Nachrichten aus der Wirtschaft am Dienstag

Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck in München. Foto: epa/Anna Szilagyi
Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck in München. Foto: epa/Anna Szilagyi

Habeck legt Jahreswirtschaftsbericht vor - Regierung senkt Prognose

BERLIN: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck stellt am Mittwoch (14.45 Uhr) in Berlin den Jahreswirtschaftsbericht für 2024 vor. Vergangene Woche hatte der Grünen-Politiker in Leipzig bereits angekündigt, die Bundesregierung werde ihre Konjunkturprognose für das laufende Jahr deutlich senken. So werde nur noch ein Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent erwartet. In der Herbstprognose war die Regierung noch von einem Wachstum von 1,3 Prozent ausgegangen.

Habeck bezeichnete diese Konjunkturaussichten als «dramatisch schlecht», Finanzminister Christian Lindner (FDP) nannte sie «peinlich und in sozialer Hinsicht gefährlich». Beide Minister wollen die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft stärken, die Vorschläge sind allerdings unterschiedlich. Die FDP hatte zuletzt als Reaktion auf einen Brandbrief an Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) Vertreter der Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft zu einem Treffen eingeladen.


Eurokurs gestiegen - EZB-Referenzkurs: 1,0802

FRANKFURT/MAIN: Der Euro-Kurs ist am Dienstag gestiegen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0802 (Montag: 1,0776) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9257 (0,9279) Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85660 (0,85605) britische Pfund, 162,18 (161,59) japanische Yen und 0,9526 (0,9492) Schweizer Franken fest.


Private Güterbahnen kritisieren Verlängerungen bei Generalsanierungen

BERLIN: Der Verband der privaten Güterbahnen hat bereits angekündigte Bauzeitverlängerungen bei den Generalsanierungen auf der Schiene kritisiert. Ursprünglich sei für fast alle Generalsanierungen von jeweils fünf Monaten Vollsperrung die Rede gewesen - inzwischen seien schon für fünf Fälle teils deutlich längere Bauzeiten genannt worden, sagte Verbandsgeschäftsführer Peter Westenberger am Dienstag. «Leider ist es immer wieder so, dass solche Ansagen bei der Deutschen Bahn nicht eingehalten werden.»


Zahlreiche Firmenchefs fordern industriefreundlichere EU-Politik

ANTWERPEN: Mehr als 50 hochrangige Unternehmensvertreter und 15 Industrieverbände fordern eine industriefreundlichere EU-Politik. In einer Erklärung von Dienstag sprechen sie sich unter anderem für einfachere Staatshilfe, niedrigere Energiekosten und mehr europäische Bergbauprojekte für wichtige Rohstoffe aus. In dem Papier, das auch von Vertretern von Dax-Unternehmen unterschrieben wurde, warnen sie zudem eindringlich vor Konkurrenz aus den USA und China.


DGB-Vorsitzende fordert Investitionsoffensive

BERLIN: Die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi hat eine «Investitionsoffensive» in Deutschland gefordert. «Deutschland hat kein allgemeines Konjunkturproblem, sondern ein Investitionsproblem», sagte Fahimi der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Es müssten nun mit Investitionsprämien und -verträgen sowie verbesserten Abschreibemöglichkeiten private Investitionen angeregt werden.»


Ifo-Chef: Rückkehr aus Teilzeit lohnt sich oft nicht

AUGSBURG: Der Wirtschaftsforscher Clemens Fuest hat beklagt, dass sich Mehrarbeit in Deutschland für viele Menschen kaum lohnt. Das gelte nicht nur für das Bürgergeld, sondern auch bei kleineren und mittleren Einkommen, weil Zuschüsse wie Wohngeld oder Kinderzuschlag davon betroffen seien, sagte der Chef des Wirtschaftsforschungsinstitutes Ifo der «Augsburger Allgemeinen» (Dienstag).


