Nachrichten aus der Wirtschaft am Donnerstag

Fotomontage: DER FARANG
Fotomontage: DER FARANG

Tesla-Kunden klagen über Netzwerkstörung - Aktie weiter unter Druck

NEW YORK: Berichte über technische Probleme haben dem Elektroautobauer Tesla am Tag nach dem von Anlegern enttäuscht aufgenommenen «Battery Day» an der Börse weiter zugesetzt. Die Aktie ging am Mittwoch mit einem Minus von gut zehn Prozent aus dem US-Handel. Laut dem Störungsportal «downdetector.com» gab es viele Ausfälle der Tesla-App, die Kunden mit ihren Autos verbindet. Ob die Probleme richtig behoben werden konnten, war bis zuletzt unklar.

Etliche Besitzer beschwerten sich im Netz, einige wandten sich bei Twitter an Konzernchef Elon Musk. Eine Stellungnahme von Tesla oder Musk gab es jedoch zunächst nicht. Dem als gut mit dem Unternehmen vernetzt geltenden Branchenblog «Electrek» zufolge kämpfte Tesla mit einem Netzwerkausfall, der auch die internen Systeme betraf. Die Aktie war bereits unter Druck, nachdem Musk Hoffnungen auf einen Durchbruch in der Batterien-Technologie am Vorabend enttäuscht hatte.


Dax mit kleinem Verlust - Konjunktursorgen lasten auf Aktienmarkt

FRANKFURT/MAIN: Auf dem deutsche Aktienmarkt haben am Donnerstag abermals Konjunktursorgen gelastet. Der Leitindex Dax lag am frühen Nachmittag 0,23 Prozent unter dem Vortagesschluss bei 12.614,24 Punkten. DeR MDax der mittelgroßen Börsenwerte büßte 1,37 Prozent auf 26.409,81 Punkte ein. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 0,5 Prozent nach.


Deutschland weit vorn beim Einsatz von Industrierobotern

FRANKFURT/MAIN: Deutschland liegt nach Angaben des Branchenverbands IFR weit vorn beim Einsatz von Industrierobotern. Mit rund 221.500 Stück sei die Bundesrepublik die am stärksten automatisierte Volkswirtschaft in der EU, teilte die International Federation of Robotics (IFR) am Donnerstag mit. Der Bestand stieg 2019 um drei Prozent gemessen am Vorjahr. Damit seien in den Fabriken der deutschen Wirtschaft rund dreimal so viele Industrieroboter im Einsatz wie in Italien (74.400), fünf Mal so viele wie in Frankreich (42.000) und zehn Mal so viele wie in Großbritannien (21.700).

«Der Einsatz von Industrierobotern in Europa hat mit rund 580.000 Einheiten einen historischen Höchststand erreicht - der Bestand stieg um sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr», sagte IFR-Präsident Milton Guerry. Im weltweiten Vergleich liege Deutschland auf Rang fünf nach dem unangefochtenen Spitzenreiter China sowie Japan, Korea und den USA. Auch bei den Verkaufszahlen bewege sich die deutsche Wirtschaft seit langem auf hohem Niveau von rund 20.000 Einheiten pro Jahr - getrieben etwa von großen Investitionen der Autobranche 2018.

Wie sich die Corona-Krise auswirke, sei ungewiss. Ein starker Impuls von Großaufträgen sei aber unwahrscheinlich. Eine Ausnahme könne China sein, wo das Coronavirus früh wütete und sich die Wirtschaft schon im zweiten Quartal erholte. Es werde einige Monate dauern, bis sich positive Trends in neuen Automatisierungsprojekten und der Roboternachfrage niederschlagen dürften, sagte IFR-Präsident Guerry. «Für das Jahr 2021 rechnen wir mit einer Erholung - es könnte aber bis 2022 oder 2023 dauern, bis das Vorkrisenniveau erreicht ist».


