Nachrichten aus der Wirtschaft am Mittwoch

Sitzung der Federal Reserve in Washington, DC. Foto: epa/Jim Lo Scalzo
Sitzung der Federal Reserve in Washington, DC. Foto: epa/Jim Lo Scalzo

US-Notenbank: Wirtschaft trotz Fortschritten von Zielen entfernt

NEW YORK: Vertreter der US-Notenbank haben auf ihrer jüngsten Sitzung ihren optimistischeren Blick auf die US-Wirtschaft bestätigt. Die Konjunkturpakete der Regierung und die lockere Geldpolitik würden die Konsumausgaben stützen, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll (Minutes) der Sitzung der US-Notenbank vom 16. bis 17. März. Viele Teilnehmer verwiesen auch auf das hohe Niveau der Ersparnisse der privaten Haushalte. Der Nachholbedarf könnte bei einer weiteren Lockerung der Corona-Beschränkungen die Wirtschaft ankurbeln.

Eine Änderung der Geldpolitik stellten die Fed-Mitglieder allerdings nicht in Aussicht. Die wirtschaftliche Entwicklung bleibe noch weit von den langfristigen Zielen der Fed entfernt. Es brauche noch «einige Zeit», bis substanzielle Fortschritte gemacht würden. Die Pandemie stelle weiterhin ein wirtschaftliches Risiko dar.

Die US-Notenbank hatte auf ihrer Sitzung im März ihre sehr lockere Geldpolitik bestätigt. Der Leitzins wurde nicht angetastet und in einer Spanne von 0 bis 0,25 Prozent belassen. Die Wertpapierkäufe und die Kreditprogramme wurden fortgesetzt.


Von der Leyen stellt Jordanien weitere Unterstützung in Aussicht

AMMAN: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat dem stark unter dem Syrien-Konflikt leidenden Jordanien weitere Unterstützung aus Europa in Aussicht gestellt. «Die EU ist bereit, ihre langfristige Partnerschaft fortzusetzen und zu Wohlstand und Stabilität beizutragen», teilte die deutsche Politikerin am Mittwoch nach einem Treffen mit dem jordanischen König Abdullah II. in Amman mit.

Jordanien beherbergte nach UN-Angaben zuletzt mehr als 660.000 Flüchtlinge aus Syrien, obwohl es selbst nur rund 10 Millionen Einwohner hat. Es gilt damit als eines derjenigen Länder, die von dem Bürgerkrieg im Nachbarland am stärksten betroffen sind.

Neben König Abdullah II. traf von der Leyen bei ihrem Besuch in Jordanien auch Außenminister Aiman al-Safadi. Bei den Gesprächen sei es neben dem Syrien-Konflikt und der Flüchtlingsproblematik auch um die EU-Strategie für die Region und die wirtschaftliche Lage des Landes gegangen, erklärte sie.

International hatte Jordanien zuletzt wegen eines mutmaßlichen Komplotts im Königshaus für Schlagzeilen gesorgt. An ihm soll unter anderem auch der Halbbruder von König Abdullah II., der ehemalige Kronprinz Hamsa bin Hussein, beteiligt gewesen sein. Dieser bestreitet die Vorwürfe allerdings. Der König sagte am Mittwoch zu den Vorfällen: «Die Herausforderung der letzten Tage war nicht die schwierigste oder gefährlichste für die Stabilität unseres Heimatlandes, aber sie war für mich die schmerzhafteste.»


Continental darf Sparte der Gemeinschaftsfirma mit Osram kaufen

BRÜSSEL/MÜNCHEN: Die Europäische Kommission hat zugestimmt, dass Continental die Lichtsteuergeräte-Sparte seiner bislang gemeinsam mit Osram betriebenen Firma Osram Continental kaufen darf. Die geplante Übernahme werfe keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken auf, teilte die Brüsseler Behörde am Mittwoch mit. Die beiden Autozulieferer hatten eine Auflösung der Gemeinschaftsfirma mit Hauptsitz in München bereits im September angekündigt. Die eingebrachten Bereiche mit 1500 Mitarbeitern an 14 Standorten sollen in die Unternehmen zurückkehren, hieß es damals.

Continental und Osram sind bisher je zur Hälfte an der Gemeinschaftsfirma beteiligt. Die geplante Auflösung hatten sie mit einer schwierigen Marktsituation begründet, die durch die schwache weltweite Autoproduktion und Corona-Krise entstanden sei. Das 2018 gegründete Gemeinschaftsunternehmen ist unter anderem auf LED-Scheinwerfer spezialisiert. In der nun zur Übernahme freigegebenen Sparte werden Geräte zur Steuerung und Kontrolle der Scheinwerfer hergestellt.