Google will am BGH Betriebsgeheimnisse im Kartellverfahren schützen

KARLSRUHE: Unter Ausschluss der Öffentlichkeit hat sich der Bundesgerichtshof (BGH) am Dienstag in einem Kartellverfahren mit Details zum Schutz von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen des Technologieriesen Google befasst. Es geht um die Frage, ob und in welchem Umfang das Bundeskartellamt vertrauliche Informationen an Wettbewerber weitergeben darf. (Az. KVB 69/23)


Immobilienweisen: «Wer heute baut, geht bankrott»

BERLIN: Ohne Steuersenkungen und zielgerichtete Förderung fehlen in Deutschland aus Expertensicht 2027 rund 830 000 Wohnungen. Davor warnte der Rat der Immobilienweisen bei der Vorstellung ihres Frühjahrsgutachtens am Dienstag. «Bauen ist heute faktisch unmöglich», sagte der Präsident des Zentralen Immobilien-Ausschusses, Andreas Mattern. «Wer heute baut, geht bankrott.»


Europäische Hersteller beklagen unsicheres Spielzeug bei Temu

NÜRNBERG: Europäische Spielzeughersteller bemängeln die Sicherheit von Produkten auf dem chinesischen Online-Marktplatz Temu und fordern strengere Kontrollen. Ein Testkauf Ende 2023 habe bei 95 Prozent der auf Temu erworbenen Spielzeuge ergeben, dass diese ein Sicherheitsrisiko für Kinder darstellten, teilte der Deutsche Verband der Spielwarenindustrie (DSVI) am Dienstag in Nürnberg mit. Diese Ergebnisse seien alarmierend.


Hunderte Lufthansa-Flüge fallen wegen Warnstreik aus

FRANKFURT/MAIN: Passagiere der Lufthansa haben am Dienstag improvisieren müssen. Ein weiterer Warnstreik bei dem Unternehmen führt seit Montagabend zu zahlreichen Flugstreichungen. Mehr als 100.000 Kundinnen und Kunden könnten laut Lufthansa betroffen sein. Der Streik soll in einzelnen Betriebsteilen bis 7.10 Uhr am Mittwoch dauern, in der Regel aber in der Nacht zum Mittwoch auslaufen.


Lieferung von Lebensmitteln nach Nord-Gaza vorübergehend ausgesetzt

ROM/GAZA: Das UN-Welternährungsprogramm (WFP) hat die Lieferung von Lebensmitteln in den Norden des Gazastreifens vorübergehend ausgesetzt. Man werde die Lieferungen erst wieder aufnehmen, wenn die Bedingungen für eine sicherere Verteilung gegeben seien, teilte das WFP am Dienstag mit. Die Entscheidung sei den Verantwortlichen nicht leicht gefallen. «Allerdings muss die Sicherheit für die Lieferung der Nahrungsmittel und für die Menschen, die sie erhalten, gewährleistet sein.»

Nach einer dreiwöchigen Pause hat das WFP am Sonntag die Lieferungen in den Norden des abgeriegelten Küstenstreifens wieder aufgenommen. Seitdem kam es allerdings zu chaotischen Szenen und Ausschreitungen bei der Verteilung der Lebensmittel, wie das WFP weiter mitteilte. Menschen kletterten auf Lkw - an einigen Orten wurden ganze Lastwagen geplündert. Mitunter kam es zu Zusammenstößen. Schüsse fielen und ein Lkw-Fahrer wurde angegriffen und verletzt.

Das WFP versucht nach eigenen Angaben, die Lieferungen so schnell wie möglich wieder aufzunehmen. Die Situation vor Ort verschlechtere sich zunehmend, und immer mehr Menschen liefen Gefahr, an Hunger zu sterben. Der Gazastreifen hänge am seidenen Faden. Um eine Katastrophe zu verhindern, müssten die Hilfsströme in den Norden des Küstenstreifens ausgeweitet werden.


Georg Schürmann tritt als Triodos-Deutschland-Chef zurück

FRANKFURT/MAIN: Seit 2009 hat er die Aktivitäten der Alternativbank hierzulande aufgebaut. Ende April will sich Georg Schürmann verabschieden.

