Nachrichten aus der Wirtschaft am Montag

Fotomontage: DER FARANG
Fotomontage: DER FARANG

Quartalszahlen: Südkoreas Wirtschaft wächst wieder

SEOUL: Südkoreas Wirtschaft hat sich erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie wieder leicht erholt. Laut Zahlen der koreanischen Zentralbank vom Dienstag ist das Bruttoinlandsprodukt Südkoreas im dritten Quartal um 1,9 Prozent angewachsen. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ist die Wirtschaft hingegen um 1,3 Prozent gesunken.

Die Erholung der Wirtschaft ist vor allem auf den zuletzt starken Anstieg an Exporten zurückzuführen, die im Zeitraum Juli bis September um 15,6 Prozent expandierten. Schwach entwickelte sich indes das Konsumverhalten der Koreaner, das um 0,1 Prozent weiter sank.

Südkorea hat die Corona-Pandemie im internationalen Vergleich bislang gut überstanden - nicht zuletzt wegen des aggressiven Contact-Tracings der Behörden. Die täglichen Infektionszahlen betrugen am Dienstag zuletzt 72 plus 16 weitere importierte Fälle. Insgesamt haben sich in Südkorea bislang etwas mehr als 26.000 Personen nachweislich mit dem Virus angesteckt.


Hyundai mit Verlust im dritten Quartal

SEOUL: Der VW-Rivale Hyundai ist wegen der Kosten für die Beilegung einer Sammelklage im Zusammenhang mit Motorproblemen im dritten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Der Betriebsverlust betrug in den drei Monaten bis Ende September 313,8 Milliarden Won (234 Millionen Euro), wie Hyundai am Montag in Seoul mitteilte. Es war der erste operative Quartalsverlust seit mindestens einer Dekade. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch einen Betriebsgewinn in Höhe von 378,5 Milliarden Won ausgewiesen. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 188,8 Milliarden Won nach einem Gewinn von 460,5 Milliarden Won im Vorjahr.

Der Umsatz stieg im dritten Quartal dank einer besser laufenden Binnennachfrage um 2,3 Prozent auf 27,6 Billionen Won. Der südkoreanische Autohersteller versucht, mit neuen Modellen wie dem SUV Genesis GV80 auch die Nachfrage in Europa und den USA wieder anzukurbeln, die besonders unter der Corona-Pandemie gelitten hat. Zusammen mit dem kleineren Schwesterunternehmen Kia Motors ist Hyundai weltweit der fünftgrößte Autohersteller.

Der neue Unternehmenschef Euisun Chung, der erst vor kurzem die Konzernleitung von seinem Vater Chung Mong-koo übernommen hatte, will sich zukünftig unter anderem auf autonomes Fahren, Robotik sowie Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb konzentrieren. Hyundai Motor hat sich im Juli zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2025 zehn Prozent des Weltmarkts für batteriebetriebene Elektrofahrzeuge zu erreichen.


Tiffany: EU-Kartellwächter haben Übernahme durch LVMH genehmigt

NEW YORK: Der mehr als 16 Milliarden Dollar schwere Kauf der US-Edeljuwelierkette Tiffany durch den französischen Luxusgüterkonzern LVMH ist von den Wettbewerbshütern der EU-Kommission zugelassen worden. Das gab Tiffany am Montag nach US-Börsenschluss in einer Mitteilung an die amerikanische Börsenaufsicht SEC bekannt. Mit der Genehmigung aus Brüssel seien nun alle nötigen Zusagen von den zuständigen Aufsichtsbehörden erfolgt.

Allerdings sperrt sich mit LVMH nach wie vor die wichtigste Partei gegen den Deal. Die Franzosen haben nach Ausbruch der Corona-Pandemie kalte Füße bekommen und wollen die Übernahme abblasen. Tiffany pocht indes auf Einhaltung der Vereinbarung. Die Konzerne haben sich gegenseitig verklagt, der Konflikt soll im kommenden Jahr vor Gericht gehen. Mit ursprünglich vereinbarten 16,2 Milliarden Dollar (13,7 Mrd Euro) wäre es der teuerste Zukauf in der Geschichte von LVMH.


