Nachrichten aus der Wirtschaft am Dienstag

Foto: Freepik/Education_free
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Renault: Ermittlungsverfahren wegen Diesel-Abgaswerten

BOULOGNE-BILLANCOURT: Nach jahrelangen Untersuchungen hat die französische Justiz ein Ermittlungsverfahren gegen Renault wegen mutmaßlichen Betrugs eingeleitet. Wie Renault am Dienstagabend berichtete, gehe es um Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen «älterer Generationen». Die Justiz untersucht den Fall seit rund viereinhalb Jahren.

Renault wies die Vorwürfe zurück. Man habe sich stets an französische und europäische Vorgaben gehalten. In Autos gebe es keine betrügerische Software. Der Hersteller mit Sitz in Boulogne-Billancourt bei Paris muss nach eigenen Angaben eine Kaution von 20 Millionen Euro für mögliche Entschädigungen und Strafgelder hinterlegen. Zudem ist eine Bankgarantie von 60 Millionen Euro fällig, um mögliche Schäden auszugleichen.

Der «Dieselgate»-Skandal war seinerzeit von Europas größtem Autohersteller VW ausgelöst worden. Die Affäre um millionenfach gefälschte Stickoxid-Abgaswerte flog im September 2015 in den USA auf.


Dax in robuster Verfassung nahe Rekordhoch

FRANKFURT/MAIN: Der Dax präsentiert sich auch am Dienstag in robuster Verfassung nahe seines Rekordhochs. Am Nachmittag gewann der deutsche Leitindex 0,15 Prozent auf 15.701,02 Punkte. Der MDax für die mittelgroßen Unternehmen rückte nahe an die Marke von 34.000 Zählern heran, verbuchte aber bei 33.942,24 Punkten zuletzt nur noch einen Aufschlag von 0,05 Prozent. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,3 Prozent hoch. Der Euro kostete 1,2181 US-Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,2162 Dollar festgesetzt. Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von minus 0,26 Prozent am Vortag auf minus 0,27 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,01 Prozent auf 144,51 Punkte nach. Der Bund-Future rückte um 0,24 Prozent auf 172,13 Punkte vor.


Bericht offenbart schlechten Handyempfang auf dem Land

BONN: Der Handyempfang ist in vielen ländlichen Regionen Deutschlands noch immer sehr lückenhaft. Wie aus einem Bericht der Bundesnetzagentur hervorgeht, ist die Versorgung auf elf Prozent der Landesfläche schlecht oder inexistent. 3,8 Prozent der Fläche werden als Funkloch oder als sogenannte weiße Flecken definiert - bestenfalls Empfang im uralten Mobilfunkstandard 2G (Edge) ist hier möglich. 7,2 Prozent der Fläche gelten als «graue Flecken» - das heißt, dass dort nur eins der drei deutschen Mobilfunknetze im 4G-Standard zu empfangen ist - ob von der Telekom, Vodafone oder von Telefónica. Kunden der zwei anderen Netze gucken in die Röhre.


Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Mai gesunken

HALLE: Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist im Mai in Deutschland gesunken. Nach am Dienstag veröffentlichten Erhebungen des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) lag der Wert 11 Prozent unter den April-Zahlen - und 30 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. 682 Personen- und Kapitalgesellschaften wurden demnach bundesweit im Mai 2021 als insolvent gemeldet. Die Zahl der betroffenen Arbeitnehmer ging im Vergleich zum Vorjahresmonat sogar um 75 Prozent zurück.


Produktion und Aufträge: Engpässe bremsen deutsche Industrie

WIESBADEN: Lieferengpässe und knappe Rohstoffe dämpfen die Entwicklung der deutschen Industrie. So fiel die Gesamtherstellung im April 1,0 Prozent niedriger aus als im März, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mittelte. Der Rücksetzer folgt allerdings auf einen deutlichen Produktionsanstieg im März. Bereits am Montag hatte das Bundesamt zudem einen Rückgang der Aufträge gemeldet: Im Vergleich zum Vormonat gingen die Bestellungen im April um 0,2 Prozent zurück. Das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin erklärte den Dämpfer für die Produktion mit einer Knappheit bei Vorprodukten, vor allem bei Halbleitern und Bauholz.


