Nachrichten aus der Wirtschaft am Freitag

Foto: Freepik
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USA kaufen weitere 200 Millionen Impfdosen von Biontech und Pfizer

WASHINGTON: Die USA kaufen weitere 200 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs der Hersteller Biontech und Pfizer. Damit treffe die Regierung Vorbereitungen für die Impfung jüngerer Kinder und möglicherweise nötige Auffrischungsimpfungen für Erwachsene, erklärte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, am Freitag in Washington. «Wir bereiten uns auf alle Möglichkeiten vor.»

Gut die Hälfte der Dosen soll bis zum Jahresende geliefert werden, der Rest bis April 2022, wie das US-Pharmaunternehmen Pfizer erklärte. Damit seien von der US-Regierung bislang 500 Millionen Dosen bestellt worden. Washington hatte sich vergangenes Jahr Optionen für die Bestellung von bis zu 600 Millionen Dosen gesichert.

Zusätzlich hat die US-Regierung 500 Millionen Dosen bestellt, die an andere Länder abgegeben werden sollen. Sie hat bereits damit begonnen, Impfdosen der Hersteller Moderna, Johnson & Johnson, Astrazeneca und Pfizer/Biontech zu verschicken. Allein in dieser Woche seien 22 Millionen Dosen verschickt worden, sagte Psaki.

Die USA haben genügend Impfstoff für die eigene Bevölkerung von 330 Millionen Menschen. Bislang können dort alle Menschen ab 12 Jahren geimpft werden. Die Impfkampagne hat zuletzt jedoch an Schwung verloren.


Bundesbankpräsident hält EZB-Beschlüsse für zu weitgehend

FRANKFURT/MAIN: Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat gegen die geldpolitischen Beschlüsse des EZB-Rats am Donnerstag gestimmt. Ihm sei «die potenziell zu lange Fortschreibung des Niedrigzinsumfelds zu weitgehend», sagte er der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» in einem am Freitag veröffentlichten Interview. Es herrsche im EZB-Rat aber Einigkeit, «dass eine expansive Geldpolitik derzeit angemessen ist».

Die Notenbank strebt inzwischen für die 19 Staaten des Euroraums mittelfristig eine jährliche Teuerungsrate von zwei Prozent an - und das möglichst über einen längeren Zeitraum. Dabei nimmt sie auch in Kauf, die Inflation vorübergehend moderat über dem Zielwert liegt. Zuvor lag das EZB-Inflationsziel bei «unter, aber nahe zwei Prozent».

Vor Weidmann hatte bereits der belgische Notenbankchef Pierre Wunsch gesagt, ihm gehe das neue Zinsversprechen der Notenbank zu weit. Es sorge sich um die Glaubwürdigkeit, sagte er dem Fernsehsender CNBC. «Ich weiß nicht, ob es angemessen sein wird, in drei, vier, fünf oder sieben Jahren noch negative Zinsen zu haben.»

Weidmann rechnet unterdessen zunächst mit einer stark steigenden Inflationsrate. «Meine Fachleute erwarten etwa für Deutschland zum Jahresende 2021 Raten, die in Richtung fünf Prozent gehen könnten.» Hier seien aber vor allem vorübergehende Effekte am Werk. Längerfristig müsse man die unterschiedlichen Faktoren dennoch genau im Auge behalten. Weidmann betonte, dass er im neuen Inflationsziel der EZB von zwei Prozent, das in der neuen Notenbank-Strategie festgelegt wurde, «weder eine Verschiebung hin zu deutlich höheren Inflationsraten noch einen dramatischen Kurswechsel» sieht.


EZB-Aufseher lassen Dividendenstopp für Banken auslaufen

FRANKFURT/MAIN: Das Ende des Dividendenstopps für Banken in der Eurozone rückt näher. Die Empfehlung für die Institute, ihre Dividenden zu begrenzen, werde nicht über den September hinaus verlängert, teilte die Europäische Zentralbank am Freitagabend mit. Stattdessen würden die Aufseher die Kapital- und Ausschüttungspläne der Geldhäuser im Zuge ihres regulären Aufsichtsprozesses überprüfen. Banken sollten aber bei Entscheidungen über Dividenden und Aktienrückkäufe vorsichtig sein und Kreditrisiken nicht unterschätzen.

