Nachrichten aus der Wirtschaft am Mittwoch

Der US-Präsident Joe Biden und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel nehmen an einer gemeinsamen Pressekonferenz teil. Foto: epa/Shawn Thew
Der US-Präsident Joe Biden und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel nehmen an einer gemeinsamen Pressekonferenz teil. Foto: epa/Shawn Thew

Merkel telefoniert mit Putin - Thema auch Nord Stream 2

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Mittwoch nach Regierungsangaben mit dem russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin telefoniert - Thema war auch Nord Stream 2. Merkel dürfte Putin den Durchbruch im jahrelangen Streit zwischen Deutschland und den USA zur Gaspipeline Nord Stream 2 erläutert haben.

Wie die stellvertretende Sprecherin der Bundesregierung, Ulrike Demmer, mitteilte, ging es in dem Telefonat um die Umsetzung der Minsker Vereinbarungen zur friedlichen Lösung des Konflikts in der Ostukraine. Weiter hieß es: «Auch Energiefragen wie der Gastransit durch die Ukraine und die Pipeline Nord Stream 2 waren Thema des Gesprächs.»

Der Kreml lobte in einer Mitteilung nach dem Telefonat «das konsequente Engagement der deutschen Seite» bei der Umsetzung des «ausschließlich wirtschaftlichen Projektes». Das ziele auf die Stärkung der Energiesicherheit Deutschlands und der EU ab. Auch über eine mögliche Verlängerung des 2024 auslaufenden Vertrags über den Gastransit durch die Ukraine sei gesprochen worden.

Deutschland und die USA haben einen Durchbruch im Dauerstreit um die Gaspipeline Nord Stream 2 erzielt. Die Pipeline soll unter Umgehung der Ukraine Gas von Russland nach Deutschland liefern. Die Pipeline ist in den USA heftig umstritten. Kritiker sehen in der Pipeline ein geopolitisches Projekt Russlands, das die Energiesicherheit Europas gefährde.


Nord Stream 2: Deutschland verspricht Ukraine 245 Millionen US-Dollar

BERLIN/WASHINGTON: In der Vereinbarung mit den USA zur Auflösung des Streits um die Gaspipeline Nord Stream 2 verspricht Deutschland der Ukraine zusätzliche Finanzhilfen in Höhe von 245 Millionen US-Dollar (208 Millionen Euro). Davon sollen 70 Millionen Dollar für bilaterale Energieprojekte in der Ukraine eingesetzt werden, insbesondere im Bereich der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz, wie es in der am Mittwoch veröffentlichten Vereinbarung heißt.

Zudem wollen die USA und Deutschland einen Fonds mit einem Volumen von mindestens einer Milliarde US-Dollar einrichten, um Investitionen in die Energiewende und Energiesicherheit der Ukraine zu finanzieren. Deutschland wird zunächst 175 Millionen US-Dollar (knapp 150 Millionen Euro) in den Fonds einzahlen, heißt es in der Einigung. Der genaue Zeitrahmen für die Auszahlung der zugesagten Mittel war zunächst noch unklar. Die Bundesregierung werde für den Fonds zudem «auf eine Steigerung der Zusagen in den kommenden Haushaltsjahren hinarbeiten», hieß es weiter.

Deutschland verpflichtet sich auch, sich dafür einzusetzen, dass über den EU-Haushalt im Zeitraum 2021 bis 2027 Vorhaben im ukrainischen Energiesektor im Umfang von bis zu 1,77 Milliarden US-Dollar gefördert werden, hieß es weiter.


US-Pharmakonzerne stimmen milliardenschwerem Opioid-Vergleich zu

NEW YORK: Im seit Jahren andauernden Rechtsstreit um süchtig machende Schmerzmittel haben vier große US-Pharmakonzerne einen milliardenschweren Vergleich mit zahlreichen Klägern akzeptiert. Die Arzneimittelgroßhändler McKesson, AmerisourceBergen und Cardinal Health sowie der Medikamentenhersteller Johnson & Johnson könnten dabei letztlich bis zu 26 Milliarden Dollar (22 Mrd Euro) zahlen, wie New Yorks Generalstaatsanwältin Letitia James und ihre Pendants aus etlichen anderen US-Bundesstaaten am Mittwoch verkündeten.

