Nachrichten aus der Wirtschaft am Dienstag

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (C) und der französische Landwirtschaftsminister Julien Denormandie (2-R) besuchen den Hof von Michel Galmel (L) in Tilly.Foto: epa/Christophe Ena
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (C) und der französische Landwirtschaftsminister Julien Denormandie (2-R) besuchen den Hof von Michel Galmel (L) in Tilly.Foto: epa/Christophe Ena

Macron will mehr Soja-Anbau in Europa zum Schutz des Amazonas

PARIS: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat sich erneut für einen stärkeren Anbau von Soja in Europa ausgesprochen. «Eine weitere Abhängigkeit von brasilianischem Soja würde die Abholzung des Amazonas unterstützen», schrieb er nach einem Besuch bei Bio-Landwirten in der Gemeinde Tilly am Dienstagabend auf Twitter. «Wir sind konsequent in unseren ökologischen Ambitionen, wir kämpfen dafür, Soja in Europa zu produzieren.» Bereits zuvor hatte Macron eine «Proteinsouveränität» Europas gefordert.

Europa importiert massenhaft Soja aus Lateinamerika - vor allem aus Brasilien. Der Soja-Anbau und -Import, etwa für Tierfutter oder auch Bio-Kraftstoff, wird immer wieder heftig kritisiert, weil dafür zum Beispiel in Brasilien im Amazonas-Gebiet Wälder gerodet werden. Massive Abholzung und Brandrodung vor allem in Brasilien hatten zuletzt immer wieder international für Empörung gesorgt.

Greenpeace-Aktivisten hatten im September vor dem Pariser Élyséepalast gegen Macrons Amazonas-Politik demonstriert. Frankreich importiere weiterhin Sojabohnen aus Brasilien, was zur Zerstörung des Regenwaldes beitrage, hatte die Organisation damals moniert. Frankreich gehört in Europa mit zu den größten Soja-Produzenten. Der Anbau von Soja in Deutschland wird erst seit 2016 gesondert statistisch erfasst - seitdem hat die Fläche sich mehr als verdoppelt, ist aber etwa im Vergleich zu wichtigen Getreidesorten verhältnismäßig klein.


Großbank UBS schließt fast jede fünfte Filiale in der Schweiz

ZÜRICH: Die Schweizer Großbank UBS will noch im ersten Quartal dieses Jahres gut jede fünfte ihrer 239 Filialen auf dem Heimatmarkt schließen.

Immer mehr Kunden wickelten ihre Bankgeschäfte online ab, hieß es am Dienstag zur Begründung. Die Corona-Pandemie habe die Transformation noch beschleunigt. Die Schließungen beträfen vor allem kleinere Filialen. Auch die zweite Schweizer Großbank Credit Suisse hatte im vergangenen Jahr Filialschließungen angekündigt, eine Abnahme von 146 auf 109 in der Schweiz.


Museumsbund sieht Häuser in Existenz bedroht

BERLIN: Der Deutsche Museumsbund fürchtet um die Zukunft vieler Museen. Die coronabedingte Schließung der Häuser sei «in Anbetracht des aktuellen Infektionsgeschehens» nicht anders denkbar. Doch bedeute dies «für die Museen eine weitere Verschärfung ihrer seit Monaten angespannten Situation», heißt es in einer Mitteilung des Museumsbundes vom Dienstag in Berlin.

«Viele Häuser sind wegen ausbleibender Einnahmen und begonnener Spardebatten in ihrer Existenz bedroht.» Deswegen müssten Museen in der Krise weiter unterstützt und dürften nicht zusätzlich «durch Spardebatten und gekürzte Kulturetats» gefährdet werden.

Bestehende Hilfen müssten weitergeführt und erweitert werden. «Die Not wird immer größer, viele der Häuser haben nach monatelangen Schließungen keinerlei finanzielle Polster», sagte der Präsident des Museumsbundes, Eckart Köhne. Kulturetats zu kürzen sei Sparen am falschen Ende. «Denn nach der Krise wird es eine Diskussion geben, wie wir wieder Leben in die Städte und Gemeinden, in den öffentlichen Raum bringen. Und ein Schlüssel dafür heißt: Kultur!», betonte Köhne.


GM kündigt Elektro-Lieferwagen und Logistik-Einheit an

BERLIN/LAS VEGAS: Der US-Autokonzern General Motors steigt als nächster Branchenplayer ins Geschäft mit Elektro-Lieferwagen ein. Die Produktion der Fahrzeuge soll Ende des Jahres beginnen, unter den ersten Kunden ist der Paketdienst FedEx, wie GM-Chefin Mary Barra am Dienstag bei der Online-Ausgabe der Technik-Messe CES bekanntgab.

Die GM-Lieferwagen sollen eine Reichweite von rund 400 Kilometern mit einer Batterieladung haben. Der US-Autokonzern bildet für das Geschäft auch die neue Einheit BrightDrop, zu deren Angebot auch Mini-Container mit Elektromotoren gehören werden, die das Be- und Entladen der Lieferwagen beschleunigen sollen.

