Nachrichten aus der Wirtschaft

Foto: epa/Sashenka Gutierrez
Foto: epa/Sashenka Gutierrez

WIESBADEN (dpa) - Schockfotos auf Zigarettenschachteln halten viele Raucher nicht ab: Der deutsche Staat hat 2017 wieder mehr am Qualmen verdient als ein Jahr zuvor. Insgesamt wurden Tabakwaren mit einem Verkaufswert von 25,9 Milliarden Euro versteuert, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Das waren nach Berechnungen der Wiesbadener Behörde 0,8 Milliarden Euro oder 3,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Von den 25,9 Milliarden Euro sind nach Angaben der Behörde bereits 14,4 Milliarden Euro in der Staatskasse gelandet, der Rest folgt mit Zeitverzug. Der Zigarettenabsatz erhöhte sich demnach leicht um 1,1 Prozent auf rund 76 Milliarden Stück. Kräftig stieg die Menge des versteuerten Pfeifentabaks. Rückgänge gab es hingegen bei Zigarren und Zigarillos und beim Feinschnitt zum Selberdrehen.

Autoverkäufe 2017: Mercedes fährt BMW und Audi davon

Stuttgart/München (dpa) - Die deutschen Oberklasse-Autobauer Mercedes-Benz, BMW und Audi haben auch das Jahr 2017 mit Rekordverkäufen abgeschlossen - allerdings auf unterschiedlichem Niveau. Mercedes baute seine Marktführerschaft vor der Münchner Konkurrenzmarke BMW aus. Audi kam nach Problemen im China-Geschäft erst spät in Schwung und schaffte gerade noch ein knappes Plus. Wie BMW am Freitag mitteilte, legte der Konzern im Gesamtjahr 2017 beim Absatz um 4,1 Prozent zu und verkaufte 2,46 Millionen Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce. Der bisherige Vertriebsvorstand Ian Robertson sagte, damit bleibe die Unternehmensgruppe der «weltweit führende Hersteller von Premium-Automobilen».

Reiselust der Deutschen hält an

Stuttgart (dpa) - Die Deutschen bleiben reiselustig. Laut aktuellem «Urlaubsreisetrend» dürfte auch 2018 ein gutes Jahr für die Branche werden. «Die Urlaubslust ist ausgeprägt. Ein weiteres leichtes Wachstum der Nachfrage ist möglich», sagte der Tourismusforscher Martin Lohmann am Freitag bei der Vorstellung der Studie zum Auftakt der Reisemesse CMT. 43 Prozent der Befragten hätten sowohl Lust auf Urlaub als auch genug Zeit und Geld dafür. «Die Urlaubsstimmung der Deutschen wächst von Jahr zu Jahr», sagte Lohmann. Mit einem Anteil von etwa 30 Prozent werden Urlaubsziele im Inland voraussichtlich auch in diesem Jahr die Hitliste anführen, gefolgt von Orten in Spanien, Italien, der Türkei und Österreich. Die Türkei sei trotz Marktanteilsverlusten weiter ein wichtiges Reiseziel, heißt es in der Studie.

VW schafft 2017 Verkaufsrekord in China - künftig auch Exporte

Peking (dpa) - China hat seine Stellung als wichtigster Markt für Volkswagen gefestigt. Im vergangenen Jahr verkauften die Wolfsburger und ihre chinesischen Partner so viele Autos der Marke VW in dem Land wie nie zuvor. Insgesamt wurden 3,177 Millionen Wagen abgesetzt, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Das waren 5,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Erstmals will Volkswagen zudem in China gebaute Fahrzeuge auch in andere Länder exportieren - das dürfte die Abhängigkeit von diesem Schlüsselmarkt etwas verringern. VW unterzeichnete mit den Partnern FAW und SAIC Absichtserklärungen, wonach in China produzierte Autos künftig auch in Länder Südostasiens geliefert werden sollen. Ein VW-Sprecher wies Befürchtungen zurück, dass durch die Entscheidung Standorte in Europa geschwächt würden.

Brüssel verzichtet vorerst auf Steuerregeln für E-Zigaretten

Brüssel/Berlin (dpa) - Eine EU-weite Besteuerung der zunehmend beliebten E-Zigaretten ist bis auf Weiteres nicht in Sicht. Die EU-Kommission sprach sich am Freitag dagegen aus, einen entsprechenden Gesetzesvorschlag zu machen. Es gebe zu wenige Daten über den vergleichsweise jungen Markt, hieß es in einem Bericht der Brüsseler Behörde. Es sei «schwierig, Vorhersagen zu machen, wie sich der Markt in der Zukunft entwickeln wird». Elektronische Zigaretten werden derzeit in neun EU-Staaten besteuert, unter anderem in Italien, Finnland und Griechenland. Ob eine künftige Bundesregierung das Thema angeht, ist offen. Das Bundesfinanzministerium habe aktuell keine Pläne, berichteten die «Stuttgarter Zeitung» und die «Stuttgarter Nachrichten». Man wolle einer neuen Koalition nicht voraus greifen.

Euro bremst den Dax - GroKo stützt nicht

Frankfurt/Main (dpa) - Die Aussicht auf eine Neuauflage der großen Koalition (GroKo) hat die Akteure am deutschen Aktienmarkt vor dem Wochenende nicht aus den Sitzen gerissen. Stattdessen verhinderte der wieder stärkere Euro am Freitag einen Erholungsversuch des Dax nach zwei schwächeren Börsentagen. Der Dax gab um 0,24 Prozent auf 13.170,59 Punkte leicht nach. Der MDax der 50 mittelgroßen deutschen Unternehmen büßte 0,06 Prozent auf 26.840,37 Punkte ein. Der Technologie-Index TecDax sank um 0,05 Prozent auf 2.648,78 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 hielt noch ein leichtes Plus von 0,17 Prozent auf 3.601,27 Punkte. Der Euro kostete zuletzt 1,2124 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,2017 (Mittwoch: 1,1992) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8322 (0,8339) Euro gekostet.

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