Nachrichten aus der Wirtschaft am Mittwoch

Fotomontage: DER FARANG
Fotomontage: DER FARANG

Angespannte Lieferketten - Neue Daten zum Außenhandel

WIESBADEN: Lieferengpässe und Materialmangel belasten zunehmend die deutsche Exportwirtschaft. Wie sich die Ausfuhren von Waren «Made in Germany» im Oktober entwickelt haben, gibt das Statistische Bundesamt am Donnerstag (08.00 Uhr) bekannt. Im September lieferten heimische Unternehmen im zweiten Monat in Folge weniger Waren ins Ausland als im Vormonat. Gegenüber dem von der Corona-Krise geprägten September 2020 wurde dagegen ein Anstieg um 7,1 Prozent auf 117,8 Milliarden Euro verzeichnet.

Viele deutsche Unternehmen sitzen auf gut gefüllten Auftragsbüchern, sie können die Bestellungen wegen Lieferengpässen bei Rohstoffen und Vorprodukten aber nicht in der gewohnten Geschwindigkeit abarbeiten. Wird weniger produziert, kann auch weniger exportiert werden. Laut einer Umfrage des Ifo-Instituts verschärfte sich der Materialmangel in der Industrie zuletzt weiter. Den Angaben zufolge klagten 74,4 Prozent der im November befragten Firmen über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen. Das waren vier Prozentpunkte mehr als im Oktober.


Transportverbände empört: EU duldet Fahrverbote über den Brenner

MÜNCHEN/FRANKFURT/BRÜSSEL: Transport- und Logistikverbände aus ganz Europa haben EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen aufgefordert, wegen der Behinderungen der Lkw-Transporte durch Tirol «endlich gegen Österreich vorzugehen». Weil Tirol die Zeitfenster für Fahrten über den Brenner immer kleiner mache, komme es in Bayern regelmäßig zu Staus von bis zu 70 Kilometern Länge. Fahrer müssten zehn Stunden lang ohne Toilette ausharren, Anwohner hätten unzumutbare Belastungen zu ertragen, in Industriebetrieben komme es zu Produktionsstillständen wegen unterbrochener Lieferketten, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Brief von 13 Verbänden.

Bereits im März hatten sie von der Leyen zu einem Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich aufgefordert. «Dieses Schreiben blieb unbeantwortet, und die Präsidentin der EU-Kommission stellt sich seither gegenüber den Forderungen der Transportbranche taub», kritisierte der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL). Aufgrund der Blockabfertigung in Tirol sei es in der vergangenen Woche zu einem schweren Auffahrunfall mit einem Tanklastzug gekommen, die Autobahn A8 sei für 24 Stunden in beiden Richtungen gesperrt gewesen.

Im Jahr 2020 fuhren laut BGL 2,3 Millionen Lastwagen über die Brennerautobahn. Um diese Transporte auf die Schiene zu verlagern, wären 428 Züge pro Tag notwendig statt 30 heute. Der neue Brennertunnel werde aber frühestens 2032 fertig werden, «die Fertigstellung der Zulaufstrecken auf deutscher und italienischer Seite wird voraussichtlich Jahrzehnte dauern». Deshalb müsse die EU-Kommission als Hüterin der EU-Verträge jetzt «Österreichs illegale Anti-Transit-Maßnahmen stoppen».


Eurokurs gefallen - EZB-Referenzkurs: 1,1314

FRANKFURT/MAIN: Der Euro-Kurs ist am Mittwoch gefallen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1314 (Dienstag 1,1363) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8838 (0,8800) Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85000 (0,85173) britische Pfund, 128,27 (128,20) japanische Yen und 1,0427 (1,0430) Schweizer Franken fest.


Dax zum Dezember-Auftakt deutlich erholt

FRANKFURT/MAIN: Deutliche Kursgewinne haben am Mittwoch den Dax wieder auf den Erholungspfad gebracht. Der deutsche Leitindex gewann am Nachmittag 1,83 Prozent auf 15.376,13 Punkte. Am Vortag war er noch der 15.000-Punkte-Marke nahegekommen. Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte legte zuletzt um 0,78 Prozent auf 34.156,69 Punkte zu. Der EuroStoxx 50 als Leitbarometer der Eurozone gewann mehr als zwei Prozent. Der Euro kostete am Nachmittag 1,1321 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,1363 Dollar festgesetzt. Am deutschen Anleihemarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,46 Prozent am Vortag auf minus 0,42 Prozent.