Allerdings würde das Geld, von dem unter anderem Hilfsprogramme finanziert werden sollen, über einen langen Zeitraum von 18 Jahren gestreckt fließen. Zudem handelt es sich bislang nur um einen Entwurf, den viele US-Bundesstaaten, Städte und Landkreise erst noch endgültig verabschieden müssen. Insgesamt sollen durch den großen Vergleich, über den seit über zwei Jahren verhandelt wurde, fast 4000 Klagen und diverse Verfahren auf einen Schlag beigelegt werden. McKesson, AmerisourceBergen, Cardinal Health und Johnson & Johnson würden durch den Kompromiss weiterer Strafverfolgung entgehen.

Die vier Konzerne waren beschuldigt worden, mit Schmerzmitteln zur grassierenden Medikamentenabhängigkeit und Drogen-Epidemie in den USA beigetragen zu haben. Bundesstaaten und örtliche Behörden fordern von Unternehmen der Pharma-Industrie schon länger viele Milliarden von Dollar zurück, die sie für den Kampf gegen Opiat-Abhängigkeit und Überdosierung ausgegeben haben. Zuvor hatten bereits einige andere Firmen einzelne Vergleiche erzielt. Im Mittelpunkt des Konflikts stand zunächst der Hersteller des Schmerzmittels Oxycontin, Purdue Pharma, der mittlerweile in einem Insolvenzverfahren steckt.

Den US-Medikamentenhändlern und -herstellern wird vorgeworfen, Schmerzmittel unter Verschleierung der Suchtgefahren mit rücksichtslosen und aggressiven Methoden vermarktet zu haben. Damit wurde aus Sicht der Kläger ein wesentlicher Grundstein für die verheerende Opioid-Epidemie in den Vereinigten Staaten gelegt, die in den vergangenen Jahren laut US-Behörden zu Hunderttausenden Toten durch Überdosierungen führte. Opioide sind Arzneimittel mit unter anderem schmerzlindernden Eigenschaften, bei denen jedoch auch enorme Abhängigkeitsrisiken und hohes Missbrauchspotenzial bestehen.


BP schließt wegen Fernfahrermangel vereinzelt britische Tankstellen

LONDON: Der Ölkonzern BP hat Berichten zufolge in Großbritannien vereinzelt Tankstellen vorübergehend geschlossen, da wegen eines Mangels an Lastwagenfahrern der Kraftstoff knapp geworden ist. Man habe eine «Handvoll» Filialen schließen müssen, aber die meisten hätten innerhalb eines Tages ihren Betrieb wieder aufnehmen können, hieß es von dem Unternehmen einem BBC-Bericht zufolge vom Mittwoch. Außerdem sei die Lieferkette dadurch belastet, dass etliche Mitarbeiter wegen Kontakten zu Corona-Infizierten in Quarantäne bleiben müssten.

Beide Probleme belasten im Vereinigten Königreich derzeit viele Branchen. Betriebe und Behörden stehen am Rande ihrer Belastungsgrenzen, weil massenhaft Beschäftigte sich wegen der ansteigenden Fallzahlen isolieren müssen. Außerdem fehlen dem Branchenverband Road Haulage Association zufolge mindestens 60.000 Fernfahrer - dafür ist neben der Pandemie auch der Brexit mit seinen verschärften Visa-Bedingungen verantwortlich.


Flutkatastrophe: UN-Chef Guterres schickt Brief an Merkel

NEW YORK: Angesichts der vielen Opfer der Flutkatastrophe in Westdeutschland hat UN-Generalsekretär António Guterres Regierungschefin Angela Merkel geschrieben.

«Der Generalsekretär schickte einen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel, um sein Beileid für die Opfer dieser Überschwemmungen und sein Mitgefühl für alle Geschädigten auszudrücken», sagte Sprecher Farhan Haq am Mittwoch in New York, nannte aber keine näheren Details. Bei dem Unglück vor einer Woche waren mindestens 170 Menschen gestorben.


Personalvorstand Porth verlässt Daimler im Dezember

STUTTGART: Der Abschied von Personalvorstand Wilfried Porth beim Auto- und Lastwagenbauer Daimler geht noch in diesem Jahr über die Bühne. Porth werde sein Vorstandsmandat im Dezember im Zuge der der geplanten Abspaltung der Lkw-Sparte Daimler Truck vom Gesamtkonzern niederlegen, kündigte das Stuttgarter Unternehmen am Mittwoch an. Zu Porths Nachfolgerin bestimmte der Aufsichtsrat Sabine Kohleisen, die seit 2019 Personalvorständin und Arbeitsdirektorin der Pkw-Tochter Mercedes-Benz ist.