Italien holt beim Impfen auch die Unternehmen ins Boot

ROM: Italiens Regierung will für ihre Corona-Impfkampagne verstärkt die Unternehmen ins Boot holen. Sie unterschrieb ein Protokoll mit Vertretern von Unternehmen und Gewerkschaften, das den Weg fürs Impfen im Betrieb ebnen soll. Gesundheitsminister Roberto Speranza sprach am Mittwoch auf Facebook von einem Erfolg, der «helfen wird, die Gesundheit am Arbeitsplatz zu schützen».

In dem Mittelmeerland war am Mittwoch ein neues Corona-Dekret der Regierung des Ministerpräsidenten Mario Draghi in Kraft getreten. Damit wurden viele Corona-Sperren bis Ende April verlängert. So soll es zunächst keine Gelben Zonen mehr mit besonders wenigen Einschränkungen geben. Die Regionen gehören dem Dekret nach zu den Roten oder Orangen Zonen, in denen zum Beispiel die Reisefreiheit eingeschränkt ist.

Für mehr als fünf Millionen Schüler ging allerdings der Präsenzunterricht am Mittwoch nach Ostern wieder los. Auch in den Roten Zonen sollen die Mädchen und Jungen bis zur sechsten Klasse künftig wieder in die Klassenräume zurückkehren. Für die älteren Schüler soll der Distanzunterricht ebenfalls allmählich enden.


Dax schwächelt leicht nach Rekordhoch am Vortag

FRANKFURT/MAIN: Am deutschen Aktienmarkt halten sich die Anleger nach dem Rekordlauf am Vortag zurück. Am Nachmittag gab der Leitindex Dax 0,23 Prozent auf 15.177,58 Punkte ab. Der MDax der mittelgroßen Werte hielt sich mit 0,10 Prozent im Plus auf 32.496,41 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank zugleich um 0,39 Prozent. Starke Konjunkturdaten aus der Eurozone gaben dem Euro zeitweise Auftrieb. Am Nachmittag kam die Gemeinschaftswährung etwas zurück und kostete 1,1882 US-Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,1812 Dollar festgesetzt. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,35 Prozent am Vortag auf minus 0,38 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,13 Prozent auf 145,08 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,08 Prozent auf 171,82 Punkte zu.


Quarantänehotel ohne Fenster - Kritik an Chinas Einreisebedingungen

FRANKFURT/MAIN: Deutschlands Maschinenbauer beklagen eklatante und teils geschäftsschädigende Probleme bei der Einreise nach China. Das Land habe seine Einreisebedingungen in der Corona-Pandemie so verschärft, dass es kaum noch möglich sei, Mitarbeiter für Installation, Reparatur oder Wartung zu annehmbaren Bedingungen zu Kunden in das Land zu schicken, kritisierte der Branchenverband VDMA. Demnach verschieben chinesische Kunden Zahlungen, deutsche Maschinenbauer hätten bei Neu-Aufträgen das Nachsehen. Ein weiteres Problem sei die häufig unzumutbare Unterbringung in Quarantänehotels. Firmen hätten von sehr kleinen Hotelzimmern teils ohne Fenster und ausreichende Belüftung berichtet sowie von fehlendem Wäschewechsel.


Urlaub trotz Corona: Camping und Wohnungen im Sommer 20 gut belegt

WIESBADEN: Erholung trotz Corona-Pandemie: Das bedeutete für viele Menschen im vergangenen Jahr Urlaub auf einem inländischen Campingplatz oder in der Ferienwohnung. Die entsprechenden Anbieter konnten so zumindest im Sommerhalbjahr von Mai bis Oktober mehr Gäste begrüßen als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch berichtete. Obwohl vor allem Gäste aus dem Ausland nicht anreisen konnten, zählten Campingplätze im Sommer 6,1 Prozent mehr Übernachtungen. Auf das ganze Jahr gesehen gab es dennoch ein Minus von 5 Prozent im Vergleich zu 2019. Bei Ferienwohnungen ergab sich ein leichter Zuwachs bei Übernachtungen von 0,9 Prozent, während es im Gesamtjahr 13,7 Prozent weniger Übernachtungen gab als 2019.


