Nachrichten aus der Wirtschaft am Donnerstag

An einem warmen Tag im Tiergarten in Berlin fahren Radfahrer an einem Rasensprenger vorbei, der Wasser auf den Platz spritzt. Foto: epa/Filip Singer
An einem warmen Tag im Tiergarten in Berlin fahren Radfahrer an einem Rasensprenger vorbei, der Wasser auf den Platz spritzt. Foto: epa/Filip Singer

Zahl der Arbeitslosen in Deutschland sinkt im November leicht

NÜRNBERG: Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im November im Vergleich zum Vormonat um 1000 auf 2,606 Millionen gesunken. Das seien jedoch 172.000 mehr als im November 2022, teilte die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mit. Die Arbeitslosenquote betrug im November 5,6 Prozent nach 5,7 Prozent im Oktober. Im Vorjahr war die Zahl der Arbeitslosen von Oktober auf November noch um 8000 zurückgegangen.


Analyse: Nationale Pläne zu erneuerbaren Energien hinter EU-Zielen

BRÜSSEL: Die Länder der Europäischen Union haben sich einer Analyse zufolge niedrigere Ziele für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bis 2030 gesetzt als von der EU angepeilt. Wenn die Ziele der klimafreundlichen Stromerzeugung erreicht werden, sollte bis 2030 69 Prozent im Strommix aus erneuerbaren Quellen kommen, heißt es von der europäischen Kommission. Die nationalen Pläne der Länder allerdings kommen nur auf einen Ökostrom-Anteil von 66 Prozent bis 2030, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Analyse der Denkfabrik Ember hervorgeht.

Die Experten betrachteten den Angaben nach die Ziele aus 22 Entwürfen nationaler Klima- und Energiepläne sowie angekündigte Maßnahmen der Länder, die noch keine aktualisierten Pläne vorgelegt haben.

Die EU fordert bei der derzeit in Dubai stattfindenden Weltklimakonferenz unter anderem eine Verdreifachung der globalen Kapazitäten für erneuerbare Energien. Daher sei es von entscheidender Bedeutung, dass die Staatengemeinschaft ihr eigenes Haus in Ordnung bringe, sagte Ember-Analyst Chris Rosslowe. Es müssten ehrgeizige nationale Energie- und Klimapläne vorgelegt werden.


Moskau: Ölförderkürzung dient der Stabilisierung des Ölmarktes

MOSKAU: Russland hat die von Moskau mitgetragene Kürzung der Ölförderung der OPEC+-Staaten mit der Notwendigkeit einer Marktstabilisierung begründet. «Die Entscheidungen, die getroffen wurden, zielen in erster Linie auf die Beseitigung von Risiken in Zeiten niedriger Nachfrage», sagte der für den Energiesektor zuständige Vizeregierungschef Alexander Nowak am Donnerstag dem russischen Staatsfernsehen. Im ersten Quartal 2024 werde die Förderkürzung bei 2,2 Millionen Barrel pro Tag liegen. Russland werde sich darin mit einer Lieferkürzung von 200.000 Barrel an Ölprodukten täglich beteiligen, teilte Nowak mit.

Seinen Worten nach ist die Nachfrage saisonal bedingt rückläufig. Darauf habe die Organisation OPEC+ reagieren müssen, um die Preise stabil zu halten. Die Teilnehmerländer würden aber die weitere Marktentwicklung aufmerksam verfolgen.

Ursprünglich lag Russlands tägliche Förderquote für 2024 bei 9,95 Millionen Barrel Öl. Im Februar 2023 hat Moskau wegen mangelnder Nachfrage aber schon einmal die Lieferungen auf den Weltmarkt um 500.000 Barrel gesenkt, im Juli um weitere 500.000 Barrel. Seit September brachte Russland dann wieder 200.000 Barrel Öl täglich mehr auf den Markt. Diese Menge soll nun offenbar durch die Senkung der Lieferungen von Ölprodukten ausgeglichen werden.