Elektrische Lieferwagen bauen unter anderem auch Mercedes-Benz und Ford sowie Start-ups wie die von Amazon unterstütze US-Firma Rivian.


Euro stabilisiert sich nach Verlusten

FRANKFURT/MAIN: Der Euro hat sich am Dienstag nach einer knappen Woche mit überwiegenden Kursverlusten stabilisiert. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,2160 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Morgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2161 (Montag: 1,2163) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8223 (0,8222) Euro.

An den vergangenen Handelstagen hatte der Euro dagegen meist unter Druck gestanden. Seit etwa Mitte vergangener Woche betragen die Kursverluste rund zwei US-Cent. Auslöser der Entwicklung sind steigende Kapitalmarktzinsen in den USA, von denen der Dollar profitiert. Hintergrund ist die absehbare Finanzpolitik des designierten US-Präsidenten Joe Biden. Von diesem werden zusätzliche Staatsausgaben zur Überwindung der Corona-Krise erwartet. Das treibt die Wachstums- und Inflationserwartungen, was wiederum die Zinsen und damit den Dollar steigen lässt.

In den Wochen vor dem Jahreswechsel hatte dagegen der amerikanische Dollar erheblich unter Druck gestanden. Grund hierfür waren die Erfolge in der Forschung nach Corona-Impfstoffen. Die damit einhergehende steigende Risikofreude trieb die Anleger aus der Weltreservewährung Dollar. Diese Bewegung kehrt sich aktuell ein Stück weit um, wobei die angespannte Corona-Lage mit vielen Neuinfektionen dem «sicheren Hafen» Dollar tendenziell zugute kommt.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,89440 (0,90235) britische Pfund, 126,74 (126,76) japanische Yen und 1,0812 (1,0838) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (31,1 Gramm) wurde am Nachmittag in London ähnlich wie am Vortag mit 1845 Dollar gehandelt.


Daimler ruft neue S-Klasse wegen möglichen Sicherheitsrisikos zurück

STUTTGART: Der Autobauer Daimler muss die ersten Exemplare der neuen Mercedes-S-Klasse wegen eines möglichen Sicherheitsrisikos zurückrufen.

Betroffen seien weltweit etwa 1400 Fahrzeuge, die schon in der Hand der Kunden seien, sagte ein Sprecher am Dienstag. Zuvor hatte der «Business Insider» darüber berichtet. Es bestehe die Möglichkeit, dass an der Lenkung nicht passende innere Spurstangen eingebaut wurden, deren Verschraubung den Belastungen auf Dauer nicht standhalten könnte. Die Fahrzeuge sollen nun überprüft und die Spurstangen gegebenenfalls ausgetauscht werden. Daimler hatte sein neues Flaggschiff erst vergangenen September vorgestellt.


Renault verbündet sich für Wasserstoff mit US-Anbieter Plug Power

BOULOGNE-BILLANCOURT: Der französische Automobilhersteller Renault verbündet sich mit Plug Power, einem großen US-Hersteller von Brennstoffzellen. Die beiden Unternehmen vereinbarten, bis Mitte des Jahres ein Gemeinschaftsunternehmen mit Anteilen von jeweils 50 Prozent in Frankreich aufzubauen, wie Renault am Dienstag in Boulogne-Billancourt bei Paris mitteilte. Der Verbund peile einen Anteil von 30 Prozent bei leichten Nutzfahrzeugen mit Wasserstoffantrieb in Europa an.

Der Staat setzt in Frankreich massiv auf die Nutzung klimafreundlichen Wasserstoffs. Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire hatten im vergangenen Jahr gesagt, das Land wolle langfristig sieben Milliarden Euro in die Wasserstofftechnik investieren.

Der neue Renault-Generaldirektor Luca de Meo verfolgt die Strategie, weniger auf Masse zu setzen und stattdessen den krisenbelasteten Autobauer auf Rendite zu trimmen. An Donnerstag will der Italiener seinen Plan «Renaulution» der Öffentlichkeit vorstellen. Renault hatte bereits im vergangenen Jahr den Abbau von weltweit 15.000 Stellen und Kosteneinsparungen von rund 2 Milliarden Euro angekündigt.

Wie andere Hersteller auch war Renault im vergangenen Jahr stark von der Corona-Pandemie und ihren wirtschaftlichen Folgen betroffen. Der Konzern setzte weltweit 2,95 Millionen Fahrzeuge ab, das war im Vorjahresvergleich ein Minus von 21,3 Prozent.


Dax kämpft um Stabilisierung nach Rückschlag am Montag

FRANKFURT/MAIN: Nach dem schwachen Wochenstart versucht sich der deutsche Aktienmarkt zu stabilisieren. Die moderaten Gewinne des Dax zum Handelsauftakt bröckelten am Dienstag rasch ab. Am Nachmittag gab der Leitindex 0,10 Prozent auf 13.922,76 Punkte ab. Der MDax für mittelgroße Werte hielt sich mit 0,28 Prozent auf 31.190,61 Punkte im Plus. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,15 Prozent. Der Euro schwächelte und wurde am frühen Nachmittag mit 1,2148 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,2163 Dollar festgesetzt. Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,56 Prozent auf minus 0,51 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,22 Prozent auf 145,80 Punkte. Der Bund-Future gab zuletzt um 0,16 Prozent auf 176,62 Punkte nach.