Die Alternativbank Triodos muss sich einen neuen Deutschland-Chef suchen. Der Geschäftsleiter der Triodos Bank Deutschland, Georg Schürmann, werde sein Amt zum 30. April 2024 niederlegen, teilte das Geldhaus am Dienstag in Frankfurt mit. Über die Nachfolge werde «zu gegebener Zeit informiert».

Schürmann baute die Aktivitäten der Bank in Deutschland seit 2009 auf. Nach 15 Jahren sei es an der Zeit, sich zu verabschieden, wird Schürmann in der Mitteilung zitiert: «Im Alter von 61 Jahren möchte ich einen neuen Lebensabschnitt beginnen und sehe jetzt den richtigen Zeitpunkt gekommen, um die Verantwortung für die Niederlassung zu übergeben.»

Die 1980 gegründete Triodos Bank N.V. ist in den Niederlanden, Belgien, Großbritannien, Spanien und Deutschland aktiv und finanziert nach eigenen Angaben ausschließlich Unternehmen, Institutionen und Projekte, «die zum Wohl von Mensch und Umwelt beitragen».


Mehr Beschäftigte in deutscher Elektroindustrie

FRANKFURT/MAIN: Die Marke von 900.000 ist überschritten. Doch der Fachkräftemangel stellt die Betriebe vor wachsende Herausforderungen.

Die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie ist so hoch wie seit 1995 nicht mehr. 908.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählte der Branchenverband ZVEI Ende vergangenen Jahres und damit 10.000 mehr als ein Jahr zuvor, wie der Verband der Elektro- und Digitalindustrie am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Seit 2005 habe die Branche, von konjunkturellen Schwankungen abgesehen, bis Ende 2023 kontinuierlich neue Arbeitsplätze aufgebaut.

Nach Köpfen bleibe die Elektro- und Digitalindustrie somit die zweitgrößte Branche des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland, erläuterte ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann. Allerdings sei die Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal eine Herausforderung. Der Fachkräftemangel sei aktuell für fast ein Drittel (29 Prozent) der Elektrofirmen hierzulande ein Produktionshemmnis. «Die Problematik dürfte jedoch im Zuge der demografischen Entwicklung in den nächsten zehn Jahren eher noch größer werden», prognostizierte Gontermann.

Mehr als ein Viertel der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (26 Prozent) in der Branche sind nach ZVEI-Angaben älter als 55 Jahre. «Wenn diese Personen in den nächsten zehn Jahren absehbar in den Ruhestand eintreten, müssten allein dadurch sukzessive mehr als 230.000 Beschäftigte ersetzt werden», rechnete der ZVEI vor.


Verband sieht wichtige Rolle für Gase in klimaneutralem Energiesystem

ESSEN: Industrie und Energiewirtschaft brauchen weiter Gase, die immer klimafreundlicher werden, sagt die Gaswirtschaft. Sie dringt auf die rasche Einführung einer Importstrategie etwa für Wasserstoff.

Im künftigen klimaneutralen Energiesystem werden Gase nach Ansicht der Gaswirtschaft weiter eine wichtige Rolle spielen. Erneuerbare und dekarbonisierte Gase wie Wasserstoff oder Biomethan würden dann an die Stelle von Erdgas rücken und neben erneuerbarem Strom die Versorgung sichern, erklärte der Branchenverband Zukunft Gas am Dienstag bei der Essener Energiemesse E-World.

«Um in Zukunft stabile und wettbewerbsfähige Energiepreise zu gewährleisten, benötigen wir nun rasch eine kluge Importstrategie für die Transformation von Erdgas hin zu neuen Gasen», sagte Geschäftsführer Timm Kehler. Dies sei nicht nur für die Verbraucherinnen und Verbraucher wichtig, sondern essenziell, um die Industrieunternehmen im Land zu halten.

Überlegt werden müsse, von wo man die Gase importieren könne. Bereits heute müssten entsprechende Handelspartnerschaften aufgebaut werden. Dies gelte sowohl für den Import von Wasserstoff und Wasserstoff-Verbindungen als auch für Biomethan. «Letztere könnten unter anderem aus der Ukraine kommen, sofern die rechtlichen Rahmenbedingungen den Import ermöglichen und der politische Wille vorhanden ist.» Die Ukraine habe erhebliche Biomassepotenziale, die wegen des Krieges derzeit nicht genutzt würden. Es gebe aber Interesse der Ukraine, das zu exportieren.