UN loben deutsche Millionenzusage auf Weltklimakonferenz

NEW YORK: Die Vereinten Nationen haben die finanzielle Zusage Deutschlands und der Vereinigten Arabischen Emirate von jeweils 100 Millionen US-Dollar (knapp 92 Millionen Euro) zu Beginn der Weltklimakonferenz in Dubai als «beträchtlich» gewürdigt. Das überraschende Versprechen des Gastgebers zusammen mit Berlin sei wichtig für die Entscheidung des Plenums gewesen, den Fonds zum Ausgleich von Klimaschäden in besonders verwundbaren Ländern einzuführen, sagte ein Sprecher am Donnerstag in New York.

Der Beschluss der Weltklimakonferenz gilt als wichtiger Meilenstein. Zu den 200 Millionen Dollar sollen auch Zahlungen aus den USA, Japan, Großbritannien und der EU kommen.


Eurokurs gefallen - EZB-Referenzkurs: 1,0931

FRANKFURT/MAIN: Der Euro-Kurs ist am Donnerstag gefallen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0931 (Mittwoch: 1,0985) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9148 (0,9103) Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86368 (0,86525) britische Pfund, 161,19 (162,12) japanische Yen und 0,9562 (0,9628) Schweizer Franken fest.


Hoffnung auf Zinssenkung treibt Dax in Richtung Rekordhoch

FRANKFURT/MAIN: Angetrieben von der Hoffnung auf Zinssenkungen hat der Dax am Donnerstag seine Jahresendrally fortgesetzt. Am Nachmittag legte der der deutsche Leitindex um 0,54 Prozent auf 16.253,11 Punkte zu und steuert mit Gewinnen von 9,7 Prozent auf den bislang stärksten Börsenmonat des Jahres zu. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen zeigte sich am Donnerstag mit plus 0,02 Prozent auf 26.318,11 Zähler kaum verändert. Im Monatsverlauf liegt er jedoch mit 9,5 Prozent im Plus.

Der Euro wurde am Nachmittag mit 1,0935 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,0985 Dollar festgesetzt. Am Anleihemarkt fiel die Umlaufrendite von 2,47 Prozent am Vortag auf 2,43 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,33 Prozent auf 125,22 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,35 Prozent auf 132,25 Zähler.


AmCham: US-Unternehmen sehen Standort Deutschland mit Sorge

FRANKFURT/MAIN: Hohe Energiekosten, viel Bürokratie und schleppende Digitalisierung: US-Unternehmen sehen die Bundesrepublik nach Einschätzung der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland (AmCham Germany) zunehmend kritisch. Die Bewertung des Standorts habe sich im Jahresvergleich etwas verschlechtert, sagte AmCham-Präsidentin Simone Menne der Deutschen Presse-Agentur vor einer transatlantischen Wirtschaftskonferenz am Donnerstag in Frankfurt. «Und für das kommende Jahr wird keine Verbesserung erwartet.»


Lufthansa bläst Anteilsverkauf von Wartungssparte ab

FRANKFURT/MAIN: Die Lufthansa will ihre Wartungssparte doch komplett behalten. Der Plan für den Verkauf eines Minderheitsanteils an Lufthansa Technik werde nicht weiterverfolgt, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Vielmehr sollen die in den vergangenen Monaten entwickelten Wachstumspläne eigenständig umgesetzt werden. Früheren Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge war ein Anteil von mindestens einem Fünftel im Spiel. Die gesamte Einheit wurde mit rund acht Milliarden Euro bewertet.


Musk schimpft wüst gegen abtrünnige Werbekunden von X

NEW YORK: Große Werbekunden flüchten aus Angst um ihr Image von Elon Musks Online-Plattform X - doch statt Schadensbegrenzung zu betreiben, zeigt der Tech-Milliardär ihnen verbal den Mittelfinger. «Wenn jemand versucht, mich mit Anzeigen zu erpressen? Mich mit Geld zu erpressen? Go fuck yourself!», polterte Musk am Mittwoch auf der Bühne einer Konferenz der «New York Times» und wiederholte die Schimpfworte gleich mehrfach. Dabei erwähnte er ausdrücklich Disney-Chef Bob Iger.


