Nachrichten aus der Wirtschaft am Freitag

Fotomontage: DER FARANG
Fotomontage: DER FARANG

Eurokurs gestiegen - EZB-Referenzkurs: 1,0768

FRANKFURT/MAIN: Der Euro-Kurs ist am Freitag gestiegen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0768 (Donnerstag: 1,0743) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9286 (0,9308) Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85605 (0,85635) britische Pfund, 161,88 (161,26) japanische Yen und 0,9491 (0,9484) Schweizer Franken fest.


Weniger Flughafen-Streiks durch Branchentarif für Bodendienstleister

BERLIN/FRANKFURT: An deutschen Flughäfen könnte sich in naher Zukunft die Zahl der Warnstreiks verringern. Grund ist ein bundesweiter Branchentarifvertrag für Bodenverkehrsdienstleister, den die Gewerkschaft Verdi mit den Arbeitgeberverbänden der Kommunen und privaten Dienstleister abgeschlossen hat. Statt Verhandlungen an einzelnen Flughäfen soll künftig für die gesamte Branche zu einem Termin verhandelt werden.


Aufsichtsratschef der Deutschen Bahn: «Es gibt keine Streichliste»

BERLIN: Die Deutsche Bahn will trotz Haushaltskürzungen beim Bund keine geplanten Bauprojekte streichen. «Es gibt keine Streichliste, sondern eine Priorisierung», sagte der Aufsichtsratschef des bundeseigenen Konzerns, Werner Gatzer, der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Das Bestandsnetz habe Vorrang: «Bis Ende nächsten Jahres haben wir genug Geld für alles, was wir uns vorgenommen haben.»


Datenschützer: Schufa verstößt gegen Datenschutz-Verordnung

WIEN/WIESBADEN: Die europäische Datenschutz-Organisation Noyb hat rechtliche Schritte gegen die Wirtschaftsauskunftei Schufa eingeleitet. In einer Beschwerde beim Hessischen Datenschutzbeauftragten erhebt der Verein den Vorwurf, dass das Unternehmen entgegen den Bestimmungen der Europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) den Verbrauchern bei der kostenlosen Selbstauskunft bestimmte Daten vorenthalte.


Jeder dritte Fernverkehrsreisende der Bahn im Januar zu spät am Ziel

BERLIN: Ein Drittel der Fahrgäste im Fernverkehr der Deutschen Bahn ist im Januar mit mehr als 15 Minuten Verspätung ans Ziel gekommen. Die sogenannte Reisendenpünktlichkeit lag bei 67,0 Prozent, wie der bundeseigene Konzern am Freitag mitteilte. Nach wie vor bremse eine sehr hohe Zahl von Langsamfahrstellen und Baustellen im Schienennetz - auch in Folge von extremen Niederschlägen im Dezember und Januar - die ICE- und IC-Züge aus. Zudem belasteten mehrtägige Streiks der Gewerkschaft GDL den Bahnverkehr im Januar.


Trend zu mehr Firmenpleiten hält zu Jahresbeginn an

WIESBADEN: Der Trend zu mehr Insolvenzen in Deutschland hat sich zu Beginn des Jahres fortgesetzt. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes erhöhte sich die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen im Januar um 26,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Seit Juni 2023 wurden zweistellige Zuwachsraten beobachtet. Allerdings lagen die Zahlen immer noch leicht unter dem Niveau des Vor-Corona-Zeitraums.


Rekord bei Erwerbstätigkeit - kaum noch Wachstum

WIESBADEN: In Deutschland waren noch nie so viele Menschen erwerbstätig wie Ende vergangenen Jahres. 46,2 Millionen Personen bedeuteten im 4. Quartal eine Steigerung um 0,3 Prozent zum Vorquartal. Ein derartiger Zuwachs zum Jahresende ist saisonal üblich. Er fiel 2023 aber schwächer aus als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am Freitag berichtete. Innerhalb der EU ist die Erwerbstätigkeit kräftiger gewachsen als in Deutschland.


Bundesweite Warnstreiks im Einzelhandel

BERLIN: Die Gewerkschaft Verdi hat bundesweit den Einzelhandel in mehreren Städten bestreikt. Im Fokus standen am Freitag vor allem Edeka-Märkte. Es dürften sich annähend 10.000 Beschäftigte beteiligt haben, teilte die Gewerkschaft mit. Edeka betonte, dass trotz des Warnstreiks die Filialen geöffnet seien. Der Tarifstreit zieht sich seit Monaten hin.