Salzgitter verkauft Tochter Mannesmann Stainless Tubes

SALZGITTER/MÜLHEIM: Die Zerschlagung des Mannesmann-Konzerns durch Vodafone brachte dessen Röhrengeschäft vor 24 Jahren zur Salzgitter AG. Jetzt trennen sich die Niedersachsen von einem Teil des damaligen Zukaufs.

Der Stahlkonzern Salzgitter verkauft seine Tochter Mannesmann Stainless Tubes-Gruppe (MST) mit Sitz in Mülheim an der Ruhr. Der Hersteller von nahtlosen Edelstahl- und Nickelbasisrohren geht für einen Preis von 135 Millionen Euro an die italienische Cogne Acciai Speciali, wie Salzgitter am Dienstag mitteilte. Die Transaktion stehe noch unter Vorbehalt der Zustimmung der Behörden.

«Cogne bietet MST und seinen Mitarbeitenden im neuen Verbund weitere unternehmerische Möglichkeiten und ist ein renommierter industrieller Partner», sagte Salzgitter-Finanzvorstand Burkhard Becker laut Mitteilung. Cogne stellt verschiedene Metalle unter anderem für die Autoindustrie und die Energiewirtschaft her. Salzgitter setze mit dem MST-Verkauf sein Portfoliomanagement fort - dazu gehöre auch der Verkauf von Gesellschaften, die nicht zu den definierten Entwicklungsfeldern gehören, hieß es weiter.

MST war im Jahr 2000 zusammen mit den Mannesmannröhren-Werken zur Salzgitter AG gekommen. Der Mannesmann-Konzern war damals durch das britische Telekommunikationsunternehmen Vodafone übernommen und anschließend zerschlagen worden. MST hat eigenen Angaben zufolge rund 1000 Beschäftigte weltweit, davon 260 an den beiden deutschen Standorte Remscheid und Mülheim in Nordrhein-Westfalen. Weitere Standorte gibt es in Frankreich, Italien und den USA.


Auftragsbestand der Industrie wächst zum Jahresende

WIESBADEN: Das Auftragspolster der deutschen Industrie ist im Dezember nach fünf Monaten in Folge mit Rückgängen wieder gewachsen. Der preisbereinigte Auftragsbestand stieg gegenüber dem Vormonat um 0,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Dabei wuchsen die offenen Aufträge aus dem Ausland und besonders aus dem Inland. Gemessen am Vorjahresmonat sank der Auftragsbestand allerdings um gut 5 Prozent.

Besonders im Bereich sonstiger Fahrzeugbau (plus 6 Prozent zum Vormonat) sowie in der Herstellung von elektrischen Ausrüstungen (4,6 Prozent) legte der Auftragsbestand zu. «Der starke Anstieg in diesen Bereichen ist auf Großaufträge zurückzuführen, insbesondere wurden im Dezember 2023 außergewöhnlich viele Flugzeuge bestellt», erklärten die Statistiker. Hingegen nahm das Auftragspolster in der Autoindustrie um 5,3 Prozent ab.

Die Reichweite des Auftragsbestands wuchs zum Jahresende auf 7 Monate nach 6,9 Monaten im November. Die Reichweite gibt an, wie viele Monate die Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz ohne neue Auftragseingänge theoretisch produzieren müssten, um die vorhandenen Aufträge abzuarbeiten.


Ölpreise tendieren uneinheitlich

NEW YORK/LONDON: Die Ölpreise haben sich am Dienstag im frühen Handel nur wenig von der Stelle bewegt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April 83,46 US-Dollar. Das waren zehn Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur März-Lieferung stieg dagegen um 25 Cent auf 79,44 Dollar.

