Nachrichten aus der Wirtschaft am Mittwoch

Ein Konsument sieht sich in einem Lebensmittelgeschäft in Arlington Konserven an. Foto: epa/Michael Reynolds
Ein Konsument sieht sich in einem Lebensmittelgeschäft in Arlington Konserven an. Foto: epa/Michael Reynolds

Starkes US-Wirtschaftswachstum für 2021 erwartet - erste Schätzung

WASHINGTON: Die US-Regierung veröffentlicht am Donnerstag (14.30 Uhr MEZ) die erste Schätzung des Wirtschaftswachstums in den Vereinigten Staaten für das vierte Quartal und das gesamte Jahr 2021. Das Finanzministerium rechnet nach der Corona-Rezession im Vorjahr für 2021 mit einem starken Wachstum von 5,3 Prozent. Die Notenbank Federal Reserve (Fed) erwartet für die weltgrößte Volkswirtschaft ebenfalls ein deutliches Plus - sie geht von 5,5 Prozent aus.

Viele Analysten rechnen für 2021 ebenfalls mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zwischen 5 und 6 Prozent. Im laufenden Jahr wird sich das Wachstum wohl auf 3 bis 4 Prozent abschwächen. Als Gründe dafür führen Analysten anhaltende Unterbrechungen globaler Lieferketten und die absehbar straffere Geldpolitik der Notenbank an.

Die US-Wirtschaft hat die Corona-Krise größtenteils hinter sich gelassen. Die Arbeitslosenquote fiel im Dezember auf 3,9 Prozent. Viele Unternehmen klagen bereits über einen Mangel an Bewerbern. Vor der Corona-Krise hatte die Arbeitslosenquote bei 3,5 Prozent gelegen, dem niedrigsten Stand seit Jahrzehnten.

Sorge bereitet Ökonomen und Politikern allerdings die seit Monaten sehr hohe Inflationsrate. Die Preise für die Verbraucher waren im Dezember im Vergleich zum Vorjahr auf 7 Prozent gestiegen. Das war der höchste Wert seit Jahrzehnten. Um die Inflation zu drosseln, will die US-Notenbank den Leitzins in diesem Jahr voraussichtlich mehrmals erhöhen. Das dürfte allerdings auch das Wachstum ausbremsen.


US-Notenbank signalisiert baldige Erhöhung des Leitzinses

WASHINGTON: Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat eine baldige Erhöhung des Leitzinses signalisiert. Angesichts der hohen Inflationsrate und der guten Lage am Arbeitsmarkt werde es «bald angemessen sein», den Leitzins zu erhöhen, teilte die Zentralbank am Mittwoch mit. Analysten erwarten schon bei der nächsten Sitzung am 16. März die erste Erhöhung seit Beginn der Corona-Pandemie.

Mehrere Mitglieder des Zentralbankrats hatten jüngst bereits eine baldige Erhöhung des Leitzinses für die weltgrößte Volkswirtschaft signalisiert. Viele Analysten rechnen als ersten Schritt mit einer Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte.


US-Notenbank belässt Leitzins unverändert nahe Null

WASHINGTON: Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) belässt den Leitzins vorerst weiter in der extrem niedrigen Spanne von 0,0 bis 0,25 Prozent. Das entschied der Zentralbankrat am Mittwoch. Analysten erwarten schon bei der nächsten Sitzung im März die erste Erhöhung des Leitzinses seit Beginn der Corona-Pandemie.

Die Fed ist den Zielen der Preisstabilität und Vollbeschäftigung verpflichtet. Der Arbeitsmarkt entwickelt sich sehr positiv, aber die Teuerung zwingt die Fed gegenzusteuern. Eine Erhöhung des Leitzinses würde die Inflation bremsen, aber auch die Konjunktur dämpfen. Die Verbraucherpreise in den USA waren im Dezember um 7 Prozent angestiegen, das war der höchste Wert seit Jahrzehnten.


