Nachrichten aus der Wirtschaft am Freitag

US-Präsident Joe Biden verlässt das Weiße Haus in Richtung Camp David. Foto: epa/Tasos Katopodis
US-Präsident Joe Biden verlässt das Weiße Haus in Richtung Camp David. Foto: epa/Tasos Katopodis

Biden: Winden uns immer noch aus wirtschaftlichem Kollaps heraus

WASHINGTON: US-Präsident Joe Biden sieht die amerikanische Wirtschaft trotz enttäuschender Arbeitsmarktzahlen auf dem richtigen Weg. «Wir wussten, dass dies kein Sprint, sondern ein Marathon sein wird», sagte Biden am Freitag im Weißen Haus. «Wir sind immer noch dabei, uns aus einem wirtschaftlichen Kollaps herauszuwinden.» Die Lage werde sich weiter verbessern. Der Arbeitsmarktbericht vom Freitag zeige aber auch, dass die USA noch einen weiten Weg vor sich hätten, um die durch die Corona-Pandemie ausgelöste Krise zu überwinden.

Die Beschäftigung stieg im April deutlich weniger stark als erwartet. Außerhalb der Landwirtschaft kamen nach Angaben des US-Arbeitsministeriums 266.000 Stellen hinzu. Experten hatten mit einem Zuwachs von einer Million Jobs gerechnet. Die Arbeitslosenquote lag bei 6,1 Prozent und damit um 0,1 Prozentpunkte höher als im Vormonat. Experten waren von einem Rückgang auf 5,8 Prozent ausgegangen.


Pizza-Automat spaltet kulinarische Meinung in Rom

ROM: Pizza rund um die Uhr: In Italiens Hauptstadt Rom spaltet der Pizza-Automat «Mr. Go» die Gemüter über den italienischen Fastfood-Klassiker. Seit gut einem Monat steht der rote Automatik-Pizzabäcker im Stadtteil Nomentano nordöstlich des Hauptbahnhofes. 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche verspricht «Mr. Go» vier verschiedene Pizzen zwischen 4,50 bis 6 Euro mit «frischen Zutaten» in nur drei Minuten. Ungefähr 900 Stück seien bereits verkauft worden, sagt Massimo Bucolo, der die Idee entwickelte.

Mit seinem Automaten will Bucolo nicht mit der beinahe heiligen Tradition der Pizza in Italien konkurrieren, mit der meist auch ein eifrig knetender Pizzabäcker und ein Steinofen verbunden sind. Der Legende nach hatte Raffaele Esposito im Jahr 1889 in Neapel die erste Pizza gebacken. Diese sollte er auf Geheiß von König Umberto I. dessen Frau Margherita servieren. Belegt mit grünem Basilikum, weißem Mozzarella und roten Tomaten symbolisierte sie die Farben der italienischen Flagge. Bis heute zählt diese als Pizza Margherita bekannte Variante zu den beliebtesten.

Das, was nach drei Minuten aus «Mr. Go» kommt, sei «ein anderes Produkt» und mit einer Pizza nicht vergleichbar, denn auch wegen der Zubereitungszeit gehe man natürlich Kompromisse ein, sagt Bucolo. Der Automat sei für Menschen, die wenig Zeit hätten und nicht unbedingt mit anderen Leuten irgendwo sitzen wollten. Außerdem sei er auch spät offen, wenn sonst alles zu habe, und er mache Pizzen ohne Ende.

«Ich hoffe mal, dass sie schmeckt», sagt eine Mutter, die mit ihrem Sohn am Freitagnachmittag vorbeikommt, um sich das erste Mal eine Automaten-Pizza zu holen. Sie seien neugierig gewesen. Natürlich hat «Mr. Go» schon auf sozialen Medien die Runde gemacht. Ein anderer Kunde, Maurizio, habe ein Video davon gesehen und wollte nun auch das Produkt testen. In Online-Rezensionen lobten viele die Idee, fanden jedoch auch harsche Worte für die Drei-Minuten-Pizza: «Durchgefallen! Leute, lasst uns nicht mit Pizza herumscherzen», schrieb ein Nutzer.


