Nachrichten aus der Wirtschaft am Mittwoch

Französischer Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire während der Pressekonferenz nach seinem Treffen. Foto: epa/Tiago Petinga
Französischer Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire während der Pressekonferenz nach seinem Treffen. Foto: epa/Tiago Petinga

Mögliche Übernahme von Carrefour löst in Frankreich Unruhe aus

PARIS: Im Einzelhandel bahnt sich möglicherweise ein milliardenschwerer Zusammenschluss an. Die kanadische Alimentation Couche-Tard und der französische Supermarktkonzern Carrefour bestätigten Gespräche über eine mögliche Transaktion. Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire machte am Mittwoch allerdings schwere Bedenken geltend. Carrefour sei der wichtigste private Arbeitgeber im Land, die Eigenständigkeit Frankreichs bei der Nahrungsmittelversorgung stehe auf dem Spiel. «Auf den ersten Blick befürworte ich diese Operation nicht», sagte der Ressortchef im TV-Sender France 5.

Die Kanadier seien auf Carrefour «in freundlicher Absicht» zugekommen, bestätigte der französische Einzelhandelskonzern in Massy bei Paris. Die Gespräche seien in einem sehr frühen Stadium, hieß es ohne weitere Einzelheiten in einer zweizeiligen Stellungnahme.

Alimentation Couche-Tard hat sich in den vergangenen Jahren durch Zukäufe stetig vergrößert - zuerst in Kanada, später in den USA. Seit 2012 ist das Unternehmen in Europa vertreten. Eine Übernahme von Carrefour könnte Couche-Tards Präsenz in Europa sowie Südamerika erhöhen. Carrefour betreibt allein in Europa 2800 Supermärkte sowie gut 700 großflächige Einkaufsmärkte.


Handelsverband dringt auf Wiederaufnahme der TTIP-Verhandlungen

BERLIN: Wenige Tage vor dem Regierungswechsel in den USA setzt sich der Groß- und Außenhandelsverband BGA dafür ein, die Verhandlungen über ein transatlantisches Freihandelsabkommen wieder aufzunehmen. «Der US-Markt ist immerhin der wichtigste Exportmarkt für deutsche Unternehmen», sagte BGA-Präsident Anton Börner der «Stuttgarter Zeitung» und den «Stuttgarter Nachrichten» (Donnerstag). Die Verhandlungen über das sogenannte TTIP-Abkommen zwischen der Europäischen Union und den USA waren mit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump 2017 zum Erliegen gekommen.

Es sei aber schon einiges an Vorarbeiten geleistet worden, sagte Börner. Deshalb sei eine Unterzeichnung in der Amtszeit des künftigen Präsidenten Joe Biden realistisch. «Aber machen wir uns nichts vor, die Verhandlungen würden auch mit der neuen US-Administration nicht leicht werden», fügte der Verbandschef hinzu. Konflikte etwa um den Zugang europäischer Firmen zu öffentlichen Ausschreibungen in den USA und um den Marktzugang für US-Agrarprodukte bestünden weiterhin.


Regierungskrise in Italien: Renzi kündigt Ministerrücktritte an

ROM: Der Chef der in Italien mitregierenden Partei Italia Viva, Matteo Renzi, hat am Mittwoch die Rücktritte der beiden von seiner Partei gestellten Ministerinnen angekündigt. Dabei handelt es sich um Landwirtschaftsministerin Teresa Bellanova und Familienministerin Elena Bonetti. Wie die Nachrichtenagentur Ansa weiter berichtete, wollte auch der Staatssekretär im Außenministerium, Ivan Scalfarotto, abtreten.

Mit den Auszug der Partei Italia Viva spitzt sich die Krise der Mitte-Links-Regierung von Ministerpräsident Giuseppe Conte weiter zu. Italienische Medien vermuteten, dass Regierungschef Conte Neuwahlen vermeiden möchte. Er könnte im Parlament versuchen, andere Mehrheiten zu finden.


Chinas Zoll gibt Außenhandelszahlen für 2020 bekannt

PEKING: Im November gab es für Chinas Wirtschaft ein überraschendes Geschenk. Denn ein unerwartet starker Zuwachs der Ausfuhren hatte der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt nach der Corona-Krise einen zusätzlichen Schwung verliehen - und auch die Aussichten für die folgenden Monate schienen nicht schlecht.