Signa-Tochter SportScheck stellt Insolvenzantrag

MÜNCHEN: Der zur Signa-Holding gehörende Sportartikelhändler SportScheck stellt Insolvenzantrag. Das Unternehmen mit bundesweit 34 Filialen und rund 350 Millionen Euro Jahresumsatz teilte am Donnerstag mit, nach dem Insolvenzantrag der Signa-Holding sei SportScheck zahlungsunfähig. Die Geschäftsleitung werde im Laufe des Tages beim Amtsgericht München ein Insolvenzverfahren beantragen.


Galeria könnte bald zum Verkauf gestellt werden

ESSEN: Nach der Insolvenz der Signa-Holding könnte die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof schon bald zum Verkauf gestellt werden. Dies ist die Konsequenz aus einem Antrag auf Gläubigerschutz der Schweizer Tochtergesellschaft Signa Retail Selection AG, zu der Galeria gehört. Diese sogenannte Nachlassstundung wurde bei Gericht beantragt, teilte das Unternehmen am Mittwochabend mit. Ziel sei, die Gesellschaft abzukoppeln und geordnet zu liquidieren, zitierte das Unternehmen seinen Verwaltungsratspräsidenten Christian Wenger.


Altersvorsorge: Garantiezins könnte nach Jahrzehnten wieder steigen

KÖLN: Kunden von Lebensversicherung profitieren zunehmend vom Ende der Zinsflaute. Erste Versicherer kündigten eine Erhöhung der laufende Verzinsung des Altersvorsorgeklassikers für 2024 an. Zugleich schlägt die einflussreiche Deutsche Aktuarvereinigung (DAV) vor, den Höchstrechnungszins - auch Garantiezins - genannt, erstmals seit Jahrzehnten wieder anzuheben. Aktuell liegt dieser Zins bei 0,25 Prozent. Ab 2025 könnte er auf 1 Prozent steigen.


Weltklimakonferenz in Dubai beginnt mit Schweigemoment für Gaza

DUBAI: In Dubai hat die diesjährige Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen mit einem Moment des Schweigens begonnen. Der Präsident der vergangenen Klimakonferenz, der Ägypter Samih Schukri, eröffnete am Donnerstag das Treffen und rief das Plenum auf, in Gedenken an die Opfer des Gaza-Kriegs sowie einen verstorbenen renommierten Klimaforscher und Begleiter der Klimakonferenzen, Saleemul Huq, einen Moment lang aufzustehen und innezuhalten.

Erwartet werden in Dubai rund 70.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus aller Welt - neben Staats- und Regierungschefs, Länderdelegationen, Journalisten und Beobachtern auch viele fossile Lobbyisten. Aktivistinnen und Aktivisten befürchten eine starke Überwachung und Einschränkung von Protesten. Wie bereits im vergangenen Jahr sind diese voraussichtlich nur auf dem Konferenzgelände selbst möglich, da es sich dabei während des Treffens um Hoheitsgebiet der Vereinten Nationen handelt.

Wie Ägypten, Gastgeber der Vorjahreskonferenz, stehen die Emirate in der Kritik wegen der Lage der Menschenrechte. Rechte auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit sind der US-Organisation Freedom House zufolge massiv beschnitten. Zudem gibt es Berichte über den Ausbau der umfassenden Überwachung, sowohl im Internet wie auch im öffentlichen Raum, etwa durch Gesichtserkennungstechnik. Die Überwachungstechnik in den Emiraten gilt als so fortgeschritten wie in nur wenigen anderen Ländern der Welt.


Inflation in Eurozone geht deutlich auf 2,4 Prozent zurück

LUXEMBURG: Die Inflation in der Eurozone hat sich im November deutlich abgeschwächt. Die Verbraucherpreise lagen 2,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag in Luxemburg mitteilte. Im Vormonat hatte die Teuerung noch 2,9 Prozent betragen und vor einem Jahr 10,1 Prozent. Im Monatsvergleich gingen die Preise im November um 0,5 Prozent zurück.


Frankreichs Wirtschaft schrumpft überraschend

PARIS: Die französische Wirtschaft ist in den Sommermonaten wie die deutsche geschrumpft.