UN: Mehr als sieben Milliarden Euro für Afghanistan nötig

NEW YORK: Nach dem größten humanitären Spendenaufruf ihrer Geschichte brauchen die Vereinten Nationen weitere Milliarden für das Krisenland Afghanistan. Benötigt werden zusätzliche 3,6 Milliarden US-Dollar (3,2 Milliarden Euro), wie die Sondergesandte Deborah Lyons am Mittwoch vor dem UN-Sicherheitsrat in New York sagte. Insgesamt steige der Bedarf 2022 damit auf umgerechnet knapp 7,1 Milliarden Euro. Dieses Geld werde für die Grundversorgung der Afghanen, unter anderem in den Bereichen Bildung und Gesundheit gebraucht, damit sich die desaströse humanitäre Lage nicht verschlechtere und die Wirtschaft stabilisiere. Lyons betonte zugleich, sicherstellen zu wollen, dass die herrschenden radikal-islamistischen Taliban die Gelder nicht umleiten oder missbrauchen können.

Hilfsorganisationen haben massive Schwierigkeiten, Geld nach Afghanistan zu bringen. Mit der Taliban-Machtübernahme wurden internationale Überweisungen in das Land über das Swift-System ausgesetzt. Auch im Ausland geparkte Reserven der afghanischen Zentralbank in Milliardenhöhe wurden eingefroren und somit regelmäßige Bargeldlieferungen in das Land eingestellt. Die Vereinten Nationen helfen in dem Land mehr als 27 Millionen Menschen. Nach UN-Angaben dürften in diesem Jahr 4,7 Millionen Menschen in Afghanistan an schwerer Unterernährung leiden, davon 3,9 Millionen Kinder. 131.000 Kindern drohe ohne zusätzliche Hilfe der Hungertod.


Engpass in Türkei - Siemens auf eigene Stromproduktion angewiesen

ISTANBUL: Im Zuge der Stromausfälle in der türkischen Industrie ist Siemens dort auf die Energieversorgung aus Eigenproduktion angewiesen. Man beziehe Strom aus einer Solarenergieanlage, unter anderem mit dieser Maßnahme und temporärer Unterstützung durch Generatoren werde die Produktion im Werk Gebze weitergeführt, teilte eine Sprecherin des Unternehmens der dpa am Mittwoch mit. Laut der Außenhandelskammer sind auch weitere deutsche Unternehmen von dem Engpass betroffen.

Die Industrie in der Türkei leidet angesichts einer eingeschränkten Gasversorgung aus dem Iran unter Stromausfällen. Das Land verhängte eine dreitägige Beschränkung der Versorgung für bestimmte Anlagen und Werke, die spätestens Donnerstag enden soll, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu den Energieminister Fatih Dönmez. Mehrere Industriezweige dürften zwischenzeitlich nur 60 Prozent der sonst üblichen Erdgasmenge verbrauchen, hieß es von Siemens.

Neben Siemens trifft das auch weitere deutsche Unternehmen. «Alle blicken bangend in die Zukunft» sagte der Chef der deutsch-türkischen Handelskammer in Istanbul, Thilo Pahl, der dpa. Bisher habe man aber von keinen materiellen Schäden vonseiten der Mitglieder gehört. Unternehmen würden Strafzahlungen in Kauf nehmen oder auf Alternativen wie Generatoren ausweichen. Es gebe aber die Sorge, dass noch weitere Einschränkungen kommen, so Pahl.

Aus Erdgas wird in der Türkei nach Expertenangaben rund 30 Prozent des Stroms erzeugt. Nach Angaben des iranischen Ölministeriums hatte es am 20. Januar auf iranischer Seite einen technischen Defekt gegeben. Das führte auch zu einem kurzfristigen Stopp der Gaslieferungen in die Türkei. Der Defekt wurde nach Angaben des Ministeriums am nächsten Tag behoben und die Lieferung wieder aufgenommen, allerdings kam es zu Einschränkungen: Von den vertraglich geregelten 30 Millionen Kubikmetern Gas konnte seitdem nur ein Drittel geliefert werden.


Eurokurs gestiegen - EZB-Referenzkurs: 1,1277

FRANKFURT/MAIN: Der Euro-Kurs ist am Mittwoch gestiegen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1277(Dienstag: 1,1268) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8868 (0,8875) Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,83458(0,83713) britische Pfund, 128,86 (128,49) japanische Yen und 1,0386 (1,0364) Schweizer Franken fest.


