Nachrichten aus der Wirtschaft am Dienstag

Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck in Selchow. Foto: epa/Clemens Bilan
Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck in Selchow. Foto: epa/Clemens Bilan

Habeck bricht zu Ostasienreise auf - erstes Ziel Südkorea

BERLIN: Vizekanzler Robert Habeck bricht an diesem Mittwoch zu einer Ostasien-Reise auf. Erstes Ziel ist Südkorea, wo der Wirtschaftsminister Vertreter von Politik und Wirtschaft treffen will. Begleitet wird der Grünen-Politiker von Bundestagsabgeordneten und einer Wirtschaftsdelegation, der Vertreterinnen und Vertreter mittelständischer Unternehmen angehören. Derzeit gibt es wieder vermehrte Spannungen an der Grenze zum kommunistisch regierten Nordkorea.

Südkorea ist nach Angaben des Wirtschaftsministeriums Deutschlands zweitwichtigster Exportmarkt in Asien mit einem Warenexport im Wert von etwa 20 Milliarden Euro. Deutschland exportiert vor allem Autos und Autoteile dorthin. Südkorea seinerseits ist ein wichtiger Produzent von Informations- und Kommunikationstechnologie. Habeck will dort Premierminister Han Duck Soo und Handelsminister Ahn Duk Geun treffen. Zentrale Themen des Besuchs sind nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums Diversifizierung - also eine breitere Aufstellung in den Wirtschaftsbeziehungen - und Wirtschaftssicherheit, zudem Klimaschutz, Energiepolitik und technologische Zukunftsbranchen.

Am Freitag will Habeck weiter nach China reisen, wo er unter anderem den Vorsitzenden der Staatlichen Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC), Zheng Shanjie, Handelsminister Wang Wentao und Industrieminister Jin Zhuanglong. Kernthemen sind demnach Handels- und Wirtschaftsbeziehungen, Klimaschutz und der klimafreundliche Umbau der Industrie. Geplant sind auch Unternehmensbesuche und ein Gespräch mit Studierenden der Zhejiang Universität.


Neue Defizitverfahren: Erste Schritte der EU-Kommission erwartet

BRÜSSEL: Die Europäische Kommission dürfte an diesem Mittwoch erste Schritte für neue Strafverfahren gegen Frankreich, Italien und weitere EU-Staaten wegen zu hoher Neuverschuldung unternehmen. Wie aus ihrer Mitte Mai veröffentlichten Frühjahrsprognose hervorgeht, rechnet die Brüsseler Behörde damit, dass mehrere EU-Länder in diesem Jahr ihre selbst auferlegten Regeln für Haushaltsdefizite und Staatsschulden brechen werden - darunter unter anderem Frankreich und Italien.

Wer die Obergrenzen übertritt, riskiert ein Strafverfahren. Diese sogenannten Defizitverfahren waren wegen der Corona-Krise sowie der Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine zuletzt seit 2020 ausgesetzt. Wird ein Strafverfahren eingeleitet, muss ein Land Gegenmaßnahmen einleiten, um Verschuldung und Defizit zu senken. Damit soll vor allem die Stabilität der Eurozone gesichert werden. Ziel des Defizitverfahrens ist es, Staaten zu solider Haushaltsführung zu bringen.


Eurokurs gestiegen - EZB-Referenzkurs: 1,0715

FRANKFURT/MAIN: Der Euro-Kurs ist am Dienstag gestiegen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0715 (Montag: 1,0712) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9332 (0,9335) Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,84540 (0,84573) britische Pfund, 169,41 (169,11) japanische Yen und 0,9512 (0,9561) Schweizer Franken fest.


Wissing für bessere Pendler-Umstiege auf dem Land

BERLIN: Bundesverkehrsminister Volker Wissing wirbt für den Ausbau von Umsteigeknoten auf dem Land, um Pendlern eine kombinierte Nutzung von Auto und Bahn zu erleichtern. «Wir brauchen mehr attraktive Umstiegsmöglichkeiten in der Fläche», sagte der FDP-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.


Galeria bietet Beschäftigten mehr Geld

ESSEN/DÜSSELDORF: Die Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) bietet ihren rund 12.000 Beschäftigten mehr Geld. Man habe der Gewerkschaft Verdi ein Tarifangebot über eine Entgelterhöhung von acht Prozent vorgelegt, das über drei Jahre gestreckt werde, teilte das Unternehmen am Dienstag in Essen mit.


Betriebsrat: Ford plant weiteren Jobabbau

KÖLN: Der Autobauer Ford zückt in Europa nach Angaben des Betriebsrats erneut den Rotstift. Man sei informiert worden, dass es in Köln und an Standorten anderer EU-Staaten ein weiteres Restrukturierungsprogramm geben werde, sagte der Betriebsratschef von Ford Europa, Benjamin Gruschka, der dpa in Köln. Das Unternehmen war für Presseanfragen zunächst nicht erreichbar. Zuvor hatte der «Kölner Stadt-Anzeiger» berichtet.


Branchenverband: Ausbau der Sonnenenergie schreitet rasch voran

BERLIN/MÜNCHEN: Der Bundesverband Solarwirtschaft erwartet in den nächsten Jahren einen anhaltenden Boom der Sonnenenergie in Deutschland. In diesem Jahr wird die neu installierte Leistung von Solarstromanlagen voraussichtlich im zweistelligen Prozentbereich wachsen, wie Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig am Dienstag mitteilte.


EU verschiebt Teile der schärferen Bankenregeln

FRANKFURT/BRÜSSEL: Die EU-Kommission will die Einführung wichtiger Teile der global abgestimmten schärferen Bankenregeln wegen Verzögerungen in den USA auch in Europa um ein Jahr verschieben. «Ich denke, es ist inzwischen klar geworden, dass es in den Vereinigten Staaten zu einer Verzögerung bei der Umsetzung von Basel in der Praxis kommen wird», sagte EU-Finanzmarktkommissarin Mairead McGuinness am Dienstag.


Anteil importierter E-Autos aus China deutlich gestiegen

WIESBADEN: China hat seine Position als wichtiger Importeur von Elektroautos in Deutschland trotz insgesamt schwacher Nachfrage weiter ausgebaut. Obwohl die Zahl der aus China eingeführten reinen E-Autos von Januar bis April um 15,7 Prozent auf 31.500 Fahrzeuge sank, stieg der Anteil des Landes an den gesamten deutschen Elektroauto-Importen in diesem Zeitraum auf 40,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte.


Tesla-Herausforderer Fisker stellt Insolvenzantrag

LOS ANGELES: Der Tesla-Herausforderer Fisker sucht Schutz vor seinen Gläubigern in einem Insolvenzverfahren. Der Schritt kündigte sich schon seit Wochen an. Fisker warnte bereits Ende Februar, dass ohne frisches Geld die Existenz der Firma gefährdet sei.


Deutschland wieder Nummer eins beim Hopfenanbau

WOLNZACH: Deutschland ist wieder die weltweite Nummer eins beim Hopfenanbau. Zum ersten Mal seit neun Jahren haben die Anbauflächen in Deutschland diejenigen in den USA hinter sich gelassen, wie der Verband Deutscher Hopfenpflanzer am Dienstag mitteilte.


Erholung im Dax setzt sich mit kleinen Schritten fort

FRANKFURT/MAIN: Der Dax hat am Dienstag seinen leichten Erholungskurs fortgesetzt. Am frühen Nachmittag gewann der deutsche Leitindex 0,31 Prozent auf 18.123,78 Punkte und baute damit sein Vortagesplus leicht aus.

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