Der Handel am Rohölmarkt verlief zuletzt in ruhigen Bahnen ohne entscheidende Impulse. Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten und Roten Meer machen sich am Markt in erhöhten Risikoaufschlägen bemerkbar und unterstützen die Erdölpreise. Die vielerorts schwächelnde Konjunktur, insbesondere in China, stellt dagegen eine Belastung dar.

In China haben die Banken unterdessen ihre mittelfristigen Kreditzinsen gesenkt und damit der Wirtschaft unter die Arme gegriffen. Die fünfjährige Loan Prime Rate, ein für die Immobilienwirtschaft wichtiger Durchschnittszins, sinkt um 0,25 Prozentpunkte auf 3,95 Prozent. Die niedrigeren Zinsen sollen helfen, den angeschlagenen Häusermarkt und die schwächelnde Gesamtwirtschaft zu stützen. China ist einer der größten Ölverbraucher der Welt.


Dialysespezialist FMC übertrifft eigene Ziele - Zuversicht für 2024

BAD HOMBURG: Der Dialysespezialist Fresenius Medical Care (FMC) hat 2023 von seinen Einsparungen profitiert und will auch in diesem Jahr zulegen. «2024 wird ein Jahr mit beschleunigtem profitablem Wachstum, in dem wir unserem ehrgeizigen mittelfristigen Margenziel näherkommen», sagte Konzernchefin Helen Giza am Dienstag zur Vorstellung der Jahresbilanz in Bad Homburg.

Im laufenden Jahr soll der Umsatz im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich steigen, das operative Ergebnis soll im mittleren bis hohen Zehnerprozentbereich zum Vorjahr zulegen. Die erwarteten Wachstumsraten klammern allerdings Währungs- und Sondereffekte aus und beziehen sich auf ebenfalls angepasste Vorjahreswerte.

Im vergangenen Jahr war der mit hohen Kosten kämpfende Dialysespezialist bei seinem Umbau vorangekommen. Giza hatte mehrfach den Ausblick angehoben, auch dank eines vorteilhaften US-Vergleichs. Die Ziele wurden nun leicht übertroffen. Bei einem nahezu stabilen Umsatz von 19,45 Milliarden Euro kletterte das bereinigte operative Ergebnis zu konstanten Wechselkursen um 15,5 Prozent auf 1,74 Milliarden Euro. Inklusive aller Effekte sank das Betriebsergebnis jedoch, der auf die Aktionäre entfallende Gewinn brach um 26 Prozent auf 499 Millionen Euro ein.

FMC hatte in der vergangenen Jahren mehrere Gewinnwarnungen beim Mutterkonzern Fresenius ausgelöst. Eine hohe Übersterblichkeit von Corona-Patienten, steigende Kosten in der Pandemie und Pflegekräftemangel setzten dem Dialyseanbieter zu. Fresenius-Chef Michael Sen hatte daher eine Umwandlung der Rechtsform von einer Kommandit- in eine Aktiengesellschaft auf den Weg gebracht, die Ende November wirksam wurde. Damit muss Fresenius FMC nicht mehr voll in der Bilanz aufnehmen, sondern kann die Dialysetochter entsprechend der Beteiligung von rund einem Drittel berücksichtigen. Bereits jetzt behandelt Fresenius FMC nur noch als Finanzbeteiligung, die Unternehmen legen getrennt Zahlen vor.


China senkt Schlüssel-Zins im Kampf gegen Immobilienkrise

PEKING: China hat angesichts der schwachen Konjunktur und anhaltender Probleme am Immobilienmarkt an der geldpolitischen Stellschraube gedreht.

Wie die chinesische Zentralbank am Dienstag mitteilte, senkte sie den fünfjährigen Leitzins (LPR) von 4,2 Prozent auf 3,95 Prozent. Die Senkung fällt mit 25 Basispunkten stärker aus als viele Analysten im Vorfeld erwartet hatten. Die Zinssenkung ist vor allem für langfristige Kredite wie Hypotheken wichtig. Die Entscheidung dürfte dazu führen, dass der Kauf von Immobilien erschwinglicher wird, da die Kreditkosten sinken. China leidet unter einer schweren Immobilienkrise, die sich auf die gesamte Wirtschaft auswirkt.

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