MV Werften: Kurzfristige Lösungen für Stralsund und Bremerhaven

WISMAR: Der vorläufige Insolvenzverwalter der MV Werften, Christoph Morgen, hat sich zuversichtlich gezeigt, für die Standorte in Stralsund und Bremerhaven kurzfristig Lösungen präsentieren zu können. Bereits im März oder April könnten neue Eigentümer präsentiert werden, sagte Morgen am Mittwoch in Wismar. Zuvor hatte er die Mitarbeiter über das vorläufige Insolvenzverfahren informiert. Für den Weiterbau des zu drei Viertel fertigen Kreuzfahrtschiffes «Global Dream» werde mit Hochdruck nach Investoren gesucht.


Verband: 100 Messen in diesem Jahr verschoben oder gestrichen

BERLIN: Für die Messebranche zeichnet sich ein weiteres schweres Corona-Jahr ab. «Wenigstens 100 der 390 geplanten Messen sind bereits in spätere Monate oder das kommende Jahr verschoben oder gestrichen worden», teilte der Verband der deutschen Messewirtschaft (Auma) am Mittwoch mit. Damit belaufe sich der wirtschaftliche Schaden für die Branche in diesem Jahr bereits auf rund fünf Milliarden Euro. «Corona-Verordnungen der Länder, die vier Wochen oder weniger Gültigkeit haben, sind keine Geschäftsgrundlage», kritisierte Auma-Geschäftsführer Jörn Holtmeier.


Gericht der EU erklärt Milliardenstrafe gegen Intel für nichtig

LUXEMBURG: Im jahrelangen Rechtsstreit um eine Milliardenstrafe zulasten des Chip-Riesen Intel hat die EU-Kommission eine Niederlage hinnehmen müssen. Weil sie unter anderem Einwände des Unternehmens nicht ausreichend geprüft habe, erklärte das Gericht der EU eine 1,06 Milliarden Euro schwere Wettbewerbsstrafe am Mittwoch zulasten von Intel für nichtig (Rechtssache T-286/09). Dem Unternehmen wurde vorgeworfen, dass es versucht habe, Konkurrenz rechtswidrig aus dem Markt zu drängen. Gegen das Urteil kann noch Einspruch beim EuGH eingelegt werden. Die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager sagte nach der Urteilsverkündung, man müsse den Richterspruch nun genau analysieren.


Neue Regierung will pünktlichere Züge - Bahn reagiert auf Omikron

BERLIN: Die neue Bundesregierung dringt bei der Deutschen Bahn auf weniger Zugverspätungen und eine bessere Fahrgastinformation. Höhere Pünktlichkeit sei ein zentrales Thema, «das wir auch als Eigentümer beim Bahnvorstand klar artikuliert haben», sagte der Bahnbeauftragte der Bundesregierung, Michael Theurer (FDP), der Deutschen Presse-Agentur. «Um Pünktlichkeit zu erreichen, ist vor allen Dingen das Baustellen-Management zentral.» Der Konzern kämpft unterdessen mit immer mehr Krankmeldungen in der Omikron-Welle. Einzelne Züge fahren schon verkürzt, um vorsorglich die Instandhaltungswerke zu entlasten.


SPD-Bundestagsabgeordnete Yasmin Fahimi soll DGB-Chefin werden

BERLIN: Die SPD-Politikerin Yasmin Fahimi soll Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) werden. Das teilte der DGB-Bundesvorstand am Mittwoch in Berlin mit. Mit der 54-jährigen SPD-Bundestagsabgeordneten und früheren Generalsekretärin ihrer Partei würde erstmals eine Frau den Gewerkschaftsbund führen. Der bisherige DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann scheidet aus Altersgründen aus dem Amt aus. Fahimi war lange Jahre Gewerkschaftssekretärin bei der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE). Zuvor hatte das Nachrichtenportal «ThePioneer» darüber berichtet. Gewählt wird im Mai beim DGB-Bundeskongress.


