Nachrichten aus der Wirtschaft

Adani zeigt sich nach Siemens-Entscheidung kämpferisch

CANBERRA (dpa) - Ungeachtet aller Proteste von Klima- und Umweltschützern hat der indische Konzern Adani seine Pläne für ein riesiges Kohlebergwerk in Australien bekräftigt. Das Unternehmen freue sich, mit dem Zulieferer Siemens zusammenzuarbeiten, sagte eine Sprecherin von Adani Australien der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Zuvor hatte Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser auf Twitter mitgeteilt, dass der Konzern an dem Auftrag für die Lieferung einer Zugsignalanlage festhalten werde. Siemens habe alle Optionen geprüft und sei zu dem Schluss gekommen, dass man allen vertraglichen Verpflichtungen nachkommen müsse. Zugleich will das Unternehmen ein wirksames Nachhaltigkeitsgremium schaffen, um Umweltfragen in Zukunft besser zu managen.


Unternehmen sollen Arbeitszeit erfassen - Gesetzesänderung geplant

BERLIN (dpa) - Die Arbeitszeit von Beschäftigten in Deutschland soll genauer erfasst werden als bisher. Die Vorarbeiten für die Umsetzung eines entsprechendes Urteils des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom vergangenen Mai liefen, sagte am Montag eine Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums in Berlin. Ein Gutachten, das das Ministerium in Auftrag gegeben hatte, stellt fest: «Das deutsche Recht kennt derzeit keine generelle Verpflichtung aller Arbeitgeber, die gesamte Arbeitszeit ihrer Beschäftigten aufzuzeichnen.» Deshalb sei der Bundesgesetzgeber verpflichtet, das Arbeitszeitrecht entsprechend zu ergänzen, so der Passauer Rechtswissenschaftler Frank Bayreuther in seiner Expertise. Sie lag der Deutschen Presse-Agentur vor. Die «Süddeutsche Zeitung» hatte zuvor darüber berichtet.


Heizkosten steigen trotz milden Winterwetters

HEIDELBERG/MÜNCHEN (dpa) - Trotz des vergleichsweise milden Jahres 2019 müssen die meisten Verbraucher für ihre Heizkosten tiefer in die Tasche greifen. Das ergaben Analysen der Internet-Vergleichsportale Verivox und Check24, die unabhängig voneinander Energiepreis- und Wetterdaten für das vergangene Jahr ausgewertet haben. Demnach war 2019 zwar nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes das drittwärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, und auch die Wintermonate waren fast durchgängig sehr mild. Jedoch war der Januar regional schneereich und kalt und der Mai deutlich kühler als im Vorjahr. Unter dem Strich mussten die Verbraucher deshalb zwei (Verivox) bis drei (Check24) Prozent mehr Heizenergie aufwenden als im Jahr zuvor.


Viele PC-Anwender ignorieren «tickende Zeitbombe» Windows 7

BERLIN (dpa) - Experten warnen vor Windows 7 als einer «tickenden Zeitbombe für Privatanwender und Unternehmen» - doch auf vielen PCs läuft immer noch das Uralt-Betriebssystem von Microsoft. Rund 30 Prozent aller PC-Anwender haben immer noch den Software-Dino im Einsatz. Das geht aus Berechnungen des Sicherheitsunternehmens ESET hervor. Für Windows 7 gibt es von diesem Dienstag an keinen kostenlosen Support durch Microsoft mehr. Außerdem unterstützt der Konzern künftig auch nicht mehr die Server-Betriebssysteme Microsoft Server 2008 und 2008 R2. «Wer weiterhin die drei Dinosaurier im Einsatz hat, muss mit gravierenden Folgen für die Sicherheit seiner Daten beziehungsweise seines Unternehmens rechnen», sagte Sicherheitsexperte Thomas Uhlemann von ESET.


Geld für Thomas-Cook-Kunden - Ein Viertel der Schadenfälle reguliert

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Tausende Pauschalreise-Kunden der insolventen deutschen Thomas Cook haben vom Versicherer Zurich inzwischen einen Teil ihrer Kosten erstattet bekommen. Derzeit sei rund ein Viertel der etwa 220.000 registrierten Schadenfälle abschließend auf Basis der Quote reguliert worden, teilte Zurich am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Da die Versicherungssumme nicht für den Gesamtschaden ausreicht, bekommen Betroffene nur einen Teil erstattet. Die Quote liegt bei 17,5 Prozent. Die Bundesregierung will mit Steuergeldern finanziell helfen. Details sind noch unklar. «Wir sind mit der Bundesregierung in Gesprächen - auch über die Nutzung unserer Abwicklungsplattform», sagte ein Zurich-Sprecher.


Greenpeace will Tierwohlabgabe und volle Mehrwertsteuer auf Fleisch

BERLIN (dpa) - Vor dem Start der Agrarmesse Grüne Woche hat Greenpeace eine Tierwohlabgabe von bis zu 50 Cent pro Kilo Fleisch gefordert. Zudem sollte für Fleisch und Milchprodukte der volle Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent fällig werden und nicht der reduzierte von 7 Prozent, teilte die Umweltschutzorganisation am Montag in Berlin mit. Die neue Abgabe könne «den sofortigen Ausstieg aus der nicht tiergerechten Haltung» finanzieren. Dem Bund könnten damit vier Milliarden Euro zusätzlich zur Verfügung stehen, um Tierhalter zu unterstützen. Die Grüne Woche findet von 17. bis 26. Januar in Berlin statt. Parallel könnten Steuern auf pflanzliche Lebensmittel sinken und so Verbraucher entlastet werden, schlug Greenpeace weiter vor. So können die Ausgaben der Haushalte für Lebensmittel bei weniger Fleischverzehr unterm Strich sogar sinken.


Kartellamt verhängt Millionen-Bußgeld gegen Agrarhändler

BONN (dpa) - Wegen illegaler Preisabsprachen hat das Bundeskartellamt Bußgelder in Höhe von fast 155 Millionen Euro gegen sieben Pflanzenschutzmittel-Großhändler und die dort Verantwortlichen verhängt. Das trifft unter anderem den Baywa-Konzern, Europas größten Agrarhändler, der allein knapp 69 Millionen Euro zahlt. «Unsere Ermittlungen haben gezeigt, dass die Unternehmen seit dem Jahr 1998 bis zum Zeitpunkt unserer Durchsuchung im März 2015 jeweils im Frühjahr und Herbst ihre Preislisten für Pflanzenschutzmittel miteinander abgestimmt haben», berichtete Kartellamtspräsident Andreas Mundt am Montag. Die Folge waren demnach weitgehend einheitliche Preislisten für die Bauern, die Pflanzenschutz kauften.


Dax wenig bewegt - Rekordhoch bleibt in Reichweite

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Der Dax hat sich zum Wochenbeginn kaum von der Stelle bewegt. Anfängliche Gewinne gab der deutsche Leitindex am Montag wieder ab. Zuletzt trat der Dax mit 13.473,99 Punkten auf der Stelle. Gleiches gilt für den MDax der mittelgroßen Börsentitel, der zuletzt mit 28.483,24 Punkte ebenfalls stagnierte. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 bewegte sich auch kaum. Der Euro legte leicht zu. Am frühen Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1126 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagnachmittag auf 1,1091 Dollar festgesetzt.

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