Schulze legt Entwurf für Nationale Wasserstrategie vor

BERLIN: Zur Vorbeugung von Wasserknappheit in manchen Regionen Deutschlands soll nach Plänen des Bundesumweltministeriums das Wassermanagement bis 2030 deutlich verbessert werden. Zur Modernisierung des Wassersektors und zur Anpassung der Gewässer an den Klimawandel schlägt Ministerin Svenja Schulze (SPD) ein Sofortprogramm in Höhe von einer Milliarde Euro vor, die in den kommenden zehn Jahren investiert werden sollen. Angestrebt werden auch eine bessere Datenlage sowie ein Ausbau von Versorgungsnetzen zwischen Regionen mit unterschiedlicher Wasserverfügbarkeit. Insgesamt sei Deutschland ein wasserreiches Land, aber in einigen Regionen werde angesichts der Folgen des Klimawandels das Wasser knapp, sagte Schulze: «Wir müssen jetzt Vorsorge ergreifen.»


Vor der Sommer-Reisewelle: Bahn-Gewerkschaft kündigt Arbeitskampf an

BERLIN: Kunden der Deutschen Bahn müssen sich auf Einschränkungen durch Arbeitskämpfe einstellen. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) erklärte am Dienstag ihre Tarifverhandlungen für gescheitert und beschloss vor der Sommer-Reisewelle Arbeitskampfmaßnahmen. Einen Termin und Details nannte sie nicht. GDL-Chef Claus Weselsky warf der Bahn vor, die Arbeitsbedingungen des Zugpersonals verschlechtern zu wollen und in anderslautenden Aussagen zu lügen. Die Bahn schlug nach eigenen Angaben einen Tarifabschluss vor, der Einkommenssteigerungen wie im Öffentlichen Dienst im Bereich Flughäfen gebracht hätte. Mit der größeren Gewerkschaft EVG gibt es bereits eine Tarifeinigung. Danach erhalten die Beschäftigten ab Anfang nächsten Jahres 1,5 Prozent mehr Geld. Bis Ende 2023 sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen.


Corona-Hilfen: EU-Kommission will erste Pläne nächste Woche billigen

STRAßBURG: Die ersten nationalen Pläne zur Verwendung der milliardenschweren europäischen Corona-Hilfen sollen nächste Woche von der EU-Kommission gebilligt werden. Dies kündigte Präsidentin Ursula von der Leyen am Dienstag im Europaparlament an. «Das erste Geld wird in den nächsten Wochen fließen.» Rund ein Jahr nach den ersten Gipfel-Beschlüssen für das Programm im Umfang von 750 Milliarden Euro sei das ein historischer Erfolg.

Bisher hätten 23 der 27 EU-Staaten ihre Aufbaupläne bei der EU-Kommission zur Prüfung eingereicht, sagte von der Leyen. Nach Analyse dieser Pläne sei die Botschaft klar: «Die Europäer sind bereit für einen Neustart.» So hätten die Mitgliedsstaaten 50 Milliarden Euro für saubere Energien eingeplant und weitere 50 Milliarden für die Gebäudesanierung. Mindestens 85 Milliarden sollten in die Förderung umweltfreundlicheren Verkehrs fließen. «Das sind genau die Investitionen, die wir wollen», sagte von der Leyen. Bei Investitionen in Digitalisierung gebe es dieselbe Dynamik.

Die EU-Staaten hatten für die Aufbaupläne genaue Vorgaben. Unter anderem müssen mindestens 37 Prozent der jeweiligen Anteile für klimafreundliche Projekte ausgegeben werden sowie 20 Prozent für Digitalisierung. Der größte Teil der Hilfen wird über den Aufbaufonds RRF verteilt. Deutschland rechnet mit knapp 26 Milliarden Euro (in laufenden Preisen) aus dem Fonds. 90 Prozent davon sollen in Klimaschutz und Digitalisierung fließen.

Die Bundesregierung hatte ihren Plan pünktlich zum 30. April eingereicht und könnte jetzt bei den ersten sein, die von der Kommission grünes Licht bekommt. Anschließend ist noch ein formaler Beschluss des Rats der EU-Staaten nötig. Wenn alles glatt gehe, würden die ersten Gelder im Juli ausgezahlt, sagte Kommissionsvize Valdis Dombrovskis.


ZEW-Konjunkturerwartungen trüben sich überraschend ein

MANNHEIM: Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich im Juni überraschend eingetrübt. Das Stimmungsbarometer des Forschungsinstituts ZEW fiel gegenüber dem Vormonat um 4,6 Punkte auf 79,8 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung am Dienstag in Mannheim mitteilte. Experten hatten einen Anstieg auf 86,0 Punkte erwartet. Im Mai hatte der Indikator mit 84,4 Punkten noch den höchsten Stand seit über 21 Jahren erreicht.