Studie: Deutschland droht weitere Verschärfung des Fachkräftemangels

KÖLN: In Deutschland droht in den nächsten Jahrzehnten eine Verschärfung des Fachkräftemangels. Nach einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) könnten die Unternehmen bis 2040 ohne gezielte Zuwanderung und ein höheres Rentenalter jede achte Fachkraft verlieren. Mit einer Weiterentwicklung der Zuwanderungsregelungen und einem späteren Renteneintritt könne die Zahl der am Arbeitsmarkt aktiven Fachkräfte zwischen 20 und 69 Jahren in den kommenden Jahrzehnten aber auch nahezu konstant gehalten werden.


Spritpreise steigen wieder deutlich an

MÜNCHEN: Die Spritpreise steigen wieder kräftig. Nach einer Verschnaufpause vor den Osterferien legten sie die zweite Woche in Folge deutlich zu, wie der ADAC am Mittwoch mitteilte. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Dienstags kostete Superbenzin der Sorte E10 demnach 1,474 Euro pro Liter. Das sind 1,6 Cent mehr als in der vergangenen Woche. Diesel legte um 0,8 Cent auf 1,315 Euro zu. Seit Anfang November 2020 hat Super E10 rund 30 Cent zugelegt, Diesel 31 Cent. Haupttreiber waren der steigende Ölpreis, die neue CO2-Bepreisung und das Auslaufen der Mehrwertsteuersenkung.


Finanzinvestor CVC greift nach Toshiba

TOKIO: Toshiba ist ins Visier eines europäischen Finanzinvestors geraten. Der japanische Technologiekonzern bestätigte am Mittwoch ein Übernahmeangebot der Firma CVC Capital Partners. Der Wirtschaftszeitung «Nikkei» zufolge bietet CVC 21 Milliarden Dollar (17,7 Mrd Euro) für das Traditionsunternehmen. Es wäre der bisher größte Deal eines Finanzinvestors in Japan. Toshiba werde das Angebot prüfen, kündigte Firmenchef Nobuaki Kurumatani an. Die Übernahme durch einen nicht-japanischen Bieter müsste unter Verweis auf die nationale Sicherheit von der Regierung in Tokio genehmigt werden. Da Toshiba in Bereichen wie Rüstung und Atomkraft stark ist, würde eine solche Transaktion sehr sorgfältig unter die Lupe genommen.


Arbeitnehmer in Deutschland sehen eigenen Job vergleichsweise sicher

FRANKFURT/MAIN: Die Arbeitnehmer in Deutschland halten im internationalen Vergleich ihre Jobs für besonders sicher. Einer am Mittwoch veröffentlichten Arbeitsmarkt-Studie der Beratungsfirma PwC zufolge befürchtete zwar mehr als jeder zweite Befragte (53 Prozent), dass die Automatisierung viele Arbeitsplätze gefährde. Gleichzeitig berichteten aber nur 22 Prozent, dass sie in den kommenden fünf Jahren um ihren Job bangen. Das war nach Großbritannien (19 Prozent) der zweitniedrigste Wert in einem der 20 untersuchten Staaten. In Indien rechneten hingegen 76 Prozent der Umfrageteilnehmer damit, dass ihr Job aus technologischen Gründen überflüssig wird.


OSLO: Der als Ölfonds bekannte norwegische Pensionsfonds investiert nach eigenen Angaben erstmals in Infrastruktur für Erneuerbare Energien. Für 1,375 Milliarden Euro erwirbt der Staatsfonds die Hälfte an dem niederländischen Offshore-Windpark Borssele 1 & 2, wie die norwegische Zentralbank am Mittwoch mitteilte, die den Fonds verwaltet. Verkauft werden die Anteile vom dänischen Energiekonzern Ørsted, der die andere Hälfte behält und den Park auch weiter betreibt. Eine Vereinbarung dazu wurde nach Angaben beider Seiten am Mittwoch unterzeichnet, abgeschlossen wird der Verkauf im zweiten oder dritten Quartal 2021 sein.

Ørsted gilt als Weltmarktführer bei der Offshore-Windenergie. Der Windpark rund 23 Kilometer vor der Nordseeküste der Niederlande produziert nach Ørsted-Angaben mit seinen 94 Windturbinen genug Energie, um damit jährlich knapp eine Million niederländische Haushalte mit grünem Strom zu versorgen.