Dax nach US-Jobbericht nur leicht gebremst

FRANKFURT/MAIN: Die Anleger am deutschen Aktienmarkt sind am Freitag mutiger geworden. Der Dax legte zuletzt um 0,83 Prozent auf 15.323,34 Punkte zu. Sein im April erreichtes Rekordhoch bei etwas über 15.500 Punkten bleibt weiterhin in erreichbarer Nähe. Der MDax stieg um 0,52 Prozent auf 32.466,89 Punkte. Der Eurozonen-Index EuroStoxx gewann 0,25 Prozent. Der Euro stieg und wurde am frühen Nachmittag mit 1,2137 US-Dollar gehandelt. Die Europäischen Zentralbank hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,2060 Dollar festgesetzt. Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,30 Prozent am Vortag auf minus 0,29 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,08 Prozent auf 144,42 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,22 Prozent auf 170,87 Zähler.


Commerzbank: Einigung über Modalitäten für den Stellenabbau

FRANKFURT/MAIN: Der Rahmen für den Abbau Tausender Stellen bei der Commerzbank steht. Management und Arbeitnehmervertreter haben sich auf die Eckpunkte für Interessenausgleich und Sozialplan im Inland geeinigt, wie der Frankfurter MDax-Konzern und die Gewerkschaft Verdi am Freitag mitteilten. Die Bank teilte mit, sie wolle den Stellenabbau «vor allem über Altersregelungen, wie Altersteilzeit oder Vorruhestand, umsetzen». Betriebsbedingte Kündigungen sind jedoch nicht gänzlich vom Tisch: In zwei Jahren kommt das bis dahin Erreichte auf den Prüfstand. Sollte das Management dann feststellen, «dass die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichen», werde mit den Arbeitnehmergremien im ersten Quartal 2023 über erforderliche weitere Schritte gesprochen.


Arbeitsmarktzahlen in den USA enttäuschen Erwartungen

WASHINGTON: In den USA sind die Arbeitsmarktzahlen für April weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die Beschäftigung stieg deutlich weniger stark als erwartet: Außerhalb der Landwirtschaft kamen nach Angaben des US-Arbeitsministeriums von Freitag lediglich 266.000 neue Stellen hinzu. Analysten hatten mit einem Zuwachs von im Schnitt einer Million Jobs gerechnet. Die Arbeitslosenquote lag bei 6,1 Prozent und damit um 0,1 Prozentpunkte höher als im Vormonat. Analysten waren von einem Rückgang auf 5,8 Prozent ausgegangen. US-Präsident Joe Biden wollte sich am Freitag (17.30 Uhr MESZ) noch zu der Lage auf dem Arbeitsmarkt äußern. Die Arbeitsmarktzahlen sind ein Dämpfer bei den Bemühungen, die Wirtschaft wieder auf den Pfad der Erholung zu setzen.


Handel fordert rasche Wiedereröffnung aller Geschäfte

BERLIN: Angesichts sinkender Corona-Inzidenzzahlen und einer wachsenden Zahl an Geimpften hat der Handelsverband Deutschland (HDE) eine rasche Wiedereröffnung aller Geschäfte gefordert. Es gebe keinen Grund mehr für weitere Einschränkungen oder Schließungen im Einzelhandel, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Freitag.

Der HDE verwies darauf, dass zahlreiche Händler ums Überleben kämpften. Bei einer HDE-Umfrage Ende April hätten zwei Drittel der befragten Bekleidungshändler die eigene Lage als existenzbedrohend eingeschätzt. «Insgesamt könnten durch die Coronakrise bis zu 120.000 Geschäfte verschwinden», warnte der HDE. Bis zu 250.000 Jobs könnten verloren gehen und ganze Innenstädte in Gefahr geraten.


Schub für den Export - Rekordzuwachs im März

WIESBADEN: Deutschlands Exporteure lassen die Corona-Krise zunehmend hinter sich. Im ersten Quartal 2021 stiegen die Ausfuhren gegenüber dem Vorjahreszeitraum nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 2,4 Prozent auf 332,6 Milliarden Euro. Ein Rekordplus gab es im März. Der Präsident des Außenhandelsverbandes BGA, Anton Börner, sprach am Freitag von einer enormen «Aufholjagd». Die Ausfuhren kletterten im März gegenüber dem schwachen Vorjahresmonat, bei dem die Beschränkungen zur Bekämpfung der Pandemie erste Spuren hinterlassen hatten, deutlich um 16,1 Prozent auf 126,5 Milliarden Euro. Das sei der stärkste Zuwachs in einem Monat gewesen, erläuterten die Wiesbadener Statistiker. Gegenüber Februar 2021 legten die Exporte unerwartet kräftig um 1,2 Prozent zu.


