Nachrichten aus der Wirtschaft am Donnerstag

Italienischer Justizminister bei der Abschlusspressekonferenz nach dem G7-Treffen. Foto: epa/Andrea Merola
Italienischer Justizminister bei der Abschlusspressekonferenz nach dem G7-Treffen. Foto: epa/Andrea Merola

G7 wollen sich besser gegen Cyber-Angriffe schützen

ROM: Die Gruppe sieben großer Industrienationen (G7) will sich besser gegen Cyber-Angriffe mit kriminellem Hintergrund schützen. Bei einem Treffen unter Vorsitz der diesjährigen G7-Präsidentschaft betonten die Sieben am Donnerstag in Rom, wie wichtig es sei, sich bei Erpressungsversuchen nicht auf die Zahlung von Lösegeld einzulassen. Bei der Verwendung virtueller Währungen stimmten alle darin überein, die Grundsätze der Transparenz, Zuverlässigkeit und Sicherheit einzuhalten.

Der Gruppe gehören neben Italien die USA, Kanada, Großbritannien, Japan, Frankreich und Deutschland an. Der Direktor der italienischen Agentur für Cybersicherheit, Bruno Frattasi, warnte nach dem Treffen auf Beamtenebene vor «erheblichen wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen» durch Cyberangriffe. Zudem werde dadurch auch die nationale Sicherheit infrage gestellt.

Die Staats- und Regierungschefs der G7 treffen sich im nächsten Monat in Süditalien zu ihrem alljährlichen Gipfel. Für Deutschland ist Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) dabei.


Eurokurs gestiegen - EZB-Referenzkurs: 1,0866

FRANKFURT/MAIN: Der Euro-Kurs ist am Donnerstag gestiegen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0866 (Mittwoch: 1,0832) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9203 (0,9231) Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85850 (0,85840) britische Pfund, 168,33 (168,43) japanische Yen und 0,9822 (0,9800) Schweizer Franken fest.


Hugo Boss holt David Beckham an Bord

METZINGEN: Der Modehändler Hugo Boss holt sich «Ikone» David Beckham als Designer an Bord. Der frühere Fußballprofi werde die nächstjährige Männerkollektion mitgestalten, wie das Metzinger Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Die erste Kollektion werde im Frühjahr/Sommer 2025 präsentiert, wobei Beckham bereits dieses Jahr in der globalen Kampagne der Marke im Herbst/Winter zu sehen sein wird. Die Partnerschaft sei auf mehrere Jahre angelegt, sagte eine Unternehmenssprecherin. Sie gehe deutlich über 2025 hinaus.


Deutsche Seefahrt weiter Männersache

HAMBURG: Die deutsche Seefahrt ist weiterhin mit großem Abstand Männersache. So sind von den 6952 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an Bord der deutschen Handelsflotte derzeit gerade einmal 490 Frauen. Das entspricht einem Anteil von lediglich 7,1 Prozent. Deutschland liege damit zwar deutlich über dem durchschnittlichen internationalen Frauenanteil in der Schifffahrt von etwa zwei Prozent, sagte die Präsidentin des Verbands Deutscher Reeder, Gaby Bornheim, der Deutschen Presse-Agentur. Aber das reiche längst nicht aus.


Google-Chef: Menschen werden Beziehung zu KI-Assistenten aufbauen

SAN FRANCISCO: Google-Chef Sundar Pichai geht davon aus, dass Menschen eine emotionale Verbindung zu Programmen mit Künstlicher Intelligenz aufbauen werden. Es werde eine sehr mächtige Technologie sein, sagte Pichai am Mittwoch am Rande der Entwicklerkonferenz Google I/O. Mit der Zeit werde es passieren, dass einige Leute eine «tiefe Beziehung zu KI-Assistenten» entwickeln. Darauf müsse man sich vorbereiten und mögliche negative Folgen der Technologie mildern.


China im Visier: USA beenden Zoll-Befreiung für manche Solar-Importe

WASHINGTON: Kurz nach der Erhöhung von US-Zöllen auf chinesische Einfuhren hebt die amerikanische Regierung nun auch Zoll-Ausnahmen für bestimmte Solar-Importe auf. Auch dieser Schritt zielt vor allem auf China als wirtschaftlichen Rivalen und zweitgrößte Volkswirtschaft hinter den Vereinigten Staaten ab. US-Präsident Joe Biden werde Schlupflöcher für die Einfuhr über Drittländer schließen und die Zollbefreiung für sogenannte bifaziale Solarmodule beenden, teilte das Weiße Haus mit. Diese können nicht nur die Sonneneinstrahlung von oben in Strom umwandeln, sondern über die Rückseite auch reflektierte Strahlung aufnehmen. «Die Auswirkungen des chinesischen Überangebots auf unsere Investitionen in den Solarmarkt bleiben ein schwieriges Thema», sagte ein US-Regierungsvertreter.


