Nachrichten aus der Wirtschaft

Wirtschaft verliert an Tempo - Hoffnung auf Einigung USA/China

BERLIN (dpa) - Der Konjunkturboom in Deutschland ist vorerst beendet. Europas größte Volkswirtschaft wuchs im vergangenen Jahr nur noch um 0,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Berlin anhand vorläufiger Daten mitteilte. Es war das schwächste Plus seit sechs Jahren und deutlich weniger als noch 2018 mit 1,5 Prozent. Spuren hinterließen unter anderem globale Handelskonflikte. Die Hoffnungen ruhen nun auf einer Entschärfung des Streits zwischen den USA und China. Das Weltwirtschaftsforum (WEF) mahnte eine sofortige Kooperation von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im Kampf gegen den Klimawandel und andere Risiken an.


China und USA vor erstem Handelsdeal

WASHINGTON/PEKING (dpa) - Fast zwei Jahre nach Beginn des Handelskriegs zwischen den USA und China wollen die beiden Länder am Mittwoch ein erstes Handelsabkommen besiegeln. Obwohl es sich dabei nur um ein Teilabkommen handelt, entspricht es im Handelskonflikt der zwei größten Volkswirtschaften wohl einem Waffenstillstand: Beide Seiten machen Zugeständnisse und wollen bis auf Weiteres keine neuen Strafzölle mehr verhängen. Die seit 2018 verhängten zusätzlichen Importgebühren werden aber zunächst im Wesentlichen bestehen bleiben. Aus Sicht der deutschen Wirtschaft ist es bis zu einer «greifbaren Entspannung im Welthandel» noch ein weiter Weg.


Vor «Autogipfel»: SPD und IG Metall fordern Hilfen für Beschäftigte

BERLIN (dpa) - Vor einem Spitzentreffen im Kanzleramt zum Umbruch in der Autoindustrie haben die Gewerkschaft IG Metall und die SPD Hilfen für die Beschäftigten gefordert. «Die IG Metall erwartet, dass die arbeitsmarkt- und industriepolitische Flankierung der Verkehrswende einen Schub bekommt und die dafür nötigen Instrumente geschärft werden», sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Jörg Hofmann der Deutschen Presse-Agentur. Die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) sagte der dpa: «Der Autogipfel muss ein Gipfel der Industriearbeiter werden, denn sie bauen das Auto von morgen.» SPD-Bundestagsfraktionsvize Sören Bartol sagte, der Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der Autoindustrie sei eine der wichtigsten langfristigen Aufgaben.


WEF: Nur mit Zusammenarbeit ist größtes Risiko Klimawandel zu stoppen

DAVOS/LONDON (dpa) - Gemeinsam gegen den Klimawandel: Nur eine sofortige Kooperation von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft verspricht nach Ansicht des Weltwirtschaftsforums (WEF) Erfolge im Kampf gegen die derzeit größten Gefahren. Ansonsten drohten «katastrophale» Folgen, betonte das WEF in seinem am Mittwoch in London vorgestellten Weltrisikobericht. Kurzfristige Risiken wie wirtschaftliche Konflikte und politische Polarisierung gefährdeten einen koordinierten Ansatz. Daher müssten soziale Spaltungen überbrückt und ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum gesichert werden.


Grüne Woche: «Jeder soll sich hier äußern können»

BERLIN (dpa) - Vor der Agrarmesse Grüne Woche rufen die Veranstalter Kritiker der Landwirtschaft und der Ernährungsindustrie zur Diskussion auf. «Die Kernaufgabe besteht darin, hier eine faire Bühne für jeden zu bieten», sagte Messechef Christian Göke am Mittwoch in Berlin. «Jeder soll sich hier äußern können, jeder soll hier Gehör finden.» Kritiker werfen den Landwirten immer wieder vor, auf Kosten von Umwelt, Tieren und Klima zu wirtschaften. An einer Großdemonstration für eine Agrarwende an diesem Samstag in Berlin sind in einem breiten Bündnis auch Bauern beteiligt.


Bundesbank: Kontaktloses Bezahlen ist im Alltag angekommen

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Das kontaktlose Bezahlen wird nach Einschätzung der Bundesbank in Deutschland populärer. Etwa jeder Dritte, der bereits über eine Bezahlkarte mit einer solchen Funktion verfügt, begleicht seine Rechnung an der Supermarktkasse quasi im Vorbeigehen. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage im Auftrag der Deutschen Bundesbank hervor. «Damit ist das kontaktlose Bezahlen im Alltag angekommen», bilanzierte Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz. Der Erhebung zufolge nutzen inzwischen 32 Prozent der Besitzer von kontaktlosen Debitkarten die Möglichkeit, quasi im Vorbeigehen zu bezahlen. Unter den Kreditkartennutzern sind es 39 Prozent.


EU-Rechnungsprüfer mahnen strikteres Energiesparen an

BRÜSSEL (dpa) - Die EU droht an ihrem Energiesparziel für 2020 zu scheitern - aus Sicht des Europäischen Rechnungshofs auch wegen zu lascher Umsetzung der Vorschriften für sparsame Elektrogeräte. Die Kritik äußerte der Rechnungshof am Mittwoch in einem Bericht zur Wirkung des sogenannten Ökodesigns und der Energiekennzeichnung. Beides habe zwar beim Energiesparen geholfen, aber weniger als möglich gewesen wäre. Die Europäische Union hatte sich vorgenommen, bis 2020 ihren Energieverbrauch um mindestens 20 Prozent zu drücken. Stattdessen stiegen die Werte von 2014 bis 2017. Das zeige, «dass das EU-Ziel für 2020 wahrscheinlich nicht erreicht wird», schreibt der Rechnungshof.


Dax vor Handelsabkommens von USA und China im Minus

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Der Dax hat am Mittwoch vor der Unterzeichnung eines Teilabkommens im Handelsstreit zwischen den USA und China nachgegeben. Am Nachmittag belief sich das Minus auf 0,20 Prozent bei 13.430,22 Punkten. Das Rekordhoch bei 13.596 Punkten bleibt gleichwohl in Sicht. Für den MDax der mittelgroßen Börsenwerte ging es um 0,27 Prozent nach unten auf 28.384,51 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,25 Prozent. Der Euro machte anfängliche Verluste wett und kostete zuletzt 1,1149 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,1115 Dollar festgesetzt.

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