SAP-Kurssturz und Angst vor neuem Shutdown ziehen Dax runter

FRANKFURT/MAIN: Im Sog sehr hoher Kursverluste des Index-Schwergewichts SAP hat der Dax am Montag deutlich verloren. Der deutsche Leitindex stand am Nachmittag 2,69 Prozent tiefer bei 12.305,46 Punkten. Die Titel des Softwarekonzerns rauschten nach einem enttäuschenden Ausblick um 20 Prozent in den Keller. Damit waren die SAP-Aktien der Hauptgrund für das Dax-Minus. Der MDax der 60 mittelgroßen Börsentitel sank um 1,21 Prozent auf 26.949,62 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sackte um zwei Prozent ab.


Lufthansa-Vorstand: Müssen Kostensenkung nochmals verstärken

FRANKFURT/MAIN: Die Lufthansa will angesichts global verschärfter Reiserestriktionen unter anderem mit erneuten Flugzeugstilllegungen und kleinerer Flotte die Kosten stärker drücken. Im Winterflugbetrieb 2020/21 könnten die Airlines der Gruppe maximal ein Viertel ihrer Vorjahreskapazität anbieten, die Zahl der Fluggäste werde voraussichtlich bei weniger als einem Fünftel des Vorjahreswertes liegen und damit noch einmal deutlich unter der angebotenen Kapazität, heißt es in einem Brief des Lufthansa-Vorstandes an die Mitarbeiter. «Wir müssen daher unsere bisherigen Anstrengungen, die Kosten weiter herunterzubringen, noch einmal verstärken», heißt es in dem Schreiben vom Sonntag.


Milliardenübernahme: Bayer stärkt Geschäft mit Zelltherapien

BERLIN: Bayer baut sein Geschäft mit Zell- und Gentherapien mit der Milliardenübernahme des US-Unternehmens Asklepios BioPharmaceutical aus. Für den Kauf von AskBio flössen zunächst zwei Milliarden US-Dollar (1,7 Mrd Euro), wie der Leverkusener Pharma- und Agrarchemiekonzern am Montag in Berlin mitteilte. Erfolgsabhängig kämen nochmals bis zu zwei Milliarden Dollar hinzu, drei Viertel davon voraussichtlich in den kommenden fünf Jahren. Die Transaktion soll noch 2020 abgeschlossen werden und AskBio weiter als unabhängiges Unternehmen agieren.


China will weniger abhängig von der Welt sein - Fünf-Jahres-Plan

PEKING: Wegen der Spannungen mit den USA und dem globalen Wirtschaftsabschwung durch die Corona-Pandemie will sich China unabhängiger vom Rest der Welt machen. Die Führungselite der Kommunistischen Partei begann am Montag in Peking viertägige Beratungen über den neuen Fünf-Jahres-Plan, der die Selbstständigkeit der zweitgrößten Volkswirtschaft der Erde stärken soll. Die Neuausrichtung umschrieb Staats- und Parteichef Xi Jinping mit dem Schlagwort der «dualen Kreisläufe». Mit dieser Strategie soll sich die chinesische Wirtschaft stärker auf den heimischen Konsum, die Produktion und Verteilung im eigenen Land stützen, was als «interne Zirkulation» beschrieben wird. Der «externe Kreislauf» - also internationaler Handel und Investitionen aus dem Ausland - dient in diesem Konzept eher der Unterstützung des internen Hauptmotors.