Siemens hebt nach Gewinnsprung zum zweiten Mal die Prognose an

MÜNCHEN: Siemens kommt mit kräftigem Schwung aus der Corona-Krise. Nach einem deutlichen Gewinnsprung von 0,7 Milliarden auf 2,4 Milliarden Euro im zweiten Geschäftsquartal erhöht der Konzern bereits zum zweiten Mal seine Prognose, wie er am Freitag mitteilte. Insbesondere das Geschäft mit der Automobilindustrie und dem Maschinenbau sowie die Softwareaktivitäten liefen von Januar bis März demnach gut, zudem gab es eine starke Nachfrage aus China. Zum Gewinnsprung trug allerdings der Verkauf des Getriebeherstellers Flender bei. Den positiven Effekt beziffert Siemens auf rund 900 Millionen Euro vor Steuern. Doch auch ohne diesen Effekt hätte sich ein sehr deutliches Plus ergeben.


Lettland meldet höchste Corona-Zahlen seit Februar

RIGA: In Lettland hat die Anzahl an Corona-Neuinfektionen an einem einzigen Tag erstmals seit Februar wieder die 1000er-Marke überschritten. Mit 1036 Fällen innerhalb von 24 Stunden verzeichnete die Gesundheitsbehörde in Riga am Freitag den höchsten Stand seit 20. Februar. In dem EU-Land mit 1,9 Millionen Einwohnern wurden seit Beginn der Pandemie mehr als 122.000 Corona-Fälle registriert. Etwa 2200 Menschen starben.

Zugleich dürfen in Lettland seit Freitag gastronomische Betriebe nach halbjähriger Zwangspause unter strengen Auflagen wieder öffnen. Bis 21.00 Uhr dürfen Restaurants und Cafes Essen und Trinken im Freien und auf Außenterrassen servieren. Gäste dürfen maximal zu viert an einem Tisch sitzen - mit mindestens zwei Meter Abstand zu Personen an Nebentischen. In Innenräumen darf weiter nicht bedient werden.


Verdi: Sozialplan für Stellenabbau bei der Commerzbank vereinbart

FRANKFURT/MAIN: Bei der Commerzbank sind nach Verdi-Angaben die Eckpunkte für den geplanten Abbau Tausender Stellen vereinbart. Der Rahmensozialplan sehe «mehrere Instrumente vor, um den vorgesehenen Beschäftigtenabbau abzufedern und betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden», teilte die Gewerkschaft am Freitag mit. Von der Bank selbst gab es zunächst keine offizielle Mitteilung dazu.

Nach Angaben der Gewerkschaft können Beschäftigte bis zum Geburtsjahrgang 1968 acht Jahre lang in Altersteilzeit oder für sieben Jahre in den Vorruhestand gehen. Wer bereit sei, sich innerhalb des Konzerns zu verändern, solle eine «Sprinterprämie» erhalten. Daneben seien auch Abfindungsangebote möglich.

Die Commerzbank hatte Anfang des Jahres angekündigt, bis Ende 2024 die Zahl der Vollzeitstellen konzernweit von zuletzt knapp 40.000 auf 32.000 kappen zu wollen. Das Filialnetz in Deutschland soll auf 450 Standorte fast halbiert werden, auch das Auslandsnetz wird geschrumpft. Mit dem Sparkurs will der seit Jahresbeginn amtierende Konzernchef Manfred Knof das Institut zurück in die Erfolgsspur führen. Knof hatte versichert, das Management werde alles dafür tun, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden.


