Nachrichten aus der Wirtschaft am Montag

Fahrgäste steigen im Hauptbahnhof in eine S-Bahn ein. Die Pünktlichkeitsquote der S-Bahn Berlin ist seit 2020 leicht gesunken. Foto: Monika Skolimowska/dpa-zentralbild/dpa
Fahrgäste steigen im Hauptbahnhof in eine S-Bahn ein. Die Pünktlichkeitsquote der S-Bahn Berlin ist seit 2020 leicht gesunken. Foto: Monika Skolimowska/dpa-zentralbild/dpa

S-Bahnen fahren unpünktlicher

BERLIN: Die von der Deutschen Bahn betriebenen S-Bahnen sind im vergangenen Jahr unpünktlicher gefahren als in den Jahren davor. Das geht aus einer Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Matthias Gastel hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach wurden im vergangenen Jahr 92,5 Prozent der Halte dieser S-Bahnen pünktlich erreicht. 2019 lag die Pünktlichkeitsquote noch bei 95,3 Prozent, 2020 bei 96,5 Prozent.


Naturkostmesse Biofach beginnt

NÜRNBERG: In Nürnberg beginnt am Dienstag die weltgrößte Naturkostmesse Biofach. Parallel dazu wird die Naturkosmetikmesse Vivaness veranstaltet. Zur Eröffnung (13.00 Uhr) wird Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir eine Rede halten. Anschließend möchte sich der Grünen-Politiker bei einem Rundgang über aktuelle Produkte informieren.

Der Branchenverband Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) stellt zudem detaillierte Zahlen zur wirtschaftlichen Entwicklung des Marktes für Bio-Produkte vor (11.00 Uhr). Die Verbandsvorsitzende Tina Andres geht für das vergangene Jahr von einer wieder gestiegenen Nachfrage aus nach einer leichten Delle im Jahr davor. 2022 war der Gesamtumsatz laut dem Branchenreport der ökologischen Lebensmittelwirtschaft um rund 12 Prozent auf 3,83 Milliarden Euro gesunken. Bis zum 16. Februar werden auf den beiden Messen rund 2800 internationale Aussteller Neuheiten zeigen.


Mobilfunk-Minderungsrecht soll in diesem Jahr starten

BONN: Ein Rechtsanspruch, der Verbrauchern bei schlechtem Handynetz helfen soll, soll in diesem Jahr nutzbar werden. Das sogenannte Mobilfunk-Minderungsrecht gilt zwar schon seit Ende 2021. Bisher fehlt dafür aber ein nötiges Internet-Messinstrument. Auf dpa-Anfrage kündigte die Bundesnetzagentur nun an, diesen Überwachungsmechanismus 2024 zur Verfügung stellen zu wollen. Konkreter wurde sie nicht.


Warnstreik legt Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden lahm

LEIPZIG/DRESDEN: Nichts geht mehr an den Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden. Sämtliche Passagierflüge sind am Montag wegen des Warnstreiks der Beschäftigten der Mitteldeutschen Flughafen AG gestrichen worden. «Betroffen sind mehr als 100 Flüge an beiden Airports zusammen», sagte ein Sprecher der Gesellschaft. Die Urlaubspläne tausender Passagiere seien zunichtegemacht worden. In Sachsen hatten am vergangenen Wochenende die zweiwöchigen Schulferien begonnen.


Tesla produziert nach Pause wegen Lieferproblemen wieder komplett

GRÜNHEIDE: Der US-Elektroautobauer Tesla hat die Fertigung in seinem Werk in Grünheide bei Berlin nach einer Zwangspause wegen der Lage im Roten Meer wieder vollständig hochgefahren. Die Produktion sei mit der Nachtschicht in vollem Umfang aufgenommen worden, teilte Tesla am Montag der Deutschen Presse-Agentur mit. Seit Sonntag um 22.00 Uhr laufen damit wieder alle Bänder. Tesla hatte darauf hingewiesen, dass alle notwendigen Produktionsteile wieder in ausreichender Menge vorhanden seien.


Schwieriges Jahr für Bio-Fachhandel - Umsatz hängt an Inflation

BERLIN: Je niedriger die Inflation, desto besser die Umsätze der Bio-Märkte - so lässt sich das Jahr 2023 für den Bio-Fachhandel zusammenfassen. Nach einem schwachen Start konnten die Bio-Läden und Bio-Supermärkte ihre Umsätze im weiteren Jahresverlauf deutlich steigern, wie der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) am Montag der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Die Zahlen des BNN bestätigen den Eindruck vieler Branchen, dass seit den starken Preisanstiegen infolge des Angriffskriegs Russland gegen die Ukraine deutlich preissensibler eingekauft wird.


BERLIN: Verband: Immobilienpreise fallen erneut - Bürokrise wächst

Auf dem deutschen Immobilienmarkt ist nach Einschätzung der wichtigsten Finanzierer noch kein Ende der Krise in Sicht. Im vierten Quartal 2023 verbilligten sich Wohnimmobilien nach Daten des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VDP) im Vergleich zum Vorquartal im Schnitt um 1,6 Prozent. Zum Vorjahreszeitraum stand ein Minus von 6,1 Prozent, berichtete der Verband, der unter anderem Deutsche Bank, Commerzbank, Landesbanken und große Sparkassen vertritt. Bei Gewerbeimmobilien verzeichnete der Verband Preiseinbrüche wie nie zuvor in dem Bereich. Die Probleme erfassen zunehmend Banken.