Als Grund für das Auslaufen des Dividendenstopps gab die EZB die Konjunkturerholung im Euroraum sowie eine gesunkene Unsicherheit an, die sich auch auf die Widerstandsfähigkeit der Bankbilanzen auswirke. Die deutsche Finanzaufsicht Bafin begrüßte die Entscheidung.

Der Chef der EZB-Bankenaufsicht, Andrea Enria, hatte den Schritt bereits Anfang Juli in Aussicht gestellt. Angesichts des angespannten wirtschaftlichen Umfeldes in Folge der Pandemie hatte die EZB die Banken im Euroraum aufgefordert, keine Dividenden auszuschütten und auf Aktienrückkäufe zu verzichten. Auch bei Bonuszahlungen mahnten die Aufseher zu größtmöglicher Zurückhaltung. Die EZB beaufsichtigt die größten Banken und Bankengruppen im Euroraum direkt. Derzeit sind dies 114 Institute.


Israel bekommt Entschädigungen nach Ölkatastrophe im Februar

LONDON/TEL AVIV: Nach einer verheerenden Verschmutzung der Küsten durch eine große Menge an Öl im Februar hat Israel finanzielle Entschädigungen durch einen internationalen Hilfsfonds zugesichert bekommen. Das bestätigten die sogenannten International Oil Pollution Compensation Funds mit Sitz in London am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Die Höhe der Entschädigung blieb zunächst allerdings offen.

Im Februar hatten große Ölmengen die Küsten Israels und des Libanons stark verschmutzt, besonders betroffen war die Tierwelt. Experten sprachen von der schlimmsten Umweltkatastrophe in Israel seit langem. Die Säuberungsarbeiten an den Stränden könnten aus ihrer Sicht noch Jahre dauern.

Israel begrüßte die Entscheidung. Umweltschutzministerin Tamar Sandberg von der linken Meretz-Partei sagte: «Israel wird für die Teerkatastrophe nach dem Prinzip «Der Verschmutzer zahlt» entschädigt.» Der Schaden an der Meeresumwelt und an den Tieren sei groß gewesen. «Und der Vorfall unterstreicht unsere Position: Besser Schäden am Ursprung vermeiden und schnell zu erneuerbaren Energien zu wechseln, statt Rohöl auf dem Meer zu transportieren.»


Reiseverband: Spanien-Entscheidung macht Urlaubspläne zunichte

BERLIN: Der Reiseverband DRV hat die Entscheidung der Bundesregierung kritisiert, Spanien vom 27. Juli an als Corona-Hochinzidenzgebiet einzustufen. Dies mache mitten in der Ferienzeit «zahlreichen Reisenden und insbesondere vielen Familien mit Kindern die Urlaubspläne zunichte», sagte DRV-Präsident Norbert Fiebig. Die von der Corona-Krise hart getroffene Reisewirtschaft befürchtet, dass eine drohende Quarantäne Menschen verunsichert, die gerade im Urlaub sind oder kurz davor stehen.


Knappes Material und hohe Preise am Bau

WIESBADEN: Auf den Baustellen in Deutschland läuft es derzeit nicht rund. Zwar haben die Firmen im Mai so viele Aufträge erhalten wie noch nie zuvor in diesem Monat, doch können sie gleichzeitig die laufende Arbeit nur unter Schwierigkeiten erledigen. Knappe und teure Vorprodukte wie zum Beispiel Bauholz, Stahl oder Bitumen verzögerten die Projekte und drückten auf den aktuell zu realisierenden Umsatz, erklärte der Hauptverband der Bauindustrie.


Bahn will größte Schäden nach Flut bis Jahresende beheben

BERLIN: Nach der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind die Aufräumarbeiten auch bei der Deutschen Bahn in vollem Gange: Der Konzern ist zuversichtlich, dass bis Ende des Jahres die größten Schäden behoben werden können und der Verkehr wieder weitgehend normal läuft. In manchen Regionen, vor allem in Rheinland-Pfalz, könnte es hingegen länger dauern.


Falschgeldzahlen in Deutschland und Europa weiter gesunken

FRANKFURT/MAIN: Die Corona-Einschränkungen in Handel und Gastronomie haben die Falschgeldzahlen im ersten Halbjahr 2021 weiter gedrückt. Sowohl in Deutschland als auch in Europa sank die Anzahl der sichergestellten Blüten, wie die Deutsche Bundesbank mitteilte. Auch die Schadenssumme wurde kleiner.


