Nachrichten aus der Wirtschaft

Opel schrumpft deutsche Werke weiter - Druck durch Fusion mit Fiat

RÜSSELSHEIM (dpa) - Der Autobauer Opel setzt seinen Schrumpfkurs fort. Das Tochterunternehmen des französischen PSA-Konzerns kann in den kommenden vier Jahren bis zu 4.100 Vollzeitstellen in den deutschen Werken Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach abbauen, sofern sich genug Freiwillige für Altersteilzeit, Abfindungen und Vorruhestand finden lassen. Hintergrund der am Dienstag veröffentlichten Einigung mit dem Gesamtbetriebsrat sind Arbeitsplatzverluste durch die geplante Fusion von PSA mit Fiat-Chrysler und die Umstellung auf elektrische Antriebe. Bereits fest vereinbart ist der Abbau von 2100 Stellen bis Ende 2021. Darüber hinaus hat sich das Unternehmen weitere Optionen gesichert, wie der Gesamtbetriebsrat berichtete.


Steigende Eierpreise - Aldi und Lidl dürften weitere Händler folgen

MÜLHEIM/NECKARSULM (dpa) - Die Eierpreise sind wenige Tage nach dem Jahreswechsel in Bewegung geraten. Aldi hat die Preise für die 10er-Packung Eier aus Bodenhaltung sowie Eier aus Freilandhaltung um jeweils 10 Cent angehoben. Die neuen Preise gelten seit Freitag, wie eine Sprecherin von Aldi Süd der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Demnach kosten bei Aldi Süd 10 Eier aus Bodenhaltung nun 1,29 Euro und 10 Eier aus Eier aus Freilandhaltung 1,69 Euro. Auch beim selbstständigen Schwesterunternehmen Aldi Nord gelten diese Preise, wie aus einer Online-Übersicht des Discounters hervorgeht. Auch beim Aldi-Erzrivalen Lidl sind die meistverkauften Eier um zehn Cent je 10-er Packung teurer geworden.


Dieselbetrug: Staatsanwaltschaft klagt weitere VW-Mitarbeiter an

BRAUNSCHWEIG/WOLFSBURG (dpa) - Die Braunschweiger Staatsanwaltschaft hat bei ihren Ermittlungen zur Dieselaffäre weitere Beschäftigte von Volkswagen wegen schweren Betrugs angeklagt. Es geht dabei um sechs Personen, denen im Zeitraum zwischen November 2006 und September 2015 teilweise zudem Steuerhinterziehung und Falschbeurkundung vorgeworfen werden. Dies teilte die Behörde am Dienstag mit. Sie sollen «maßgeblich dafür verantwortlich» sein, dass VW-Kunden und Aufsichtsbehörden mit Hilfe der im Herbst 2015 aufgeflogenen Software-Manipulationen über den tatsächlichen Abgasausstoß von Dieselautos bewusst getäuscht wurden. «Insgesamt seien so über die Jahre gut neun Millionen manipulierter und nicht zulassungsfähiger Kraftfahrzeuge veräußert, auf den Markt gebracht und verbotswidrig zum Straßenverkehr zugelassen worden», hieß es.


Milliardenspritze für die Bahn

BERLIN (dpa) - Bund und Bahn stecken in den kommenden zehn Jahren 86 Milliarden Euro und damit so viel Geld wie nie zuvor in die Sanierung des zum Teil maroden Schienennetzes. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und die Bahn-Spitze sprachen am Dienstag bei der Unterzeichnung einer neuen Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung von einer historischen Modernisierungsoffensive. «Es wird das Jahrzehnt der Schiene», sagte Scheuer. «Ich erwarte, dass die Bahn diese Chancen nutzt.» Sie müsse pünktlicher, effizienter und besser werden. Er habe eine «Ungeduld», dass es in überschaubaren Zeiten erhebliche Verbesserungen gebe. An vielen Stellen im 33 000 Kilometer langen Schienennetz gibt es großen Investitionsbedarf wegen teils maroder Brücken und Anlagen. Auch viele Schienenstrecken sind in die Jahre gekommen. Dies ist auch ein Grund für Verspätungen bei der Bahn sowie andere Störungen.


Software-Umrüstung von 5,3 Millionen Diesel geschafft

BERLIN (dpa) - Die von den deutschen Autobauern versprochene Software-Nachrüstung bei 5,3 Millionen älteren Diesel-Autos ist mit einem Jahr Verspätung geschafft. Damit soll der Schadstoffausstoß nun aber deutlich stärker verringert werden als zunächst angenommen, wie das Bundesverkehrsministerium am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Nach Messungen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) würden die Stickoxid-Emissionen (NOx) im Realbetrieb um bis zu 60 Prozent gesenkt - angepeilt worden waren im Schnitt 30 Prozent. Beim ersten «Dieselgipfel» von Politik und Branche 2017 hatten die deutschen Autohersteller Updates mit einer besseren Abgas-Software bei 5,3 Millionen Wagen zugesagt - allerdings schon bis Ende 2018. Darunter fallen auch 2,5 Millionen Wagen des VW-Konzerns, aus denen ohnehin illegale Abgas-Software entfernt werden musste. Bei Autos aus Pflicht-Rückrufen ergab sich laut KBA-Messungen nun eine Reduzierung der Stickoxid-Emissionen (NOx) um rund 40 Prozent im Realbetrieb.