Eurokurs gestiegen - EZB-Referenzkurs: 1.0773

FRANKFURT/MAIN: Der Euro-Kurs ist am Montag gestiegen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0773 (Freitag: 1,0772) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9282 (0,9283) Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85391 (0,85440) britische Pfund, 160,51 (161,00) japanische Yen und 0,9430 (0,9432) Schweizer Franken fest.


Aldi und Lidl bauen Großbritannien-Geschäft weiter aus

LONDON: Die deutschen Discounter Aldi und Lidl bauen ihr Geschäft in Großbritannien weiter aus. Aldi teilte am Montag mit, in diesem Jahr insgesamt 550 Millionen Pfund (644 Mio Euro) in den Aufbau neuer sowie die Modernisierung bestehender Filialen zu investieren. Dadurch sollen 1500 Jobs entstehen. Die Zahl neuer Geschäfte nannte das Unternehmen nicht.

Aldi betreibt bisher mehr als 1000 Filialen in Großbritannien und gehört mit 9,3 Prozent Marktanteil zu den vier größten Einzelhändlern des Landes. Zuletzt verzeichnete Aldi UK mit einem Plus von 8 Prozent zum Vorjahr nach eigenen Angaben das beste Vorweihnachtsgeschäft seiner Geschichte.

Wettbewerber Lidl eröffnete unterdessen eine eigene Abfüllanlage, um seine britischen Filialen zu beliefern. Das Werk in der Stadt Derby hat demnach eine Kapazität von 380 Millionen Flaschen pro Jahr und wird von dem ebenfalls zur Schwarz-Gruppe gehörenden Getränkehersteller MEG betrieben. Ziel seien einfachere Transportlogistik, um Kosten und Emissionen zu senken, hieß es.

Bereits im September 2023 hatte Lidl in Luton nördlich von London sein weltweit größtes Verteilzentrum eröffnet. Der Discounter ist nach Daten des Marktforschungsinstituts Kantar mit einem Marktanteil von zuletzt 7,5 Prozent der sechstgrößte Einzelhändler des Landes mit mehr als 960 Filialen.


29.000 ukrainische Haushalte nach Angriff ohne Strom

KIEW: Russland hat wie fast jede Nacht die Ukraine mit Drohnen attackiert. Die ukrainische Luftwaffe meldet eine gute Abwehrquote. Ohne Schäden ging es trotzdem nicht ab.

Nach einem nächtlichen russischen Drohnenangriff ist ukrainischen Behördenangaben zufolge die Stromversorgung in und um die Stadt Pawlohrad im Süden des Landes unterbrochen. Betroffen seien fast 29.000 Haushalte, teilte Serhij Lysak, Verwaltungschef des Gebietes Dnipropetrowsk, am Montagmorgen auf Telegram mit. In der Nachbarstadt Terniwka seien 10.000 Haushalte ohne Wasser. Seinen Angaben nach gab es ein Feuer in einer Anlage des Stromnetzes, das aber gelöscht worden sei. Der Versorger Ukrenerho bestätigte einen Schaden an einem Umspannwerk. Menschen seien bei dem Angriff nicht zu Schaden gekommen, teilte Lysak mit. Allein über Pawlohrad seien sechs feindliche Drohnen abgeschossen worden.

Die ukrainische Luftwaffe teilte als Fazit des nächtlichen Angriffs mit, von 17 anfliegenden russischen Drohnen seien 14 abgeschossen worden, dazu ein Marschflugkörper Ch-59. Außerdem sei die Großstadt Charkiw im Osten mit umfunktionierten Raketen des Luftabwehrsystems S-300 attackiert worden. Aus der Stadt waren nachts Explosionen gemeldet worden. Informationen zu möglichen Opfern gab es aber zunächst nicht.

Die Ukraine wehrt seit fast zwei Jahren eine großangelegte russische Invasion ab. Zur russischen Strategie gehören Luftangriffe mit Drohnen, Marschflugkörpern und Raketen fast jede Nacht. Sie treffen militärische Ziele, aber auch die Infrastruktur oder Wohnhäuser tief im ukrainischen Hinterland.


SINGAPUR: Die Ölpreise sind am Montag leicht gesunken.

Ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April kostete am Morgen 81,92 Dollar. Das waren 27 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI zur März-Lieferung fiel um 28 Cent auf 76,56 Dollar. Damit setzten die Preise den zum Teil starken Anstieg der Vorwoche zunächst nicht fort. Zuletzt hatten Risiken im Nahen Osten die Preise angetrieben. Rohöl aus der Nordsee hatte sich in der vergangenen Woche um etwa vier Dollar verteuert.


IEA-Chef Birol sieht Comeback der Atomkraft

PARIS: Der Chef der Internationalen Energieagentur IEA Fatih Birol beobachtet ein Wiedererstarken der Atomkraft. «Ich sehe, dass die Atomkraft ein Comeback hat», sagte Birol der Deutschen Presse-Agentur in Paris vor dem Ministertreffen des Verbands am Dienstag. In Frankreich, in Asien, Nordamerika, im Mittleren Osten und anderswo. «Viele Länder haben nach der russischen Invasion der Ukraine die Bedeutung von Atomkraft zusammen mit Erneuerbaren und örtlicher Stromgewinnung verstanden.»

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