Ukraine beantragt Konsultationen zu Nord-Stream-2-Deal

BRÜSSEL: Die Ukraine hat wegen des deutsch-amerikanischen Deals zur Gaspipeline Nord Stream 2 Konsultationen auf EU-Ebene beantragt. Wie eine Sprecherin der EU-Kommission am Freitag mitteilte, beruft sich das Land dabei auf die Artikel 274 und 338 des 2014 geschlossenen Assoziierungsabkommens. In ihnen ist unter anderem festgelegt, dass sich die Vertragsparteien bemühen, sich bezüglich der Entwicklung der Gasfernleitungsinfrastrukturen «gegebenenfalls gegenseitig zu konsultieren oder abzustimmen». Zudem heißt es dort: «Die Vertragsparteien arbeiten in Fragen, die den Handel mit Erdgas, die Nachhaltigkeit und die Versorgungssicherheit betreffen, zusammen.»

Im jahrelangen Streit um die deutsch-russische Ostseepipeline hatten Berlin und Washington am Mittwoch einen Durchbruch verkündet, der eine Fertigstellung der Gasleitung ermöglichen soll. In Ländern wie der Ukraine und Polen stößt die Einigung allerdings auf Kritik. Die beiden Länder warnten am Donnerstag, die Vereinbarung habe eine «politische, militärische und energietechnische Bedrohung für die Ukraine und Mitteleuropa geschaffen». Zugleich erhöhe sie das Potenzial, dass Russland die Sicherheitslage in Europa weiter destabilisiere. Die bisherigen Vorschläge reichten nicht, «um die Bedrohungen durch Nord Stream 2 wirksam einzudämmen».

Die beinahe fertiggestellte Ostseepipeline soll russisches Gas nach Deutschland bringen - unter Umgehung der Ukraine, die auf die Einnahmen aus dem Gas-Transit angewiesen ist. Die USA hatten Nord Stream 2 jahrelang kritisiert und sind weiter gegen das Projekt, wollen nun aber auf weitere Sanktionen verzichten. Die Einigung sieht unter anderem vor, dass der Ukraine dabei geholfen werden soll, dass sie ein Gas-Transitland bleibt. Zudem muss Russland mit Sanktionen rechnen, sollte es die Abhängigkeit anderer Länder von Energielieferungen als Druckmittel einsetzen.

Ob dem Wunsch der Ukraine nach Konsultationen nachgekommen wird, blieb am Freitag zunächst unklar. Man erörtere den Antrag derzeit intern, sagte die Sprecherin.


Energiekonzerne prüfen Wasserstofferzeugung in der Nordsee

ESSEN: Mehrere europäische Energiekonzerne prüfen den Bau von Anlagen zur Produktion von grünem Wasserstoff in der Nordsee. Geplant sei eine Elektrolyseurleistung von rund 300 Megawatt, mit der ab 2028 bis zu 20.000 Tonnen grünen Wasserstoffs pro Jahr auf See erzeugt werden sollen, teilte der Essener RWE-Konzern am Freitag mit. Bis 2035 könnten dann 10 Gigawatt Elektrolysekapazität installiert und der Wasserstoff über eine erweiterte Leitung zum deutschen Festland transportiert werden.

Das Projekt «AquaSector» solle zeigen, dass die Produktion von Wasserstoff auf See und der Transport über eine Leitung deutliche wirtschaftliche Vorteile habe. Die Pipeline könne fünf Gleichstromleitungen ersetzen, die gebaut werden müssten, wenn der Strom zu Wasserstofferzeugung an Land transportiert werde. An dem Projekt sind neben RWE, Shell, das norwegische Energieunternehmen Equinor und der niederländische Gasnetzbetreiber Gasunie beteiligt. Als erster Schritt ist den Angaben zufolge eine detaillierte Machbarkeitsstudie geplant.