An diesem Donnerstag gibt der chinesische Zoll in Peking die mit Spannung erwarteten Außenhandelszahlen für Dezember und das gesamte Jahr 2020 bekannt. Im November waren die Exporte um gut 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Somit trug der Außenhandel stärker als erwartet zur Erholung von Chinas Wirtschaft bei.

Da das bevölkerungsreichste Land der Erde das Coronavirus seit dem Sommer weitestgehend im Griff hat und nur vereinzelt Infektionen zählt, haben sich die wirtschaftlichen Aktivitäten wieder normalisiert. Während der Rest der Welt eine Rezession erlebt, dürfte China aus Sicht von Analysten als einzige große Volkswirtschaft im Jahr 2020 auch wieder ein Wachstum verzeichnet haben.


Bundesamt bilanziert Corona-Krisenjahr für deutsche Wirtschaft

FRANKFURT/WIESBADEN: Wie schnell erholt sich die deutsche Wirtschaft vom Corona-Tief? Viele Volkswirte trauen Europas größter Volkswirtschaft 2021 ein starkes Comeback mit gut vier Prozent Wachstum zu - trotz des zunächst bis Ende Januar verlängerten Lockdowns.

Im von der Pandemie geprägten Jahr 2020 stürzte die deutsche Wirtschaft in eine tiefe Rezession. Ökonomen erwarten ein Minus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen fünf und fünfeinhalb Prozent. Damit wäre die deutsche Wirtschaftsleistung ungefähr so stark geschrumpft wie während der globalen Finanzkrise 2009, als das BIP um 5,7 Prozent eingebrochen war.

Zahlen für das Gesamtjahr 2020 legt das Statistische Bundesamt an diesem Donnerstag (10.00 Uhr) vor. Im zweiten Quartal 2020 hatten zeitweise Grenzschließungen und Unterbrechungen der Lieferketten die weltweite Konjunktur ausgebremst. Die deutsche Wirtschaftsleistung sackte um 9,8 Prozent zum Vorquartal ab. Im Sommer folgte dann eine unerwartet kräftige Erholung mit plus 8,5 Prozent.

Mit einer Rückkehr der deutschen Wirtschaft zum Niveau von vor der Corona-Krise rechnen die meisten Volkswirte derzeit frühestens um die Jahreswende 2021/2022 - vorausgesetzt, dass bis dahin so viele Menschen gegen das Coronavirus geimpft sind, dass sich das Wirtschaftsleben wieder normalisiert.


Dax wenig bewegt

FRANKFURT/MAIN: Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch erneut nicht in Schwung gekommen. Am Nachmittag sank der Leitindex Dax um 0,19 Prozent auf 13.898,08 Punkte. Damit bleibt das Geschäft wie schon am Vortag träge. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen stagnierte zur Wochenmitte bei 31.188,54 Punkten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,15 Prozent auf 3606,58 Zähler. Der Euro drehte in die Verlustzone und wurde am frühen Nachmittag mit 1,2169 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,2161 Dollar festgesetzt. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,51 Prozent am Vortag auf minus 0,52 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,08 Prozent auf 145,92 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,07 Prozent auf 176,90 Punkte.


Digital-Branche erholt sich schnell vom Corona-Schock

BERLIN: Die Digitalwirtschaft in Deutschland hat sich von den negativen Folgen der Corona-Pandemie schneller erholt als die deutsche Wirtschaft insgesamt. So schrumpfte der Umsatz mit Produkten und Dienstleitungen der ITK-Unternehmen 2020 nur um 0,6 Prozent auf knapp 170 Milliarden Euro, während andere Branchen teilweise zweistellige Verluste zu beklagen hatten. Für das laufende Jahr rechnet der Branchenverband Bitkom mit einem «robusten Wachstum» in Höhe von 3,7 Prozent. Die Zahl der Arbeitsplätze in diesem Segment werde 2021 um 20.000 steigen und damit erstmals die Schwelle von 1,2 Millionen überschreiten, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung.


