Nachrichten aus der Wirtschaft am Freitag

Fotomontage: DER FARANG
Fotomontage: DER FARANG

Uber startet E-Auto-Service mit dem e-Golf von Volkswagen

BERLIN: Der Fahrdienst-Vermittler Uber startet in Berlin einen Service mit emissionsfreien Fahrzeugen. Kooperationspartner für «Uber Green» ist Volkswagen. Der größte deutsche Automobilhersteller bietet den Uber-Mietwagenpartnern eine dreistellige Anzahl von e-Golf-Jahreswagen an, teilten beide Unternehmen am Freitag mit. Der e-Golf, der inzwischen nicht mehr als Neuwagen bestellt werden kann, bildet seit 2018 auch das Rückgrat des Car-Sharingdienstes We Share von Volkswagen. Der Service umfasst rund 1500 Fahrzeuge, die vor allem in Berlin unterwegs sind.

Uber hatte zuvor angekündigt, bis zum Jahr 2025 die Hälfte der in Berlin und sechs weiteren europäischen Großstädten gefahrenen Kilometer mit emissionsfreien Fahrzeugen zurücklegen zu lassen. Die weiteren Städte sind Amsterdam, Brüssel, Lissabon, London, Madrid und Paris. Das 50-Prozent-Ziel gilt für alle sieben Städte zusammen, in einzelnen von ihnen könnte der Wert höher oder niedriger sein.

Das zur VW-Tochter Umi gehörende Unternehmen We Share hatte im Juni angekündigt, wegen der Coronakrise eine geplante Expansion in andere europäische Städte vorerst auszusetzen. Der Service war im Sommer 2019 mit einem stationsungebundenen Leihwagen-Angebot in Berlin gestartet.


Steigende Corona-Infektionen brocken Dax schwache Börsenwoche ein

FRANKFURT/MAIN: Zum Ende einer ohnehin schwachen Börsenwoche hat der deutsche Aktienmarkt auch am Freitag nochmals kräftig Federn gelassen. Die Zahlen der Infektionen mit dem Coronavirus sind zuletzt europaweit stark gestiegen und haben an der Börse ihren Tribut gefordert: Der Dax verlor am Nachmittag 1,58 Prozent auf 12.408 Punkte. Auf Wochensicht zeichnet ein Minus von gut fünf Prozent ab. Der MDax der 60 mittelgroßen Börsentitel sank um 0,91 Prozent auf 26.184 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 1,4 Prozent und fiel auf den tiefsten Stand seit Mitte Juni. Der Euro blieb unter Druck und notierte zuletzt bei 1,1636 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,1645 (Mittwoch: 1,1692) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8587 (0,8553) Euro gekostet.


Veranstaltungsbranche fordert Änderungen bei Corona-Hilfen

HAMBURG: Mehrere Verbände der Veranstaltungsbranche und das Aktionsbündnis #AlarmstufeRot haben vom Bund massive Änderungen bei den Corona-Hilfen gefordert. Das Hilfsprogramm sei in keiner Weise ausreichend, um dem von den Corona-Infektionsschutzmaßnahmen besonders hart betroffenen Wirtschaftszweig der Veranstalter, Spielstättenbetreiber und Veranstaltungsdienstleister wieder auf die Beine zu helfen, teilten das Bündnis und die Verbände am Freitag in Hamburg mit. Viele Firmen stünden nach nun bereits mehr als sechs Monaten Veranstaltungsverbot vor dem wirtschaftlichen Aus und hätten keine Perspektive für ihre Zukunft. Im Kern verlangen das Bündnis und die Verbände eine Ausweitung des Kreises der antragsberechtigten Unternehmen, eine längere Programmlaufzeit und den Wegfall der Begrenzung der Förderhöhe.