Dax bleibt zum Wochenschluss im Rekordmodus

FRANKFURT/MAIN: Am deutschen Aktienmarkt geht die Rekordjagd des Dax weiter. Der Leitindex hatte am Freitag zu Handelsbeginn erstmals die Marke von 17.100 Punkten geknackt und im Verlauf bei gut 17.198 Zählern einen Höchststand erreicht. Am frühen Nachmittag stand das Börsenbarometer 0,46 Prozent im Plus bei 17.125,68 Zählern. Auf Wochensicht deutet sich ein Gewinn von gut ein Prozent an.


EDF fährt mit sanierten Atomkraftwerken Milliardengewinn ein

PARIS: Frankreichs wiederverstaatlichter Stromkonzern EDF hat seine Atomstromproduktion nach Beheben von Problemen an seinen Kraftwerken im vergangenen Jahr wieder hochgefahren und einen Gewinn von zehn Milliarden Euro eingefahren. 15 der 16 von Korrosionsschäden betroffenen Atomkraftwerke waren Ende 2023 wieder in Betrieb und die Arbeiten am verbleibenden Pannenreaktor sollten im Februar abgeschlossen werden, wie EDF bei der Vorlage seiner Jahreszahlen am Freitag mitteilte. Von den 56 französischen Atomkraftwerken waren zu Jahresanfang 46 in Betrieb, vor gut einem Jahr waren es nur 30. Die Atomstromproduktion konnte 2023 auf 320,4 Terawattstunden gesteigert werden.

Die Probleme an den Kraftwerken und die vom Staat verhängte Energiepreisbremse hatten EDF 2022 noch einen Verlust von 17,9 Milliarden Euro beschert. Die Atomstromproduktion war auf 279 Terawattstunden und damit den niedrigsten Wert seit 30 Jahren gesunken. Für das laufende Jahr wird eine Produktion zwischen 315 und 345 Terawattstunden erwartet, 2025 und 2026 soll diese zwischen 335 und 365 Terawattstunden liegen. 2023 konnte EDF auch seine Stromproduktion aus Wasserkraft wieder steigern, die im Jahr zuvor vom heißen und trockenen Sommer beeinträchtigt worden war.

Frankreich setzt für seine künftige Stromversorgung auf einen Ausbau vor allem der Windkraft auf See sowie auf eine Renaissance der Atomkraft. Sechs neue AKW sollen gebaut sowie die Errichtung von acht weiteren Kraftwerken geprüft werden.


Lindner: Zwei Prozent Verteidigungsausgaben «sind ausreichend»

MÜNCHEN: Vor dem Auftakt der Münchner Sicherheitskonferenz warnt der Finanzminister vor weiteren Schulden für die Verteidigung. Er hat andere Vorschläge.

Bundesfinanzminister Christian Lindner ist gegen eine höhere Zielmarke für den Anteil der Verteidigungsausgaben am Bundeshaushalt. Das nun erfüllte Nato-Ziel von zwei Prozent «ist ausreichend» angesichts der Größe der deutschen Volkswirtschaft, sagte der FDP-Politiker am Freitag in einer Diskussionsrunde vor der offiziellen Eröffnung der Münchner Sicherheitskonferenz. Schon diese Ausgaben seien für den Zeitraum von 2028 an - dann soll das 100-Milliarden-Euro Sondertopf für die Bundeswehr ausgegeben sein - eine Herausforderung.

Lindner warnte davor, die Lösung in weiteren Schulden zu suchen. «Nach 2028 müssen wir andere Lösungen finden», sagte er. Vor allem in Brüssel sei es «ein Sport», die Antwort für jedes Problem in vergemeinschafteten Schulden zu sehen. Lindner sprach sich für einen einheitlichen Markt in der EU für Rüstungshersteller sowie gemeinsame Beschaffungen aus. Letztlich sei ein Wachstum der Wirtschaft auch entscheidend für die Leistungsfähigkeit in der Verteidigung.

Der FDP-Bundesvorsitzende bekräftigte seine Forderung nach «Freiheitsinvestitionen». Nach dem Ende des Kalten Krieges habe die Auffassung geherrscht, Europa müsse sich nicht mehr verteidigen, könne sich vor allem international engagieren und den Sozialstaat ausbauen. Es gehe nun auch darum, diesen Prozess umzukehren.


Mehr Beschäftigte im Maschinenbau - Kurzarbeit dürfte aber steigen

FRANKFURT/MAIN: Die Zahl der Beschäftigten Maschinenbau ist 2023 gestiegen. Die Aussichten für das laufende Jahr haben sich nach Einschätzung des Branchenverbandes allerdings eingetrübt.

