Nachrichten aus der Wirtschaft am Montag

Fotomontage: DER FARANG
Fotomontage: DER FARANG

Verschmutzung und Versiegelung: EU-Länder wollen Böden besser schützen

LUXEMBURG: Angesichts des schlechten Zustands vieler Böden in der Europäischen Union wollen die EU-Länder eine nachhaltigere Bodenbewirtschaftung voranbringen. Die Umweltministerinnen und -minister der Länder verständigten sich am Montag in Luxemburg unter anderem darauf, die Überwachung der Bodengesundheit künftig verbindlich vorzuschreiben, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Auch Bodenversiegelung und -zerstörung sollen bekämpft und Leitprinzipien für den Umgang mit Bodenverunreinigungen festgelegt werden.

Gesunde Böden sind den Angaben zufolge die Grundlage für 95 Prozent der Lebensmittel und beherbergen mehr als 25 Prozent der biologischen Vielfalt der Welt. Allerdings seien 60 bis 70 Prozent der Böden in der EU nicht gesund. Nach Angaben der EU-Kommission gehen jedes Jahr geht in der EU etwa eine Milliarde Tonnen Boden durch Erosion verloren. Die dadurch verursachten Verluste in der landwirtschaftlichen Erzeugung werden auf 1,25 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Böden leiden demnach etwa unter dem Rückgang organischer Substanzen, Verschmutzung, Versalzung und Versiegelung infolge nicht nachhaltiger Landnutzung, Übernutzung und dem Eintrag von Schadstoffen.

Die Länder müssen nun noch mit dem Europaparlament einen Kompromiss aushandeln, dann können neue Vorschriften in Kraft treten.


Dax steigt wieder

FRANKFURT/MAIN: Nach der deutlichen Korrektur am Ende der vergangenen Woche hat sich der Dax am Montag stabilisiert. Erste Schnäppchenjäger griffen nach den jüngsten Verlusten wieder zu. Etwas Mut machten zudem weitere Kursgewinne bei US-Technologiewerten. Zum Handelsschuss verbuchte der deutsche Leitindex ein Plus von 0,37 Prozent auf 18.068,21 Punkte.


Kleine Firmen stecken mehr Zeit und Geld in Weiterbildung

KÖLN: In kleineren Unternehmen in Deutschland hat Weiterbildung vielfach einen höheren Stellenwert als in mittelgroßen und großen. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft hervor.


KI soll in Zukunft Bestellungen bei McDonald's annehmen

CHICAGO: McDonald's will Bestellungen in Restaurants mit der Zeit auch von KI annehmen lassen. Das berichtete die Fachpublikation «Restaurant Business» am Wochenende unter Berufung auf eine Mitteilung an die Lokale nach einem Testlauf an mehr als 100 Standorten der Schnellrestaurant-Kette in den USA.


Vor Habeck-Reise: Deutsche Firmen in China klagen über Preisdruck

PEKING: Vor dem China-Besuch von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck haben deutsche Firmen in der Volksrepublik mehr Unterstützung aus Berlin gefordert und auf Probleme aufmerksam gemacht. Wie eine Umfrage der deutschen Auslandshandelskammer (AHK) ergab, bewerteten 61 Prozent von mehr als 180 Mitgliedsunternehmen Preisdruck aktuell als die größte Herausforderung.


China ermittelt gegen EU-Schweinefleisch

PEKING: China hat eine Anti-Dumpinguntersuchung gegen importierte Produkte aus der Europäischen Union angekündigt. Die Ermittlung richte sich gegen eingeführtes Schweinefleisch und Nebenprodukte, teilte das Handelsministerium am Montag in Peking mit.


Zahl der Existenzgründungen leicht gestiegen

FRANKFURT/MAIN: Nach einem Rückgang 2022 haben im vergangenen Jahr wieder etwas mehr Menschen in Deutschland den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. Die Zahl der Existenzgründungen stieg leicht um 3 Prozent, wie aus dem am Montag veröffentlichten Gründungsmonitor der staatlichen Förderbank KfW hervorgeht.


Netzagentur-Chef hält an Pflicht zum flächendeckenden Handynetz fest

BONN: Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller hat das Vorhaben bekräftigt, Deutschlands etablierte Mobilfunkanbieter bis zum Jahr 2030 zum flächendeckenden Handynetz-Ausbau zu verpflichten. «Mich hat bisher noch kein Gegenargument überzeugt», sagte Müller der Deutschen Presse-Agentur in Bonn.


IG Metall will 7 Prozent mehr Lohn in Metall- und Elektroindustrie

FRANKFURT/MAIN: Die IG Metall will für die etwa 3,9 Millionen Beschäftigten in der deutschen Metall- und Elektroindustrie deutlich mehr Geld fordern. Mit Blick auf ein anhaltend hohes Preisniveau empfiehlt der Vorstand der Gewerkschaft 7 Prozent höhere Entgelte für zwölf Monate, wie die Gewerkschaft am Montag in Frankfurt mitteilte.


EU-Länder wollen mehr Regeln für grüne Werbeversprechen

LUXEMBURG: Wer ein als umweltfreundlich beworbenes Produkt kauft, soll nach dem Willen der EU-Länder künftig sicher sein können, dass es das auch wirklich ist. Die Umweltministerinnen und -minister der EU verständigten sich am Montag in Luxemburg auf strengere Regeln für freiwillige Aussagen von Unternehmen hinsichtlich der Umwelt- oder Klimafreundlichkeit von Produkten


Eurokurs gestiegen - EZB-Referenzkurs: 1,0712

FRANKFURT/MAIN: Der Euro-Kurs ist am Montag gestiegen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0712 (Freitag: 1,0686) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9335 (0,9358) Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,84573 (0,84205) britische Pfund, 169,11 (167,80) japanische Yen und 0,9561 (0,9534) Schweizer Franken fest.


Industrieproduktion in China schwächelt

PEKING: In China hat sich das Wachstum der Industrieproduktion im Mai stärker abgeschwächt als erwartet. Im Vergleich zum Vorjahr lag die Steigerung bei 5,6 Prozent nach 6,7 Prozent im April, wie das Statistikamt am Montag in Peking mitteilte. Analysten hatten zwar eine Abschwächung erwartet, aber nicht mit einer so deutlichen.

Die Investitionen außerhalb des Landwirtschaftssektors zogen in den ersten fünf Monaten um 4,0 Prozent an. Bis Ende April gerechnet hatte das Plus noch bei 4,2 Prozent gelegen. Stärker als von Experten erwartet entwickelte sich hingegen der Umsatz im Einzelhandel. Dieser stieg im Mai um 3,7 Prozent und damit um 1,4 Prozentpunkte mehr als noch im April.


Ölpreise geben wieder nach

SINGAPUR: Die Ölpreise haben nach dem Anstieg in der Vorwoche wieder etwas nachgegeben. Am Montag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August 82,23 US-Dollar. Das waren 39 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Juli fiel um 36 Cent auf 78,09 Dollar.

Händler verwiesen als Belastung für die Ölpreise auf durchwachsene Konjunkturdaten aus dem wichtigen Verbrauchsland China. Dort hatte sich das industrielle Wachstum im Mai im Jahresvergleich deutlicher verlangsamt als erwartet. Die Einzelhandelsumsätze hingegen stiegen stärker als gedacht.

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