Nachrichten aus der Wirtschaft am Montag

Foto: Freepik/User6309018
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Neue IWF-Konjunkturprognose für die Weltwirtschaft

WASHINGTON: Der Internationale Währungsfonds (IWF) legt am Dienstag eine neue Prognose zur Entwicklung der Weltwirtschaft in diesem und im kommenden Jahr vor. Experten erwarten angesichts der Pandemie, der hohen Inflation und den Problemen globaler Lieferketten mit Spannung, wie die neuen Wachstumserwartungen ausfallen werden. In der vorigen IWF-Prognose vom Oktober rechnete der IWF für 2022 mit einem globalen Wirtschaftswachstum von 4,9 Prozent.

Chefvolkswirtin Gita Gopinath wird die Ergebnisse der neuen Prognose an diesem Dienstag (15.00 Uhr MEZ) vorstellen. Dabei dürfte auch eine Rolle spielen, mit welchen wirtschaftlichen Auswirkungen der Omikron-Variante des Coronavirus der IWF rechnet. In Bezug auf die in vielen Industriestaaten sehr hohe Inflationsrate hatte der IWF im Oktober mit einem deutlichen Rückgang der Teuerung im Jahresverlauf 2022 gerechnet. Seither deuteten neue Daten aus den USA und Europa aber auf weiterhin stark steigende Preise hin.

Für das Jahr 2021 hatte der IWF im Oktober ein globales Wirtschaftswachstum von 5,9 Prozent erwartet. Nun dürfte der IWF eine erste Schätzung des tatsächlichen Wachstums abgeben.

Für die Eurozone erwartete der IWF für das Jahr 2022 zuletzt ein Wirtschaftswachstum von 4,3 Prozent. In Deutschland sollte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) demnach um 4,6 Prozent steigen.


Russische Notenbank setzt Devisenankauf vorerst aus

MOSKAU: Die russische Notenbank setzt angesichts des schwächeren Rubels ihre strategischen Devisenkäufe vorerst aus. Wie die Zentralbank mitteilte, werden die Käufe von Montag an auf unbestimmte Zeit eingestellt. Damit solle der «Volatilität an den Finanzmärkten» begegnet werden. Eine Wiederaufnahme erfolge abhängig von den Marktbedingungen.

Hintergrund des Schritts ist die Schwäche der russischen Währung. Der Rubel fiel am Montag zum Dollar auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr. Auslöser ist Krise an der ukrainischen Grenze, wo Russland immer mehr Truppen zusammenzieht. Es gibt die Sorge, Russland könnte in die Ukraine einmarschieren, was Moskau zurückweist.

Russland tätigt normalerweise regelmäßige Devisenkäufe, um seine Finanzlage unabhängiger von Schwankungen des Ölpreises zu gestalten. Der Erdölexport ist eine der Haupteinnahmequellen des Landes.


Eurokurs gefallen - EZB-Referenzkurs: 1,1304

FRANKFURT/MAIN: Der Euro-Kurs ist am Montag gefallen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1304 (Freitag: 1,1348) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8846 (0,8812) Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,83803 (0,83633) britische Pfund, 128,62 (129,14) japanische Yen und 1,0308 (1,0353) Schweizer Franken fest.


Dax im Minus- Zinsängste und Ukraine-Konflikt vergraulen Anleger

FRANKFURT/MAIN: Die Furcht vor zunehmenden geopolitischen Spannungen und steigenden Zinsen hat den Anlegern am deutschen Aktienmarkt den Wochenauftakt verhagelt. Der Dax baute seine deutlichen Anfangsverluste im Verlauf noch aus und notierte am Nachmittag 2,61 Prozent tiefer bei 15.197,27 Punkten. Der MDax verlor am Montag zuletzt 3,57 Prozent auf 32.440,83 Zähler. Der Euro kostete zuletzt 1,1304 US-Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitag auf 1,1348 Dollar festgesetzt. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,19 Prozent am Freitag auf minus 0,23 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,18 Prozent auf 143,78 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,23 Prozent auf 170,73 Zähler zu.


Milliardär an Spitze des MV-Werften-Eigners Genting HK tritt zurück

HONGKONG: Der malaysische Milliardär Lim Kok Thay ist als Chef seines insolventen Kreuzfahrtkonzerns und MV-Werften-Eigners Genting Hongkong zurückgetreten. Der Schritt erfolgte parallel zur Einsetzung von Insolvenzverwaltern, die eine Restrukturierung des Unternehmens ausarbeiten. Wie das Unternehmen weiter mitteilte, trat Lim Kok Thay mit Wirkung von Freitag als Vorsitzender und Geschäftsführer zurück. Der vorläufige Insolvenzverwalter der MV-Werften, Christoph Morgen, bezeichnete die Entwicklungen bei Genting als kein gutes Zeichen.


Bundesregierung stoppt Förderung für energieeffiziente Gebäude

BERLIN: Die Bundesregierung hat die Förderung für energieeffiziente Gebäude angesichts einer Antragsflut und einer «Fehlsteuerung» vorläufig gestoppt. Sie plant eine Reform. Wie das Wirtschafts- und Klimaministerium am Montag weiter mitteilte, werden Anträge von der staatlichen Förderbank KfW nicht mehr bewilligt. Endgültig eingestellt wird demnach die Neubauförderung des sogenannten Effizienzhauses 55, die ohnehin zum Monatsende ausgelaufen wäre. Die Förderung für Sanierungen solle wieder aufgenommen werden, sobald Haushaltsmittel bereitgestellt sind.