Allerdings wird die aktuelle wirtschaftliche Lage deutlich besser bewertet. Der entsprechende Indikator stieg um 31,0 Punkte auf minus 9,1 Punkte. Erwartet wurde ein Anstieg auf minus 28,0 Punkte. Die wirtschaftliche Situation in Deutschland werde inzwischen wie vor der Corona-Pandemie im August 2019 beurteilt, erklärte das ZEW.

«Der Rückgang der Erwartungen dürfte größtenteils auf die erheblich bessere Beurteilung der Wirtschaftslage zurückzuführen sein, die inzwischen auf Vorkrisenniveau gestiegen ist», kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach. «Die Finanzmarktexpertinnen und -experten gehen für das nächste halbe Jahr daher weiterhin von einer kräftigen Konjunkturerholung aus.»


Rezession in Eurozone nicht ganz so schlimm wie befürchtet

LUXEMBURG: Die Eurozone ist im Herbst und Winter zwar in die Rezession gerutscht, doch fiel der Rückschlag nicht ganz so schlimm aus wie zunächst befürchtet. Im ersten Quartal des laufenden Jahres sei die Wirtschaftsleistung im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 Prozent geschrumpft, teilte das Statistikamt Eurostat am Dienstag in Luxemburg mit. Eine vorherige Schätzung hatte noch einen Rückgang um 0,6 Prozent ergeben.

Auch im Schlussquartal 2020 war die Wirtschaft der 19 Euroländer geschrumpft, allerdings ebenfalls etwas weniger stark als bisher bekannt. Der Rückgang wurde von 0,7 auf 0,6 Prozent korrigiert. Auch die EU mit ihren 27 Ländern rutschte in die Rezession.

Sinkt das Bruttoinlandsprodukt zwei Quartale in Folge, sprechen Ökonomen von einer Rezession. Die schwache Entwicklung ist hauptsächlich auf die Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zurückzuführen. Mit fortschreitenden Impfungen und weniger Beschränkungen des öffentlichen Lebens wird im Jahresverlauf wieder mit Wirtschaftswachstum gerechnet.


Biden will in Europa Stärkung der Lieferketten thematisieren

WASHINGTON: Die US-Regierung will stärker mit Partnern und Verbündeten zusammenarbeiten, um Schwachstellen in den globalen Lieferketten zu verringern und unabhängiger von Rivalen wie China zu werden. Präsident Joe Biden wolle das Thema bei seiner Europa-Reise, zu der er in dieser Woche aufbricht, auf die Agenda setzen, sagte eine Regierungsbeamtin am Montag (Ortszeit).

Hintergrund ist eine von Biden angeordnete Überprüfung der Lieferketten, bei der Halbleiter, Batterien mit großer Kapazität, sogenannte Seltene Erden und Arzneimittel im Fokus standen. Die Pandemie und die daraus resultierende Wirtschaftskrise hätten die strukturelle Schwäche der nationalen und internationalen Lieferketten offengelegt, die die wirtschaftliche und nationale Sicherheit der USA gefährde, hieß es aus dem Weißen Haus. Verantwortlich dafür seien fehlende Investitionen in der Vergangenheit, aber auch unfaire Handelspraktiken anderer Länder und ein Wirtschaftsmodell, das nicht auf Nachhaltigkeit ausgerichtet gewesen sei.

Den Engpässen unter anderem im Bau oder bei Halbleitern soll sich in Washington nun eine neue Arbeitsgruppe annehmen, die vom Wirtschafts-, Verkehrs- und Landwirtschaftsministerium geleitet wird. Ins Leben ruft die Regierung auch eine beim Büro der US-Handelsbeauftragten angesiedelte «Handelseinsatztruppe», die Anstrengungen gegen unfaire Handelspraktiken unternehmen soll.


Österreichische OMV verkauft Tankstellennetz in Slowenien

WIEN: Der österreichische Energiekonzern OMV trennt sich von seinen Tankstellen in Slowenien. Die 120 Standorte werden für 301 Millionen Euro an die ungarische MOL Group verkauft, gab das Unternehmen in Wien am Dienstag bekannt. Die OMV macht derzeit einen Strategiewechsel durch und will sich statt auf Öl und Gas verstärkt auf chemische Produkte konzentrieren.

«Diese Veräußerung reduziert nicht nur den Verschuldungsgrad signifikant, sie bedeutet auch eine weitere strategische Optimierung unseres Portfolios», sagte OMV-Chef Rainer Seele. Die OMV betreibt derzeit rund 2100 Tankstellen in zehn europäischen Ländern.