Österreich will «Ski-Vergnügen ohne Après-Ski» in der Corona-Krise

WIEN: Après-Ski in Österreich findet in der bisherigen Form in diesem Winter wegen der Corona-Krise nicht mehr statt. Gedrängtes Stehen soll es in Bars und auf Terrassen nicht mehr geben, Essen und Getränke dürfen nur noch im Sitzen konsumiert werden. Das kündigte die österreichische Regierung am Donnerstag an. «Ski-Vergnügen ja, aber ohne Après-Ski», fasste Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zusammen. Bei Partys im für seine Après-Ski-Szene berühmten Tiroler Skiort Ischgl hatten sich in der vergangenen Saison viele Touristen gerade auch aus Deutschland mit dem Coronavirus angesteckt.


Lufthansa will Corona-Schnelltests für Passagiere anbieten

FRANKFURT/MAIN: Mit verbindlichen Corona-Schnelltests unmittelbar vor dem Abflug will der Lufthansa-Konzern wieder mehr Flugreisen auf interkontinentalen Strecken ermöglichen. Zunächst geht es um ein Pilotprojekt auf einigen Verbindungen in die USA, das noch im Oktober starten soll, wie ein Sprecher am Donnerstag in Frankfurt bestätigte. Negative Testergebnisse sollten die Passagiere von den geltenden bilateralen Einreiseverboten befreien. Dazu bräuchte es auch die Zustimmung der beteiligten Regierungen. Die Luftverkehrsbranche sieht die Tests auch als Alternative zu den beispielsweise in Deutschland geplanten Quarantänevorschriften bei Einreisen aus Risikogebieten.


Samsung tritt mit eigenem Bezahldienst gegen Google Pay an

BERLIN: Samsung steigt in Deutschland in das wachsende Geschäft mit kontaktlosem Bezahlen ein. Der Service mit dem Namen Samsung Pay werde am 28. Oktober hierzulande starten, kündigte der südkoreanische Konzern am Donnerstag an. Dabei kooperiert der Smartphone-Hersteller nicht wie Apple oder Google mit mehreren Banken, sondern wickelt sämtliche Zahlungen über virtuelle Visa-Debitkarten der Solarisbank ab. Die Beträge werden dann durch das Berliner Start-up von den Bankkonten der Kunden abgebucht. Der neue Dienst lasse sich mit nahezu jedem deutschen Bankkonto verknüpfen, sagte Samsung-Manager Thorsten Böker.


Deutschland weit vorn beim Einsatz von Industrierobotern

FRANKFURT/MAIN: Deutschland liegt nach Angaben des Branchenverbands IFR weit vorn beim Einsatz von Industrierobotern. Mit rund 221.500 Stück sei die Bundesrepublik die am stärksten automatisierte Volkswirtschaft in der EU, teilte die International Federation of Robotics (IFR) am Donnerstag mit. Der Bestand stieg 2019 um drei Prozent gemessen am Vorjahr. Damit seien in den Fabriken der deutschen Wirtschaft rund dreimal so viele Industrieroboter im Einsatz wie in Italien (74.400), fünf Mal so viele wie in Frankreich (42.000) und zehn Mal so viele wie in Großbritannien (21.700).


EU-Kommission: Regeln für Kryptowährungen machen Europa zum Vorreiter

BRÜSSEL: Mit neuen Regeln für Digital- und Kryptowährungen in der EU wie Bitcoin oder das Facebook-Projekt Libra will die Europäische Kommission Maßstäbe setzen. «Das heutige Paket wird Europas Wettbewerbsfähigkeit und Innovation im Finanzsektor stärken und den Weg bereiten, damit Europa weltweit Vorreiter ist», teilte die Brüsseler Behörde am Donnerstag mit. Verbraucher würden mehr Auswahl und Möglichkeiten bei finanziellen Diensten und modernen Zahlungsmethoden erhalten. Gleichzeitig würden Verbraucherschutz und finanzielle Stabilität gestärkt.