Blockierte Regierungsbildung: Paris droht Libanon mit Strafmaßnahmen

BEIRUT: Frankreich hat dem Libanon mit weiteren Strafmaßnahmen gedroht, sollte die Regierungsbildung dort weiter blockiert werden. Die bereits verkündeten Schritte seien erst der Anfang auf dem Weg zu strikteren Maßnahmen, sagte der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian bei einem Besuch in Beirut vor Journalisten, wie die staatliche libanesische Agentur NNA am Freitag meldete.

Der Libanon erlebt seit Monaten eine der schwersten politischen und wirtschaftlichen Krisen seiner Geschichte. Die derzeitige Regierung hatte kurz nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut ihren Rücktritt erklärt. Seitdem blockieren sich wichtige politische Blöcke bei der Regierungsbildung gegenseitig. Frankreich verkündete deshalb vor einer Woche Reisebeschränkungen gegen Personen, die für die Blockade verantwortlich oder in Korruption verwickelt seien.

Weil dem Land der Staatsbankrott droht, braucht es dringend internationale Hilfe. Frankreich, Deutschland und andere Staaten wollen den Libanon jedoch nur dann finanziell unterstützen, wenn es weitreichende Reformen gibt. Nicht zuletzt verlangen sie entschiedene Maßnahmen gegen Korruption. Die USA hatte im vergangenen Jahr bereits Sanktionen gegen libanesische Politiker verhängt, die mit der einflussreichen schiitischen Organisation Hisbollah verbündet sind.

Die Explosionskatastrophe Anfang August in Beirut und die Corona-Pandemie haben Libanons Wirtschaftskrise weiter verschärft. Nach UN-Angaben lebt mehr als die Hälfte der rund sechs Millionen Einwohner in Armut. Die Inflationsrate liegt bei mehr als 150 Prozent, für Lebensmittel bei mehr als 400 Prozent. Die libanesische Lira hat zum Dollar mehr als 80 Prozent ihres Wertes verloren.


Kupferpreis steigt auf Rekordhoch

LONDON: Der Kupferpreis ist auf ein Rekordhoch gestiegen. An der Rohstoffbörse in London stieg der Preis für eine Tonne des vielseitig verwendeten Metalls am Freitag bis auf 10.232 US-Dollar. Damit wurde der bisherige Rekord aus dem Jahr 2011 übertroffen. Allein im laufenden Jahr hat der Kupferpreis um mehr als 30 Prozent zugelegt.

Auch die Preise anderer Rohstoffe wie Eisenerz sind stark gestiegen. Gründe für den Boom gibt es auf der Nachfrage- und Angebotsseite. Die Nachfrage wird durch die Aussicht auf eine Konjunkturerholung getrieben. Fortschreitende Corona-Impfungen lassen auf weniger Beschränkungen und eine anziehende Wirtschaftsaktivität hoffen. Davon profitiert die Nachfrage nach Rohstoffen wie Kupfer.

Das Angebot kann mit der rapide steigenden Nachfrage, insbesondere aus China, mitunter nicht mithalten. Hinzu kommen coronabedingte Probleme in den internationalen Lieferketten, die zu Knappheiten und Verzögerungen führen. Erschwert wird die Lage auch durch Unfälle wie die Blockade des wichtigen Suezkanals durch ein Containerschiff im März.

Kupfer gilt vielen Marktteilnehmern und Experten als Indikator für den Zustand der Weltwirtschaft. Steigt sein Preis, wird das häufig als Zeichen für eine konjunkturelle Belebung interpretiert. Daher trägt das Metall an den Märkten den Spitznamen «Dr. Kupfer».


Kohlendioxid aus Energienutzung 2020 in der EU deutlich gesunken

LUXEMBURG: Der Ausstoß des Klimagases Kohlendioxid aus der Verbrennung von Kohle, Öl, Gas und Torf ist in der Europäischen Union im Pandemiejahr 2020 nach ersten Schätzungen um zehn Prozent zurückgegangen. Die Zahl nannte das EU-Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg. Die Entwicklung war demnach sehr unterschiedlich. Den größten Rückgang verzeichnete Griechenland mit minus 18,7 Prozent, den geringsten Malta mit minus 1,0 Prozent. Deutschland lag nach diesen Daten bei rund minus neun Prozent.

