Nachrichten aus der Wirtschaft am Montag

Collage: DER FARANG
Collage: DER FARANG

Attacken im Roten Meer - USA fassen maritime Taskforce ins Auge

WASHINGTON: Angesichts zunehmender Angriffe auf Handelsschiffe im Roten Meer durch die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen fassen die USA eine verstärkte Zusammenarbeit mit Partnern in der Region ins Auge. «Wir führen derzeit Gespräche mit anderen Ländern über eine Art maritime Taskforce, an der neben den Vereinigten Staaten auch Schiffe aus Partnerländern beteiligt sind, um die sichere Durchfahrt von Schiffen im Roten Meer zu gewährleisten», sagte der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, am Montag in Washington. Die Gespräche dauerten noch an und es gebe noch nichts Konkretes zu verkünden.

Sullivan verwies auf andere länderübergreifende maritime Einheiten in Gewässern wie dem Golf von Oman oder vor der Küste Somalias im Hinblick auf Piraterie.

In den vergangenen Tagen hatten die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen ihre Angriffe auf Handelsschiffe im Roten Meer intensiviert. An der jemenitischen Küste vorbei führt einer der wichtigsten Schifffahrtswege der Welt vom und zum Suezkanal in Ägypten. Dieser Kanal verbindet das Mittelmeer mit dem Roten Meer und bietet damit die kürzeste Verbindung auf dem Seeweg von Asien nach Europa. Etwa zehn Prozent des gesamten Welthandels laufen über das Rote Meer.

Die Huthi-Rebellen im Jemen hatten mit Angriffen auf «sämtliche Schiffe» mit Bezug zu Israel gedroht - als Reaktion auf den Krieg Israels gegen die islamistische Hamas im Gazastreifen. Es seien alle Schiffe ein Ziel, die unter der Flagge Israels führen, die im Besitz israelischer Unternehmen seien oder die von israelischen Firmen betrieben würden.


Euro gibt merklich nach

FRANKFURT/MAIN: Der Euro hat am Montag merklich nachgegeben. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,0821 US-Dollar. Am Morgen hatte der Euro noch gut einen halben Cent höher notiert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0868 (Freitag: 1,0875) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9201 (0,9195) Euro.

Die am Vormittag veröffentlichten Konjunkturdaten aus der Eurozone bestätigten das Bild einer schwächelnden Wirtschaft. So hat sich die Wirtschaftsstimmung im Euroraum im Dezember von niedrigem Niveau aus zwar verbessert. Der vom Analyseinstitut Sentix erhobene Konjunkturindikator erholte sich jedoch weniger als erwartet.

Von einer Trendwende hin zum Besseren geht Sentix nicht aus. Besonders düster wird die Lage in Deutschland bewertet. Zudem sind in Deutschland die Exporte im Oktober sowohl zum Vormonat als auch zum Vorjahr gesunken, wie Daten des Statistischen Bundesamts zeigten. Für etwas Verunsicherung sorgte am Nachmittag laut Händlern die Nachricht, dass EZB-Präsidentin Christine Lagarde positiv auf das Corona-Virus getestet wurde.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85790 (0,86045) britische Pfund, 159,47 (161,14) japanische Yen und 0,9476 (0,9530) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 2037 Dollar gehandelt. Das waren 31 Dollar weniger als am Freitag.


Scholz: EU-Mercosur-Freihandelsabkommen jetzt finalisieren

BERLIN: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) drängt auf einen raschen Abschluss des Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union und der südamerikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Mercosur. «Wir setzen uns nachdrücklich dafür ein, dass das Abkommen nun zügig finalisiert wird», sagte Scholz am Montag in Berlin nach deutsch-brasilianischen Regierungskonsultationen. Brasilien und Deutschland unterstützten den Abschluss, um die enormen Potenziale in den Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zu nutzen. «Brasilien ist unser wichtigster Handelspartner in Südamerika», betonte Scholz. «Mehr als 1000 deutsch-brasilianische Unternehmen tragen signifikant dazu bei.»

Mit dem Abkommen würde eine der weltweit größten Freihandelszonen mit mehr als 700 Millionen Einwohnern entstehen. Die Gespräche der EU mit den vier Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay darüber laufen bereits seit weit mehr als 20 Jahren. Eine Grundsatzeinigung aus dem Jahr 2019 wird jedoch wegen anhaltender Bedenken - etwa beim Regenwaldschutz - nicht umgesetzt.

Scholz sagte, es sei nötig, die Verhandlungen jetzt abzuschließen. «Es spricht sehr viel dafür, dass wir die Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Mercosur verbessern, indem wir ein solches Handelsabkommen zustande bringen.» Er sei überzeugt, dass es eine Mehrheit im Europäischen Rat und im Europaparlament dafür geben werde, wenn das Abkommen ausverhandelt sei. «Da bitte ich alle Beteiligten um größtmöglichen Pragmatismus und um größtmögliche Kompromissbereitschaft.»

