine und andere typische Geschenke aus der EU eingeführt werden.

Der Weinhändler Daniel Lambert berichtete der Nachrichtenagentur PA von Problemen mit einer größeren Weinlieferung, die eigentlich bereits in dieser Woche ankommen sollte. Die zuständige britische Behörde stelle jedoch nicht rechtzeitig die Informationen bereit. Das mache selbst größere Lieferungen wie für sein Unternehmen schwierig - kleinere Firmen seien aber noch viel stärker betroffen.

Mehrere schottische Floristen können das bestätigen. Für Maureen Glen, die in Lanarkshire in Schottland einen Blumenladen betreibt, sind das größte Problem Verpackungsmaterialien, die nicht rechtzeitig vom Kontinent ankommen. Glen vermutet, dass Lieferungen zunächst wegen fehlender Papiere zurückgeschickt und dann erneut auf den Weg gebracht werden mussten. Andere Blumenhändler berichteten PA zufolge von ähnlichen Erfahrungen. Die Inhaberin eines Geschenkeladens in Edinburgh, Julie Pearson, klagte darüber, dass die Kosten - etwa für Container-Fracht - stark angestiegen seien. Sie setzt aus der Not heraus darauf, Waren aus dem vergangenen Jahr zu verkaufen. Wegen des damals geltenden Corona-Lockdowns sei viel übrig geblieben.

Großbritannien und die EU haben sich in ihrem Brexit-Vertrag zwar auf weitgehend zollfreien Handel geeinigt - trotzdem sorgt der EU-Austritt für erhebliche Hürden bei der Ein- und Ausfuhr von Waren. Neue Kontrollen, die nach und nach eingeführt werden, und zusätzlich notwendige Bürokratie sorgen für Verzögerungen und höhere Kosten.

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