Der Staatliche Pensionsfonds Ausland, wie der norwegische Fonds offiziell heißt, fungiert als Versicherung für künftige Generationen, wenn nicht mehr nach Öl gebohrt werden kann. Er wird mit den Einnahmen aus der norwegischen Öl- und Gasförderung gefüttert, von der Zentralbank im Auftrag des Finanzministeriums verwaltet und investiert in Tausende Unternehmen weltweit, darunter Großkonzerne wie Microsoft, Apple und Amazon. Der Marktwert des Fonds, der als einer der größten Staatsfonds der Welt gilt, liegt derzeit bei etwa 11,1 Billionen norwegischen Kronen (1,1 Billionen Euro).


Explosion in Raffinerie in Trinidad und Tobago

POINTE-À-PIERRE: Im Westen von Trinidad hat sich eine Explosion in einer Raffinerie ereignet. Eine große Rauchwolke stieg über der Anlage des Unternehmens Niquan Energy nahe Pointe-à-Pierre auf, wie die Zeitung «Daily Express» am Mittwoch berichtete. Die Druckwelle sei auch in den umliegenden Ortschaften zu spüren gewesen. Verletzte habe es nicht gegeben, teilte das Sicherheitsministerium des Karibikstaats mit. Feuerwehrleute brachten den Brand demnach unter Kontrolle. Die Ursache für das Unglück war zunächst unklar. Energieminister Franklin Khan kündigte eine Untersuchung an.

Erst Anfang März hatte Premierminister Keith Rowley die Raffinerie von Niquan Energy eröffnet. Nach Unternehmensangaben handelt es sich dabei um die erste kommerzielle Anlage dieser Art in der westlichen Hemisphäre. Über ein spezielles Verfahren wird aus Erdgas synthetischer Diesel und synthetisches Benzin gewonnen. Sie verfügen über bessere Abgaswerte als herkömmliche Kraftstoffe.


Mehr EU-Außenhandel mit Gütern für Kampf gegen Pandemie

LUXEMBURG: Sauerstoffgeräte, Schutzkleidung, Test-Equipment: Mit solchen Produkten für den Kampf gegen die Covid-19-Pandemie haben die EU-Staaten 2020 deutlich stärker gehandelt als im Vorjahr. Die Importe aus Nicht-EU-Ländern stiegen bei Gütern mit Covid-19-Bezug um 10 Prozent, die Exporte in Nicht-EU-Länder um 6 Prozent, wie das EU-Statistikamt Eurostat am Mittwoch in Luxemburg mitteilte. In vielen anderen Bereichen ging der Außenhandel 2020 demnach stark zurück. Dies gilt auch für ähnliche medizinische Produkte ohne direkten Bezug zur Corona-Pandemie.

Häufiger in die EU importiert wurden etwa Schutzkleidung (plus 40 Prozent), Sauerstoffgeräte (39), Desinfektionsmittel und Diagnosegeräte (jeweils 20). Die stärksten Zuwächse bei den Exporten gab es bei Desinfektionsmitteln (plus 16 Prozent) und Test-Equipment (15).

Vor allem im ersten Halbjahr 2020 handelten die EU-Staaten solche Produkte stärker mit Nicht-EU-Ländern: Eurostat verzeichnet für diesen Zeitraum ein Plus von 13 beziehungsweise 9 Prozent bei Importen und Exporten. Im zweiten Halbjahr 2020 fiel der Anstieg im Vergleich zu 2019 mit 8 beziehungsweise 3 Prozent kleiner aus.


FDP-Chef: globale Mindeststeuer kann mehr Fairness bringen

BERLIN: FDP-Chef Christian Lindner begrüßt Pläne der neuen US-Regierung zur Einführung einer globalen Mindeststeuer für international tätige Unternehmen. Dass sich die Biden-Administration dafür öffne, sei eine gute Nachricht, sagte Linder am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. «Diese Initiative ist eine große Chance, mehr Fairness in die Steuerpolitik zu bringen. Es darf nicht so bleiben, dass die Familienbetriebe des deutschen Mittelstands zahlen, während die Multimilliardenkonzerne keinen nennenswerten Beitrag leisten», sagte er weiter.

Lindner forderte die Bundesregierung auf, die USA bei dem Vorhaben zu unterstützen. Von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) verfolgte «Alleingänge wie die untauglichen Ideen einer Digitalsteuer können beiseite gelegt werden», sagte er. «Eine globale Mindeststeuer wäre kein Anlass für Steuererhöhungen in Deutschland, sondern würde im Gegenteil die Notwendigkeit von Entlastungen belegen. Denn trotz der neuen Politik in Washington ist die Belastung von Menschen und Wirtschaft hierzulande in negativer Hinsicht Weltspitze», sagte Lindner. Das gehe zu Lasten von Investitionen in Zukunftstechnologien, Arbeitsplätzen und privater Vorsorge.