Porths Abschied von Daimler ist schon seit April bekannt. Der Zeitpunkt der Trennung war bisher nicht offiziell. Das Mandat des 62-Jährigen lief eigentlich noch bis April 2022. Porth gehe auf eigenen Wunsch, schrieb Daimler. Ob der Abschied gänzlich freiwillig ist, bleibt unklar. Porth, seit 2009 im Daimler-Vorstand, wird dem Vernehmen nach nicht zuletzt die geplante Aufspaltung des Konzerns zum Verhängnis.

Die bisherige Daimler AG als Dachgesellschaft soll in diesem Zuge auf lange Sicht von der Bildfläche verschwinden und zwei eigenständigen, börsennotierten Unternehmen Platz machen: Mercedes-Benz für die Autos und Vans sowie Daimler Truck für Lastwagen und Busse. Beide Unternehmen existieren schon, sind aber noch der Muttergesellschaft Daimler unterstellt. Bisher hatten beide Töchter eigene Personalvorstände. Porth war als Personalvorstand der Daimler-Dachgesellschaft gewissermaßen übergeordnet.

Angesichts der Abspaltung der Truck-Sparte gibt es auch Veränderungen im Aufsichtsrat der Daimler AG. So werde im Oktober unter anderem Ex-Siemens-Chef Joe Kaeser sein Mandat dort abgeben, hieß es. Kaeser soll stattdessen Aufsichtsratschef der dann börsennotierten Daimler Truck werden.


Dax beschleunigt seine Erholung

FRANKFURT/MAIN: Der Dax hat auf seinem Erholungskurs einen Zahn zugelegt. Der deutsche Leitindex stieg bis zum frühen Mittwochnachmittag um 0,85 Prozent auf 15.345,77 Punkte. Der Dax war am Montag zeitweise bis auf 15.048 Punkte eingeknickt, hatte aber den Aufwärtstrend seit dem Corona-Tief im März 2020 knapp gehalten. Zu Wochenbeginn hatte die Furcht vor der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus die Aktienmärkte weltweit erfasst und teils deutlich nach unten gezogen. Am Dienstag dann erholten sich die Börsen vor allem in den USA. Der Dax schaffte ein Plus von 0,6 Prozent. Der MDax zog zuletzt um 1,19 Prozent auf 34.355,37 Punkte an. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 1,3 Prozent. Der Euro notierte zuletzt bei 1,1763 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,1775 Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8493 (0,8499) Euro gekostet. Am Anleihemarkt stieg die Umlaufrendite deutscher Rentenpapiere von minus 0,47 Prozent am Vortag auf minus 0,46 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,05 Prozent auf 145,99 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,02 Prozent auf 175,83 Zähler nach.


Daimler verbucht Milliardengewinn und will weiter Personal abbauen

STUTTGART: Der Auto- und Lastwagenbauer Daimler vermeldet wieder üppige Milliardengewinne wie in besten Zeiten, will aber an seinem Sparkurs festhalten. Früheren Berichten zufolge sollen allein über diesen Weg zwischen 20.000 und 30.000 Jobs wegfallen. «Weder können wir noch wollen wir das schwäbische Gen des Sparens aufgeben», sagte Konzernchef Ola Källenius am Mittwoch und ging auf Konfrontation zum Betriebsrat, dessen Chef Michael Brecht angesichts bestens laufender Geschäfte ein Einlenken gefordert hatte. «Wenn wir volle Auftragsbücher haben und die Gewinne sprudeln, wie soll die Belegschaft da Verständnis haben für Sparmaßnahmen, die über Jahre laufen sollen?», sagte Brecht der «Automobilwoche».


Tourismus im Krisenmodus: Auf Corona folgt die Hochwasserkatastrophe

BERLIN/BAD KREUZNACH: Verwüstete Campingplätze, zerstörte Ferienhäuser und Hotels, beschädigte Brücken, Gleise und Straßen: Nach dem Corona-Lockdown stürzt die Hochwasserkatastrophe den Tourismus in den betroffenen Regionen in die nächste Krise. So gibt es beispielsweise im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz so gut wie keine Wirtshäuser oder Hotels, die innerhalb der kommenden zwölf Monate wieder Gäste empfangen könnten, wie der Landesverband des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) berichtet. Die Sorge der Tourismusbranche vor einer Stornowelle in nicht betroffenen Nachbargebieten ist groß.