Immobilien verteuern sich trotz Corona-Krise kräftig

WIESBADEN: Häuser und Wohnungen in Deutschland sind in der Corona-Krise noch deutlich teurer geworden als zunächst angenommen - sowohl in Städten als auch auf dem Land. Durchschnittlich lagen die Preise für Wohnimmobilien im zweiten Quartal um 6,6 Prozent höher als ein Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. Im Vergleich zum Vorquartal stiegen die Preise für Wohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser demnach um 2 Prozent. Damit zeigt sich, dass die Corona-Krise dem Immobilienboom hierzulande bisher nichts anhaben konnte.


Ex-VW-Chef Winterkorn kommt auch wegen Marktmanipulation vor Gericht

BRAUNSCHWEIG: Der frühere VW-Chef Martin Winterkorn muss auch wegen des Vorwurfs der Marktmanipulation vor Gericht. Dies teilte die zuständige Kammer des Landgerichts Braunschweig am Donnerstag mit. Damit wird es nicht nur in einem parallelen Betrugsverfahren, sondern auch aufgrund von mutmaßlich zu später Information von Anlegern im Dieselskandal einen Strafprozess gegen den Ex-Manager geben. Das Gericht erklärte, Winterkorn solle «trotz Kenntnis von dem Einbau einer unzulässigen Abschalteinrichtung (...) und des sich seit Frühjahr 2015 abzeichnenden erheblichen finanziellen Risikos (...) den Kapitalmarkt vorsätzlich nicht rechtzeitig informiert haben».


Kurswechsel bei türkischer Notenbank - Leitzins deutlich angehoben

ANKARA: Die türkische Zentralbank hat ihren Leitzins deutlich erhöht. Er steige um 2,0 Prozentpunkte auf 10,25 Prozent, teilte die Notenbank am Donnerstag in Ankara mit. Viele Volkswirte hatten stattdessen mit einem unveränderten Niveau gerechnet. Die Zinserhöhung markiert eine Trendwende in der türkischen Geldpolitik. Im September 2019 hatte die Notenbank mit Zinssenkungen begonnen. Zuvor hatte der Leitzins noch bei 19,75 Prozent gelegen.

Eigentlich war eine Zinserhöhung aus Sicht der meisten Ökonomen längst überfällig. Die türkische Lira stand zuletzt unter starkem Abwärtsdruck und war auf Rekordtiefstände sowohl im Verhältnis zum Dollar als auch zum Euro gefallen. Die Jahresinflationsrate lag im August bei fast 12 Prozent, die Teuerung wurde durch den Währungsverfall noch verstärkt. In einer solchen Situation straffen Währungshüter tendenziell ihre Geldpolitik - etwa durch eine Leitzinsanhebung. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte aber in der Vergangenheit immer wieder niedrige Zinsen zur Stützung der Konjunktur verlangt.

Die türkische Wirtschaft steht derzeit stark unter Druck. Das Land wurde von der Corona-Krise hart getroffen und leidet unter einer schweren Rezession. Aber auch die außenpolitischen Konflikte mit Griechenland und Zypern unterminieren das Vertrauen. Die Ratingagentur Moody's hat zuletzt die Kreditwürdigkeit der Türkei herabgestuft und gleichzeitig mit einer weiteren Herabstufung gedroht.


Ifo-Geschäftsklima hellt sich fünften Monat in Folge auf

MÜNCHEN: Die Stimmung in deutschen Unternehmen hat sich im September trotz steigender Corona-Neuinfektionen erneut aufgehellt. Das Ifo-Geschäftsklima stieg gegenüber dem Vormonat um 0,9 Zähler auf 93,4 Punkte, wie das Ifo-Institut am Donnerstag in München mitteilte. Es ist der fünfte Anstieg in Folge - nach einem drastischen Einbruch in der Corona-Krise. Analysten hatten allerdings mit einem etwas stärkeren Anstieg auf 93,8 Punkte gerechnet. «Die deutsche Wirtschaft stabilisiert sich trotz steigender Infektionszahlen», kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Situation abermals positiver und erwarteten eine weitere Erholung ihrer Geschäfte.