Kreditkarten-Riese American Express mit Gewinnsprung

NEW YORK: Die fortschreitende wirtschaftliche Erholung von der Corona-Krise hat dem US-Kreditkartenkonzern American Express zu deutlich mehr Gewinn verholfen. Im zweiten Quartal verdiente das Unternehmen unterm Strich 2,3 Milliarden Dollar (2,0 Mrd Euro), wie es am Freitag mitteilte. Vor einem Jahr hatten hohe Belastungen durch die Pandemie das Ergebnis auf 257 Millionen Dollar einbrechen lassen. American Express hatte damals viel Geld für drohende Kreditausfälle zurückgestellt. Jetzt konnte ein großer Teil der Risikovorsorge wieder aufgelöst werden, wovon die Bilanz stark profitierte.

Doch auch das Tagesgeschäft lief wieder deutlich besser: Die konzernweiten Erlöse kletterten um 33 Prozent auf 10,2 Milliarden Dollar. Im Juni übertrafen die Ausgaben der Kreditkartenkunden laut Vorstandschef Stephen Squeri schon wieder das Niveau von vor der Corona-Krise. In den Vorquartalen hatte American Express noch starke Abstriche machen müssen, etwa da lukrative Hotel- und Flugbuchungen wegen des von der Pandemie lahmgelegten Reiseverkehrs wegfielen. Nun übertraf der Geschäftsbericht die Erwartungen der Analysten klar. Das kam bei Anlegern gut an - die Aktie stieg vorbörslich deutlich.


Northvolt-Chef: Europa braucht 15 Fabriken für E-Auto-Batterien

STOCKHOLM: Der schwedische Batteriehersteller Northvolt erwartet durch den Boom bei E-Autos einen immens wachsenden Bedarf an Batteriezellen. «Ich denke, bis 2030 werden wir möglicherweise eine Gesamtkapazität von 3000 Gigawattstunden weltweit benötigen. Allein in Europa könnten dann mehr als 800, vielleicht 1000 Gigawattstunden notwendig sein», sagte Firmenchef Peter Carlsson der Branchenzeitung «Automobilwoche». «Das heißt, wir brauchen 15, vielleicht 20 wirklich große Fabriken in Europa.»

Dafür müsse eine Menge Geld investiert werden, fügte Carlsson hinzu. Der Aufbau einer Produktion für Autobatterien mit einer elektrischen Gesamtenergie von einer Gigawattstunde koste heute rund 100 Millionen US-Dollar. «Wenn man das auf 1000 Gigawattstunden hochrechnet, sind das richtige große Investitionen.»

In der jüngsten Finanzierungsrunde habe sich Northvolt 2,75 Milliarden US-Dollar beschafft. «Das gibt uns die Feuerkraft, unsere Pläne umzusetzen», sagte Carlsson. Ende des Jahres will Northvolt die Produktion der ersten acht Gigawattstunden in Betrieb nehmen, nächstes Jahr sollen dann weitere acht Gigawattstunden folgen. «Es wird dann zwölf bis 18 Monate dauern, um das voll hochzufahren.» Bis Anfang 2025 soll die Produktion auf 60 Gigawattstunden erhöht werden, genug für 800.000 bis eine Millionen Fahrzeuge.


Chip-Probleme für VW in China: Noch Probleme, aber Besserung erwartet

WOLFSBURG/PEKING: Die schmerzhaften Einbußen wegen fehlender Elektronik-Chips dürften den Volkswagen-Konzern auch im wichtigsten Markt China noch eine Weile beschäftigten - es soll aber bald Besserung in Sicht sein. «Das wird in den kommenden Monaten sicher ein Thema bleiben», sagte China-Chef Stephan Wöllenstein.


Libanons Ärzte warnen vor Folgen des Treibstoffmangels in Kliniken

BEIRUT: Angesichts des Kraftstoffmangels im Land sehen Ärzte im Libanon das Leben ihrer Patienten in Gefahr. «Den meisten Krankenhäusern im ganzen Land geht der Treibstoff aus und einige haben nur noch Vorräte für maximal ein paar Tage», sagte Suleiman Harun, Chef des Verbands privater Krankenhäuser, der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Einige kleinere Kliniken nehmen demnach bereits keine neuen Patienten mehr auf.

Der Gesundheitssektor versuche in Zusammenarbeit mit den Behörden händeringend Kraftstoff für den Betrieb der Generatoren zu beschaffen, um eine Katastrophe in den Krankenhäusern zu vermeiden. Doch nicht nur der Weiterbetrieb der lebensrettenden Gerätschaften treibt die Mediziner um - auch der Mangel an Personal. Nach Angaben der libanesischen Ärztegemeinschaft haben in der Wirtschaftskrise bereits rund 1200 Ärzte das Land verlassen. Der Libanon hat rund sechs Millionen Einwohner.