Neue Vattenfall-Chefin sieht Energiewende in Europa auf gutem Weg

BERLIN: Die neue Chefin des schwedischen Energie-Konzerns Vattenfall sieht die Energiewende in Europa auf einem guten Weg. «Wir sehen natürlich den regulatorischen Druck. Wir sehen aber auch die abnehmenden Kosten für fossilfreie und nachhaltige Technologien», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. «Wir sehen die steigenden Preise für CO2-Emissionen und wir sehen die steigende Nachfrage und auch den Willen, für CO2-freie Lösungen zu zahlen.» Das alles treibe die Entwicklung voran. Gleichwohl gehe nicht alles reibungslos voran.


Bußgelder und Hotline - Grüne machen bei Homeoffice Druck auf Firmen

BERLIN: In der Debatte um Homeoffice in der Pandemie wollen die Grünen im Bundestag den Druck auf Arbeitgeber erhöhen. «Dort, wo es möglich ist, müssen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber verpflichtet werden, Homeoffice zu erlauben», sagte die Fraktionsvorsitzende Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Wer von zuhause arbeiten kann und will, muss das sofort tun können.» Die Bundesregierung will beim Thema Homeoffice aber weiter auf Freiwilligkeit setzen, wie eine Sprecherin am Mittwoch in Berlin deutlich machte.


Kritik aus der Wirtschaft an Corona-Hilfen reißt nicht ab

BERLIN: Die Kritik aus der Wirtschaft an der schleppenden Umsetzung und zu viel Bürokratie bei den staatlichen Corona-Hilfen reißt nicht ab. Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Die als Bazooka-Hilfen groß angekündigten Hilfen müssen endlich bei den Betrieben ankommen und dürfen nicht von Bürokratie ausgebremst werden.» Kritik kam auch vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft, der von «leeren Versprechen» sprach.


«NYT»: Deutscher hat Passwort zu riesigem Bitcoin-Vermögen verloren

SAN FRANCISCO: Ein Programmierer in San Francisco hat der «New York Times» zufolge nur noch zwei Versuche, um das vergessene Passwort eines Bitcoin-Vermögens zu erraten, das aktuell mehr als 200 Millionen Dollar wert ist. Mit dem richtigen Passwort könnte der aus Deutschland stammende Stefan Thomas auf eine Festplatte zugreifen, die die Schlüssel zu seiner digitalen Bitcoin-Brieftasche enthält, wo 7002 Bitcoins lagern. Dem Zeitungsbericht zufolge hatte der Deutsche sie 2011 als Bezahlung für ein Video über die Digitalwährung erhalten, als diese noch wenige Euro pro Stück wert waren. Doch zehn Jahre später entspricht ein Bitcoin etwa 30.000 Euro und Thomas ist steinreich - jedenfalls theoretisch.

Der «New York Times» zufolge ließ der Programmierer die Bitcoin jahrelang unbeachtet und verlor das Papier, auf dem er das Passwort für die Festplatte geschrieben hatte. Er habe bereits acht Mal ein falsches Passwort eingegeben - bei zehnten Fehlschlag verschlüssle sich die Festplatte für immer. Er habe oft wach gelegen und über das Passwort nachgedacht - und dann sei er nach jedem gescheiterten Versuch wieder verzweifelt gewesen.

Die Geschichte des Programmierers ist ein besonders krasses Beispiel für ein Phänomen, das nach Angaben der «New York Times» viele Bitcoin-Besitzer betrifft. Laut einer Schätzung der Firma Chainalysis liegen etwa 20 Prozent aller Bitcoins - das sind weit über 100 Milliarden Euro - in digitalen Brieftaschen, deren Besitzer ihre Passwörter verloren. Da anders als bei einer herkömmlichen Bank keine Dritten Zugriff auf die Brieftasche haben, scheint das Geld ohne das Passwort verloren.

Programmierer Thomas postete den Artikel über seine Geschichte am Dienstag bei Twitter und kommentierte: «Eine schmerzhafte Erinnerung. Ich hoffe, andere können aus meinen Fehlern lernen.» Ein wenig mehr Voraussicht hätte ihm ein Jahrzehnt des Bedauerns erspart. Die Festplatte verwahrt er dem Artikel zufolge an einem sicheren Ort und wartet darauf, dass Experten eines Tages vielleicht doch eine Möglichkeit finden, komplexe Passwörter wie seines zu knacken.