EuGH: Personalmangel an Flughäfen kann Verspätung rechtfertigen

LUXEMBURG: Hat ein Flug wegen Personalmangel bei der Gepäckverladung Verspätung, dürfen Passagiere nicht unbedingt Schadenersatz verlangen. Zu wenig Personal könne nämlich ein außergewöhnlicher Umstand sein, der eine Verspätung möglicherweise rechtfertige, entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Donnerstag in Luxemburg. Hintergrund ist ein Fall aus Deutschland. Bei einem Flug von Köln-Bonn zur griechischen Insel Kos kam es zu einer Verspätung von drei Stunden und 49 Minuten. Diese Verspätung war auf mehrere Gründe zurückzuführen, hauptsächlich aber auf einen Mangel an Personal für die Gepäckverladung in Köln-Bonn.


Heizkosten von Miethaushalten 2023 im Schnitt deutlich gestiegen

ESSEN: Die Heizkosten von Miethaushalten in Deutschland sind 2023 laut einer Berechnung des Immobiliendienstleisters Ista teilweise deutlich gestiegen. Die Kosten je Kilowattstunde stiegen im Vergleich zu 2022 im Schnitt bei Fernwärme um 7 Prozent, bei Heizöl um 34 Prozent und bei Erdgas um 44 Prozent, wie das Unternehmen am Donnerstag in Essen berichtete. Die Zahlen fußen auf der Auswertung von rund 800.000 Heizkostenabrechnungen. Die staatlichen Preisbremsen für Gas und Fernwärme, die es im Jahr 2023 gab, sind dabei berücksichtigt.


Verdi kritisiert geplante Abschaffung des Galeria-Aufsichtsrats

BERLIN/ESSEN: Die Gewerkschaft Verdi kritisiert die Pläne zur Neuausrichtung des Warenhausunternehmens Galeria Karstadt Kaufhof und die vorgesehene Abschaffung des Aufsichtsrates. «Eine Umfirmierung in eine Unternehmensform ohne Aufsichtsrat und damit ohne unternehmerische Mitbestimmung der Beschäftigten» sei nicht der richtige Weg, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer am Donnerstag in Berlin.


Rund 295.000 neue Wohnungen 2023 in Deutschland

BERLIN: In Deutschland wurden im vergangenen Jahr rund 295.000 Wohnungen fertiggestellt. Damit liegt die Zahl der neuen Wohnungen knapp unterhalb des Vorjahreswerts, wie die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus informierten Kreisen erfuhr. Table.Briefings hatte zuerst darüber berichtet und sich auf Branchenkreise mit Verweis auf aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts berufen. Die Bundesregierung hatte als Zielmarke 400.000 neue Wohnungen pro Jahr ausgegeben.


3,2 Millionen mit Job-Wunsch - Stille Reserve am Arbeitsmarkt wächst

WIESBADEN: Die sogenannte stille Reserve am deutschen Arbeitsmarkt ist zuletzt gewachsen. Im vergangenen Jahr wünschten sich fast 3,2 Millionen nicht erwerbstätige Menschen in Deutschland eigentlich eine bezahlte Arbeit, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag berichtete. Die Bürger im Alter zwischen 15 und 74 Jahren standen aber aus unterschiedlichen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung. Die Gruppe machte rund 17 Prozent aller Nichterwerbspersonen aus. Bei der vorangegangenen Erhebung im Jahr 2022 waren es rund 3 Millionen Menschen und damit 16 Prozent aller Nichterwerbspersonen.


Gericht bestätigt: Baumhäuser im Camp gegen Tesla dürfen bleiben

GRÜNHEIDE: Die Baumhäuser im Protestcamp gegen die Erweiterungspläne des US-Autobauers Tesla in Grünheide dürfen vorerst bleiben. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg wies am Donnerstag eine Beschwerde der Brandenburger Polizei gegen eine Entscheidung in der Vorinstanz zugunsten des Protestcamps zurück.


Ölpreise legen moderat zu

SINGAPUR: Die Ölpreise sind am Donnerstag im frühen Handel moderat gestiegen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli 83,21 US-Dollar. Das waren 46 Cent mehr als am Vorabend. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Juni-Lieferung stieg um 47 Cent auf 79,10 Dollar.

Auftrieb kam zum einen von einem schwächeren US-Dollar, der Rohöl für Interessenten außerhalb des Dollar-Raums wechselkursbedingt günstiger werden ließ. Dazu gesellten sich neue Lagerdaten aus den USA: Am Mittwochnachmittag hatte das Energieministerium einen Rückgang der landesweiten Erdölbestände gemeldet. Sinkende Vorräte werden oft als Hinweis auf eine zunehmende Nachfrage oder eine rückläufige Produktion gewertet.

Trotz der leichten Zuwächse notieren die Rohölpreise in der Nähe ihrer Tiefstände seit Ende Februar. In den vergangenen Wochen sind die geopolitisch bedingten Risikoaufschläge am Ölmarkt tendenziell gefallen. Das Angebot ist infolge von Produktionsbeschränkungen großer Förderländer nach wie vor knapp, während die Nachfrage mit etwas günstigeren Konjunkturaussichten anziehen dürfte.

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