Nachrichten aus der Wirtschaft

Gewerkschaft Ufo setzt Lufthansa Frist - Vorerst keine Streiks

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Im Tarifkonflikt um die Flugbegleiter der Lufthansa hat die Gewerkschaft Ufo dem Unternehmen eine Frist gesetzt. Bis Donnerstag kommender Woche werde man keine Streiks veranstalten oder dazu aufrufen, erklärte der Vorstand der Gewerkschaft am Mittwoch in Mörfelden-Walldorf bei Frankfurt. Sollte sich bis dahin keine Annäherung ergeben, werde man am Donnerstag, den 28. November, konkrete Streiks ankündigen, erklärte Ufo-Sprecher Nicoley Baublies. «Damit sind Streiks in der Vorweihnachtszeit möglich.» Die Lufthansa strebt weiterhin eine umfassende Schlichtung mit der Ufo an.


EU-Kommission: Acht Staaten drohen gegen Stabilitätspakt zu verstoßen

BRÜSSEL (dpa) - Acht Staaten drohen nach Einschätzung der EU-Kommission im kommenden Jahr gegen die Vorgaben des Euro-Stabilitätspakts zu verstoßen. Bei Italien, Frankreich, Spanien, Belgien, Slowenien, Finnland, der Slowakei und Portugal gebe es anhand der Budgetentwürfe für 2020 ein erhöhtes Risiko, teilte die Brüsseler Behörde am Mittwoch mit. Die übrigen Euro-Staaten erfüllten die Vorgaben aller Voraussicht nach - im Falle Estlands und Lettlands mit Einschränkungen. Mit dem Pakt sollen vor allem die Haushalte der Staaten mit der Gemeinschaftswährung im Gleichgewicht gehalten werden, um die Stabilität des Euro zu gewährleisten.


EZB: Zinstief könnte zum Risiko für Finanzstabilität werden

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Europas Währungshüter nehmen verstärkt mögliche negative Folgen ihres Nullzinskurses in den Blick. «Die Nebenwirkungen der Geldpolitik werden immer offensichtlicher, das müssen wir berücksichtigen», sagte EZB-Vizepräsident Luis de Guindos bei der Vorstellung des aktuellen Finanzstabilitätsberichts der Europäischen Zentralbank (EZB) am Mittwoch in Frankfurt. «Wir müssen uns mehr auf die Nebenwirkungen konzentrieren.» Ähnlich hatte sich der Spanier bereits Anfang der Woche geäußert.


Gewerkschaft kritisiert Mitarbeiterkontrolle bei Zalando

BERLIN (dpa) - Beim Modehändler Zalando sind Beschäftigte aus Gewerkschaftssicht «arbeitnehmerfeindlicher» und datenschutzrechtlich problematischer Überwachung ausgesetzt. Für rund 2000 Beschäftigte in Büros in Berlin setzte der Onlinehändler eine Software ein, mit der sich Mitarbeiter gegenseitig bewerteten, kritisierte die Gewerkschaft Verdi. Die Software Zonar belaste das Betriebsklima, führe dazu, dass Leistung permanent kontrolliert und Löhne willkürlich festgelegt würden. Verdi berief sich auf eine Untersuchung für die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung. Zalando widersprach deren Ergebnissen.


Leichter Aufwind für deutsche Häfen

HAMBURG (dpa) - Die deutschen Seehäfen halten sich unter erheblichem Konkurrenzdruck gut im Wettbewerb. In den ersten sechs Monaten stieg der Güterumschlag in den 22 Seehäfen an Nord- und Ostsee gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 0,3 Prozent auf 148 Millionen Tonnen, teilte der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) am Mittwoch in Hamburg mit. Der Containerumschlag erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 0,7 Prozent auf 7,5 Millionen Standardcontainer.


Kartellamt gibt grünes Licht für Großfusion auf dem Wurstmarkt

BONN (dpa) - Der Wurstmarkt in Deutschland ordnet sich neu: Das Bundeskartellamt hat den mittelständischen Fleischverarbeitern Kemper und Reinert grünes Licht für die Fusion zum zweitgrößten Fleisch- und Wurstwarenhersteller der Bundesrepublik gegeben. «Auch nach der Fusion gibt es für Abnehmer und Lieferanten noch hinreichende Alternativen», begründete der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, am Mittwoch den Schritt. Das neue Unternehmen mit dem Namen «The Family Butcher» wird einen Umsatz von mehr als 700 Millionen Euro haben. Größer ist in Deutschland nur noch die Tönnies-Gruppe.


5G-Netze für Unternehmen und Unis können in Deutschland starten

BERLIN (dpa) - Firmen und Organisationen, die ihre Arbeit mit Hilfe der fünften Mobilfunkgeneration (5G) optimieren wollen, können künftig eigene 5G-Netze auf ihrem Gelände aufbauen. Die für die Nutzung der Frequenzen notwendige Gebührenverordnung wurde am Mittwoch im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Danach können Unternehmen und Organisationen die Nutzung lokaler 5G-Frequenzen von Donnerstag an beantragen. ie für die 5G-Campusnetze genutzten Frequenzen von 3,7 bis 3,8 GHz wurden nicht bei der 5G-Auktion im Juni für die Mobilfunkanbieter versteigert, sondern vorab von der Bundesnetzagentur reserviert.


US-chinesische Querelen belasten deutschen Aktienmarkt

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Der US-chinesische Handelskonflikt hat die Börsen am Mittwoch wieder belastet. Bis zum Nachmittag sank der Leitindex Dax um 0,57 Prozent auf 13.146,23 Punkte und machte damit Boden gut, nachdem er zeitweise unter die Marke von 13.100 Punkten gerutscht war. Der MDax verlor am Nachmittag 0,42 Prozent auf 27.180,99 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 0,40 Prozent nach. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,34 Prozent am Vortag auf minus 0,38 Prozent. Der Kurs des Euro sank am frühen Nachmittag auf 1,1058 US-Dollar.

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Hansruedi Bütler 21.11.19 13:32
Zinstief könnte zum Risiko für Finanzstabilität
werden. "Die Nebenwirkungen der Geldpolitik werden immer offensichtlicher, ... " Hier handelt es sich nicht um eine Nebenwirkung; sondern um ein Beispiel der Unfähigkeit einen Mehr-Staatenbund über eine Währungseinheit zu vereinen. Das Fiasko der Negativzinsen ist gewollt, wird doch so der Bürger über den Wertverfall der Währung ausgeraubt! Mathematisch ist das System am Ende angelangt! Zinsspiele verwässern nicht nur die Währung; sondern entmachten auch den Bürger indem es auf ein Bargeldverbot hinausläuft und der "Sparsame" weiter abgezockt wird. So etwas nennen dann Mutige EURO-STABILITÄT!!!