Spritpreise sinken deutlich - Rekordmonat November

MÜNCHEN: Die Rekordjagd der Spritpreise ist vorerst beendet. Superbenzin der Sorte E10 verbilligte sich die zweite Woche in Folge und Diesel sogar die dritte, wie der ADAC am Mittwoch mitteilte. Demnach kostete E10 im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Dienstags 1,634 Euro pro Liter. Das sind 3,7 Cent weniger als vor einer Woche. Diesel gab um 1,4 Cent auf 1,537 Euro nach. Noch Mitte des Monats hatten die Spritpreise Höchststände erklommen. Diesel hatte am 11. November sein Allzeithoch von 1,572 erreicht, E10 war am 14. November mit 1,701 Euro so teuer wie zuletzt 2012.


IG Metall ruft abermals zu Warnstreiks bei Airbus auf

HAMBURG: Mit ganztägigen Warnstreiks bei Airbus will die IG Metall von Donnerstag an die Fertigung an allen deutschen Standorten des Flugzeugbauers lahmlegen. «Geplant sind Arbeitsniederlegungen teilweise über mehrere Schichten und Tage», kündigte die größte deutsche Gewerkschaft am Mittwoch in Hamburg an. Hintergrund ist der seit dem Frühjahr schwelende Konflikt über den vom Airbus-Management geplanten Umbau der zivilen Flugzeugfertigung. IG Metall und Airbus haben in mittlerweile fünf Verhandlungsrunden über die Bedingungen des Umbau gesprochen, aus Sicht der Gewerkschaft ohne Ergebnis.


Bankenverband: Etliche Branchen von Normalisierung weit entfernt

FRANKFURT/BERLIN: Die verlängerten staatlichen Corona-Hilfen werden eine Pleitewelle in Deutschland nach Einschätzung der privaten Banken verhindern. Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), Christian Ossig, warnte zugleich davor, zu früh Normalität auszurufen. Er hielte es angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten für zu früh, «unterstützende Maßnahmen einzustellen», sagte Ossig der Deutschen Presse-Agentur. «Die Stimmung in den Unternehmen hat sich zuletzt deutlich eingetrübt», sagte Ossig. «Eine große Pleitewelle erwarten wir aber nach wie vor nicht.»


Umsatzrückgang im Einzelhandel

WIESBADEN: Das in der Regel umsatzstarke Schlussquartal hat für Deutschlands Einzelhändler mit Einbußen begonnen. Real (preisbereinigt) setzten die Händler im Oktober des laufenden Jahres sowohl im Vergleich zum Vormonat (minus 0,3 Prozent) als auch im Vergleich zum Oktober 2020 (minus 2,9 Prozent) weniger um. «Eine mögliche Ursache für diesen Umsatzrückgang könnten die mehrfach berichteten Lieferengpässe im Einzelhandel sein», erklärte das Statistische Bundesamt anlässlich der Vorlage der Zahlen am Mittwoch.


Mittelstand: Allgemeine Impfpflicht unumgänglich

BERLIN: Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft hat die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht in Deutschland als unumgänglich bezeichnet. Bundesgeschäftsführer Markus Jerger sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Endlich zeigt der designierte Bundeskanzler Scholz nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts Führungsstärke. Die von ihm geforderte allgemeine Impfpflicht ist nach Auffassung des Mittelstands jetzt unumgänglich geworden, um das Horrorszenario eines flächendeckenden Lockdowns zu verhindern.»