Es wird mehr Wein getrunken - trotz geschlossener Restaurants

BODENHEIM: Der Weinkonsum in Deutschland ist zuletzt deutlich gestiegen. Für das vergangene Weinwirtschaftsjahr bis Ende Juli 2020 weist die Bilanz einen Verbrauch von 20,7 Litern pro Einwohner aus, wie das Deutsche Weininstitut (DWI) mitteilte. Das sind pro Kopf 0,6 Liter mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Sektverbrauch ging hingegen um 0,1 Liter auf 3,2 Liter pro Person zurück. Insgesamt wurden in Deutschland 2019/20 rund 17,2 Millionen Hektoliter Wein aus dem In- und Ausland verbraucht sowie 2,6 Millionen Hektoliter Schaumwein. Deutschland steht damit nach DWI-Angaben weltweit an vierter Stelle der Verbrauchermärkte für Wein und Sekt.


HDE: Jeder zweite vom Lockdown betroffene Händler fürchtet das Aus

BERLIN: Gut jeder zweite vom Lockdown betroffene Einzelhändler befürchtet nach einer Umfrage des Branchenverbandes HDE, ohne weitere staatliche Hilfen das laufende Jahr nicht zu überstehen. 2021 drohe für viele Handelsunternehmen und Innenstädte zum Katastrophenjahr zu werden, warnte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Bei einer Umfrage unter 1500 vom Lockdown betroffenen Textil-, Schmuck-, Spielwaren- und Sportartikelhändlern gaben 23 Prozent der Befragten an, ihr Geschäft ohne weitere Hilfen voraussichtlich bereits im ersten Halbjahr aufgeben zu müssen. Weitere 28 Prozent rechneten ohne zusätzliche Unterstützung mit einem Aus im zweiten Halbjahr. Besonders pessimistisch waren die Händler in den Innenstädten.


Industrie gegen kompletten Lockdown

BERLIN: Die Industrie hat vor einem kompletten Herunterfahren der Wirtschaft in der Corona-Krise gewarnt. Der neue Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Siegfried Russwurm, sagte am Dienstag in Berlin, es gebe keine Evidenz dafür, dass in Industrieunternehmen Hotspots entstünden. Falls die Produktion in der Industrie etwa für vier Wochen ganz heruntergefahren würde, dauere es weitere vier Wochen, um sie wieder hochzufahren. Dies würde dann nicht ohne Folgen für das Wirtschaftswachstum bleiben. Die Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, sagte, es gebe keinen Grund, warum in der deutschen Automobilindustrie Werke geschlossen werden sollten.


Wirtschaftsverbände: Große Verunsicherung bei Coronahilfen

BERLIN: Wirtschaftsverbände haben Kritik an der schleppenden Umsetzung der Corona-Hilfen geäußert. Es gebe große Verunsicherung über die Bedingungen. Der Präsident des Verbands Familienunternehmer, Reinhold von Eben-Worlée, sprach von einem «Kommunikations-Wirrwarr». Es herrsche Intransparenz beim Anmeldeverfahren und bei den Beihilfe-Bedingungen. Laut Peter Klotzki vom Bundesverband der Freien Berufe wurde eine auf «ungedeckte Fixkosten» beschränkende Regelung bei der Berechnung der Überbrückungshilfen nachträglich aufgenommen. «Das ist kein lapidarer Haken, der im Kleingedruckten gesetzt wurde. Damit rutschen sicherlich etliche Anträge mindestens in die Grauzone, Rückzahlungen stehen zu befürchten.»


Ex-Audi-Chef weist Vorwürfe im Dieselprozess zurück

MÜNCHEN: Der frühere Audi-Chef Rupert Stadler hat im Prozess um manipulierte Dieselabgaswerte die Betrugsanklage entschieden zurückgewiesen und der Münchner Staatsanwaltschaft Voreingenommenheit vorgeworfen. Sie bewerte Sachverhalte «willkürlich, unbegründet und auch einseitig» und ignoriere viele entlastende Sachverhalte, sagte Stadler am Dienstag bei seiner ersten persönlichen Aussage. Die Anklage wirft ihm vor, er hätte es ab September 2015 zumindest für möglich gehalten, dass auch in Europa Dieselautos mit geschönten Abgaswerten verkauft wurden. Trotzdem habe Stadler Produktion und Verkauf gut ein Jahr lang weiterlaufen lassen, um den Umsatz der VW-Tochter nicht zu gefährden. Stadler wies das entscheiden zurück.


