Nachrichten aus der Wirtschaft am Samstag

Fotomontage: DER FARANG
Fotomontage: DER FARANG

Führender Ölexporteur Saudi-Arabien will bis 2060 klimaneutral sein

RIAD: Der weltweit führende Ölexporteur Saudi-Arabien will bis zum Jahr 2060 klimaneutral werden. Das kündigte der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman, faktischer Herrscher des Königreichs, bei einer Umweltkonferenz in Riad am Samstag an. Der Ausstoß von klimaschädlichem CO2 solle dafür bis 2030 jährlich um 278 Millionen Tonnen verringert werden. Für Investitionen rund um das Klima seien Investitionen in Höhe von umgerechnet 160 Milliarden Euro geplant.

Klimaneutral bedeutet, dass netto keine Treibhausgase mehr zusätzlich in die Atmosphäre gelangen, die den Prozess der Erderwärmung beschleunigen. Dabei kann der Ausstoß etwa von Kohlendioxid an anderer Stelle wieder ausgeglichen werden. Die Ankündigung Saudi-Arabiens kommt eine Woche vor der Weltklimakonferenz COP26 im schottischen Glasgow.

Das neue Ziel dürfte am Status Saudi-Arabiens als einer der größten Produzenten von Rohöl und als führender Ölexporteur kaum etwas ändern. «Das Königreich als einer der führenden Ölproduzenten ist sich seines Teils der Verantwortung beim Kampf gegen die Klimakrise voll bewusst», hieß es in einem SPA-Bericht am Samstag.

Als Teil der neuen Initiative sollen in dem Wüstenstaat in den nächsten 20 Jahren auch zehn Milliarden Bäume gepflanzt werden, in der Region laut Medienberichten sogar bis zu 50 Milliarden Bäume. Zunächst sollten in Saudi-Arabien in einem ersten Schritt im Rahmen der sogenannten Saudi Green Initiative 450 Millionen Bäume gepflanzt werden, sagte Kronprinz Mohammed.


Vulkan Ätna auf Sizilien ausgebrochen - Warnung des Landwirteverbands

CATANIA: Auf der italienischen Insel Sizilien ist der Vulkan Ätna erneut ausgebrochen. In den frühen Morgenstunden sei eine erhöhte Aktivität gemessen worden, teilte das nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie am Samstag mit. Auf Fotos war zu sehen, wie Lava und Asche aus dem Krater auf der Süd-Ost-Seite drangen. Die graue Rauchsäule stieg weit in den Himmel auf. Meldungen über größere Schäden gab es zunächst nicht, stellenweise wurde über herabregnende Asche berichtet.

Der mehr als 3350 Meter hohe Ätna ist in diesem Jahr bislang sehr aktiv gewesen. Seit Mitte Februar brach er regelmäßig und teils spektakulär aus. Für die Menschen in der Umgebung ist die herabregnende Asche oft ein Problem, auch der Flughafen in der Stadt Catania am Fuße des Ätna musste in der Vergangenheit schon den Betrieb zeitweise einstellen, weil die Start- und Landebahn verschmutzt war. Die Regierung Siziliens sicherte den Kommunen im September zwei Millionen Euro Hilfsgelder für die Asche-Schäden zu.

Der Landwirtschaftsverband Coldiretti sprach am Samstag davon, dass der «Alptraum» auf die sizilianischen Äcker zurückkehre. Die Asche sorge für Schäden auf den Anbauflächen. Es brauche Normen, die die Landwirte schützten. Die Reinigung der Äcker brauche Zeit, Wasser und dadurch massiven Arbeitseinsatz zu nicht tragbaren Kosten.


Rekordbelohnung: US-Aufsicht zahlt Whistleblower 200 Millionen Dollar

WASHINGTON: Die US-Finanzaufsicht CFTC hat einem Whistleblower den Rekordbetrag von fast 200 Millionen Dollar (172 Mio Euro) gezahlt. Der Tippgeber habe Behörden in den USA und Großbritannien bei der Aufklärung von Zinsmanipulationen der Deutschen Bank im sogenannten Libor-Skandal geholfen, berichtete das «Wall Street Journal» unter Berufung auf Insider in seiner Freitagsausgabe. Die Deutsche Bank wollte sich auf Nachfrage nicht dazu äußern.

Die CFTC bestätigte in einer Mitteilung lediglich die Summe, ohne Angaben zum Whistleblower oder den betroffenen Unternehmen zu machen. Die Deutsche Bank und andere Geldhäuser hatten in den vergangenen Jahren milliardenschwere Vergleiche akzeptiert, weil Händler von ihnen den Referenzzins Libor manipuliert haben sollen. Dabei handelt es sich um einen wichtigen Richtwert für internationale Finanzgeschäfte, an den zahlreiche Kredite gekoppelt sind.


IEA-Chef drängt Deutschland zu aktiverem Einsatz für Klimaschutz

BERLIN: Eine Woche vor der Weltklimakonferenz in Glasgow hat der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, Deutschland zu einem stärkeren außenpolitischen Engagement für den Klimaschutz aufgerufen. «Ich fände es sehr gut, wenn Deutschland auch international aktiver würde, um vor allem in Asien, Afrika und Lateinamerika mehr Momentum für den Klimaschutz zu schaffen», sagte Birol der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» (FAS).

«Es geht nicht nur um finanzielle Hilfen, sondern auch um Diplomatie», sagte Birol. So hoffe er, dass der nächste deutsche Außenminister den Klimaschutz bei Treffen mit Amtskollegen anspreche.

Birol appellierte an die kommende Bundesregierung, die erneuerbaren Energien und Stromnetze schneller auszubauen und Kohlekraftwerke zügiger stillzulegen. «Wenn man an Schwellenländer appelliert, auf den Kohlestrom zu verzichten, dann sollte auch Deutschland offiziell bestätigen, vor 2038 auszusteigen. Ich hoffe, dass das bald geschieht», sagte er. Die über eine Koalition sprechenden Parteien SPD, Grüne und FDP haben angedeutet, dass sie einen Kohleausstieg vor 2038 wünschen, aber bisher kein neues festes Zieldatum vereinbart.

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