Die deutsch-brasilianischen Regierungskonsultationen waren die ersten seit mehr als acht Jahren. Beide Seiten unterzeichneten eine gemeinsame Absichtserklärungen über eine Partnerschaft für eine sozial gerechte und ökologische Transformation.


Eurokurs gefallen - EZB-Referenzkurs: 1,0868

FRANKFURT/MAIN: Der Euro-Kurs ist am Montag gefallen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0868 (Freitag: 1,0875) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9201 (0,9195) Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85790 (0,86045) britische Pfund, 159,47 (161,14) japanische Yen und 0,9476 (0,9530) Schweizer Franken fest.


Dax etwas unter dem Rekordhoch wenig bewegt

FRANKFURT/MAIN: Der Dax hat sich am Montag in der Nähe seines Rekordhochs nur wenig bewegt. Am Nachmittag notierte der deutsche Leitindex mit plus 0,11 Prozent bei 16.415,30 Punkten. Zeitweise war er bis auf 73 Zähler an seine Bestmarke von 16.528,97 Punkten von Ende Juli herangerückt. Getragen von Zinssenkungshoffnungen hat der Dax seit Ende Oktober einen Gewinn von gut zwölf Prozent verbucht. Der Euro kostete am Nachmittag 1,0870 US-Dollar. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 2,44 Prozent am Freitag auf 2,38 Prozent.


Hongkonger Gericht gibt Evergrande erneut Aufschub für Sanierungsplan

HONGKONG: Hongkongs Oberstes Gericht hat dem hoch verschuldeten Immobilienkonzern China Evergrande erneut Aufschub für seinen Sanierungsplan eingeräumt. Richterin Linda Chan vertagte die Entscheidung überraschend auf den 29. Januar kommenden Jahres, wie mehrere Medien am Montag berichteten. Dem mit umgerechnet mehr als 300 Milliarden US-Dollar (rund 275,7 Mrd. Euro) verschuldeten Bauträger aus Südchina droht die Abwicklung. Gläubiger aus dem Ausland hatten vor Gericht geklagt, weil der Konzern bereits mehrmals Zahlungen verpasst hatte.


Verbraucherschützer: Internet-Konzerne tricksen trotz Verbots weiter

BERLIN: Große Internetkonzerne aus den USA und China kommen auch hundert Tage nach dem Inkrafttreten des europäischen Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) nicht den neuen rechtlichen Verpflichtungen nach. Das geht aus einer Studie des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) hervor, die am Montag in Berlin veröffentlicht wurde. So nutzen Amazon, Booking.com, Google Shopping und YouTube noch immer illegale Design-Tricks («Dark Patterns»), um Verbraucherinnen und Verbraucher in eine bestimmte Richtung zu lenken.


Conti prüft Abspaltung von Teilen des Autoteile-Geschäfts

HANNOVER: Continental stellt Teile des Autozuliefer-Geschäfts auf den Prüfstand. Nach der möglichen Abspaltung des Automotive-Bereichs der Sparte Contitech prüfe der Konzern nun auch, Teile der Automotive-Sparte selbst auszugliedern, kündigte Continental-Chef Nikolai Setzer am Montag beim Kapitalmarkttag des Dax-Konzerns an. Konkret gehe es zunächst um das Geschäft mit Auto-Cockpits mit bisher 3,5 Milliarden Euro Umsatz. Von einem Einstieg eines Investors, einem Joint Venture bis hin zu einem Verkauf oder Börsengang sei alles möglich. Einen Komplettverkauf der Automotive-Sparte schloss er aber aus.


Rüstungsfirmen nehmen laut Bericht trotz Auftragsflut weniger ein

STOCKHOLM: Die Einnahmen der 100 größten Rüstungskonzerne der Welt sind trotz des Ukrainekriegs zurückgegangen. Sie lagen 2022 laut einem am Montag vom Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri veröffentlichten Bericht bei 597 Milliarden Dollar (rund 543,4 Milliarden Euro), was im Vergleich zum Vorjahr einem Minus von 3,5 Prozent entspricht. Grund sind Kapazitätsprobleme. Gleichzeitig haben die Firmen deutlich mehr Aufträge akquiriert. Sipri rechnet deshalb für die kommenden Jahre mit beträchtlich höheren Gewinnen. Am stärksten zu den Einnahmerückgängen trugen Unternehmen in den USA und Russland bei.


Export aus Deutschland steckt in der Flaute

WIESBADEN: Die Flaute des deutschen Exports hat sich im Oktober fortgesetzt. Der Wert der Warenausfuhren sank nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sowohl zum Vormonat (minus 0,2 Prozent) als auch gegenüber dem Vorjahresmonat (minus 8,1 Prozent). «Auch im Oktober belasten geopolitische Risiken gepaart mit der leider noch immer schwach laufenden Weltkonjunktur die Nachfrage nach Produkten «Made in Germany»», erläuterte Volker Treier, Außenwirtschaftschef der Deutsche Industrie- und Handelskammer am Montag. Insgesamt wurden Waren im Wert von 126,4 Milliarden Euro ins Ausland geliefert.