Gespräche mit Griechenland - Erdogan hofft auf «neue Ära»

ISTANBUL: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan setzt hohe Erwartungen in die Gespräche mit Griechenland zur Beilegung des Erdgasstreits. «Ich glaube, so Gott will, werden die Sondierungsgespräche mit unserem Nachbarn Griechenland am 25. Januar eine neue Ära einleiten», sagte Erdogan am Dienstag in Ankara. Gleichzeitig rief er Griechenland dazu auf, «die Eskalation der Spannungen» nicht weiter voranzutreiben.

Die Türkei und Griechenland hatten am Montag verkündet, Sondierungsgespräche zur Lösung des Konflikts aufzunehmen. Griechenland wirft der Türkei vor, in Meeresgebieten nach Erdgas zu suchen, die nach internationalem Seerecht nur von Griechenland ausgebeutet werden dürften. Nach Lesart Ankaras gehören diese Gebiete zum türkischen Festlandsockel.

Die Türkei sei zudem bereit, die Beziehungen zur Europäischen Union zu verbessern und dem Ziel einer vollwertigen EU-Mitgliedschaft verpflichtet. «Die Unsicherheit, die durch den Austritt Großbritanniens noch verschärft wurde, kann nur dadurch eliminiert werden, dass die Türkei ihren verdienten Platz in der europäischen Familie einnimmt.» Man erwarte die gleiche Entschlossenheit von den «europäischen Freunden», sagte Erdogan.


«Stunden der Entscheidung» bei Regierungskrise in Italien

ROM: In Italien haben Regierungsmitglieder vor einem Bruch des Mitte-Links-Bündnisses von Giuseppe Conte wegen des Streits um die Corona-Hilfen der EU gewarnt. «Eine Regierungskrise ist unerklärlich. Nicht nur, weil wir uns mitten in einer Pandemie befinden (...)», sagte Außenminister Luigi Di Maio dem öffentlichen Sender Rai 3 am Dienstag. Es seien jetzt «die Stunden», um sich über die Milliardenhilfen zu einigen, forderte der Politiker der Fünf-Sterne-Bewegung.

Der parteilose Ministerpräsident Conte hatte seinen Entwurf für den Einsatz des EU-Wiederaufbaufonds am Montag in der Koalition in Rom verschickt. Seit Wochen hatte die Splitterpartei Italia Viva mit Matteo Renzi an der Spitze die Konzepte als inakzeptabel kritisiert. Sie drohte mit dem Rückzug ihrer zwei Ministerinnen. Für Dienstagabend (21.30 Uhr) setzte Conte eine Kabinettsrunde zu dem Finanzplan an. Der Entwurf soll dann ins Parlament und später an die EU-Kommission geleitet werden.

Finanzminister Roberto Gualtieri von den Sozialdemokraten (PD) sprach von einem rund 170 Seiten langen Papier. Nach Medienberichten geht es um fast 123 Milliarden Euro. Etwa 20 Milliarden Euro seien für den Gesundheitssektor eingeplant. Der Ex-Ministerpräsident Renzi wiederholte in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Dienstag) seine Drohung, das Bündnis zu verlassen. Der ursprüngliche Entwurf sei «voller Subventionen» gewesen und habe zu wenig Geld für Investitionen vorgesehen.

Die Koalitionspartner drohten Renzi im Gegenzug, dass Italia Viva bei einer Blockade nicht mehr Teil einer womöglich neuen Regierung sein werde. Contes Kabinett ist im Parlament aktuell oft auf die Stimmen der Splitterpartei angewiesen. In dem Bündnis sind die populistische Fünf-Sterne-Bewegung und die PD die großen Kräfte. Hinzu kommt neben Italia Viva die zweite Mini-Partei Liberi e Uguali (Die Freien und Gleichen). Regulär sind Parlamentswahlen erst 2023 zu erwarten.


Auszahlung von November-Coronahilfen kann starten

BERLIN: Nach Verzögerungen kann die Auszahlung der regulären Novemberhilfen für Firmen in der Corona-Krise nun starten. Die technischen Voraussetzungen dafür stehen, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Dienstag mitteilte. Damit könnten die Auszahlungen der Novemberhilfe durch die Länder ab sofort starten und umgesetzt werden.

Zuvor hatte es Verzögerungen gegeben, Grund war die Software für die Antragsseite. Seit Ende November fließen bereits Abschlagszahlungen, das ist ein Vorschuss auf spätere Zahlungen. Bislang wurden laut Ministerium mehr als 1,3 Milliarden Euro an Abschlagszahlungen geleistet.

Die Novemberhilfe richtet sich an Unternehmen und Selbstständige, die von Schließungen besonders stark betroffen waren. Im Grundsatz werden Zuschüsse von bis zu 75 Prozent des Umsatzes bezogen auf den Vorjahresmonat gewährt. Bei den Hilfen stellt der Bund die Mittel zur Verfügung. Die Bundesländer sind für Antragsbearbeitung, Prüfung und Auszahlung zuständig, dies gilt ebenso für die Dezemberhilfen. Der Bund hatte die Programmierung der zentralen Website für die Antragstellung übernommen.