Onlinehandel legt auch im zweiten Corona-Jahr kräftig zu

BERLIN: Der Onlinehandel in Deutschland hat auch im zweiten Corona-Jahr sein stürmisches Wachstum fortgesetzt. Der Bruttoumsatz mit Waren im E-Commerce stieg 2021 um 19 Prozent auf 99,1 Milliarden Euro, wie der E-Commerce-Verband BEVH am Mittwoch mitteilte. Damit wurde im vergangenen Jahr bereits jeder siebte Euro, der den Menschen für Haushaltsausgaben zur Verfügung stand, online ausgegeben. «E-Commerce wird immer mehr als das Normale und Übliche empfunden. Sein Wachstum stabilisiert sich auf hohem Niveau», sagte BEVH-Präsident Gero Furchheim.


Habeck verteidigt Förderstopp - Banken erwarten teuerere Kredite

BERLIN/FRANKFURT: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat den heftig umstrittenen KfW-Förderstopp für energieeffiziente Gebäude verteidigt. Der Grünen-Politiker sprach am Mittwoch im Bundestag von «ungedeckten Haushaltsversprechen». Deswegen habe die Förderung gestoppt werden müssen, es habe eine «Überförderung» gegeben. Dass der Fehler «abrupt brutal» korrigiert worden sei, sei ärgerlich und solle sich nicht wiederholen, sagte Habeck. Der Stopp aber sei in der Sache begründet. Habeck kündigte an, schnell für Planungssicherheit zu sorgen. Ein Teil der Anträge könne gefördert werden. Banken erwarten einen «deutlichen» Anstieg der Finanzierungskosten für den privaten Wohnungsbau. Die Kreditwirtschaft fordert rasch Klarheit.


US-Notenbank Fed berät über bevorstehende Zinserhöhungen

WASHINGTON: Die US-Notenbank berät angesichts der hohen Inflationsrate und des soliden Wirtschaftswachstums über die Straffung ihrer Geldpolitik. Experten rechnen nach der Sitzung des Zentralbankrats am Mittwoch (20.00 Uhr MEZ) mit einem klaren Signal der Federal Reserve (Fed) für eine Anhebung des Leitzinses im März. Es wäre die erste Zinserhöhung in der weltgrößten Volkswirtschaft seit Beginn der Pandemie. Der Leitzins liegt derzeit in der extrem niedrigen Spanne von 0,0 bis 0,25 Prozent.


Bundesregierung senkt Konjunkturprognose

BERLIN: Die Bundesregierung senkt wegen der anhaltenden Corona-Pandemie ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) spricht im Jahreswirtschaftsbericht von einer schwierigen wirtschaftlichen «Aufholphase». Für 2022 erwartet die Regierung ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 3,6 Prozent. Die Vorgängerregierung war im Herbst von 4,1 Prozent ausgegangen. Das Kabinett beschloss den Bericht am Mittwoch, Habeck stellt ihn am späten Mittag vor.


Ölpest vor peruanischer Küste: Neues Leck an Raffinerie entdeckt

LIMA: Aus einer Raffinerie an der peruanischen Küste ist erneut Öl ins Meer gelaufen. Während die Säuberungsarbeiten nach einer Ölpest an den Stränden nördlich der Hauptstadt Lima noch andauerten, entdeckten Einsatzkräfte ein neues Leck an der Raffinerie La Pampilla, wie das Umweltministerium am Mittwoch mitteilte. Auch die Marine des südamerikanischen Landes meldete einen neuen Ölteppich vor der Raffinerie des spanischen Energiekonzerns Repsol. Wie viel Öl diesmal auslief, war zunächst unklar.

Zuletzt waren beim Entladen eines Tankers etwa 6000 Barrel (je 159 Liter) Öl ausgelaufen. Hohe Wellen nach der Eruption des Vulkans Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai auf Tonga hätten den Unfall verursacht, teilte Repsol mit. 21 Strände wurden kontaminiert und zahlreiche Tiere von ausgelaufenem Öl verschmutzt. Rund 2500 Arbeiter waren an den Aufräumarbeiten beteiligt. Nach Angaben von Repsol wurden bislang über 10.000 Kubikmeter verschmutzter Sand abgetragen - das entspricht mehr als 2000 Containern.