Gesetzesreform geplant - Regierung will mehr Schutz für Stromkunden

BERLIN: Die Bundesregierung will kurzfristigen Kündigungen von Strom- und Gasverträgen durch Billiganbieter sowie Preissprüngen einen Riegel vorschieben. «Wir dürfen die Verbraucher nicht nochmal so im Regen stehen lassen», sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Oliver Krischer (Grüne). Künftig solle es einheitliche Tarife in der Grundversorgung geben, damit Neukunden nicht das Doppelte oder Dreifache gegenüber Bestandskunden zahlen. Außerdem solle die Aufkündigung von Gas- oder Stromlieferungen künftig mehrere Monate vorher angekündigt werden müssen, damit Verbraucher sich in Ruhe einen neuen Versorger suchen könnten.


Kreml: Russland will auch bei Sanktionen Gas nach Europa liefern

MOSKAU: Der Kreml hat Befürchtungen auch in Deutschland zurückgewiesen, Russland könnte im Fall von Sanktionen den Gashahn zudrehen. «Russland hat in den schwierigsten Momenten der Konfrontation zwischen Ost und West seine Vertragsverpflichtungen tadellos erfüllt», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag in Moskau der Agentur Interfax zufolge. «Russland hat noch nie einen Grund gegeben, an seiner Zuverlässigkeit zu zweifeln.» Moskau betont immer wieder, dass auch im Kalten Krieg in der Konfrontation zwischen Sowjetunion und Bundesrepublik das Gas immer geflossen sei.


EU-Kommission schlägt weitere Milliardenhilfe für die Ukraine vor

BRÜSSEL: Vor dem Hintergrund der Spannungen mit Russland will die EU-Kommission der Ukraine kurzfristig weitere Milliardenhilfen bereitstellen. «Wie immer steht die EU der Ukraine in dieser schwierigen Situation bei», sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Montag in Brüssel. Die deutsche Politikerin schlug unter anderem ein Nothilfe-Kreditpaket in Höhe von 1,2 Milliarden Euro vor. Man zähle darauf, dass der Rat der EU-Staaten und das Europaparlament so bald wie möglich grünes Licht dafür geben.

Von der Leyen zufolge wird die EU-Kommission zudem bald an langfristigerer Hilfe für die Modernisierung der Ukraine arbeiten. Auch wolle die Behörde die Summe an Zuschüssen für das Land in diesem Jahr um 120 Millionen Euro erhöhen und damit fast verdoppeln. Insgesamt hätten die EU und ihre Finanzinstitutionen dem Land seit 2014 mehr als 17 Milliarden Euro in Krediten und Zuschüssen zur Verfügung gestellt. Von der Leyen bekräftigte, dass die Ukraine ein freies und souveränes Land sei, das seine eigenen Entscheidungen treffe.


Umfrage: Deutsche Wirtschaft trotzt Omikron - Eurozone mau

LONDON: Deutsche Unternehmen zeigen sich trotz der schnellen Ausbreitung der Corona-Variante Omikron optimistisch. Der am Montag veröffentlichte Einkaufsmanagerindex der Analysefirma IHS Markit stieg im Januar im Vergleich zum Vormonat um 4,4 auf 54,3 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit vier Monaten. Oberhalb der 50er-Marke ist mit Wachstum zu rechnen. Impulse habe die Industrie geliefert, wo sich die Lieferkettenengpässe weiter entspannt hätten.


Habeck reist zu Antrittsbesuch nach Brüssel

BERLIN: Der Bundesminister für Klimaschutz und Wirtschaft, Robert Habeck, reist am Dienstag erstmals in seiner neuen Funktion als Mitglied der Bundesregierung nach Brüssel. Das teilte eine Sprecherin des Ministeriums am Montag in Berlin mit.

Demnach trifft der Minister und Vizekanzler dort unter anderem Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Vizepräsidentin Margrethe Vestager. Geplant sind auch Gespräche mit weiteren Mitgliedern der Kommission, etwa mit den Exekutiv-Vizepräsidenten Frans Timmermann und Valdis Dombrovskis, mit Binnenmarkt-Kommissar Thierry Breton sowie Energie-Kommissarin Kadri Simson.

Im Mittelpunkt des Austauschs stehen nach Angaben der Sprecherin die künftige Zusammenarbeit und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die für eine grüne und digitale Transformation der Europäischen Union nötig seien.


Elektrobranche erwartet Zuwächse - Weniger Druck bei Lieferengpässen

FRANKFURT/MAIN: Die deutsche Elektroindustrie erwartet trotz der Lieferengpässe bei Halbleitern in diesem Jahr kräftige Zuwächse. Die Produktion dürfte preisbereinigt um vier Prozent steigen, teilte der Branchenverband ZVEI mit. Gelinge es, die hohen Auftragsbestände rasch abzuarbeiten, könne das Wachstum noch höher ausfallen. Bei den Lieferengpässen von Vorprodukten, insbesondere bei Halbleitern, sieht der Verband zumindest einen Lichtblick: Frühestens ab Jahresmitte sei mit einer Besserung zu rechnen, sagte ZVEI-Präsident Gunther Kegel.


Ölpreise starten mit Aufschlägen in die Woche

SINGAPUR: Die Ölpreise sind am Montag mit moderaten Aufschlägen in die neue Woche gestartet. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 88,49 US-Dollar. Das waren 60 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 57 Cent auf 85,71 Dollar.

Die Erdölpreise haben seit Jahresbeginn deutlich zugelegt und in der vergangenen Woche siebenjährige Höchststände markiert. Hauptgründe für die Entwicklung sind ein relativ knappes Angebot und eine solide Nachfrage. Die aktuelle Corona-Welle scheint die Wirtschaft nicht so stark zu belasten wie frühere Wellen. Als ein Grund gilt die zwar ansteckendere, aber nach Symptomen meist weniger drastische Omikron-Variante.

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