Hersteller verkaufen fast ein Viertel weniger Autos in Westeuropa

DUISBURG/FRANKFURT: Im Corona-Krisenjahr 2020 haben die Autohersteller in Westeuropa fast ein Viertel weniger Neuwagen verkauft als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Neuzulassungen in 18 betrachteten Ländern ging um 24,5 Prozent auf 10,8 Millionen Stück zurück, wie das Duisburger CAR-Institut am Dienstag auf der Grundlage staatlicher Angaben berichtete. Selbst in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 und während der Schuldenkrise 2013 seien mehr Autos verkauft worden.

Besonders stark seien die südeuropäischen Märkte eingebrochen mit Portugal (-35 Prozent) und Spanien (-32 Prozent) an der Spitze. Deutschland blieb als größter Einzelmarkt mit einem Minus von 19 Prozent noch vergleichsweise stabil. Besser lief es in den skandinavischen Ländern. Im Dezember habe es europaweit noch Nachholeffekte und Jahresendspurteffekte gegeben, so dass hier das monatsbezogene Minus zum Vorjahr nur noch 3,7 Prozent betrug. Mit weiteren Lockdowns zu Jahresbeginn werde die Entwicklung weiter nach unten gehen, erwartet Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer.


Medien: Deutsche Bank will keine Geschäfte mehr mit Trump machen

FRANKFURT/WASHINGTON: Nach der Erstürmung des US-Kapitols durch Anhänger des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump distanziert sich die Deutsche Bank einem Medienbericht zufolge von Trump. Nach Informationen der «New York Times» hat Deutschlands größtes Geldhaus beschlossen, keine neuen Geschäfte mit Trump und seinen Firmen zu machen. Ein Sprecher der Bank wollte dies auf Nachfrage nicht kommentieren. Die Deutsche Bank war zeitweise Trumps Hausbank und gewährte ihm vor seiner Präsidentschaft Kredite für die Finanzierung von Immobilien. Insgesamt stehen Kredite in Höhe von 340 Millionen Dollar aus, die in den nächsten Jahren fällig sind. Die US-Demokraten hatten mehrfach versucht, die Geschäftsbeziehungen Trumps mit der Deutschen Bank näher zu durchleuchten.


Agrarbranche kommt unterm Strich gut durchs Corona-Jahr

HANNOVER: Die Agrarbranche in Deutschland ist trotz schwieriger Rahmenbedingungen wie der Corona-Pandemie oder weggebrochenen Exportmärkten gut durch das vergangene Jahr gekommen. Einer gemeinsame Studie des Beratungsunternehmens Ernst & Young (EY) und der Universität Göttingen zufolge schrumpfte der geschätzte Umsatz im Vergleich zum Vorjahr nur leicht um 1,7 Prozent auf 234 Milliarden Euro. Die Ernährungsbranche habe als größte Teilbranche mit geschätzten 186,3 Milliarden Euro sogar einen Rekordumsatz erzielt, heißt es in der am Dienstag in Hannover vorgestellten Studie. Zu diesem Bereich gehören unter anderem die Schlacht- und Fleischverarbeitung, die Molkereiwirtschaft oder die Getränkeindustrie.

Für die Fleischwirtschaft sei das Jahr angesichts von Corona-Ausbrüchen in Schlachtbetrieben und des Exportstopps nach China wegen der Afrikanischen Schweinepest schwierig gewesen, stellten die Autoren fest. Sie schätzen, dass der Umsatz im Vergleich zu 2019 um 0,7 Prozent auf 45 Milliarden Euro zurückgehen wird. Die Landtechnik wird sich nach Einschätzung des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau mit einem Umsatz von 8,6 Milliarden Euro auf dem Vorjahresniveau bewegen. Auch die Milchwirtschaft verharre mit ihren Umsätzen voraussichtlich auf ihrem Rekordvorjahresniveau von 29 Milliarden Euro.

Der Exportanteil der Fleischwirtschaft sank der Studie zufolge von 25 auf 22,7 Prozent. Andererseits konnten Metzger mehr Ware verkaufen. «Die Corona-Pandemie hat den Verbrauchern die Wertigkeit von regionalen Produkten vor Augen geführt, und sie haben häufiger in Fachgeschäften eingekauft», sagte EY-Experte Christian Janze.


Bund fördert nationale Kultureinrichtungen

BERLIN: Von Höhlen und Eiszeitkunst bis zur Erneuerung von Bühnentechnik reicht die Förderung des Bundes für nationale Kultureinrichtungen. Für 73 Projekte stehen in diesem Jahr nach Angaben vom Dienstag etwa 32 Millionen Euro im Programm «Investitionen für nationale Kultureinrichtungen in Deutschland» zur Verfügung.

Gefördert werden unter anderem das Museum Ulm für die Ausstellung «Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb», Sicherungsmaßnahmen in der Münchner Alten Pinakothek, Technik an der Hamburger Staatsoper, am Schauspielhaus Bochum und in der Kunstsammlung Düsseldorf sowie eine Präsentation im Residenzschloss Dresden.