Shell sieht Ölförderung wieder in der Gewinnzone - Belastung in Texas

DEN HAAG: Shell hat mit der Ölförderung im ersten Quartal erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie wieder Geld verdient. Das Geschäft mit der Erkundung und Förderung habe von den gestiegenen Rohölpreisen profitiert, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Den Haag mit. Das bereinigte Ergebnis des Bereichs dürfte daher im schwarzen Bereich liegen. Die zeitweilige Unterbrechung der Öl- und Gas-Produktion durch die Winterstürme in Texas werde den bereinigten Gewinn des Konzerns jedoch mit bis zu 200 Millionen US-Dollar (169 Mio Euro) belasten.

Im Gegensatz zu anderen Unternehmensteilen wie der Raffinerie-Sparte hatte das Ölgeschäft des Konzerns wegen des Verfalls der Energiepreise infolge der Pandemie 2020 durchgängig Verluste geschrieben. Auch im Raffinerie- und Kraftstoffsegment habe sich die Entwicklung im Vergleich zum vierten Quartal etwas verbessert, hieß es nun. Das Geschäft war trotz der Pandemie auch im vergangenen Jahr größtenteils profitabel geblieben.


G20-Staaten peilen Einigung auf globale Steuerreform bis Juli an

ROM: Die führenden Wirtschaftsnationen (G20) peilen bis zum Juli eine weltweite Steuerreform an. Außerdem wollen sie den ärmsten Ländern der Welt bei der Bewältigung der Corona-Pandemie verstärkt helfen. Das sagte Italiens Finanzminister Daniele Franco am Mittwoch in Rom nach einem Onlinetreffen mit seinen Kollegen aus der G20-Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer.

Die Steuerfragen seien ein «sehr komplexes Thema», betonte er. Aber man wollte dazu bis zum nächsten Finanzministertreffen zu Ergebnissen kommen. «Wir sehen eine Beschleunigung der Prozesse», sagte der Italiener. Die kommende Runde ist für den 9. und 10. Juli in Venedig geplant. Italien hat aktuell 2021 den Vorsitz der G20-Staaten.

Die diskutierte globale Abgabenreform besteht aus zwei Säulen: einer Mindeststeuer für international tätige Konzerne und einer Digitalsteuer, durch die Internet-Riesen wie Amazon, Google oder Apple nicht nur am Firmensitz Steuern zahlen sollen, sondern auch in den Ländern, wo sie ihre Umsätze erzielen.

Die Ministerrunde habe sich am Mittwoch bei ihrer Konferenz in der Abschlusserklärung zudem darauf verständigt, besonders hilfsbedürftige Länder, aber auch Bevölkerungsgruppen wie Frauen, Jugendliche und schlecht ausgebildete Beschäftigte in den Fokus der Unterstützung zu nehmen. Für den Internationalen Währungsfonds (IWF) sei eine Finanzspritze geplant. Franco nannte eine Summe von etwa 650 Milliarden Dollar.


Nach 2,5 Millionen Impfungen: Ungarn lockert den Lockdown

BUDAPEST: Nach Fortschritten bei den Impfungen hat Ungarn am Mittwoch die geltenden Bestimmungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gelockert. Demnach dürfen körpernahe Dienstleister wie Friseure und Kosmetiker sowie nicht essenziell notwendige Geschäfte unter Auflagen zur Vermeidung von Gedränge wieder öffnen. Die nächtliche Ausgangssperre beginnt statt um 20.00 Uhr erst um 22.00 Uhr. Sie dauert weiterhin bis morgens 5.00 Uhr. Die Gaststätten bleiben aber vorerst geschlossen. Hotels stehen weiterhin nur Geschäftsreisenden offen.

Die entsprechende Verordnung von Innenminister Sandor Pinter erschien in der Nacht zum Mittwoch im ungarischen Amtsblatt. Sie bezieht sich auf eine frühere Verordnung von Ministerpräsident Viktor Orban, wonach die genannten Öffnungsschritte wirksam werden sollten, sobald 2,5 Millionen Ungarn zumindest eine erste Impfung gegen Covid-19 erhalten haben. Diese Marke wurde am Dienstag erreicht.

Damit haben mehr als 25 Prozent der Ungarn zumindest eine Erstimpfung erhalten. Das EU-Land verabreicht seinen Bürgern auch in der EU nicht zugelassene Impfstoffe aus Russland und China. Experten äußerten allerdings ernsthafte Bedenken gegen die Strategie Orbans, die Lockerung des Lockdowns an die Zahl der Impfungen zu binden und vom Infektionsgeschehen im Land zu entkoppeln.