Lindner lädt G7-Finanzminister im Mai auf den Petersberg ein

KÖNIGSWINTER: Die G7-Finanzminister und Notenbankchefs werden Mitte Mai in Bonn und auf dem Petersberg in Königswinter tagen. Das bestätigte das Bundesfinanzministerium in Berlin. Deutschland hat zurzeit die G7-Präsidentschaft. Die «Rheinische Post» hatte zuvor berichtet.

«Petersberg steht für Begegnung über Grenzen hinweg. Mit den UN-Organisationen verkörpert Bonn den Geist internationaler Zusammenarbeit», sagte Finanzminister Christian Lindner (FDP) laut Mitteilung vom Mittwoch. Er wolle mit seinen Amtskollegen und den Notenbanken über die «großen, globalen Herausforderungen sprechen», so Lindner: «Wir müssen mit nachhaltigen Staatsfinanzen weltweit aus der Krise herauswachsen sowie Klimaschutz und Digitalisierung bewältigen.»

Laut «Rheinischer Post» hatte Lindner am Mittwoch vorab die Bonner Oberbürgermeisterin Katja Dörner (Grüne) und den Bürgermeister von Königswinter, Lutz Wagner (Königswinterer Wählerinitiative), über das Treffen in beiden Städten informiert. Es soll vom 18. bis 20. Mai stattfinden.


Gastwirt verliert am BGH Streit über Betriebsschließungsversicherung

KARLSRUHE: Je nach Formulierung einer Betriebsschließungsversicherung muss diese nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) nicht für Ausfälle infolge von Lockdowns während der Pandemie aufkommen. Das entschied der vierte Zivilsenat in Karlsruhe am Mittwoch anhand eines Falls aus Lübeck. Es ist das erste Mal, dass sich der BGH mit der Thematik befasst. Es gibt aber viele vergleichbare Fälle. (Az. IV ZR 144/21) Der Gastwirt war vor Gerichten unter anderem deshalb gescheitert, weil das Coronavirus nicht ausdrücklich von der Versicherung erfasst wurde. Diese Sichtweise bekräftigte der BGH.


Industrie blickt hoffnungsvoll auf Export

MÜNCHEN: Die deutsche Industrie hofft auf steigende Ausfuhren in den kommenden Monaten. Der vom Münchner Ifo-Institut errechnete Index der Exporterwartungen stieg im Januar auf 17,4 Punkte, wie die Wirtschaftsforscher am Mittwoch mitteilten. Das ist ein Anstieg um 4,5 Punkte zum Vormonat und der höchste Wert seit September.

«Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich zu Jahresbeginn deutlich verbessert», sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. «Nahezu alle Branchen rechnen mit Zuwächsen. Ausnahmen sind nur die Textil- und Bekleidungshersteller, die Drucker und die Nahrungsmittelindustrie.» Besonders deutliche Zuwächse erwarten dagegen Elektroindustrie und Maschinenbau. In der chemischen Industrie gab es zudem einen deutlichen Anstieg nach davor drei Rückgängen in Folge.


Windanlagenbauer Vestas prognostiziert kaum Wachstum

AARHUS: Der dänische Windkraft-Anlagenbauer Vestas rechnet auch im neuen Jahr mit Belastungen durch die angespannten Lieferketten sowie hohen Transport- und Logistikkosten. Der Umsatz werde zwischen 15 Milliarden und 16,5 Milliarden Euro erwartet, wie der Nordex-Konkurrent am Mittwoch mitteilte. Die Gewinnmarge gemessen am um Sondereffekte bereinigten operativen Ergebnis soll bei 0 bis 4 Prozent liegen. Die Prognose sei mit größerer Unsicherheit behaftet als üblich.

Mit dem erwarteten Umsatz würde Vestas nur im besten Fall wachsen. 2021 lagen die Erträge bei 15,6 Milliarden Euro. Die bereinigte operative Marge betrug 3 Prozent. Der Umsatz liegt damit am unteren Ende der Unternehmensprognose und die Marge darunter.