«Der Erhalt unserer kulturellen Infrastruktur gehört zu den wichtigsten kulturpolitischen Zielen des Bundes - erst recht in diesen Zeiten der Krise», sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) mit Blick auf die Corona-Pandemie. Kultur stifte Identität und Zusammenhalt, «gerade auch abseits der Metropolen, wo die kulturelle Grundversorgung oftmals keine Selbstverständlichkeit ist».


Audi-Prozess: Ex-Chef Stadler zeichnet Bild von Zeitnot und Stress

MÜNCHEN: Der frühere Audi-Chef Rupert Stadler hat dem Landgericht München am Dienstag einen detaillierten Einblick in die alltägliche Arbeit, den übervollen Kalender und die Zeitnot eines Vorstandsvorsitzenden gegeben. Die Anklage wirft ihm vor, er hätte es ab September 2015 zumindest für möglich gehalten, dass auch in Europa Dieselautos mit geschönten Abgaswerten verkauft wurden. Trotzdem habe er Produktion und Verkauf gut ein Jahr lang weiterlaufen lassen. Das Landgericht geht nach Aktenlage bisher davon aus, dass Stadler Betrug an den Autokäufern nicht durch aktives Tun, sondern durch Unterlassen anzulasten sei.

Stadler trug der Kammer am Dienstag eine Stunde lang vor, was er als Audi-Vorstandschef und VW-Vorstandsmitglied alles um die Ohren hatte. Bis zu 200 E-Mails täglich an rupert.stadler@audi.de seien bei seinem Sekretariat eingegangen, einen großen Teil davon habe er nie gesehen. Termine seien ständig verschoben, gekürzt oder abgesagt worden, in seinem Büro in Ingolstadt sei er bestenfalls ein paar Stunden pro Woche gewesen. Im Jahr hätten ihn höchstens zehn «blaue Meldungen» über Probleme persönlich erreicht. Er habe keine Erinnerung, dass an dem Schadentisch, wo Probleme besprochen wurden, auch er selbst mit dem Problem der Abgasreinigung befasst gewesen sei.

Stadler ist zusammen mit drei ehemals leitenden Motorentwicklern angeklagt. Diese sollen mehr als 400.000 Dieselmotoren ab 2008 so manipuliert haben, dass sie Abgastests bestehen, auf der Straße aber mehr Stickoxide ausstoßen. Stadler soll erst nach Aufdeckung des Skandals durch die US-Umweltbehörde im September 2015 von der Sache erfahren, aber Produktion und Verkauf manipulierter Autos in Europa erst im Januar 2018 gestoppt haben.

Seine Anwältin Ulrike Thole sagte am Dienstag, die Anklage sei «wenig konturiert». Der Anwalt des angeklagten Ingenieurs Giovanni P. warf dem Gericht vor, trotz Corona-Pandemie den Prozess weiterzuführen, sei unverantwortlich und gefährlich. Er dürfe so nicht länger stattfinden. Der Vorsitzende Richter sagte, der Saal in der Justizvollzugsanstalt Stadelheim entspreche allen Anforderungen.


Verkäufe der Volkswagen-Kernmarke rutschen 2020 deutlich ab

WOLFSBURG: Das Corona-Krisenjahr 2020 hat auch bei den Verkäufen von Volkswagen deutliche Spuren hinterlassen. Insgesamt gingen die Auslieferungen der Kernmarke im größten Autokonzern verglichen mit 2019 um 15,1 Prozent zurück. Dies teilte das Unternehmen am Dienstag in Wolfsburg mit. Weltweit brachte die Marke VW Pkw im abgelaufenen Jahr rund 5,3 Millionen Wagen an die Kunden - fast eine Million weniger als noch im Vorjahr. Besonders die Heimatregion Westeuropa schnitt dabei spürbar schlechter ab, hier betrug das Minus knapp ein Viertel (23,4 Prozent). China, wo sich die Pandemie-Lage zwischenzeitlich wieder stabilisiert hatte, stand mit einer Abnahme um 9,9 Prozent in der Jahres-Absatzstatistik.

Wie bei anderen Autoherstellern hellte der positive Trend bei den Verkäufen von Elektro- und Hybridautos das Bild jedoch etwas auf. So meldete der VW-Konzern für seine Hauptmarke 2020 eine Steigerung der Auslieferungen rein batteriebetriebener Modelle auf fast das dreifache Niveau des Vorjahres. Bei E-Autos insgesamt - also auch solchen mit Plug-in-Hybridantrieben - lag das Plus bei 158 Prozent.

2020 war für so gut wie alle Autobauer von Absatzeinbrüchen geprägt, weil die Nachfrage aufgrund der hohen wirtschaftlichen Unsicherheit vieler privater und geschäftlicher Kunden abrutschte. Bei Fahrzeugen mit alternativen Antrieben wie Elektro- oder Hybridwagen konnte die Branche jedoch Zuwächse verbuchen - mit ausgelöst durch Zuschüsse von Staaten und Industrie.