Real-Betriebsrat schlägt Alarm: 10.000 Arbeitsplätze in Gefahr

DÜSSELDORF (dpa) - Durch die geplante Zerschlagung der SB-Warenhauskette Real ist nach Einschätzung des Betriebsrates fast jeder Dritte der noch vorhandenen 34.000 Arbeitsplätze bei der Metro-Tochter gefährdet. «Der Gesamtbetriebsrat rechnet mit etwa 10 000 Arbeitslosen», sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende des Unternehmens, Werner Klockhaus der «Süddeutschen Zeitung» (Dienstag). Der Hintergrund: Die Metro will alle 277 Real-Märkte in Deutschland und den Online-Shop real.de möglichst noch in diesem Monat an ein Investoren-Konsortium aus X-Bricks und SCP Group verkaufen. Die künftigen Eigentümer wollen aber nach den bisher bekanntgewordenen Plänen nur einen kleinen Teil der Real-Märkte selbst weiter betreiben. Der Großteil der Standorte soll an andere Händler wie Edeka oder Kaufland weiterverkauft werden. Einigen Standorten droht offenbar auch die Schließung.


Streit um Sterne - Yelp darf bei Online-Bewertungen Auswahl treffen

KARLSRUHE (dpa) - Internet-Bewertungen können über den Erfolg von Unternehmen mit entscheiden. An welche Regeln muss sich ein Bewertungsportal wie Yelp dabei halten? Eine Unternehmerin, die Fitnessstudios im Raum München betreibt, fühlte sich unfair behandelt, weil viele positive Bewertungen für die Gesamtnote unberücksichtigt blieben - und verlor jetzt in letzter Instanz vor dem Bundesgerichtshof (BGH). (Az. VI ZR 495/18 u.a.) Yelp darf demnach seine in Sternen ausgedrückte Gesamtbewertung von Unternehmen auf eine automatisierte Auswahl stützen. Der VI. Zivilsenat hob am Dienstag ein anderslautendes Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) München auf. Die Einstufung von Bewertungen in «empfohlen» und «nicht empfohlen» durch Yelp sei durch die Berufs- und Meinungsfreiheit geschützt. «Ein Gewerbetreibender muss Kritik an seinen Leistungen und die öffentliche Erörterung geäußerter Kritik grundsätzlich hinnehmen», sagte der Vorsitzende Richter Stephan Seiters.


VW-Konzern legt 2019 bei Verkäufen doch noch einmal zu

WOLFSBURG (dpa) - Der VW-Konzern hat bei seinen Verkäufen 2019 entgegen ersten Schätzungen doch noch einmal zugelegt - und könnte damit als weltgrößter Autobauer den Rivalen Toyota auf Abstand halten. Nach Angaben vom Dienstag lieferte die Volkswagen-Gruppe im vergangenen Jahr mehr als 10,97 Millionen Fahrzeuge aus. Das entsprach einem leichten Plus von 1,3 Prozent im Vergleich zu 2018. Im Herbst hatten die Wolfsburger erwartet, dass der Wert stagnieren würde - in manchen Regionen schwächte sich die Autonachfrage zuletzt ab. Bei der Kernmarke VW Pkw hatte vor allem ein gutes China-Geschäft zum Jahresende eine Aufholjagd gebracht, in der Summe stand hier eine Zunahme der Auslieferungen um 0,5 Prozent auf 6,28 Millionen Wagen.


Handelskrieg bremst Chinas Außenhandel - Minus 14,6 Prozent mit USA

PEKING (dpa) - China und die USA bekommen ihren Handelskrieg deutlich zu spüren: Der Handel zwischen den beiden größten Volkswirtschaften ist im vergangenen Jahr um 14,6 Prozent eingebrochen, wie der chinesische Zoll am Dienstag in Peking bei der Vorlage der Zahlen in US-Dollar berechnet mitteilte. Chinas Importe aus den USA sackten sogar um 20,9 Prozent auf 122 Milliarden US-Dollar ab, während Chinas Exporte in die USA um 12,5 Prozent auf 418 Milliarden US-Dollar zurückgingen. Nach zwei Jahren mit zweistelligen Zuwachsraten fiel der gesamte chinesische Außenhandel mit der Welt im vergangenen Jahr erstmals um ein Prozent. Die Exporte legten insgesamt nur leicht um 0,5 Prozent zu, doch fielen die Importe um 2,8 Prozent.


Dax scheut weiter vor Rekordhoch zurück

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Die Hängepartie des Dax knapp unter einem Rekordhoch hat sich am Dienstag fortgesetzt. Der deutsche Leitindex pendelte um den Schlusskurs vom Montag hin und her, zuletzt gab er um 0,11 Prozent auf 13.436,69 Punkte leicht nach. Damit ist der bisherige Höchststand von Anfang 2018 bei knapp 13.600 Punkten unverändert in Reichweite. Der MDax der mittelgroßen Börsentitel lag mit 0,08 Prozent im Plus bei 28.426,48 Punkten. Der EuroStoxx 50 als Leitindex für die Eurozone gab leicht nach. Die Kurse deutscher Bundesanleihen gaben am Dienstag nach. Die Umlaufrendite stieg im Gegenzug von minus 0,23 Prozent am Montag auf minus 0,22 Prozent. Der Euro gab leicht nach, am frühen Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1116 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,1126 Dollar festgesetzt.

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