Nach Geldwäscheskandal: Westpac akzeptiert Rekordstrafe in Australien

SYDNEY: Australiens zweitgrößte Bank Westpac akzeptiert wegen ihrer Versäumnisse im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung eine Rekordstrafe. Das Geldhaus habe sich mit der australischen Finanzaufsicht auf einen Betrag von 1,3 Milliarden australische Dollar (rund 791 Millionen Euro) geeinigt, teilte Westpac am Donnerstag mit. Sollte das zuständige Gericht zustimmen, würde es sich nach Angaben der Behörde um die bisher höchste verhängte Zivilstrafe des Landes handeln.

Westpac habe in mehr als 23 Millionen Fällen gesetzwidrig gehandelt und dadurch das australische Finanzsystem der kriminellen Ausbeutung ausgesetzt. Mehr als 19,5 Millionen internationale Überweisungsaufträge in Höhe von umgerechnet mehr als 6,7 Milliarden Euro seien den Finanzbehörden nicht ordnungsgemäß gemeldet worden. Zudem seien unter anderem Informationen über die Herkunft dieser Gelder nicht weitergegeben worden, teilte die Finanzaufsicht mit. Westpac-CEO Peter King entschuldigte sich für die «Versäumnisse» der Bank. Das Geldhaus wolle sicherstellen, dass sich die Fehler nicht wiederholen. Der Geldwäscheskandal war erstmals Ende 2019 ans Licht gekommen.


Ölpreise geben nach

SINGAPUR: Die Ölpreise haben am Donnerstag im frühen Handel zusammen mit den meisten asiatischen Aktienmärkten nachgegeben. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 41,49 US-Dollar. Das waren 28 Cent weniger als am Mittwoch. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 37 Cent auf 39,56 Dollar.

Belastet werden die Rohölpreise schon seit längerem durch die angespannte Corona-Lage. Vor allem steigende Infektionszahlen in Europa sorgen für Verunsicherung. Für die globale Ölnachfrage wären neue Beschränkungen des öffentlichen Lebens, wie in einigen Ländern bereits erfolgt, eine Hiobsbotschaft.

Für schlechte Stimmung sorgt auch, dass ranghohe Notenbanker nicht müde werden, zusätzliche Finanzhilfen seitens der Staaten einzufordern. In der weltweit größten Volkswirtschaft USA können sich die Parlamentarier aber nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen. Das dämpft ebenfalls die Aussichten für die Erdöl- und Benzinnachfrage.


Euro fällt auf Zweimonatstief

FRANKFURT/MAIN: Der Euro steht weiter unter Druck. Am Donnerstagmorgen fiel der Kurs der Gemeinschaftswährung bis auf 1,1645 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit etwa zwei Monaten. Der US-Dollar legte hingegen zu vielen Währungen zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch noch auf 1,1692 Dollar festgesetzt.

Der US-Dollar profitiert schon seit einigen Tagen von der durchwachsenen Börsenstimmung. Ausschlaggebend sind vor allem steigende Corona-Infektionen insbesondere in Europa. Die Währung der Vereinigten Staaten gilt unter Anlegern als sichere Anlagealternative, die in unsicheren Zeiten verstärkt nachgefragt wird.

Am Donnerstag blicken Analysten und Anleger nach München. Dort veröffentlicht das Ifo-Institut die Ergebnisse seiner monatlichen Unternehmensumfrage. Das Geschäftsklima gilt als wichtigster Frühindikator für die deutsche Konjunktur. Es wird mit einer leichten Aufhellung gerechnet.

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