Pakistan schafft System für digitale Zahlungen

ISLAMABAD: Pakistans Behörden hoffen mit einem neuen Dienst für digitale Überweisungen auf mehr Steuereinnahmen. Regierung und Experten sehen in dem neuen System mit dem Namen «Raast» die Möglichkeit, die vor allem auf Bargeld basierte Wirtschaft zu revolutionieren. «Es ist fast in Echtzeit, sehr schnell und kostengünstig», sagte ein Sprecher der pakistanischen Zentralbank am Dienstag. Die Infrastruktur für das neue Zahlungssystem wurde am Montag vorgestellt und soll demnächst für Endkunden verfügbar sein.

In dem südasiatischen Land mit mehr als 200 Millionen Einwohnern werden derzeit laut der nationalen Zentralbank nur 0,2 Prozent aller Zahlungen digital getätigt. Auch Regierungsmitarbeiter und Beamte sollen in der Zukunft über Raast ihre Gehälter beziehen. Bezahlen können Nutzer künftig dann auch mit Mobiltelefonen, beispielsweise durch Scannen von QR-Codes. Raast soll an Banken angebunden sein.

Salim Raza, Wirtschaftsexperte und früherer Leiter der Zentralbank, verspricht sich vor allem langfristige Erfolge durch Raast: «Die Digitalisierung ist die bestmögliche Option, um die Wirtschaft zu dokumentieren und die Vorteile einer erhöhten Steuererhebung zu nutzen», sagte Raza der Deutschen Presse-Agentur in Islamabad. «Und vor allem werden die Banken mehr Geld zum Verleihen haben».

Raast wurde von Pakistans Zentralbank in Zusammenarbeit mit der Stiftung von Microsoft-Gründer Bill Gates und seiner Frau Melinda entwickelt. Auch ein gemeinnütziges Unternehmen aus Pakistan war daran beteiligt.


Nach Massenprotesten: Indisches Gericht stoppt Umsetzung von Gesetzen

NEU DELHI: Das höchste Gericht Indiens hat die Umsetzung umstrittener Gesetze zur Deregulierung der Landwirtschaft gestoppt. Zehntausende Bauern hatten zuvor wochenlang dagegen protestiert. Ein von dem Gericht ins Leben gerufenes Komitee solle außerdem mit Bauernvertretern verhandeln, sagte der höchste Richter SA Bobde dem indischen Portal für Rechtsnachrichten «Live Law» am Dienstag. Zuvor hatten Gespräche zwischen Bauern und der Regierung keine Einigung gebracht.

In Indien wurde Getreide bisher in staatlich organisierten Großmärkten zu garantierten Mindestpreisen gehandelt. Nach den kontroversen Marktliberalisierungsgesetzen sollen die Bauern ihre Ware ohne Mittelmänner auch direkt an Privatfirmen verkaufen können. Die Regierung argumentiert, dass sie auf dem freien Markt höhere Gewinne erzielen könnten und die Änderungen die Landwirtschaft modernisiere. Die Bauern hingegen befürchten einen Preisverfall, weil sie in Verhandlungen mit den Agrarkonzernen in einer schlechten Position wären. Viele Bauern in Indien haben Geldsorgen. Die Landwirtschaft trägt rund 15 Prozent zur indischen Wirtschaftsleistung bei und ist Lebensgrundlage für rund 60 Prozent der 1,3 Milliarden Einwohner des Landes.

Bei den Protesten sind Bauernvertretern zufolge mehr als 60 Bauern gestorben. Sie seien etwa bei Verkehrsunfällen oder wegen der nächtlichen Kälte ums Leben gekommen.


Skoda lieferte 2020 ein Fünftel weniger Fahrzeuge aus

MLADA BOLESLAV: Die VW-Tochter Skoda hat im vorigen Jahr weltweit knapp mehr als eine Million Fahrzeuge ausgeliefert. Das war im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 19,1 Prozent, wie der Autobauer mit Sitz im tschechischen Mlada Boleslav am Dienstag mitteilte. Skoda hatte 2019 noch 1,24 Millionen Autos abgesetzt. Negativ habe sich die 39-tägige coronabedingte Schließung der Produktion im Stammland Tschechien im Frühjahr ausgewirkt, hieß es.

Während in Westeuropa 2020 ein Absatzrückgang um 16,5 Prozent zu verzeichnen war, stieg dieser in Russland sogar um 6,8 Prozent. Am stärksten fiel der Rückgang mit minus 38,7 Prozent im Jahresvergleich in China aus. Mit 173.000 ausgelieferten Fahrzeuge blieb die Volksrepublik dennoch der größte Absatzmarkt der tschechischen Traditionsmarke, gefolgt von Deutschland (161.800 Fahrzeuge), Russland (94.600) und Tschechien (83.200).