Kanadier an Frankreichs Einzelhandelsgiganten Carrefour interessiert

LAVAL/MASSY: Im Einzelhandel bahnt sich möglicherweise ein milliardenschwerer Zusammenschluss an. Die kanadische Alimentation Couche-Tard und der französische Supermarktkonzern Carrefour bestätigten Gespräche über eine mögliche Transaktion. Die Kanadier seien dabei auf Carrefour «in freundlicher Absicht» zugekommen, bestätigten die Franzosen am Mittwoch in Massy bei Paris. Die Gespräche seien in einem sehr frühen Stadium, hieß es ohne weitere Einzelheiten in einer zweizeiligen Stellungnahme.

Alimentation Couche-Tard hat sich in den vergangenen Jahren durch Zukäufe stetig vergrößert - zuerst in Kanada, später in den USA. Seit 2012 ist das Unternehmen in Europa vertreten. Eine Übernahme von Carrefour könnte Couche-Tards Präsenz in Europa sowie Südamerika erhöhen. Carrefour betreibt allein in Europa 2800 Supermärkte sowie gut 700 großflächigere Einkaufsmärkte.


Hunderte Millionen für Deutschland aus Brüssel gegen Brexit-Folgen

BRÜSSEL: Deutschland kann zur Milderung der Folgen des Brexits mehr als 400 Millionen Euro von der Europäischen Union bekommen. Darauf wies die EU-Kommission am Mittwoch auf Twitter hin. Das Geld stammt aus einem fünf Milliarden Euro schweren Fonds für EU-Staaten, die vom britischen EU-Austritt besonders betroffen sind.

Es soll unter anderem Fischern zugute kommen. So können unter anderem Kurzarbeitergeld sowie Umschulungen oder Ausbildungen finanziert werden. Die Mittel können auch verwendet werden, um die neuen Grenz-, Zoll- und Warenkontrollen sicherzustellen.

Die Fünf-Milliarden-Euro-Reserve war bereits während der EU-Haushaltsverhandlungen im Sommer vereinbart worden. Die Hilfen richten sich nach dem «Grad der wirtschaftlichen Verflechtung» mit dem früheren EU-Mitglied Großbritannien, das zum Jahreswechsel auch den EU-Binnenmarkt und die Zollunion verlassen hatte. Irland könnte allein rund eine Milliarde Euro bekommen, an zweiter Stelle folgen die Niederlande mit mehr als 700 Millionen Euro.

Um das Geld zu bekommen, müssen die EU-Staaten das Geld beantragen und einen direkten Zusammenhang mit dem Brexit nachweisen. Die EU-Kommission gibt die Summen in Preisen von 2018 an. Demnach ist der deutsche Anteil 429,1 Millionen Euro. In jetzigen Preisen sind es 455,4 Millionen Euro. Das Geld soll schon dieses Jahr größtenteils als Abschlagszahlung fließen.


EU-Kommission genehmigt Übernahme von Refinitiv unter Auflagen

BRÜSSEL: Die EU-Wettbewerbshüter haben die geplante Übernahme des Finanzdatenanbieters Refinitiv durch die Londoner Börse LSE unter Auflagen genehmigt. Grundlage seien Verpflichtungen der London Stock Exchange, «die sicherstellen, dass die Märkte offen und wettbewerbsfähig bleiben», erklärte EU-Kommissarin Margrethe Vestager am Mittwoch.


Tesla gründet Niederlassung in Indien

BANGALORE: Tesla will in den indischen Markt einsteigen. Der US-Elektroautohersteller hat dazu kürzlich die Firma Tesla India Motors and Energy Private Limited als Niederlassung in Bangalore beim zuständigen Ministerium registriert, wie ein entsprechender Eintrag auf dessen Internetseite zeigt. Indiens Verkehrsminister Nitin Gadkari hatte unlängst gesagt, Tesla wolle 2021 beginnen, seine Fahrzeuge in Indien zu verkaufen und erwäge bei entsprechender Nachfrage, in dem Land zu produzieren. Tesla-Chef Elon Musk bestätigte Ende vorigen Jahres auf Twitter, dass sein Unternehmen 2021 nach Indien wolle.