SAP kappt Ziele wegen Corona und Schwenk zur Cloud - Aktie stürzt ab

WALLDORF: Die Covid-19-Pandemie setzt Europas größtem Softwarehersteller SAP stärker zu als bisher gedacht. Weil die Nachfrage wegen neuer Beschränkungen zuletzt verhaltener ausfiel als erwartet, geht das Management um Vorstandschef Christian Klein nun von weniger Umsatz in diesem Jahr aus, auch der operative Gewinn dürfte nicht mehr so hoch ausfallen wie zuletzt geplant. Klein legte zudem faktisch die ambitionierten Mittelfristziele für die Profitabilität 2023 ad acta, weil er den Konzern noch schneller auf den Bereich Cloudsoftware ausrichten will. Die Aktie stürzte ab.


Unctad: Ausländische Direktinvestitionen weltweit eingebrochen

GENF: Die ausländischen Direktinvestitionen sind nach Angaben der Vereinten Nationen im ersten Halbjahr weltweit dramatisch zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum betrage das Minus rund 50 Prozent, berichtete die UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (Unctad) am Montag in Genf. «Das ist drastischer, als wir es für das ganze Jahr erwartet hatten», sagte Unctad-Ökonom James Zhan.

Aufgrund der Corona-Krise mit ihren Lockdowns würden sich die Unternehmen weltweit mit Investitionen im Ausland zurückhalten und viele geplante Projekte neu bewerten. Alle Welt-Regionen würden stark leiden. Die Situation werde sich voraussichtlich auch in der zweiten Jahreshälfte nicht deutlich ändern. Für 2021 sei eine moderate Erholung der Direktinvestitionen zu erwarten.

Fokus der Unctad ist die Förderung des Handels in und mit Entwicklungsländern. Ausländische Direktinvestitionen gelten als ein Mittel, um diese Länder aus der Armut zu holen.


Bundesregierung will Wachstumsprognose leicht anheben

BERLIN: Die Bundesregierung will ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr einem Medienbericht zufolge trotz der hohen Corona-Neuinfektionszahlen leicht anheben. Wie das «Handelsblatt» am Montag unter Berufung auf Regierungskreise berichtete, erwartet das Wirtschaftsministerium in der neuen Herbstprognose einen Einbruch des Bruttoinlandsprodukts von 5,5 Prozent. Anfang September hatte das Haus von Minister Peter Altmaier (CDU) ein Minus von 5,8 Prozent vorhergesagt. Ende April war noch mit einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland von 6,3 Prozent gerechnet worden.

Altmaier stellt die Prognose an diesem Mittwoch in Berlin vor. Er hatte schon deutlich gemacht, die Prognose auch für das Wachstum im kommenden Jahr stehe unter dem Vorbehalt, wie sich die Corona-Krise entwickelt und ob es gelinge, die hohe Zahl der Neuinfektionen senken zu können. Laut Zeitung erwartet die Bundesregierung 2021 weiterhin eine spürbare Erholung und bleibt bei ihrer bisherigen Vorhersage von plus 4,4 Prozent.

Die Politik will einen erneuten flächendeckenden Lockdown wie im Frühjahr unbedingt verhindern, also ein Herunterfahren des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens. Dies hatte im Frühjahr zu einem Einbruch der Wirtschaftsleistung geführt.


Bundesbank: Deutsche Wirtschaft erholt sich langsamer

FRANKFURT/MAIN: Die anschwellende Infektionswelle bremst den Aufstieg der deutschen Wirtschaft aus dem Corona-Tal. «Aus heutiger Perspektive dürfte die deutsche Wirtschaft ihre Erholung im laufenden Vierteljahr zwar fortsetzen, dabei jedoch eine erheblich langsamere Gangart einlegen», schreibt die Deutsche Bundesbank in ihrem Monatsbericht Oktober, der am Montag veröffentlicht wurde. «Das Vorkrisenniveau dürfte auch zum Jahresende noch deutlich unterschritten werden.»