BGH sieht bei Geschäftsmiete im Lockdown keine Pauschallösung

KARLSRUHE: Einzelhändler, die mit ihrem Vermieter über die Miete im Corona-Lockdown streiten, können voraussichtlich nicht auf eine pauschale Halbe/Halbe-Regelung hoffen. Das zeichnete sich am Mittwoch in einer Verhandlung des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe ab. In dem Musterfall aus Sachsen hatte zuletzt das Dresdner Oberlandesgericht dem Geschäft den Erlass von ungefähr der Hälfte einer Monatsmiete zugesprochen, weil es einen Monat schließen musste. Das ist den BGH-Richtern zu pauschal. Der Vorsitzende Hans-Joachim Dose sagte, nach vorläufiger Einschätzung brauche es «eine umfassende Prüfung aller Umstände des Einzelfalls». Das Urteil soll am 12. Januar verkündet werden.


Von der Leyen kündigt Milliardeninvestitionen für mehr EU-Einfluss an

BRÜSSEL: Die EU will sich mit Investitionen in die Infrastruktur von Schwellen- und Entwicklungsländern mehr globalen Einfluss sichern. Wie Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch in Brüssel mitteilte, sollen über eine neue Initiative namens Global Gateway in den kommenden sechs Jahren bis zu 300 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt werden. Sie könnten beispielsweise für Projekte zur Energieerzeugung mit klimaneutralem Wasserstoff oder in Unterwasserkabelverbindungen zum Datentransport zwischen Kontinenten genutzt werden. Zudem ist die Unterstützung von Schulen und Bildungssystemen geplant.

Hintergrund ist der stark wachsende Einfluss Chinas, das mit seiner Initiative für eine «Neue Seidenstraße» international in Infrastrukturprojekte investiert. Staaten wie Deutschland dringen deshalb bereits seit längerem auf ein stärkeres EU-Engagement in diesem Bereich. Kritiker der bereits 2013 gestarteten «Neuen Seidenstraße» warnen arme Länder regelmäßig vor einer Schuldenfalle, politischer Abhängigkeit und mangelndem Umweltschutz.

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell erklärte zu der neuen Initiative: «Ein stärkeres Europa in der Welt bedeutet ein entschlossenes, auf unseren Kernprinzipien basierendes Engagement mit unseren Partnern.» Mit Global Gateway bekräftige man die Vision eines Netzwerks mit Verbindungen, das sich auf international anerkannte Standards und Regeln stütze.


RWE testet schwimmende Windkraftanlage vor Küste Norwegens

ESSEN: Der Energiekonzern RWE testet zusammen mit drei anderen Unternehmen vor der Küste Norwegens eine schwimmende Windkraftanlage. Die Turbine stehe auf dem weltweit ersten vollständig industriell gefertigten, schwimmenden Fundament, teilte die RWE-Sparte für Erneuerbare Energien, RWE Renewables, am Mittwoch in Essen mit. Der «Tetraspar» genannte Prototyp sei erfolgreich an das norwegische Stromnetz angeschlossen worden.

Beteiligt sind neben RWE die Energieunternehmen Shell (Niederlande) und Tepco (Japan) sowie das dänische Technologieunternehmen Stiesdal, das die Turbinenplattform entwickelt hat. Die Energieunternehmen erhoffen sich von dem Tetraspar-Konzept schnellere Herstellung, Montage und Errichtung sowie geringere Materialkosten.

Das schwimmende Fundament verfügt laut RWE über ein Kielelement. Am Meeresboden befestigt wird es mit drei Ankerketten. Der Prototyp mit einer 3,6 Megawatt-Windturbine befindet sich rund 16 Kilometer vor der norwegischen Küste. Die Wassertiefe beträgt dort etwa 200 Meter. Der Strom wird über ein Kabel ans Festland geleitet.

RWE sieht sich als Vorreiter bei schwimmenden Windkraftanlagen. Bis 2030 plant das Unternehmen Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 1000 Megawatt in Betrieb oder im Bau zu haben. Derzeit ist RWE auch an zwei weiteren Pilotprojekten in Spanien und den USA beteiligt, die nach Angaben einer Sprecherin aber noch nicht in Betrieb sind.


