Nachrichten aus der Wirtschaft

Deutsche Wirtschaft schrumpft - Außenhandel bremst

WIESBADEN (dpa) - Internationale Handelskonflikte und die Abkühlung der Weltkonjunktur haben die exportorientierte deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal ausgebremst.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Daten am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Zum Jahresanfang war Europas größte Volkswirtschaft noch um 0,4 Prozent gewachsen. Gebremst wurde die Entwicklung vom Außenhandel. Die Exporte von Waren und Dienstleistungen sanken im Vergleich zum Vorquartal stärker als die Importe. Die privaten Konsumausgaben stiegen dagegen, die Unternehmen investierten mehr.


Hohe Zustimmungswerte für Nährwert-Logo Nutri-Score

BERLIN (dpa) - In der Debatte um klarere Kennzeichnungen von Zucker, Fett und Salz in Lebensmitteln hat das farbliche Logo Nutri-Score in einer Umfrage hohe Zustimmungswerte erhalten.

Als «schnell erfassbar» bewerteten es 87 Prozent, wie die am Mittwoch vorgestellte Befragung im Auftrag mehrerer Medizinverbände und der Verbraucherorganisation Foodwatch ergab. Dass das Logo die Auswahl gesunder Lebensmittel erleichtere, fanden demnach 60 Prozent zutreffend. Die Verbände forderten Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) auf, keine Zeit mehr zu verlieren und Nutri-Score schnellstmöglich einzuführen.


BGH hebt 30-Millionen-Buße gegen Rossmann wegen Preisabsprachen auf

KARLSRUHE/BURGWEDEL (dpa) - Der Bundesgerichtshof (BGH) hat ein Urteil gegen die Drogeriekette Rossmann wegen Preisabsprachen beim Kaffee aufgehoben.

Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf hatte Rossmann im Februar 2018 wegen einer «vorsätzlichen Kartellwidrigkeit» zur Zahlung von 30 Millionen Euro verurteilt. Nun muss ein anderer Kartellsenat des Düsseldorfer Gerichts die Sache komplett neu verhandeln, wie aus einem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss des BGH hervorgeht (Az. KRB 37/19). Das Urteil sei verspätet zu den Akten gelangt, hieß es zur Begründung. Anders als beantragt sei das Verfahren aber nicht wegen Verjährung einzustellen. Vor dem Düsseldorfer Urteil hatte das Bundeskartellamt Absprachen zwischen dem Kaffeeröster Melitta und fünf Handelsfirmen entdeckt.


Fisch in Deutschland wieder beliebter

HAMBURG (dpa) - Die Verbraucher in Deutschland greifen verstärkt zu Fisch und Fischprodukten.

Der Pro-Kopf-Verzehr erhöhte sich nach vorläufigen Schätzungen im vergangenen Jahr von 14,1 auf 14,4 Kilogramm, teilte das Fisch-Informationszentrum (FIZ) am Mittwoch in Hamburg mit. Damit bleibe die Wertschätzung für Fisch und Meeresfrüchte auf hohem Niveau, sagte FIZ-Vorsitzender René Stahlhofen. Mit 3,9 Milliarden Euro gaben die Haushalte mehr Geld für Fisch aus als je zuvor, eine Steigerung von 0,2 Prozent im Jahresvergleich. Im internationalen Vergleich verzehren die Verbraucher in Deutschland jedoch eher wenig Fisch und haben über die vergangenen Jahre ihr Konsumverhalten nicht wesentlich verändert.


Deutlicher Anstieg bei Zahl der Ladepunkte für E-Autos

BERLIN (dpa) - Fahrer von Elektroautos können ihren Wagen an immer mehr öffentlich zugänglichen Stationen aufladen.

Ende Juli gab es mehr als 20 500 Ladepunkte - das waren knapp 52 Prozent mehr als vor einem Jahr. Davon werden nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) 75 Prozent durch die Energiewirtschaft betrieben. «Der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur hält mit dem aktuellen Markthochlauf von Elektroautos mit», sagte Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung, der Deutschen Presse-Agentur. Auch im ländlichen Raum gebe es zunehmend Ladepunkte.


RWE profitiert von starkem Energiehandel

ESSEN (dpa) - Der Energiekonzern RWE hat dank eines starken Energiehandelsgeschäfts im ersten Halbjahr mehr Gewinn gemacht.