Im zweiten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der größten Volkswirtschaft Europas um 9,7 Prozent zum Vorquartal abgesackt. Dies war nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes der stärkste Rückgang seit Beginn der vierteljährlichen BIP-Berechnungen in Deutschland 1970. Erste Zahlen für das dritte Vierteljahr 2020 will das Bundesamt an diesem Freitag (30.10.) veröffentlichen.

Nach Einschätzung der Bundesbank dürfte die Wirtschaftsleistung im Zeitraum Juli bis einschließlich September «stark angestiegen sein»: «Die deutsche Wirtschaft könnte - gemessen am vierteljährlichen Bruttoinlandsprodukt - bereits etwas mehr als die Hälfte des drastischen Einbruchs im ersten Halbjahr wieder wettgemacht haben.» Nach der Lockerung der coronabedingten Einschränkungen hatten die Geschäfte in vielen Branchen wieder angezogen.


Corona-Welle drückt Stimmung in der deutschen Wirtschaft

FRANKFURT/MÜNCHEN: Die anschwellende Infektionswelle dämpft die Stimmung in der deutschen Wirtschaft und dürfte den Aufstieg aus dem Corona-Tal ausbremsen. Der Aufwärtstrend beim Ifo-Geschäftsklima als wichtigem Konjunkturindikator ist vorerst gestoppt. «Angesichts steigender Infektionszahlen nehmen die Sorgen der deutschen Wirtschaft zu», stellte Ifo-Präsident Clemens Fuest am Montag fest. «Die Unternehmen blicken deutlich skeptischer auf die Entwicklung in den kommenden Monaten.» Nach Einschätzung der Bundesbank wird die deutsche Wirtschaft im laufenden Vierteljahr ihre Erholung zwar fortsetzen, «dabei jedoch eine erheblich langsamere Gangart einlegen».


Ölpreise geben weiter nach - US-Öl unter 39 Dollar

SINGAPUR: Die Ölpreise haben zum Wochenstart nachgegeben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Montagmorgen 41,23 US-Dollar. Das waren 84 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 87 Cent auf 38,98 Dollar.

Bereits am Freitag hatte die Ankündigung der libyschen Ölgesellschaft, ihre Fördermenge deutlich anzuheben, den Markt stark belastet, dies setzt sich zum Beginn der Woche fort. Die Förderung des nordafrikanischen Landes soll innerhalb von vier Wochen auf über eine Millionen Barrel je Tag steigen. Das erhöhte Angebot drückt damit zusätzlich auf die von der Corona-Krise belasteten Marktpreise.

Auf der Nachfrageseite beeinträchtigen die weiterhin stark steigenden Corona-Infektionszahlen in Europa und den USA die Aussichten für die Weltwirtschaft. Marktbeobachter sind zudem der Ansicht, dass die Chancen für eine Einigung auf ein neues US-Konjunkturpaket noch vor den Wahlen zusehends schwinden.


Euro fällt in Richtung 1,18 US-Dollar

FRANKFURT/MAIN: Der Euro hat die neue Woche mit Kursverlusten begonnen. Am Montagmorgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1830 US-Dollar und damit etwas weniger als am Freitagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagnachmittag auf 1,1856 Dollar festgesetzt.

Zu Wochenbeginn tendierte der Dollar zu vielen Währungen stärker und setzte damit auch den Euro etwas unter Druck. Die amerikanische Währung bleibt gefragt, weil die Unsicherheit an den Finanzmärkten hoch ist. Dazu tragen steigende Corona-Neuinfektionen in Europa und die sich hinziehenden Verhandlungen über ein US-Konjunkturpaket bei. Der Dollar gilt als weltweite Reservewährung, die in ungewissen Zeiten gesucht wird.

Am Montag blicken die Anleger zudem auf das Ifo-Geschäftsklima. Das Münchner Ifo-Institut wird die Ergebnisse seiner monatlichen Unternehmensumfrage am Vormittag bekanntgeben. Es wird mit einer leichten Stimmungseintrübung gerechnet.

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