Nachrichten aus der Wirtschaft am Dienstag

Fotomontage: DER FARANG
Fotomontage: DER FARANG

EU-Kommission legt Frühjahrs-Konjunkturprognose vor

BRÜSSEL: Die Europäische Kommission stellt an diesem Mittwoch (11.00 Uhr) in Brüssel ihre Frühjahrs-Konjunkturprognose vor. Im Februar war die Behörde davon ausgegangen, dass die Wirtschaft in der EU in diesem Jahr langsamer wachsen wird als zuvor erwartet, und hatte ihre Schätzung für 2024 das dritte Mal in Folge gesenkt.

So rechnete die Kommission in ihrer Winterschätzung im Februar für 2024 EU-weit mit einem Wachstum von 0,9 Prozent. Zuvor war sie noch von 1,3 Prozent ausgegangen. Das Plus in der Eurozone schätzte die Behörde für dieses Jahr auf 0,8 Prozent (vorher 1,2).

Zuletzt ging die Kommission weiterhin davon aus, dass sich die jährliche Inflation in den Ländern mit der gemeinsamen Euro-Währung schneller abschwächen wird als zuvor erwartet - in der Eurozone von 5,4 Prozent 2023 auf 2,7 Prozent in diesem und 2,2 Prozent im kommenden Jahr.


Wird das Krabbenbrötchen zum Luxusgut?

HAMBURG/TRAVEMÜNDE/CUXHAVEN: Nordseekrabben sind teuer und selten geworden. «Es ist im Moment nicht nur eine Frage des Geldes», sagte der Fischereiberater bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Philipp Oberdörffer, der Deutschen Presse-Agentur. Demnach haben einige Discounter keine Nordseekrabben mehr im Sortiment. Auch manche Restaurants im Norden verzichten auf Krabbengerichte oder servieren nur geringe Mengen. Die Zahl der gefangenen Krabben reiche nicht für alle aus, sagte Oberdörffer. In vielen Urlaubsorten gibt es weiter Krabbengerichte, die Menschen müssen dafür aber deutlich mehr bezahlen als früher. So lag der Preis für ein Krabbenbrötchen an den Landungsbrücken in Hamburg Anfang Mai bei bis zu 15 Euro.


40 Prozent Frauen in Dax-Aufsichtsräten - aber nicht in Führungsrollen

MÜNCHEN: Der Frauenanteil in den Dax-Aufsichtsräten hat in diesem Jahr einer Studie zufolge einen Höchststand von mehr als 40 Prozent erreicht. Doch sind Führungsrollen für Frauen in den Kontrollgremien der 40 wertvollsten Unternehmen an der Frankfurter Börse nach wie vor die große Ausnahme, resümiert die Personalberatung Russell Reynolds in der am Dienstag veröffentlichten Auswertung. In der Vorgängeruntersuchung hatte der Anteil der Aufsichtsrätinnen bei 38,6 Prozent gelegen. Seit 2016 ist für die Aufsichtsräte börsennotierter und paritätisch mitbestimmter Konzerne eine 30 Prozent-Frauenquote vorgeschrieben. Die allermeisten Dax-Konzerne überschreiten diese mittlerweile.


Neues ChatGPT führt Unterhaltungen - und singt

SAN FRANCISCO: Der populäre Chatbot ChatGPT kann jetzt eine Unterhaltung mit Menschen führen und deren Emotionen erkennen. Mit der natürlichen Stimme und der kurzen Reaktionszeit erinnert das neue KI-Modell GPT-4o an Sprachassistenten aus Hollywood-Filmen. Die Entwicklerfirma OpenAI wird es auch Gratis-Nutzern zur Verfügung stellen. Wie gut die Software Deutsch sprechen kann, blieb nach der Präsentation allerdings offen. Mit Nutzern sprechen konnte ChatGPT im Prinzip schon vorher - aber mit Pausen zur Verarbeitung der Daten. Jetzt zeigte OpenAI, wie die Software den Tonfall von aufgeregt bis mitfühlend variieren kann.


Hohe Nachfrage nach Munition: Rheinmetall wächst weiter kräftig

DÜSSELDORF: Die hohe Nachfrage nach Munition hat dem Rüstungskonzern Rheinmetall einen kräftigen Wachstumsschub gegeben. Im ersten Quartal 2024 sei der Umsatz in der Munitionssparte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 70 Prozent auf 362 Millionen Euro gestiegen, teilte die Waffenschmiede am Dienstag in Düsseldorf mit. Der Auftragsbestand lag in diesem Konzernbereich Ende März den Angaben zufolge bei 1141 Millionen Euro und damit fast doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor. Rheinmetall produziert Munition für Panzer, Artillerie und Flugabwehr-Geschütze, ein großer Teil der gelieferten Munition ging in die Ukraine. Mit dem Zukauf des spanischen Munitionsherstellers Expal verstärkte sich Rheinmetall in dem Geschäftsbereich.