In Indien, dem Land mit der zweitgrößten Bevölkerung nach China, gibt es etliche Städte mit besonders schlimmer Luftverschmutzung. Die indische Regierung hat sich ambitionierte Klimaziele gesetzt und will elektrische Fahrzeuge fördern.


Industrieproduktion unerwartet stark gestiegen - Erholung geht weiter

LUXEMBURG: Die Industrie in der Eurozone hat ihre Erholung vom schweren Corona-Einbruch den sechsten Monat in Folge fortgesetzt. Im November erhöhten die Unternehmen ihre Produktion zum Vormonat um 2,5 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in Luxemburg mitteilte. Analysten hatten im Schnitt nur einen leichten Zuwachs um 0,2 Prozent erwartet.

Außerdem war die Produktion im Oktober stärker gestiegen als bisher bekannt. Das Statistikamt revidierte den Zuwachs im Monatsvergleich nach oben, von zuvor 2,1 Prozent auf nunmehr 2,3 Prozent.

Der Produktionszuwachs zeigte sich im November vor allem bei der Herstellung von Investitionsgütern, die im Monatsvergleich um 7,0 Prozent zulegten. Die Produktion von Vorleistungsgütern stieg um 1,5 Prozent.

Wie schwer die Corona-Krise die Industrie im Frühjahr getroffen hatte, zeigt der Jahresvergleich. Im November wurde 0,6 Prozent weniger produziert als ein Jahr zuvor. Auch hier wurden die Erwartungen von Analysten deutlich übertroffen. Die Daten zeigen erneut, dass die Industrie wesentlich besser aus der Krise gekommen ist als der Dienstleistungssektor, der unter neuen Corona-Beschränkungen leidet.


VW-Konzern liefert 2020 spürbar weniger aus - aber Plus bei E-Autos

WOLFSBURG: Die Corona-Krise hat den Verkäufen des Volkswagen-Konzerns im vergangenen Jahr einen kräftigen Dämpfer verpasst - bei E-Fahrzeugen geht es aber voran. Insgesamt sanken die Auslieferungen der weltgrößten Autogruppe um 15,2 Prozent auf rund 9,3 Millionen Fahrzeuge. Dies teilte VW am Mittwoch mit, nachdem die Kernmarke und einzelne Töchter schon Einzelheiten bekanntgegeben hatten. Deutliche Zuwächse gab es bei Autos mit alternativen Antrieben: Für reine Elektrofahrzeuge meldete der Konzern 2020 mehr als eine Verdreifachung auf knapp 232.000 Stück, bei Plug-in-Hybriden eine Steigerung um 175 Prozent auf über 190.000 Exemplare.


Supermärkte: Brexit gefährdet Lebensmittelversorgung in Nordirland

LONDON/BELFAST: Mehrere britische Supermarktketten haben vor weiteren Schwierigkeiten bei der Lebensmittelversorgung in Nordirland wegen des Brexits gewarnt. In einem Brief an Staatsminister Michael Gove forderten die Chefs von Tesco, Sainsbury's, Asda und anderen, eine bestehende Übergangsregelung mit vereinfachten Kontrollen über das erste Quartal hinaus zu verlängern. Ansonsten könne es zu «erheblichen Störungen» in der Lebensmittelversorgung in Nordirland kommen, hieß es in dem Schreiben.

Großbritannien hatte den EU-Binnenmarkt und die Europäische Zollunion zum Jahreswechsel endgültig verlassen. Seitdem gibt es vermehrt Schwierigkeiten im Handel wegen Zollvorschriften, Bestimmungen zur Lebensmittelsicherheit und zur Mehrwertsteuer.

Vor allem Nordirland ist stark betroffen. Dort gab es bereits Klagen über leere Supermarktregale. Die Provinz ist zwar Teil des Vereinigten Königreichs, wird aber laut Austrittsabkommen nach den Regeln der EU-Zollunion und des Binnenmarkts behandelt. Damit soll eine harte Grenze zum EU-Mitglied Republik Irland und ein Wiederaufflammen des Nordirland-Konflikts verhindert werden.