Experten hatten für 2021 mit etwas mehr gerechnet, waren allerdings angesichts der mehrmals gekappten Prognose auch schon gewarnt. Die Kosten seien im vergangenen Jahr weiter in die Höhe getrieben worden und hätten die Rentabilität stark beeinträchtigt, hieß es von Unternehmenschef Henrik Andersen.


Mindestens 33 Tote nach Viehdiebstahl im Südsudan

JUBA: Bei einem großangelegten Viehdiebstahl im ostafrikanischen Südsudan, an dem rund 1000 Jugendliche beteiligt gewesen sein sollen, sind 33 Menschen getötet worden. 27 weitere wurden verletzt, sagte Tuong Majok Deng, ein Mitarbeiter der lokalen Verwaltung, der Deutschen Presse-Agentur in der Nacht zum Mittwoch.

Der Überfall ereignete sich bereits am Sonntagabend in Baidit Payam, einem Ort im Bundesstaat Jonglei. Dabei seien 2600 Rinder erbeutet worden, so Deng. Die Menschen seien verstört und in Trauer, sagte Deng nach einem Besuch vor Ort.

Was genau passiert ist, und wer die Toten sind, blieb zunächst unklar. Die Vereinten Nationen verwiesen auf glaubhafte Berichte, wonach die Angreifer bewaffnet gewesen sein sollen. Bei dem Angriff wurden demnach mindestens drei Frauen durch Schüsse getötet, drei Kinder sollen bei dem Versuch vor den Angreifern zu fliehen, in einem Fluss ertrunken sein. Nach UN-Angaben sollen die Angreifer auch fünf Häuser geplündert und anschließend in Brand gesteckt haben. Die UN rief die Behörden im Südsudan auf, den Vorfall zu untersuchen.

Viehwirtschaft ist in dem Land mit rund elf Millionen Einwohnern einer der wichtigsten Wirtschaftszweige. Nach Angaben der UN gab es dort 2019 rund 12 Millionen Rinder, 12,1 Millionen Schafe und 12,4 Millionen Ziegen. Immer wieder kommt es zu brutalen Überfällen, um Vieh zu erbeuten.


Ölpreise geben wieder nach

SINGAPUR: Die Ölpreise bleiben schwankungsanfällig. Am Mittwochmorgen standen die beiden wichtigsten Rohölsorten wieder leicht unter Druck. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 88,09 US-Dollar. Das waren elf Cent weniger als am Dienstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 28 Cent auf 85,32 Dollar.

Die Preisschwankungen am Erdölmarkt waren zuletzt hoch. Waren die Preise am Montag noch stark unter Druck geraten, hatte am Dienstag eine Erholung eingesetzt. Ausschlaggebend für den Schlingerkurs ist die hohe Verunsicherung an den Finanzmärkten. Gründe sind die erwartete Zinswende in den USA und die angespannte Situation an der ukrainisch-russischen Grenze.

Derzeit liegen die Ölpreise etwas unterhalb ihrer unlängst markierten siebenjährigen Höchststände. Unterstützung kommt von einem eher knappen Angebot bei zugleich solider Nachfrage. Schon seit längerem befindet sich der Markt in einer sogenannten Backwardation, in der die Preise von zeitnah verfügbarem Erdöl höher liegen als von späteren Öllieferungen. Unter Experten gilt diese Marktsituation als Knappheitssignal.


Dax steigt vor Fed-Zinsentscheid deutlich

FRANKFURT/MAIN: Vor den geldpolitischen Signalen der US-Notenbank Fed hat der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch seine Erholung mit deutlichen Gewinnen fortgesetzt. Der Dax überwand am Nachmittag die Marke von 15.500 Punkten und notierte zuletzt noch 2,46 Prozent höher bei 15.495,42 Zählern. Der MDax gewann zuletzt 2,58 Prozent auf 33.260,69 Punkte. Der Euro kostete zuletzt 1,1274 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,1268 Dollar festgesetzt. Am Rentenmarkt stagnierte die Umlaufrendite bei minus 0,21 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,06 Prozent auf 143,84 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,06 Prozent auf 170,42 Zähler.

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