OECD: Wirtschaftsaufschwung bleibt wegen Pandemie unausgewogen

PARIS: Der ungleiche Impffortschritt gegen das Coronavirus führt nach Einschätzung der Industriestaaten-Organisation OECD zu einem unausgewogenen Wirtschaftsaufschwung. Zwar befinde sich die Weltwirtschaft weiter im Aufschwung, die Erholungsdynamik aber lasse nach und werde zunehmend unausgewogen, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Mittwoch mit. Durch neue Virusvarianten bleibe die Unsicherheit hoch. Die meisten Industrieländer näherten sich zwar dem vor der Pandemie erwarteten Wachstumspfad. Länder mit geringerem Einkommen und vor allem die mit niedrigen Impfquoten drohten jedoch zurückzufallen.

Im diesem Jahr rechnet die OECD mit einem Wachstum der Weltwirtschaft um 5,6 Prozent und im kommenden Jahr um 4,5 Prozent. 2023 wird eine leichte Verlangsamung auf 3,2 Prozent erwartet, was etwa dem Wachstumstempo vor der Pandemie entspricht. Für Deutschland erwartet die OECD ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 2,9 Prozent 2021, um 4,1 Prozent 2022 und um 2,4 Prozent 2023.


Lira-Krise: Türkische Notenbank interveniert am Devisenmarkt

ANKARA: Die türkische Notenbank hat zur Stützung der Landeswährung Lira am Devisenmarkt interveniert. Zum ersten Mal seit sieben Jahren habe die Zentralbank Devisen verkauft, um den Kursverfall der Lira im Handel mit dem US-Dollar einzudämmen, teilte die Notenbank am Mittwoch mit. Die Intervention sei wegen einer «ungesunden Preisbildung» am Markt erfolgt, hieß es in der Stellungnahme.

Nach der Intervention konnte sich die Lira zunächst ein Stück weit von jüngsten Kursverlusten erholen. Die Währung der Türkei befindet sich schon länger auf Talfahrt, die Wirtschaft des Landes leidet darunter.

Für Unmut unter Investoren und damit für weitere Abflüsse aus der Währung hatte zuletzt einmal mehr der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan gesorgt. Er versprach in einem Interview mit dem Fernsehsender TRT bis zu den für 2023 geplanten Wahlen niedrigere Zinsen - obwohl dies nach gängiger ökonomischer Lehre die ohnehin schon hohe Inflation in der Türkei weiter antreiben dürfte.


Ölpreise erholen sich etwas nach Talfahrt

SINGAPUR: Die Ölpreise haben sich am Mittwoch etwas von den Kursverlusten erholen können. Am Morgen ging es mit den Notierungen deutlich nach oben. Dennoch konnten die Preise mit der Gegenbewegung nur einen kleinen Teil der Verluste aus den vergangenen drei Handelstagen wettmachen.

Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Februar 71,65 Dollar. Das waren 2,42 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI mit Lieferung im Januar stieg um 2,11 Dollar auf 68,29 Dollar.

Bis zum Dienstagabend hatte die Sorge vor neuen Einschränkungen im Kampf gegen die Ausbreitung der neuen Omikron-Variante des Coronavirus die Ölpreise belastet, und die Notierungen waren auf den tiefsten Stand seit August gefallen. Die Erholung wurde auf dem Markt auch mit Spekulationen erklärt, dass die im Verbund Opec+ organisierten Ölstaaten einen geplanten Anstieg der Fördermenge für einige Zeit aussetzen könnten.


Euro stabil über 1,13 US-Dollar - Türkische Lira erholt sich leicht

FRANKFURT/MAIN: Der Euro hat sich am Mittwoch nach deutlichen Verlusten am Vortag über der Marke von 1,13 US-Dollar stabilisiert. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1345 Dollar und damit etwas mehr als am Morgen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1314 (Dienstag 1,1363) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8838 (0,8800) Euro.

Am Dienstag war der Euro kräftig unter Druck geraten. Auslöser waren Bemerkungen von US-Notenbankchef Jerome Powell, die eine raschere geldpolitische Straffung nahelegen als bisher erwartet. Für Überraschung hatte auch gesorgt, dass Powell etwas von seiner bisherigen Haltung abrückte, die hohe Inflation als von Corona-Effekten getriebene, temporäre Entwicklung zu bezeichnen. Einige Analysten fragen sich deshalb, wie die EZB reagieren wird, die sich bisher ähnlich zu der ebenfalls hohen Teuerung im Währungsraum äußerte.