Dieselskandal: BGH setzt Frist für Neuwagen-Ersatz

KARLSRUHE: Wer ein vom Dieselskandal betroffenes Neufahrzeug gegen einen Ersatzwagen des Nachfolgemodells tauschen will, muss seinen Anspruch innerhalb von zwei Jahren ab Vertragsabschluss angemeldet haben - sonst hat er nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) Pech gehabt. Die Richterinnen und Richter setzten am Mittwoch in Karlsruhe eine klare zeitliche Grenze für die Nachlieferung, die es bisher nicht gab. Der Anwalt eines Käufers sprach nach dem Urteil von einem «Schock». (Az. VIII ZR 254/20 u.a.)


Nord Stream 2: Bundesregierung zuversichtlich zu Lösung mit USA

BERLIN: Die Bundesregierung hat sich zuversichtlich gezeigt, dass es im Streit mit den USA über die Gaspipeline Nord Stream 2 bald eine Einigung gibt. Man sei zuversichtlich, bald Näheres bekannt geben zu können, sagte eine Regierungssprecherin am Mittwoch in Berlin. Ähnlich äußerte sich ein Sprecher des Außenministeriums.


Einkaufstourismus mau: Weniger Schweizer kaufen in Deutschland ein

ZÜRICH: Trotz Aufhebung aller Grenzbeschränkungen kaufen noch deutlich weniger Schweizerinnen und Schweizer in grenznahen deutschen Geschäften ein. Zu diesem Schluss kommt die Bank Credit Suisse in einer Analyse. Der Einkaufstourismus liege noch 28 Prozent unter dem Wert von vor der Corona-Pandemie, berichtete die Bank am Mittwoch. Deutschland war für Schweizer Ende Juni unter den Nachbarländern am billigsten: Für einen typischen Warenkorb, in dem vor allem Lebensmittel und Bekleidung sind, zahlte man in Deutschland 48 Prozent, in Italien 42 Prozent und in Frankreich 40 Prozent weniger als in der Schweiz.

Die Bank wertete Umsätze mit Debitkarten aus. Rund ein Fünftel aller Einkäufe wird in der Schweiz damit bezahlt. Die Bank nimmt an, dass sich der Einsatz im In- und Ausland nicht unterscheidet. Sie gibt auch zu bedenken, dass wegen der Corona-Krise weniger Menschen mit Bargeld zahlen und eher Debit- oder Kreditkarten nutzen.

Gemessen an den Umsätzen ist Deutschland mit 42 Prozent aller Ausgaben das wichtigste Einkaufstourismus-Land für Schweizer. Wegen der vergleichsweise hohen heimischen Preise kaufen Menschen, die in Grenznähe leben, auch in Italien und Frankreich und zu einem kleinen Teil in Österreich ein.


Coca-Cola steigert Gewinn und Erlöse kräftig

ATLANTA: Der Getränkeriese Coca-Cola hat im zweiten Quartal dank der fortschreitenden Erholung von der Corona-Krise kräftige Geschäftszuwächse verbucht. Der Pepsi-Rivale steigerte den Umsatz laut eigenen Angaben vom Mittwoch verglichen mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 42 Prozent auf 10,1 Milliarden Dollar (8,6 Mrd Euro). Der Gewinn legte um 48 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar zu.

Nachdem die Pandemie die Bilanz vor einem Jahr schwer belastet hatte, profitierte Coca-Cola nun davon, dass in Restaurants, Stadien oder Kinos - wo ein Großteil der Einnahmen des Konzerns entsteht - wieder mehr Betrieb einkehrte. Die Quartalszahlen übertrafen die Erwartungen klar, die Aktie reagierte vorbörslich mit einem Kurssprung. Coca-Cola hob auch die Jahresprognose an.


Deutsches Kabinett beschließt Soforthilfe für Hochwasseropfer

BERLIN: Eine Woche nach Beginn der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands mit bisher mehr als 170 Todesopfern hat die Regierung eine millionenschwere Soforthilfe auf den Weg gebracht. Insgesamt stehen dem Beschluss vom Mittwoch zufolge bis zu 400 Millionen Euro zur Verfügung.

Mit dem Geld sollen die schlimmsten Schäden an Gebäuden und kommunaler Infrastruktur beseitigt und besondere Notlagen überbrückt werden. Der Staat beteiligt sich mit bis zu 200 Millionen Euro zur Hälfte an den Hilfen aus den Bundesländern, wie aus dem Beschluss hervorgeht.