Pekinger Automesse: Volkswagen optimistisch zu China-Geschäft

PEKING: Volkswagen blickt zuversichtlich auf die Erholung von der Corona-Krise auf seinem größten Einzelmarkt China. Vor Beginn der internationalen Automesse am Wochenende in Peking sagte eine Sprecherin am Freitag der Deutschen Presse-Agentur, der Konzern wolle im nächsten Jahr in China schneller als der gesamte Markt wachsen. Die «Auto China 2020» in Chinas Hauptstadt ist die erste große internationale Autoausstellung seit Beginn der Pandemie. Da China das Coronavirus im Griff hat und seit Wochen kaum lokale Ansteckungen zählt, kann die im Frühjahr verschobene Messe nachgeholt werden. Die abwechselnd in Shanghai und Peking stattfindende Messe zählt zu den größten der Branche. In den Vorjahren kamen Millionen von Besuchern. Aber diesmal dürften es deutlich weniger sein.


Amazon verbessert Sprachassistentin Alexa

SEATTLE: Amazon will natürlichere Unterhaltungen mit seiner Sprachassistentin Alexa ermöglichen. Zum einen soll die Software mehr wie ein Mensch klingen, sagte Amazon-Manager Rohit Prasad am Donnerstag. Außerdem soll Alexa in einfache Gespräche im Haushalt eingebunden werden können. Als Beispiel demonstrierte Amazon die Situation, in der eine Pizza ausgewählt und bestellt wird - Alexa listete die Optionen auf und reagierte auf Entscheidungen der Nutzer. «Wir werden vermutlich den Großteil des kommenden Jahres brauchen, um erste Funktionen damit herauszubringen», sagte Amazons Gerätechef Dave Limp der Deutschen Presse-Agentur. Sie könnten auch gleich in zwei oder drei Sprachen verfügbar sein - möglicherweise auch Deutsch, aber darüber sei noch nicht entschieden worden.


Lufthansa-Chef erwartet grünes Licht für Flüge mit Corona-Tests

FRANKFURT/MAIN: Lufthansa-Chef Carsten Spohr erwartet in den kommenden Wochen grünes Licht seitens der Regierungen für die geplanten Corona-Schnelltests auf Flügen zwischen Deutschland und Nordamerika. Die Tests seien der Schlüssel zur Wiedereröffnung zahlreicher Strecken, sagte der Vorstandschef des MDax-Konzerns am Freitag auf einer virtuellen Luftverkehrskonferenz. Ohne diese Tests werde der Transatlantik-Verkehr nicht in Schwung kommen. Mit den Corona-Schnelltests unmittelbar vor dem Abflug sollen wieder mehr Flugreisen auf interkontinentalen Strecken möglich werden. Negative Testergebnisse müssten die Passagiere dabei von den geltenden Einreiseverboten befreien. Spohr kündigte erste Flüge unter diesen Bedingungen noch in diesem Jahr an.


Baubranche mit weniger Aufträgen - dennoch Umsatzplus angepeilt

WIESBADEN: Die Baubranche in Deutschland erwartet trotz einer Auftragsdelle im Juli ein Umsatzplus im Gesamtjahr 2020. «Aufgrund des insgesamt guten Ergebnisses haben wir unsere Umsatzprognose vom Mai 2020 wieder leicht angehoben: Wir erwarten für 2020 ein nominales Plus von 3,5 Prozent, real von 0,5 Prozent und ein Beschäftigungsplus von 10.000 auf 880.000 Personen», teilte der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie am Freitag mit. In den ersten sieben Monaten lagen die Erlöse nach Angaben des Verbandes nominal (plus 6,6 Prozent) und preisbereinigt (plus 3,6 Prozent) über Vorjahresniveau. Das zweite Halbjahr 2020 begann allerdings mit einem Dämpfer: Im Juli verbuchte das Bauhauptgewerbe weniger neue Aufträge - sowohl im Vergleich zum Vormonat (minus 5,6 Prozent) als auch zum Vorjahresmonat (minus 4,9 Prozent).