Das kleine Land am Mittelmeer erlebt seit fast zwei Jahren eine der schwersten Wirtschafts- und Finanzkrisen seiner Geschichte. Die Landeswährung, die libanesische Lira, hat mehr als 90 Prozent ihres Wertes verloren. Mehr als 60 Prozent der Bevölkerung lebt mittlerweile in Armut. Wegen eines Versorgungsmangels bilden sich vor Tankstellen regelmäßig lange Schlangen. In Apotheken fehlt es an Medikamenten. Täglich müssen die Menschen über Stunden ohne Strom auskommen. Haushalte, Unternehmen und auch Krankenhäuser sind deshalb auf private Generatoren angewiesen.

Zugleich hat der Libanon keine handlungsfähige Regierung, da sich die maßgeblichen politischen Kräfte seit Monaten nicht auf ein neues Kabinett einigen können. Deutschland, andere westliche Staaten und der Internationale Währungsfonds (IWF) wollen dem Libanon aber erst dann Hilfe geben, wenn die Regierung weitreichende Reformen beschließt. Die politische Elite sieht sich zudem seit langem massiven Korruptionsvorwürfen ausgesetzt.


Mehr Zahlungen ohne Bargeld im Euroraum im Corona-Krisenjahr

FRANKFURT/MAIN: Der Trend zum Bezahlen ohne Scheine und Münzen hat in der Corona-Krise im Euroraum einen weiteren Schub erhalten. Im vergangenen Jahr wurden fast 102 Milliarden Zahlungen (Vorjahr: 98 Mrd) im gemeinsamen Währungsraum bargeldlos abgewickelt, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitag mitteilte. Der Gesamtwert der Transaktionen stieg gegenüber dem Vorjahr um 8,7 Prozent auf gut 167 Billionen Euro.

Fast die Hälfte (47 Prozent) der bargeldlosen Transaktionen waren Kartenzahlungen, jeweils fast ein Viertel machten Überweisungen (23 Prozent) und Lastschriften (22 Prozent) aus. Der Rest waren nach EZB-Angaben unter anderem elektronische Zahlungsmittel wie zum Beispiel Apple Pay oder Google Pay.

In Zeiten der Corona-Pandemie gilt etwa das kontaktlose Bezahlen an der Ladenkasse als besonders hygienisch. Denn Kunden müssen dabei ihre Kreditkarte oder Girocard nicht in ein Gerät einschieben. Die Daten werden stattdessen verschlüsselt übermittelt, wenn die Karte vor das Lesegerät gehalten wird. Bei geringen Beträgen ist nicht einmal die Eingabe der Geheimnummer (PIN) nötig.

Innerhalb des Euroraumes gibt es allerdings weiterhin große Unterschiede bei der Nutzung der wichtigsten Zahlungsdienste. So weist Portugal den Angaben zufolge mit rund 70 Prozent den höchsten nationalen Prozentsatz für Kartenzahlungen aus. Bei den Überweisungen war der Anteil der Slowakei mit etwa 38 Prozent am höchsten, in Deutschland ist der Anteil von Lastschriften mit gut 44 Prozent besonders hoch.


Autobauer Volvo Cars macht mehr Geschäft als vor der Corona-Krise

GÖTEBORG: Der zum chinesischen Geely-Konzern gehörende schwedische Autobauer Volvo hat im ersten Halbjahr dank der Markterholung mehr Umsatz und Gewinn gemacht als vor der Krise. Der Umsatz kletterte gegenüber dem pandemiebedingt sehr schwachen Vorjahreszeitraum dank gestiegener Verkäufe um ein gutes Viertel auf 141,1 Milliarden schwedische Kronen (13,8 Mrd Euro), wie das Unternehmen am Freitag in Göteborg mitteilte. Das ist auch mehr, als die Schweden in den ersten sechs Monaten 2019 vor der Corona-Krise erlöst hatten.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag bei 13,2 Milliarden Kronen, was einer operativen Marge von 9,4 Prozent entspricht. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 9,6 Milliarden Kronen, bei dem auch ein positiver Bewertungseffekt der Elektro-Luxustochter Polestar zum Tragen kam. Vor einem Jahr hatte Volvo wie die meisten Autohersteller rote Zahlen geschrieben.