Ende 2020 hatte die OMV den Verkauf ihrer knapp 300 Tankstellen in Süddeutschland an die britische EG Group bekanntgegeben. Vorige Woche besiegelte der österreichische Konzern seinen Ausstieg aus Gas Connect, einer wichtigen Drehscheibe für die europäische Erdgas-Versorgung.


Chef der österreichischen Staatsholding geht nach Kritik

WIEN: Nach anhaltender Kritik tritt der Chef der österreichischen Staatsholding ÖBAG, Thomas Schmid, von seinem Posten mit sofortiger Wirkung zurück. Der Aufsichtsrat habe einer einvernehmlichen Einigung mit Schmid zugestimmt, teilte die ÖBAG am Dienstag mit. «Nach der anhaltenden Diskussion der letzten Monate hat der Aufsichtsrat die Situation um den ÖBAG-Vorstand mit juristischer Beratung neuerlich bewertet.»

Schmid war in den vergangenen Monaten mehrfach in den Schlagzeilen. Anlass waren durch staatsanwaltliche Ermittlungen bekannt gewordene Chatprotokolle. In den Protokollen war unter anderem der Eindruck entstanden, dass Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) deutlichen Einfluss auf die Bestellung seines Vertrauten als ÖBAG-Chef im April 2019 ausgeübt haben könnte. Weil er diese Einflussnahme abgestritten hat, sieht sich Kurz selbst Ermittlungen wegen des Verdachts der Falschaussage ausgesetzt.

Jüngst waren weitere Chatnachrichten Schmids aufgetaucht, die unter anderem eine geplante Attacke auf den Betriebsrat der ÖBAG belegen sollen. Die Staatsholding verwaltet elf Industriebeteiligungen, unter anderem an dem Energiekonzern OMV, der Telekom Austria und der Post mit einem aktuellen Gesamtwert von rund 27 Milliarden Euro.

Die ÖBAG-Direktorin Christine Catasta wurde zum Interimsvorstand bestellt. Sie werde sich allerdings nicht um den Top-Job bewerben, hieß es. Die Vorstandssuche werde zügig weitergeführt.


Deutsche Industrie produziert überraschend weniger

WIESBADEN: Die deutsche Industrie hat im April weniger produziert als im Monat zuvor.

Im Vergleich zu März lag die Gesamtherstellung ein Prozent tiefer, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mittelte. Experten hatten mit einem Zuwachs um 0,4 Prozent gerechnet. Der Rücksetzer folgt auf einen deutlichen Produktionsanstieg im März. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Produktion um 26,4 Prozent. Der starke Anstieg geht auf den Einbruch während der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 zurück. Das Vorkrisenniveau vom Februar 2020 wurde im April um 5,6 Prozent unterschritten.


Ölpreise geben weiter nach

SINGAPUR: Die Ölpreise sind am Dienstag im frühen Handel weiter gefallen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 70,95 US-Dollar. Das waren 54 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI sank um 50 Cent auf 68,73 Dollar.

Noch zu Wochenbeginn hatten die Preise mehrjährige Höchststände markiert. WTI kostete erstmals seit Oktober 2018 wieder 70 Dollar, der Brent-Preis war mit mehr als 72 Dollar auf ein Zweijahreshoch gestiegen.

An den wesentlichen Preistreibern hat sich in den vergangenen Wochen wenig geändert. Für Zuversicht sorgen die Corona-Impfungen in vielen Ländern und die weniger angespannte Viruslage in den USA, China und Europa. Begrenzt werden die Preissteigerungen durch die Corona-Situation in großen Verbrauchsländern wie Indien.


Euro bei knapp 1,22 US-Dollar

FRANKFURT/MAIN: Der Euro hat am Dienstag im frühen Handel an der Marke von 1,22 US-Dollar notiert. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,2185 Dollar und damit etwas weniger als in der Nacht zuvor. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,2162 Dollar festgesetzt.

Am Dienstag stehen vor allem in Europa einige beachtenswerte Konjunkturdaten an, die für Kursbewegung sorgen könnten. In Deutschland veröffentlicht das Mannheimer Institut ZEW seinen monatlichen Konjunkturindikator. Zudem werden Produktionsdaten aus der Industrie erwartet. Im Euroraum stehen gesamtwirtschaftliche Wachstumsdaten auf dem Programm. In den USA werden Zahlen vom Außenhandel bekanntgegeben.