Etwas Entspannung verschaffte die türkische Notenbank der im Abwärtsstrudel befindlichen Landeswährung Lira. Erstmals seit längerer Zeit intervenierte die Zentralbank direkt am Devisenmarkt. Ein Großteil des Effekts verpuffte allerdings. Währungsexperten sind skeptisch und verweisen auf die geringen Devisenreserven der Notenbank, die anhaltende Interventionen unwahrscheinlich erscheinen lassen. Hintergrund des Eingriffs ist die extreme Lira-Schwäche, die eine Folge der lockeren Ausrichtung der Notenbank ist. Kritiker sprechen von politischer Beeinflussung seitens Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85000 (0,85173) britische Pfund, 128,27 (128,20) japanische Yen und 1,0427 (1,0430) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1789 Dollar gehandelt. Das waren 18 Dollar mehr als am Vortag.


Türkische Lira bricht nach Erdogan-Äußerungen weiter ein

ANKARA: Die Talfahrt der türkischen Lira hat sich weiter beschleunigt. Für Unmut unter Investoren und damit für weitere Abflüsse aus der Währung sorgte einmal mehr der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. Auf einen Rekordtiefstand sank die türkische Landeswährung, nachdem der Präsident am Dienstagabend im Staatssender TRT bis zu den für 2023 geplanten Wahlen niedrigere Zinsen versprochen hatte. Er sei nicht länger daran interessiert, mit höheren Leitzinsen kurzfristige Investitionen ins Land zu holen. Die Lira brach daraufhin ein. Der Wert des US-Dollar stieg bis knapp unter 14 Lira, der Euro kletterte dicht an 16 Lira heran.


Chinesischer Einkaufsmanagerindex deutet Schwäche an

PEKING: In China ist ein wichtiger Indikator für die Aktivität der Industrie im November leicht gesunken. Der vom chinesischen Wirtschaftsmagazin «Caixin» berechnete und am Mittwoch veröffentlichte Einkaufsmanagerindex (PMI) fiel im November von 50,6 auf 49,9 Punkte zurück. Während Werte über 50 Zählern eine Expansion der wirtschaftlichen Aktivität aufzeigen, wird darunter von einem Rückgang ausgegangen.

Der bereits am Vortag veröffentlichte Einkaufsmanagerindex des staatlichen Statistikamtes war im Vergleich besser ausgefallen. Er war stärker gestiegen als erwartet und lag mit einem Wert von 50,1 Punkten erstmals seit August wieder über der Expansionsschwelle.

Während der offizielle Einkaufsmanagerindex die Stimmung vor allem bei großen Staatsbetrieben abbildet, konzentriert sich der «Caixin»-Index auf kleinere und mittlere Industrieunternehmen aus dem Privatsektor.


FDA-Berater empfehlen Zulassung für Corona-Mittel von Merck in USA

WASHINGTON: Ein Beratergremium der US-Arzneimittelbehörde FDA hat eine Notfallzulassung für ein Corona-Medikament des US-Pharmakonzerns Merck empfohlen. Dafür sprachen sich die Mitglieder des Gremiums am Dienstag nach stundenlanger Diskussion per Abstimmung aus. 13 Mitglieder des Gremiums sprachen sich dafür aus, 10 dagegen. Das Abstimmungsergebnis ist für die FDA nicht bindend, meist folgt die Behörde aber der Einschätzung der Berater. Eine Notfallzulassung der FDA könnte nun innerhalb weniger Tage folgen.

Merck hatte mitgeteilt, dass das als Tablette verabreichte Medikament einer klinischen Studie zufolge bei Risiko-Patienten die Wahrscheinlichkeit sehr schwerer Verläufe reduziere. Auch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA prüft den Einsatz von Molnupiravir. Unter anderem der Hersteller Pfizer hat ebenfalls ein Corona-Medikament entwickelt, das geprüft wird.

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