Zum angedachten Börsengang gab es zunächst keine Neuigkeiten. Eine endgültige Entscheidung hänge von den Marktbedingungen ab, und es gebe keine Sicherheit für ein Listing, hieß es. Die Chinesen von Geely hatten Volvo Cars 2010 für 1,8 Milliarden Dollar vom US-Autokonzern Ford übernommen. Der Autobauer Volvo Cars ist seit Jahrzehnten vom schwedischen Nutzfahrzeughersteller Volvo AB getrennt, an dem Geely allerdings auch beteiligt ist. Geely-Eigentümer Li Shufu ist zudem größter Einzelaktionär des deutschen Daimler-Konzerns mit einem Anteil von rund 9,7 Prozent.


Anteil an E-Auto-Neuzulassungen in der EU in einem Jahr verdoppelt

BRÜSSEL: Der Anteil an reinen Elektro-Autos bei den Neuzulassungen in der EU hat sich innerhalb eines Jahres verdoppelt. Fuhren im zweiten Jahresviertel vergangenen Jahres noch 3,5 Prozent der neuzugelassenen Autos europaweit mit Batterie, waren es in diesem Jahr bereits 7,5 Prozent. Das teilte der europäische Herstellerverband Acea am Freitag in Brüssel mit. Gleichzeitig sank der Marktanteil bei Benzinern und Dieselfahrzeugen. Zusammen kamen die beiden Antriebsformen noch auf etwa 62 Prozent unter den Neuzulassungen im zweiten Quartal, im Vorjahreszeitraum waren es noch mehr als 80 Prozent.

Zunehmend gefragt sind auch Hybrid-Autos, deren Anteil beträgt mittlerweile unter den Neuzulassungen in der EU knapp 20 Prozent. Sie machen den größten Teil alternativ betriebener Antriebe in der EU aus.

Insgesamt erholt sich der europäische Automarkt weiter von der Corona-Krise. Unabhängig von der Antriebsform sind zwischen April und Ende Juni die Neuzulassungen durch die Bank gestiegen - im Vergleich zum pandemiebedingt schwachen Vorjahresquartal. Dabei zieht die Zahl der alternativen Antriebe unter den Neuzulassungen allerdings deutlich schneller an mit meist dreistelligen Wachstumsraten. Die Neuzulassungen bei Benzinern und Diesel-Autos sind innerhalb eines Jahres dagegen nur um 25 beziehungsweise knapp 8 Prozent gestiegen.


Ölpreise geben leicht nach

SINGAPUR: Die Ölpreise sind am Freitag im frühen Handel leicht gefallen. Auf Wochensicht tendieren die Preise jedoch stabil. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 73,57 US-Dollar. Das waren 22 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 19 Cent auf 71,72 Dollar.

Nach deutlichen Preisabschlägen zu Wochenbeginn und Aufschlägen im Wochenverlauf liegen die Ölpreise aktuell in etwa dort, wo sie vor einer Woche notiert haben. Zugleich liegen sie klar unter ihren Anfang Juli erreichten mehrjährigen Höchstständen.

Für Belastung hatte zuletzt die rapide Verbreitung der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus gesorgt. Die Ausbreitung in vielen Ländern lässt Ängste vor neuen Beschränkungen des öffentlichen Lebens aufkommen, die auf der wirtschaftlichen Entwicklung und der Rohölnachfrage lasten würden.

Zugleich sorgten die im Verlauf der Woche erholten Aktienkurse auch am Ölmarkt für Zuversicht.


Euro stabil unter 1,18 US-Dollar

FRANKFURT/MAIN: Der Euro hat sich am Freitag im frühen Handel kaum verändert. Am Morgen kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1770 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag auf 1,1775 Dollar festgesetzt.

Vor dem Wochenende stehen einige beachtenswerte Konjunkturdaten auf dem Programm. In der Eurozone, Großbritannien und den USA veröffentlichen die Marktforscher von Markit ihre monatlichen Einkaufsmanager-Indizes. Die Umfrage unter leitenden Angestellten gibt einen Eindruck über die Verfassung der Wirtschaft. In den vergangenen Monaten hatten sich die Indikatoren angesichts der konjunkturellen Erholung vom Corona-Schock stark aufgehellt.

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