Deutschlands Maschinenbauer haben im vergangenen Jahr trotz der Konjunkturflaute mehr Menschen beschäftigt. Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter legte um 13.600 (plus 1,3 Prozent) auf rund 1,03 Millionen zu, wie der Branchenverband VDMA am Freitag mitteilte. Der Anstieg bei dem nach eigenen Angaben größten industriellen Arbeitgeber Deutschlands hätte jedoch stärker ausfallen können, hieß es. Anfang 2023 habe die Mehrzahl der Unternehmen noch geplant, ihr Stammpersonal bis zum Ende des Jahres auszuweiten. Im Laufe des Jahres habe die Konjunkturflaute aber immer stärker durchgeschlagen. Der Verband rechnet in den kommenden Monaten mit einem Anstieg der Kurzarbeit.

Das Beschäftigtenbarometer des Münchner Ifo-Instituts zeige seit dem Spätsommer an, dass mehr Unternehmen im Maschinenbau ihre Belegschaft reduzieren als aufbauen wollen, erläuterte VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann. In den kommenden Monaten sei mit einer Zunahme der Kurzarbeit zu rechnen. «Die Unternehmen werden sich bemühen, ihre Stammbelegschaft zu halten - allein schon aufgrund des akuten Fachkräftemangels und der demografischen Situation».

Die exportorientierte Branche bekommt unter anderem die schwächelnde Weltkonjunktur zu spüren. Kunden halten sich mit Aufträgen zurück. Eine Trendwende bei den Bestellungen sieht der Verband bislang nicht. Der VDMA hatte angesichts der Auftragsflaute zuletzt seine Produktionsprognose für das laufende Jahr von bisher minus 2 auf minus 4 Prozent gesenkt.


Deutsche Elektroindustrie exportiert mehr

FRANKFURT/MAIN: Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie hat 2023 bei den Exporten leicht zugelegt. Trotz schlechterer Geschäfte im zweiten Halbjahr und eines schwachen Dezembers verbuchte die wichtige Industriebranche in der Jahresbilanz ein Plus. So lieferte die Elektro- und Digitalindustrie Waren im Wert von 253,8 Milliarden Euro ins Ausland, ein Zuwachs von 2,7 Prozent gegenüber 2022, wie der Branchenverband ZVEI am Freitag in Frankfurt berichtete.

«Sowohl die Exporte als auch die Importe verzeichneten somit 2023 neue Allzeithochs, die allerdings nicht zuletzt auch von der Entwicklung der Ein- und Ausfuhrpreise befördert wurden», sagte ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann mit Blick auf die Inflation.

Größtes Abnehmerland deutscher Elektroexporte blieb demnach China mit einem Wert der Ausfuhren von 25,6 Milliarden Euro, das waren 3,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Dagegen stiegen die Lieferungen in die USA auf Rang zwei deutlich um 5,4 Prozent auf 24,9 Milliarden Euro. Es folgten ebenfalls mit Zuwächsen die Niederlande, Frankreich und Polen.

Die Elektro- und Digitalindustrie zählt zu den größten Industriebranchen in Deutschland. Im Jahr 2022 stand sie nach Angaben des ZVEI für einen Umsatz von rund 225 Milliarden Euro und etwa 912.000 Beschäftigte im Inland.


Ölpreise kaum verändert - Anstieg auf Wochensicht

SINGAPUR: Die Ölpreise haben sich kurz vor dem Wochenende wenig bewegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April kostete am Freitagmorgen 82,77 US-Dollar. Das waren acht Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur März-Lieferung stieg hingegen geringfügig um neun Cent auf 78,12 Dollar.

Eine allgemein freundliche Stimmung an den Finanzmärkten konnte den Ölpreisen am Morgen keinen Auftrieb verleihen. Marktbeobachter verwiesen auf die jüngste Nachfrageprognose der Internationalen Energieagentur (IEA). Diese habe die Notierungen belastet. Demnach dürfte das globale Wachstum der Nachfrage nach Rohöl 2024 nur etwa halb so stark ausfallen wie ein Jahr zuvor.

Auf Wochensicht sind die Ölpreise allerdings gestiegen. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent hat sich seit Montag um etwa einen Dollar je Barrel verteuert. Gestützt wurden die Ölpreise durch die Sorge einer Eskalation der Lage im Nahen Osten. Israel hält trotz internationaler Kritik an einer geplanten Militäroffensive auf die mit Palästinensern überfüllte Stadt Rafah im Süden des abgeriegelten Gazastreifens fest.

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Leserkommentare

Vom 10. bis 21. April schließen wir über die Songkranfeiertage die Kommentarfunktion und wünschen allen Ihnen ein schönes Songkran-Festival.