Höchststände bei Ölpreisen seit elf Monaten

SINGAPUR: Die Ölpreise haben am Mittwoch ihren Höhenflug der vergangenen Handelstage fortgesetzt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent stieg am Morgen bis auf 57,42 US-Dollar und ein Fass US-Öl der Sorte WTI erreichte 53,93 Dollar. Das sind jeweils die höchsten Stände seit Februar 2020. In den vergangenen Handelstagen waren immer wieder Höchststände erreicht worden.

Nach dem Hoch am frühen Morgen fielen die Preise wieder etwas zurück. Nordsee-Öl wurde zuletzt bei 57,19 Dollar gehandelt. Das waren 61 Cent mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 52 Cent auf 53,73 Dollar.

Marktbeobachter sprachen von der längsten Phase mit steigenden Ölpreisen seit fast zwei Jahren. Als Grund für den aktuellen Preisanstieg wird auf die Entwicklung der Ölreserven in den USA verwiesen. Am Vorabend war bekannt geworden, dass der Interessenverband American Petroleum Institute (API) in der vergangenen Woche einen Rückgang der Lagerbestände an Rohöl um 5,8 Millionen Barrel verzeichnet hat.

Sinkende Ölreserven können ein Hinweis auf eine stärkere Nachfrage oder ein zu geringes Angebot sein und stützen in der Regel die Ölpreise. Am Nachmittag werden die offiziellen Daten der US-Regierung zu den Ölreserven erwartet. Diese werden am Markt stark beachtet und könnten für neue Impulse bei den Ölpreisen sorgen.


Euro kaum verändert knapp über 1,22 US-Dollar

FRANKFURT/MAIN: Der Euro ist am Mittwoch zunächst nahezu auf der Stelle getreten. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung zu 1,2213 US-Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag etwas niedriger auf 1,2161 Dollar festgesetzt.

Damit konnte der Euro die Kursgewinne vom Dienstag halten, als eine Dollar-Schwäche der Gemeinschaftswährung im Gegenzug Auftrieb verliehen hatte. Zuvor stoppten die Renditen von US-Staatsanleihen ihren jüngsten starken Anstieg und waren wieder ein Stück weit gesunken. In den vergangenen Tagen stand die Entwicklung am Markt für US-Staatsanleihen besonders im Fokus der Finanzmärkte.

Derzeit werden amerikanische Staatsanleihen mit vergleichsweise hohen Renditen gehandelt. Grund ist unter anderem die Hoffnung auf eine weitere starke wirtschaftliche Erholung in den USA, nachdem der designierte US-Präsident Joe Biden zur Bekämpfung der Corona-Krise eine deutliche Erhöhung der Staatsausgaben angekündigt hatte.

Im weiteren Tagesverlauf bleibt das Interesse der Anleger auf die Entwicklung in den USA gerichtet. Am Nachmittag werden Daten zu den Verbraucherpreisen in der größten Volkswirtschaft der Welt erwartet und am Abend steht der Konjunkturbericht der US-Notenbank Fed auf dem Programm.


Nach Bauern-Streik: Argentiniens Regierung hebt Exportstopp auf

BUENOS AIRES: Nach einem zweitägigen Streik argentinischer Bauern hat die Regierung in Buenos Aires die erst kürzlich verhängten Exportbeschränkungen für Mais wieder aufgehoben. Bei einem Gespräch mit den Agrarverbänden sei eine Einigung erzielt worden, teilte das Landwirtschaftsministerium am Dienstag mit. Aus Protest gegen die Beschränkungen für den Ausfuhr von Mais hatten die argentinischen Bauern seit Montag überhaupt kein Getreide mehr verkauft.

Zunächst hatte die Regierung den Export von Mais bis Anfang März komplett untersagt. Damit wollte sie die Versorgung des Binnenmarktes sicherstellen. Später lenkte die Regierung ein und genehmigte die Ausfuhr von bis zu 30.000 Tonnen Mais pro Tag. Nach der Einigung vom Dienstag ist der Export nun grundsätzlich wieder freigegeben. Allerdings sollen die Erntemenge, Reserven und Exporte ständig überprüft und in Einklang gebracht werden.

Die Landwirtschaft ist ein bedeutender Wirtschaftssektor in Argentinien. Mais ist das drittwichtigste Exportprodukt des südamerikanischen Landes. 2019 exportierte Argentinien Mais im Wert von über sechs Milliarden US-Dollar.

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