VW-Tochter Audi verkauft 2020 weniger Autos - Starkes 4. Quartal

INGOLSTADT: Die VW-Tochter Audi hat im vergangenen Jahr die Belastungen durch die Corona-Krise beim Verkauf auch durch einen Rekord im Schlussquartal nicht mehr wettmachen können. Im Gesamtjahr lieferten die Ingolstädter weltweit gut 1,69 Millionen Autos aus und damit 8,3 Prozent weniger als im Vorjahr, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Dabei konnte die Premiumtochter von Volkswagen in ihrem wichtigsten Einzelmarkt China um rund 5 Prozent zulegen. Die Rückgänge in Europa und den USA überwogen aber.

Ein Lichtblick ist für das Unternehmen die Entwicklung im vierten Quartal - erstmals überhaupt habe Audi hier in einem Dreimonatszeitraum mehr als eine halbe Million Autos ausgeliefert. Mit den Verkaufszahlen bleibt Audi 2020 hinter Mercedes-Benz (2,16 Mio Pkw) und der Marke BMW (2,03 Mio) die Nummer drei der deutschen Anbieter von teureren Premiumautos.


Ölpreise steigen leicht

SINGAPUR: Die Ölpreise haben am Dienstag etwas zugelegt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent 55,75 US-Dollar. Das waren neun Cent mehr als am Montag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 13 Cent auf 52,38 Dollar.

Am Ölmarkt ist der starke Preisanstieg seit dem Jahresbeginn vorerst beendet. Am Markt wird auf die Kursentwicklung des Dollar verwiesen, der die Ölpreise bremst. In den vergangenen Handelstagen hatte die amerikanische Währung an Wert gewonnen. Ein stärkerer Dollar macht das in Dollar gehandelte Rohöl auf dem Weltmarkt teurer und belastet somit die Nachfrage.

Außerdem rückten Aussagen der Internationalen Energiebehörde (IEA) in den Mittelpunkt. Der Interessenverband führender Industriestaaten rechnet wegen der höheren Ölpreise mit einer deutlichen Zunahme der Ölförderung in den USA durch die vergleichsweise kostspielige Fracking-Methode. Eine höhere Fördermenge in den USA könnte allerdings zu einer Überversorgung des Marktes mit Rohöl führen.


Eurokurs kaum verändert unter 1,22 US-Dollar

FRANKFURT/MAIN: Der Euro hat am Dienstag die Kursverluste der vergangenen Handelstage vorerst gestoppt. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,2154 US-Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Montagnachmittag auf 1,2163 Dollar festgesetzt.

Seit Mitte der vergangenen Woche hat der Euro im Handel mit dem Dollar etwa 1,5 Prozent an Wert verloren. Ursache war eine Stärke der amerikanischen Währung, die den Euro im Gegenzug unter Druck setzte. Als eine Ursache für den Kursgewinn des Dollar gilt der zuletzt vergleichsweise starke Anstieg der Renditen für amerikanische Staatsanleihen.

Mittlerweile werden amerikanische Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren mit einer Rendite von etwa 1,15 Prozent gehandelt. Zum Vergleich: Bei der zehnjährigen Bundesanleihe liegt die Rendite deutlich niedriger bei minus 0,50 Prozent. Im weiteren Tagesverlauf wird mit einem eher impulsarmen Handel am Devisenmarkt gerechnet. Es stehen keine wichtigen Konjunkturdaten auf dem Programm, an denen sich die Anleger orientieren könnten.


Biontech bietet seinen Beschäftigten freiwillige Impfung an

MAINZ: Der Impfmittel-Hersteller Biontech bietet seinen Beschäftigten im Kampf gegen Corona nach einem Zeitungsbericht eine freiwillige Impfung an. Der Impfstoff solle auch Lieferanten und Vertriebspartnern in Deutschland und Österreich zur Verfügung gestellt werden, «die aktiv und direkt am Produktions- und Vertriebsprozess beteiligt sind», teilte das Unternehmen am Montag der Zeitungsgruppe VRM mit. Alle damit verbundenen Kosten würden von Biontech übernommen.

Das Unternehmen aus Mainz vertreibt den Impfstoff zusammen mit dem US-Pharmakonzern Pfizer. Wegen der großen Nachfrage solle die Produktion von 1,3 auf zwei Milliarden Impfstoffdosen erhöht werden, hieß es. Um das gewährleisten zu können, brauche es nach Ansicht von Biontech jede Frau und jeden Mann im Unternehmen, so die Zeitungen («Allgemeine Zeitung Mainz», «Darmstädter Echo», «Wiesbadener Kurier»). Deshalb habe man sich entschlossen, allen Beschäftigten in Deutschland eine Impfung anzubieten. Das Bundesgesundheitsministerium sei informiert worden.

Biontech hat derzeit nach Angaben auf der Unternehmenswebseite mehr als 1300 Beschäftigte. Das Impfprogramm für die Mitarbeiter solle keine negativen Auswirkungen auf bestehende Lieferverträge haben, hieß es. Die benötigten Mengen seien gering im Vergleich zu denen, die der EU und anderen Staaten zugesagt worden seien.

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