Japans Wirtschaft weniger stark geschrumpft als angenommen

TOKIO: Japans Wirtschaft ist im ersten Quartal dieses Kalendarjahres weniger stark geschrumpft als zunächst gedacht. Nach revidierten Daten der Regierung vom Dienstag sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der vor Deutschland drittgrößten Volkswirtschaft der Welt in Folge eines erneuten Corona-Notstands auf das Jahr hochgerechnet um 3,9 Prozent. Zunächst hatten die amtlichen Statistiker einen Rückgang um 5,1 Prozent errechnet. Es war der erste Rückgang des BIP seit drei Quartalen. In den vorangegangenen Quartalen hatte Japans Wirtschaft noch kräftig aufgeholt, nachdem die Exportnation im Zuge der Pandemie in eine Rezession gerutscht war.

Auf Vorquartalsbasis sank Japans BIP in den ersten drei Monaten dieses Kalenderjahres um 1,0 Prozent und nicht wie zunächst errechnet um 1,3 Prozent. Inzwischen hat die Regierung abermals den Notstand für Tokio und weitere Präfekturen bis vorläufig noch zum 20. Juni verlängert. Experten erwarten denn auch, dass es noch Jahre dauern wird, bis sich die japanische Wirtschaft vollständig von den Auswirkungen der globalen Pandemie erholt. Das Inselreich ist aufgrund seiner exportorientierten Wirtschaftsstruktur besonders stark von einem offenen und lebhaften Welthandel abhängig.

Bezogen auf das gesamte abgelaufene Fiskaljahr, das am 31. März endete, schrumpfte Japans Wirtschaft im zweiten Jahr in Folge, und zwar unverändert um 4,6 Prozent. Das ist der stärkste Einbruch der wirtschaftlichen Leistung seit Beginn der Erfassung der Daten 1955.


Europäische Firmen wollen noch stärker auf China setzen

PEKING: Europäische Firmen in China wollen in Zukunft noch stärker auf Geschäfte in der zweitgrößten Volkswirtschaft setzen. In einer am Dienstag veröffentlichten Befragung der EU-Handelskammer in Peking gaben 59 Prozent der Firmen an, darüber nachzudenken, ihre Aktivitäten in China weiter auszubauen. Der Anteil von Unternehmen, die darüber nachdenken, sich aus China zurückzuziehen, erreichte dagegen mit nur neun Prozent einen neuen Tiefststand in der jährlichen Mitgliederbefragung.

EU-Firmen äußerten sich so positiv über ihre Wachstumsaussichten in China wie seit 2014 nicht mehr. So gaben 68 Prozent der befragten Unternehmen an, «optimistisch» auf das Geschäft in ihrem Sektor zu blicken.

Die Unternehmen profitierten laut Handelskammer davon, dass China schneller als andere Weltregionen die Corona-Pandemie überwinden konnte und die Wirtschaft bereits im vergangenen Jahr wieder Fahrt aufnahm. Jedoch gibt es auch weiterhin deutliche Kritikpunkte an den Geschäftsmöglichkeiten in China.

Probleme beim Marktzugang würden sich nur langsam bessern. Auch gaben weiterhin 44 Prozent der befragten Firmen an, in China gegenüber heimischen Konkurrenten benachteiligt zu werden. Zudem sei es durch die von China wegen der Pandemie verhängten strengen Einreisebeschränkungen deutlich schwerer geworden, ausländische Fachkräfte ins Land zu bringen oder diese dort zu halten.


Top-Manager Guillen verlässt Tesla nach über zehn Jahren

PALO ALTO: Der US-Elektroautobauer Tesla und eine seiner wichtigsten Führungskräfte gehen künftig getrennte Wege. Jerome Guillen, der über zehn Jahre ranghohe Posten bei Tesla bekleidete, hat den Konzern von Tech-Milliardär Elon Musk am 3. Juni verlassen. Das teilte Tesla am späten Montag (Ortszeit) mit. Der einstige Daimler-Manager war 2010 zu Tesla gekommen und zuletzt für das Geschäft mit schweren Lastwagen zuständig gewesen, in das Musk große Hoffnung setzt. Zuvor leitete er Teslas gesamten Automobilbereich.

Der Franzose galt jahrelang als einer der entscheidenden Köpfe hinter Teslas Erfolgen bei der Mission, die Elektromobilität in den Massenmarkt zu bringen. Guillen war bis zu seinem Abgang einer von vier Top-Managern an der Spitze des Unternehmens, von denen nun neben Konzernchef Musk nur noch Finanzvorstand Zack Kirkhorn und Drew Baglino verbleiben, der den Bereich Antriebs- und Energietechnik führt. Tesla bedankte sich in der Mitteilung bei Guillen für dessen Verdienste und wünschte ihm alles Gute für seine künftige Karriere.

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