Zahl der Pleiten steigt deutlich

FRANKFURT/MAIN: Konjunkturflaute, gestiegene Zinsen und hohe Energiepreise haben die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland in diesem Jahr in die Höhe getrieben. Nach Schätzungen der Wirtschaftsauskunftei Creditreform werden bis zum Jahresende 18.100 Unternehmen den Gang zum Insolvenzgericht angetreten haben. Das wären den Berechnungen zufolge 23,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. «Immer mehr Firmen brechen unter den Dauerbelastungen der hohen Energiepreise und der Zinswende zusammen», erläuterte Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung, am Montag in Frankfurt anlässlich der Vorstellung der Zahlen.


Deutsche Exporte im Oktober gesunken - Minus in ersten zehn Monaten

WIESBADEN: Deutschlands Exportunternehmen haben im Oktober weniger Waren ins Ausland geliefert. Die Ausfuhren «Made in Germany» sanken kalender- und saisonbereinigt sowohl im Vergleich zum Vormonat (minus 0,2 Prozent) als auch gegenüber dem Vorjahresmonat (minus 8,1 Prozent), wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Insgesamt wurden Waren im Wert von 126,4 Milliarden Euro ins Ausland geliefert.

Eingeführt wurden Waren im Wert von 108,6 Milliarden Euro. Hier wurde ein Rückgang im Vergleich zum Vormonat um 1,2 Prozent und zum Vorjahresmonat (minus 16,3 Prozent) verzeichnet.

Der deutsche Außenhandel bekommt seit geraumer Zeit die Schwäche der Weltkonjunktur zu spüren, die die Nachfrage nach «Made in Germany» dämpft. Auch in der Exportbilanz für die ersten zehn Monate gab es ein Minus. Der Wert der ausgeführten Waren sank um 0,8 Prozent auf 1304,6 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Im vergangenen Jahr hatte der deutsche Außenhandel auch wegen teils deutlicher Preiserhöhungen noch ein Rekordergebnis erzielt. Genau beziffern lassen sich die Effekte allerdings nicht, da die Statistiker keine preisbereinigten Daten zum Außenhandel erheben.


Ölpreise geben weiter nach - Anhaltende Skepsis trotz Opec-Kürzung

SINGAPUR: Die Ölpreise sind am Montag mit weiteren Abschlägen in die neue Woche gestartet. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Februar kostete am Morgen 78,24 US-Dollar. Das waren 64 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Januar-Lieferung fiel um 55 Cent auf 73,52 Dollar.

An den Märkten herrscht nach wie vor Skepsis nach der Förderkürzung des Erdölverbunds Opec+. Die mehr als zwanzig Ölstaaten hatten ihre Produktion in der vergangenen Woche um rund eine Million Barrel je Tag zusätzlich gekürzt. Zugleich setzt der Ölgigant Saudi-Arabien seine bestehenden Kürzungen bis mindestens zum Ende des ersten Quartals 2024 fort.

Für Stirnrunzeln sorgte, dass die neuen Förderbeschränkungen als «freiwillig» bezeichnet wurden. Außerdem wurden sie nicht von der Opec+ selbst mitgeteilt, sondern durch die jeweiligen Mitgliedstaaten. Am Ölmarkt hat dieses Vorgehen Fragen zum Zusammenhalt des Verbunds aufgeworfen. Zumal das Treffen im Vorfeld wegen eines Disputs über einzelne Förderquoten verschoben werden musste.


Euro notiert weiter unter 1,09 US-Dollar

FRANKFURT/MAIN: Der Euro hat am Montagmorgen weiter unter der Marke von 1,09 US-Dollar notiert. Im frühen Handel kostete die Gemeinschaftswährung 1,0870 Dollar und damit in etwa so viel wie vor dem Wochenende. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagnachmittag auf 1,0875 Dollar festgesetzt.

Zu Wochenbeginn dürften Anleger auf den Sentix-Konjunkturindikator für die Eurozone achten, da er Hinweise auf andere wichtige Umfragen wie die ZEW-Konjunkturerwartungen oder das Ifo-Geschäftsklima gibt. In den USA stehen Auftragsdaten aus der Industrie auf dem Programm. Aus den Reihen der EZB äußern sich einige hochrangige Sprecher, darunter Präsidentin Christine Lagarde und ihr Vertreter Luis de Guindos.


Goldpreis steigt auf Rekordhoch von 2135 US-Dollar

LONDON: Der Preis für Gold ist in der Nacht zum Montag auf ein Rekordhoch von 2135 US-Dollar gestiegen. Getrieben wird der Preis für das Edelmetall schon seit Oktober von der Aussicht, dass der Zinsgipfel in den USA erreicht sein dürfte. Zuletzt hatten sogar die Hoffnungen zugenommen, dass es schon in wenigen Monaten zu einer ersten Leitzinssenkung durch die US-Notenbank Fed kommen könnte, falls die Inflation weiter nachlässt. Am frühen Montagmorgen kostete eine Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) zuletzt noch 2087 Dollar (1918 Euro) und damit 0,74 Prozent mehr als am Freitag.

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