Pfingstferien: Oft tankt es sich am Urlaubsziel billiger

MÜNCHEN/BRÜSSEL: Wer in den Pfingstferien mit dem Auto ins Ausland reist, kann an der Tankstelle meistens sparen. Das gilt vor allem, wenn es in den Süden oder Osten geht, wie ein Blick in die aktuellen Spritpreisdaten der EU-Kommission zeigt. Auf eine Tankfüllung von 50 Liter umgerechnet, lassen sich in den deutschen Nachbarländern teils mehr als 15 Euro sparen. Doch nicht immer ist es finanziell klug, erst hinter der Grenze zu tanken. Das günstigste Benzin unter den deutschen Nachbarländern gibt es in Polen. Pro Liter Super E5 sind dort rund 32 Cent weniger fällig. Dahinter folgt Tschechien mit 27 Cent. Beide Länder gehören auch bei Diesel zu den günstigsten: In Pole


Inflation auch im April bei 2,2 Prozent - Anstieg erwartet

WIESBADEN: Deutschlands Verbraucherinnen und Verbraucher müssen sich auf eine wieder deutlicher anziehende Teuerung einstellen. Nachdem der Rückgang der Inflation im April bei einer Rate von 2,2 Prozent ins Stocken geraten ist, rechnen Volkswirte für die nächsten Monate mit höherem Preisdruck. Viele Unternehmen planen Preise anzuheben, etwa in der Gastronomie oder in Drogerien. Dazu kommen weitere Faktoren, wie Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer erläutert: «Wegen der stark steigenden Löhne dürften die Verbraucherpreise in den kommenden Monaten weiter schneller steigen als mit dem EZB-Ziel von zwei Prozent vereinbar. Für eine Entwarnung an der Inflationsfront ist es zu früh.»


Scholz will höheren Mindestlohn - Kritik aus FDP und Union

BERLIN: Die Einmischung von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in die weitere Anhebung des Mindestlohns stößt auch beim Koalitionspartner FDP auf Kritik. Ihr Fraktionsvorsitzender Christian Dürr wies am Dienstag in Berlin auf die Vereinbarung hin, dass dies die dafür eingesetzte Kommission anhand von nachvollziehbaren Daten entscheiden solle. «Wir sind richtigerweise in einer sozialen Marktwirtschaft und nicht Planwirtschaft. Und deswegen halte ich es für richtig, dass die Mindestlohnkommission das Ganze macht, und dass das Ganze kein politischer Spielball wird.» Scholz hatte sich für eine schrittweise Erhöhung des Mindestlohns auf 15 Euro ausgesprochen.


USA erhöhen Zölle für Elektroautos aus China drastisch

WASHINGTON: Mit der Ankündigung höherer US-Zölle auf Elektroautos und andere chinesische Waren verschärft sich der Handelskonflikt zwischen den USA und China. US-Präsident Joe Biden versperrt Elektroautos aus China den Weg in die USA mit Sonderzöllen von 100 Prozent. Zudem verhängt die US-Regierung neue oder stark erhöhte Zölle unter anderem für Solarzellen, Halbleiter, Hafenkräne und Medizinartikel wie Kanülen und Schutzmasken. China wirft Biden ein Wahlkampfmanöver vor - und droht mit Konsequenzen. China flute die globalen Märkte mit künstlich verbilligten Exporten, hieß es bei der Ankündigung der US-Regierung am Dienstag.


Eurokurs gestiegen - EZB-Referenzkurs: 1,0796

FRANKFURT/MAIN: Der Euro-Kurs ist am Dienstag gestiegen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0796 (Montag: 1,0795) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9262 (0,9263) Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85983 (0,86023) britische Pfund, 168,89 (168,25) japanische Yen und 0,9801 (0,9784) Schweizer Franken fest.


China kündigt «entschlossene Maßnahmen» gegen neue US-Strafzölle an

PEKING: Nach der Ankündigung neuer Strafzölle hat China den USA mit Konsequenzen gedroht.

«Die USA sollten ihre falschen Praktiken sofort korrigieren und die gegen China verhängten Zusatzzölle aufheben», hieß es am Dienstag in einer Mitteilung des Pekinger Handelsministeriums. China werde «entschlossene Maßnahmen ergreifen, um seine eigenen Rechte und Interessen zu verteidigen». Die USA hätten sich aufgrund «innenpolitischer Erwägungen» zu dem Schritt entschlossen. Wirtschafts- und Handelsfragen würden politisiert und instrumentalisiert. Die Zollerhöhung widerspreche auch «dem Geist des von den beiden Staatschefs erzielten Konsenses, was die Atmosphäre der bilateralen Zusammenarbeit ernsthaft beeinträchtigen wird», so das chinesische Ministerium weiter.

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