Konjunktur-Erholung im nächsten Jahr - falls Lockdown ausbleibt

NÜRNBERG: Arbeitsmarkt und Konjunktur in Deutschland werden sich laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im kommenden Jahr vom Corona-Schock erholen - allerdings nur, wenn eine Insolvenzwelle ausbleibt und es nicht zu einem zweiten Shutdown kommt. Das an die Bundesagentur für Arbeit angegliederte Institut ermittelte in seiner Herbstprognose für das laufende Jahr einen coronabedingten Rückgang der Wirtschaftsleistung um 5,2 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen werde im Jahresschnitt um 440.000 zunehmen. Im kommenden Jahr könnte der Prognose zufolge die Wirtschaftsleistung wieder um 3,2 Prozent zulegen, die Zahl der Arbeitslosen im Durchschnitt um 100.000 sinken.


Ifo: Erwartungen der Exporteure so gut wie seit 2018 nicht mehr

MÜNCHEN: Die Exporterwartungen der deutschen Unternehmen sind erneut gestiegen. Im September lagen sie mit 10,4 Punkten so hoch wie seit Oktober 2018 nicht mehr, wie das Münchner Ifo-Institut am Freitag mitteilte. Im Vergleich zum August verbesserte sich die Stimmung um 4,9 Punkte. Der «Aufschwung der Industrieproduktion in vielen wichtigen Abnehmerländern» komme der deutschen Exportwirtschaft zu Gute, schrieb Ifo-Präsident Clemens Fuest. So haben sich die Erwartungen in der chemischen Industrie und bei den Herstellern elektrischer Ausrüstungen deutlich verbessert. «Auch die Automobilbranche rechnet mit Umsatzzuwächsen beim Auslandsgeschäft», schreib Fuest. Der Maschinenbau hingegen erwarte vorerst keine größeren Sprünge. Deutliche Einbußen erwarten die Hersteller von Bekleidung, Lederwaren und Schuhen.


Ölpreise erholen sich etwas

SINGAPUR: Die Ölpreise haben sich am Freitag etwas von ihren zuletzt erlittenen Verlusten erholt. Händler nannten die etwas bessere Stimmung an den Finanzmärkten als Grund. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 42,13 US-Dollar. Das waren 19 Cent mehr als am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 21 Cent auf 40,52 Dollar.

Die Preisentwicklung am Rohölmarkt ist in den vergangenen Tagen stark durch die allgemeine Marktstimmung gekennzeichnet gewesen. Verschlechtert sich die Stimmung der Anleger, werden dadurch meist auch die Ölnotierungen belastet. Bessert sich die Stimmung wie zuletzt, profitieren davon viele riskante Anlageklassen, zu denen auch Erdöl zählt.

Ausschlaggebend für die hohe Stimmungsabhängigkeit ist vor allem die Corona-Krise. Sie bringt für den Ölmarkt in erster Linie eine konjunkturell bedingt schwache Nachfrage mit sich. Der Ölverbund Opec+ versucht zwar mit Fördergrenzen, die Preise zu stabilisieren. Allerdings halten sich nicht alle Mitglieder des Verbunds an die Absprachen, was immer wieder zu Preisdruck führt.


Euro stabilisiert sich über 1,16 US-Dollar

FRANKFURT/MAIN: Der Euro hat sich am Freitag über der Marke von 1,16 US-Dollar stabilisiert. Nach deutlichen Verlusten an den Tagen zuvor kostete die Gemeinschaftswährung am Morgen 1,1670 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag auf 1,1645 Dollar festgesetzt.

Der Wechselkurs des Euro zum Dollar ist zurzeit stark durch die allgemeine Stimmung an den Finanzmärkten geprägt. Kommt Unsicherheit auf, etwa durch steigende Corona-Infektionen, wenden sich die Anleger oft der US-Währung zu. Sie gilt als Rückzugsort in unwägbaren Zeiten. Bessert sich die Stimmung an den Märkten so wie zuletzt, profitiert hingegen der Euro.

Vor dem Wochenende stehen nur wenige Konjunkturdaten auf dem Plan. In Europa veröffentlicht die EZB neue Geld- und Kreditdaten. In den USA werden Zahlen zur Investitionsneigung der Unternehmen erwartet.

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