Außerdem ist ein milliardenschwerer Aufbaufonds geplant. Über dessen genaue Höhe soll aber erst entschieden werden, wenn das Ausmaß der Schäden besser absehbar ist. Nach der Katastrophe hatten Kanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Olaf Scholz schnelle unbürokratische Hilfen versprochen.


Daimler will trotz üppiger Gewinne an Sparprogramm festhalten

STUTTGART: Trotz überraschend üppiger Gewinne will der Auto- und Lastwagenbauer Daimler die auf den Weg gebrachten Einsparungen beim Personal nicht infrage stellen. «Weder können wir noch wollen wir das schwäbische Gen des Sparens aufgeben», sagte Konzernchef Ola Källenius dazu am Mittwoch in Stuttgart vor Journalisten. Trotz guter Geschäftszahlen müsse das Unternehmen weiter an seiner Effizienz arbeiten, zumal man derzeit «erhebliche Milliardenbeträge» für den angepeilten Umbau von Verbrennungs- hin zu Elektromotoren aufwenden müsse. Ein Ende des Sparens wäre «nicht die beste Strategie für die Bewältigung der Transformation», sagte Källenius.

Daimler hatte vor rund einem Jahr zu Beginn der Corona-Pandemie wegen damals tiefroter Zahlen und einem Nachfrageeinbruch einen schon eingeleiteten Sparkurs nochmals deutlich verschärft, Berichten zufolge sollen auf diesem Weg zwischen 20.000 und 30.000 Stellen wegfallen.

Angesichts einer überraschend schnellen Markterholung und hoher Gewinne im ersten Halbjahr fordert Daimler-Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht den Vorstand nun zum Einlenken auf. «Wenn wir volle Auftragsbücher haben und die Gewinne sprudeln, wie soll die Belegschaft da Verständnis haben für Sparmaßnahmen, die über Jahre laufen sollen?», sagte Brecht der «Automobilwoche».

Trotz der andauernden Corona-Krise und Lieferengpässen von wichtigen elektronischen Bauteilen meldete Daimler am Mittwoch für das zweite Quartal starke Geschäftszahlen. Der Umsatz kletterte verglichen mit dem coronabedingt eingebrochenen Geschäft vor einem Jahr um 44 Prozent auf 43,5 Milliarden Euro. Der Nettogewinn lag allein zwischen April und Ende Juni bei 3,6 Milliarden Euro. Im gesamten ersten Halbjahr verdiente der Konzern netto 7,9 Milliarden Euro.


Ölpreise geben leicht nach

SINGAPUR: Die Ölpreise sind am Mittwoch im frühen Handel leicht gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 69,03 US-Dollar. Das waren 32 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank um 28 Cent auf 66,92 Dollar.

Am Markt wurden die leichten Abschläge mit Lagerdaten aus den USA erklärt. Am Dienstagabend hatte das American Petroleum Institute (API) einen leichten Anstieg der landesweiten Erdölvorräte gemeldet. Am Mittwochnachmittag veröffentlicht das Energieministerium seine wöchentlichen Zahlen. Sollten die API-Daten bestätigt werden, wäre es der erste Anstieg der Rohölbestände seit mehreren Wochen.

Derzeit notieren die Ölpreise deutlich unter ihren Anfang Juli erreichten mehrjährigen Höchstständen. Belastet hatte zuletzt vor allem die Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus. Insbesondere in Asien breitet sich die Variante rasch aus. Die Entwicklung schürt die Furcht vor neuen Corona-Beschränkungen, die auf der wirtschaftlichen Entwicklung und damit der Ölnachfrage lasten würden.


Euro stabil unter 1,18 US-Dollar

FRANKFURT/MAIN: Der Euro hat am Mittwochmorgen stabil unter der Marke von 1,18 US-Dollar notiert. Im frühen Handel kostete die Gemeinschaftswährung 1,1770 Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,1775 Dollar festgesetzt.

Die Wochenmitte verspricht am Devisenmarkt nicht sonderlich viel Aufregung. Es stehen kaum beachtenswerte Konjunkturdaten auf dem Programm. Auch Notenbanker halten sich mit öffentlichen Auftritten weitgehend zurück. Zuletzt hatte an den Märkten die rapide Verbreitung der ansteckenderen Corona-Delta-Variante für Verunsicherung gesorgt und den Euro tendenziell belastet.

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