Die Schätzung zu der CO2-Werte aus der Energienutzung beruht auf Daten der EU-Staaten zum Verbrauch fossiler Energieträger. Dieser hängt unter anderem davon ab, ob im Winter viel geheizt werden muss. Im Pandemiejahr waren sowohl die Industrieproduktion als auch der Verkehr zeitweise stark eingebrochen.


Chinesischer Automarkt legt im April weiter zu

PEKING: Der für die deutschen Autobauer besonders wichtige chinesische Automarkt hat seinen Aufwärtstrend im April fortgesetzt. Der Absatz der Hersteller von Autos und Nutzfahrzeugen an die Händler stieg im Jahresvergleich um 5 Prozent auf 2,17 Millionen Fahrzeuge, wie der Herstellerverband CAAM am Freitag auf Basis vorläufiger Berechnungen mitteilte.

Im Vergleich zum Vormonat März dürfte der Absatz laut CAAM aber um 13,9 Prozent zurückgegangen sein. Im März hatte sich bei den Zahlen allerdings ein Nachholeffekt deutlich ausgewirkt, nachdem im Februar die Wirtschaft des Landes wegen des chinesischen Neujahrsfestes teilweise ruhte.

Ungeachtet dessen geht es auf dem für Daimler, BMW und Volkswagen mit Abstand wichtigsten Einzelmarkt nach dem Einbruch wegen der Corona-Krise weiter bergauf - zumal die chinesische Regierung den Absatz mit Förderungen angekurbelt hat. Der Ausbruch der Pandemie hatte den chinesischen Markt im Frühjahr 2020 fast komplett zusammenbrechen lassen. Die Erholung nahm aber bereits seit Mitte 2020 an Fahrt auf.


BMW und Audi für 2021 vorsichtig optimistisch

MÜNCHEN: Die Autobauer BMW und Audi haben Verkäufe, Umsatz und Gewinn im ersten Quartal kräftig gesteigert, bleiben aber mit Blick auf die Corona-Pandemie und Lieferengpässe bei Halbleitern für das Gesamtjahr vorsichtig: Im Gegensatz zu Volkswagen und Mercedes-Benz ließen sie ihre Jahresprognosen am Freitag unverändert. BMW machte im ersten Quartal 2,83 Milliarden Euro Gewinn, nach 574 Millionen im von der Pandemie geprägten Vorjahresquartal. Vor allem in China, aber auch in Europa und den USA konnten die Münchner mehr Autos verkaufen. Auch bei Audi in Ingolstadt schaut man vorsichtig optimistisch auf die kommenden Monate. Im ersten Quartal stieg der Umsatz auf 14,1 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis kletterte von einer schwarzen Null im Vorjahreszeitraum auf 1,4 Milliarden Euro. Nach Steuern blieben 1,47 Milliarden Euro.


Export auf Erholungskurs - unerwartet kräftiger Zuwachs im März

WIESBADEN: Die deutsche Exportwirtschaft bleibt mit Tempo auf Erholungskurs. Die Ausfuhren stiegen im März gegenüber dem Vorjahresmonat, bei dem die Beschränkungen zu Bekämpfung der Pandemie erste Spuren hinterlassen hatten, deutlich um 16,1 Prozent auf 126,5 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Das sei der stärkste Zuwachs in einem Monat gewesen. Gegenüber Februar 2021 legten die Exporte unerwartet kräftig um 1,2 Prozent zu. Analysten hatten im Schnitt einen schwächeren Plus von 0,5 Prozent gerechnet.

Das Vorkrisenniveau vom vergangenen Februar wurde im März 2021 allerdings noch um 0,9 Prozent unterschritten. Im ersten Quartal des laufenden Jahres stiegen die Warenausfuhren gegenüber dem Vorjahreszeitraum insgesamt um 2,4 Prozent auf 332,6 Milliarden Euro. Die Importe überschritten das Vorkrisenniveau um 6,7 Prozent. In den ersten drei Monaten legten die Einfuhren um 2,4 Prozent auf 280 Milliarden Euro zu.