Im dritten Quartal sank die Wirtschaftsleistung im Vergleich zum Vorquartal um 0,1 Prozent, wie das Statistikamt Insee am Donnerstag nach einer zweiten Schätzung mitteilte. Damit wurden die ersten Zahlen überraschend nach unten revidiert: Zuvor hatte Insee für Juli bis September einen Anstieg um 0,1 Prozent gemeldet. Auch in Deutschland schrumpfte die Wirtschaft nach nationalen Berechnungen in den Sommermonaten um 0,1 Prozent.


Ölpreise legen vor Treffen der Opec+ weiter zu

SINGAPUR: Die Ölpreise sind am Donnerstag vor Gesprächen des Ölverbunds Opec+ gestiegen und haben damit an die Gewinne vom Vortag angeknüpft. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Januar kostete am Morgen 83,58 US-Dollar. Das waren 48 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 47 Cent auf 78,33 Dollar.

Mittlerweile sind die Ölpreise den dritten Tag in Folge gestiegen und konnten sich damit ein Stück weit von jüngsten Verlusten erholen. Am Ölmarkt richtete sich das Interesse der Anleger auf eine Videokonferenz des Ölverbunds Opec+, die ursprünglich am vergangenen Wochenende stattfinden sollte und wegen Differenzen über die künftige Förderpolitik auf diesen Donnerstag verschoben wurde.

Der Verbund hält sein Angebot schon seit einiger Zeit knapp, was allerdings vor allem auf Produktionskürzungen durch den Ölriesen Saudi-Arabien zurückgeht. Am Ölmarkt wird spekuliert, dass bestehende Förderkürzungen ins kommende Jahr ausgeweitet werden sollen. Wichtige Opec-Länder aus Afrika halten sich allerdings mit Kürzungen weitgehend zurück. Ob die Saudis diese Unwucht weiter hinnehmen, gilt zunehmend als fraglich.


Eurokurs kaum verändert zum US-Dollar vor wichtigen Preisdaten

FRANKFURT/MAIN: Der Kurs des Euro hat sich am Donnerstag nur wenig verändert. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,0976 US-Dollar gehandelt und damit etwa auf dem gleichen Niveau wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Mittwochnachmittag auf 1,0985 Dollar festgesetzt.

Die Anleger am Devisenmarkt warten auf Daten zur Preisentwicklung, die im Lauf des Tages auf dem Programm stehen. Am späten Vormittag werden die Inflationsdaten aus der Eurozone erwartet. Am Markt wird mit einem Rückgang der Teuerung im gemeinsamen Währungsraum gerechnet. Zuletzt hatte ein unerwartet deutlicher Rückgang der Inflation in Deutschland und Spanien darauf hingedeutet, dass sich die Teuerung auch in der Eurozone stärker als erwartet abschwächen könnte.

Am Nachmittag stehen zudem Daten zur Preisentwicklung in den USA auf dem Programm, die von der US-Notenbank Fed stark beachtet werden. In den vergangenen Tagen konnte der Euro von einer Dollar-Schwäche profitieren. Hintergrund ist die wachsende Spekulation auf eine Zinssenkung der US-Notenbank im kommenden Jahr, was die US-Währung unter Druck gesetzt hatte.


Weiterhin trübe Stimmung in Chinas Industrie

PEKING: Die Stimmung in Chinas Industriebetrieben bleibt schlecht. Wie das Statistikamt in Peking am Donnerstag mitteilte, sank der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe im November im Vergleich zum Vormonat von 49,5 auf 49,4 Punkte. Damit blieb der wichtige konjunkturelle Frühindikator nach einer Erholung den zweiten Monat in Folge unter der kritischen Marke von 50 Punkten, ab der mit einem Rückgang der industriellen Aktivität zu rechnen ist.

Die chinesische Wirtschaft leidet unter der derzeit schwachen globalen Nachfrage, einem kriselnden Immobilienmarkt sowie einem anhaltend schwachen Binnenkonsum. Zuletzt gab es jedoch Anzeichen für eine Erholung. So fiel das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal mit einem Plus von 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr besser aus als von Analysten erwartet. Die chinesische Regierung hat für dieses Jahr ein Wachstumsziel von 5 Prozent ausgegeben.

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