Nachrichten aus der Wirtschaft

Steigende Mieten setzen Handwerk und Handel unter Druck

FRANKFURT/BERLIN (dpa) - Der Immobilienboom in Deutschland wird zur Gefahr für Händler und Handwerker in teuren Städten.

Verbände warnen, steigende Mieten und Preise verdrängten alteingesessene Geschäfte und Betriebe aus den Innenstädten. «Die Gewerbemieten in gefragten Städten gehen durch die Decke und treffen vor allem inhabergeführte Händler», teilte der Deutsche Städte- und Gemeindebund am Freitag mit. «Es droht eine Verödung der Zentren.» Bernd Düsterdiek, Referatsleiter für Stadtentwicklung bei dem Verband warnte: «Alteingesessene Spiel- oder Haushaltswarenläden sind oft schon weg.» Selbst umsatzstarke Filialisten seien teils nicht mehr bereit, die hohen Mieten in Top-Lagen der Innenstädte zu bezahlen.


Koalition will Gesetz gegen Kostenfallen schnell auf den Weg bringen

BERLIN (dpa) - Am Telefon aufgeschwatzte Verträge oder überlange Vertragslaufzeiten - Verbraucher sollen besser vor Abzocke geschützt werden.

Die schwarz-rote Koalition macht ernst mit ihren Gesetzesplänen für faire Verbraucherverträge und will Kostenfallen einen Riegel vorschieben. Nach Plänen von Verbraucherschutzministerin Christine Lambrecht (SPD) soll unter anderem die Laufzeit von Verträgen etwa für Handys, Fitnessstudios oder Zeitungs-Abos auf ein Jahr begrenzt werden. Auch Kündigungsfristen werden hier deutlich verkürzt. «Es muss klar sein, dass Verbraucherinnen und Verbraucher hier in ihren Rechten gestärkt werden und nicht mit unfairen, überlangen Laufzeiten geknebelt werden», sagte Lambrecht am Freitag.


Dieselnachrüstung: Schulze und Verbände erhöhen Druck auf Autobranche

BERLIN (dpa) - Nach der Zulassung weiterer Systeme für Hardware-Nachrüstungen älterer Diesel-Autos pochen Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) sowie das Kfz-Gewerbe und der ADAC auf mehr Zugeständnisse der Autoindustrie.

Die Hersteller müssten den Einbau der Sets bezahlen, sagte Schulze am Freitag. Ähnlich äußerte sich ADAC-Vizepräsident Karsten Schulze, der mehr Sicherheit für Verbraucher bei den Kosten verlangt. «Es gilt nach wie vor: Die Verbraucher haben sich nichts zuschulden kommen lassen und dürfen nicht mit den Kosten belastet werden.» Aus Sicht des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) sollte die Hardware-Nachrüstung von Euro-5-Dieselfahrzeugen von Autoherstellern flächendeckend gefördert und nicht auf Regionen begrenzt werden.


Führungswechsel: Neuer BMW-Chef spornt Mitarbeiter an

MÜNCHEN (dpa) - Der neue BMW-Chef Oliver Zipse hat die Beschäftigten an seinem ersten Arbeitstag aufgerufen, die Herausforderungen anzunehmen und die Chancen des Umbruchs in der Autoindustrie zu nutzen.

In einem Rundbrief sprach er am Freitag auch Schwächen des Konzerns offen an und gab das Ziel aus, BMW müsse «als Gewinner aus dem Umbruch in unserer Branche hervorgehen». Der 55-jährige Ingenieur war bisher als Produktionschef für die weltweit 31 BMW-Werke verantwortlich. Der Aufsichtsrat hatte Zipse im Juli zum Nachfolger von Harald Krüger berufen, der nach vier Jahren an der Spitze seinen Vertrag nicht mehr verlängern wollte.


Trump erwartet «ziemliche kurze» Dauer des Handelskonflikts mit China

MORRISTOWN (dpa) - US-Präsident Donald Trump geht davon aus, dass der Handelskonflikt mit China nicht von allzu langer Dauer sein wird.

«Ich habe das Gefühl, dass das ziemlich kurz laufen wird», sagte Trump am Donnerstag (Ortszeit) in Morristown im US-Bundesstaat New Jersey. Es gebe gute Diskussionen mit China, die Chinesen wollten unbedingt ein Abkommen. Es liefen Gespräche zwischen beiden Seiten, und China biete hier gute Dinge an. Zugleich sagte Trump, falls China Gegenmaßnahmen auf den Weg bringen sollte, könnten auch die USA eine noch härtere Gangart einschlagen. Bisher sei er noch milde gewesen. Der US-Präsident betonte auch: «Je länger der Handelskrieg dauert, desto schwächer wird China und desto stärker werden wir.»


Künast kritisiert Klöckner-Pläne: Tierwohl-Logo verpflichtend machen

BERLIN (dpa) - Die frühere Agrarministerin Renate Künast kritisiert die Pläne für ein freiwilliges Tierwohl-Logo und fordert eine verbindliche Kennzeichnung.

«Ein freiwilliges Label macht aus armen Schweinen keine glücklichen Sauen», sagte die Grünen-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Mit ihrem Plan für ein freiwilliges Kennzeichen stehe Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) alleine da - dabei sei auch aus Sicht der Bundesregierung ein verpflichtendes Kennzeichen möglich. Die Grünen planen im Bundestag einen Antrag für ein verpflichtendes Kennzeichen für alle tierischen Produkte, auf dem Kunden erkennen sollen, wie Tiere gehalten wurden.


Dax erobert Marke von 11.500 Punkten zurück

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag zugelegt und seinen Verlust in dieser turbulenten Handelswoche eingedämmt.

Der Dax konnte die Marke von 11.500 Punkten knapp zurückerobern und notierte zuletzt 0,86 Prozent höher bei 11.510,74 Zählern. Der MDax, der die Aktien mittelgroßer deutscher Unternehmen repräsentiert, stieg am Freitag zuletzt um 1,27 Prozent auf 24 693,16 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone rückte um rund 1 Prozent vor. Der Kurs des Euro gab weiter nach und notierte zuletzt bei 1,1076 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,1150 Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8969 Euro gekostet.

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