Dieses ist nämlich immer noch sehr intensiv. In dem Land mit zehn Millionen Einwohnern beträgt die Sieben-Tage-Rate an Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner derzeit 518. Hinzu kommen die Überlastung der Krankenhäuser und eine hohe Sterblichkeit. Seit Ausbruch der Pandemie im März des Vorjahres starben in Ungarn bis einschließlich Dienstag 22.098 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion.


Ifo-Institut: Zahl der Kurzarbeiter sinkt

MÜNCHEN: In Deutschland ist die Zahl der Kurzarbeiter nach Erkenntnissen des Ifo-Instituts gesunken. Im März seien 2,7 Millionen Menschen in Kurzarbeit gewesen, teilte das Wirtschaftsforschungsinstitut am Mittwoch in München mit und berief sich auf eine eigene Schätzung. Im Februar habe die Zahl der Menschen in Kurzarbeit bei 2,9 Millionen gelegen. «Der Rückgang fand in fast allen Wirtschaftszweigen statt, insbesondere in der Industrie», kommentierte Ifo-Arbeitsmarktexperte Sebastian Link.

Darüber hinaus hätten leichte Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie auch im Handel und im Gastgewerbe zu einem Rückgang der Kurzarbeit geführt, sagte Link. Allerdings sei der Anteil der Kurzarbeiter im Gastgewerbe mit 50,8 Prozent weiter sehr hoch.

In der Industrie gibt es einen vergleichsweise geringen Anteil. Hier schätzt das Institut, dass im März 436.000 Personen in Kurzarbeit waren, was einem Anteil von 6,3 Prozent entspricht. Für Februar errechneten die Ifo-Forscher 494.000 Kurzarbeiter, was ein Anteil von 7,1 Prozent war.


Ölpreise legen zu - Hoffnung auf Konjunkturerholung

SINGAPUR: Die Ölpreise sind am Mittwoch zunächst gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 62,94 US-Dollar. Das waren 20 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 19 Cent auf 59,52 Dollar.

Am Markt wurde auf Fortschritte bei den Corona-Impfungen und damit verbundenen Hoffnungen auf eine Konjunkturerholung mit höherer Nachfrage nach Rohstoffen verwiesen. US-Präsident Joe Biden sprach von «unglaublichen Fortschritten» bei der Impfkampagne. In den USA sollen alle Erwachsenen in weniger als zwei Wochen einen Termin für eine Impfung vereinbaren können. Vor dem Hintergrund der Corona-Impfungen hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) am Vortag die Konjunkturprognose angehoben.

Außerdem wurden die Ölpreise durch die jüngste Entwicklung der Ölreserven in den USA gestützt. Am Vorabend war bekannt geworden, dass der Interessenverband American Petroleum Institute (API) in der vergangenen Woche einen Rückgang der amerikanischen Lagerbestände an Rohöl um 2,6 Millionen Barrel verzeichnet hat. Sinkende Ölreserven stützen in der Regel die Ölpreise.


Porsche plant Joint Venture für Hochleistungsbatteriezellen

STUTTGART/TÜBINGEN: Der Sportwagenbauer Porsche treibt seine Planungen für ein Joint Venture mit anderen Partnern zur Herstellung von Hochleistungsbatteriezellen voran. Das Bundeskartellamt führt ein zu diesem Zweck geplantes Gemeinschaftsunternehmen derzeit auf seiner Website in einer Liste laufender Fusionskontrollverfahren auf. An der Firma mit dem Namen Cellforce Group mit Sitz in Tübingen sollen demnach neben Porsche auch die Fraunhofer-Ausgründung Custom Cells aus Itzehoe in Schleswig-Holstein sowie der Stuttgarter Softwareentwickler P3 Group beteiligt sein. Porsche wollte sich auf Anfrage im Detail weder zum Stand der Dinge noch zu den Planungen äußern. Bis wann mit einer Freigabe durch das Kartellamt zu rechnen ist, blieb ebenfalls offen.

Dem Vernehmen nach will Porsche über die Kooperation in Tübingen Hochleistungsbatteriezellen für spezielle Sonderfahrzeuge - etwa im Bereich des Motorsports - herstellen lassen. Für seine Elektro-Serienmodelle kauft das Unternehmen anderswo Batteriezellen ein.

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