Besonders groß war die Nachfrage nach «Made in Germany» in China. Die Ausfuhren in die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt stiegen gegenüber März 2020 um knapp 38 Prozent. Tiefe Spuren hinterließ weiterhin der Brexit im Handel mit Großbritannien, das zum Jahreswechsel den Austritt aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion vollzogen hatte. Die Ausfuhren in das Land brachen gegenüber dem Vorjahresmonat um 13,2 Prozent ein.

Die Corona-Krise hatte im vergangenen Jahr tiefe Löcher in die deutsche Exportbilanz gerissen. Für das laufende Jahr rechnet der Außenhandelsverband BGA mit einem deutlichen Plus. Bei den Exportunternehmen wuchs zuletzt die Zuversicht. Die Stimmung stieg im April nach Angaben des Ifo-Instituts auf den höchsten Wert seit Januar 2011. In vielen Ländern zeige sich die Industrie von der Pandemie kaum beeinträchtigt. Davon profitiere die Nachfrage nach deutschen Exportgütern deutlich, erläuterte das Wirtschaftsforschungsinstitut.


Deutsche Industrie produziert deutlich mehr

WIESBADEN: Die deutsche Industrie hat ihre Produktion im März deutlich gesteigert.

Die Gesamtherstellung lag 2,5 Prozent höher als im Februar, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Analysten hatten im Schnitt einen etwas geringeren Zuwachs um 2,2 Prozent erwartet. Der Anstieg folgt auf einen Rückgang im Vormonat, der mit 1,9 Prozent etwas deutlicher ausfällt als bisher bekannt.


Ölpreise legen moderat zu

SINGAPUR: Die Ölpreise sind am Freitag im frühen Handel moderat gestiegen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 68,50 US-Dollar. Das waren 41 Cent mehr als am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 39 Cent auf 65,10 Dollar.

Damit bleiben die Ölpreise im Aufwärtstrend, der jedoch immer wieder unterbrochen wird. Viele Rohstoffe profitieren derzeit von der Aussicht auf Corona-Lockerungen infolge fortschreitender Impfungen. Allerdings ist die Pandemie-Lage in einigen großen Ölverbrauchsländern wie Indien oder Brasilien weiterhin sehr angespannt. Das lastet auf der dortigen Ölnachfrage und den Weltmarktpreisen.


Euro deutlich über 1,20 US-Dollar

FRANKFURT/MAIN: Der Euro hat sich am Freitagmorgen deutlich über der Marke von 1,20 US-Dollar gehalten. Im frühen Handel kostete die Gemeinschaftswährung 1,2065 Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,2060 Dollar festgesetzt.

Zum Wochenausklang richten sich die Blicke auf den amerikanischen Arbeitsmarkt. Die US-Regierung veröffentlicht ihren monatlichen Jobbericht. Erwartet werden ein erneut deutlicher Stellenaufbau und ein weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit. Damit würde der Arbeitsmarkt seine Erholung von dem schweren Einbruch in der Corona-Krise fortsetzen.


Bundestag deckelt Provisionen bei der Kreditabsicherung

BERLIN: Für Verbraucher soll es deutlich preiswerter werden, einen Kredit abzusichern. Der Bundestag verabschiedete am späten Donnerstagabend ein Gesetz, das die Abschlussprovision für die sogenannten Restschuldversicherungen begrenzt. Sie dürfen künftig nur noch bei maximal 2,5 Prozent der versicherten Darlehenssumme liegen.

Eine Restschuldversicherung springt ein, wenn der Kreditnehmer arbeitslos wird oder stirbt. Zuletzt hatten Versicherer für die Vermittlung allerdings teilweise Provisionen von mehr als 50 Prozent der Versicherungsprämie geboten - ein Anreiz, möglichst viele Versicherungen mit hohen Prämien zu verkaufen. Durch die nun beschlossene Begrenzung sollen auch die Kosten für die Verbraucher sinken.

Gleichzeitig beschloss der Bundestag eine Reihe von Regeln, die den Anlegerschutz bei der sogenannten Schwarmfinanzierung erhöhen sollen, etwa durch strenge Haftungsregeln. Vor allem kleine Startup-Unternehmen setzen bei der Beschaffung von Kapital seit einigen Jahren verstärkt auf «Crowdfunding». Über spezielle Internet-Plattformen wird dabei Geld von privaten Kleinanlegern gesammelt.

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