Das bereinigte Nettoergebnis für «RWE-Stand-Alone» erreichte 914 Millionen Euro nach 683 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2018, wie das Unternehmen am Mittwoch in Essen mitteilte. Aufgrund der bevorstehenden Neuaufstellung hat RWE für dieses Halbjahr Zahlen gemäß der zukünftigen Struktur («Stand Alone») vorgelegt. RWE steht vor einem großen Umbruch seines Geschäftsmodells. Der Konzern will das Netz- und Vertriebsgeschäft seiner bisherigen Tochter Innogy an den Konkurrenten Eon abgeben. Im Gegenzug sollen alle erneuerbaren Energien von Eon und Innogy an RWE gehen.


Eurokurs gibt nach - Franken und Yen gefragt

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Der Eurokurs hat am Mittwoch in einem trüben Marktumfeld spürbar nachgegeben.

Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1140 US-Dollar und damit einen halben Cent weniger als im Tageshoch. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1188 (Dienstag: 1,1222) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8938 (0,8911) Euro. Gefragt waren vor allem als sicher geltende Währungen. Es profitierten neben dem US-Dollar der Schweizer Franken und der japanische Yen. In diese Währungen ziehen sich Anleger oft zurück, wenn es an den Finanzmärkten ungemütlich wird. Für schlechte Stimmung sorgten schwache Konjunkturdaten aus China und Deutschland. Die an den Märkten ohnehin um sich greifende Rezessionsangst stieg so.


EU-Kommission: Schutzzölle auf Stahlprodukte wirksam

BRÜSSEL (dpa) - Die EU-Kommission sieht die wegen der US-Handelspolitik auf Stahlimporte aus anderen Ländern verhängten Sonderabgaben als Erfolg an.

Die Maßnahmen hätten im ersten Jahr im Großen und Ganzen gut funktioniert, erklärte die Brüsseler Behörde am Mittwoch. Einige Anpassungen seien aber vorgesehen. Die Europäische Union sah sich mit erhöhten Stahlimporten aus anderen Ländern konfrontiert, nachdem US-Präsident Donald Trump im vergangenen Jahr Sonderzölle auf ausländische Stahlprodukte eingeführt hatte. Die EU führte daraufhin im Juli 2018 vorläufige Zusatzzölle von 25 Prozent auf mehr als 20 Arten von Stahlerzeugnissen ein, die wegen der US-Zölle zusätzlich in die EU umgelenkt wurden, etwa aus Ländern wie China. Die Maßnahmen wurden im Februar 2019 für dauerhaft erklärt, nun schlug die EU-Kommission der Welthandelsorganisation (WTO) noch leichte Anpassungen vor, um sie effektiver zu machen. Dazu gehört unter anderem, die Liste der Produkte aus Entwicklungsländern, die von diesen Sonderabgaben ausgenommen sind, zu aktualisieren.


Anleger verlieren ihren Börsen-Optimismus schon wieder

NEW YORK (dpa) - Nach kurzer Vortagshoffnung im Handelskrieg zwischen den USA und China ist es am Mittwoch mit der Erholung an der Wall Street schon wieder vorbei.

Der Dow Jones Industrial fiel binnen der ersten halben Handelsstunde um 1,50 Prozent auf 25 886,57 Punkte. Damit revidierte der weltweit vielbeachtete Leitindex die Vortagsgewinne wieder, er kehrte auf das reduzierte Niveau vom Montag zurück. Angesichts drohender Preissteigerungen vor dem Weihnachtsgeschäft hatte die US-Regierung eine Verschiebung neuer Strafzölle auf Elektronikgeräte und andere Importe aus China angekündigt, doch viele Börsianer bleiben nach den Erfahrungen der vergangenen Monate skeptisch. «Wenn man sich anschaut, wie die letzten Gespräche gelaufen sind, dann gibt es wenig Anlass für Optimismus», sagte Analyst Craig Erlam vom britischen Broker Oanda. Letztlich hänge alles davon ab, wann im Handelskrieg die Schmerzgrenzen der beiden Kontrahenten erreicht seien. Im Gleichschritt mit dem Dow ging es auch für die übrigen bedeutenden US-Index postwendend wieder bergab. Der marktbreit aufgestellte S&P 500 fiel um 1,48 Prozent auf 2882,97 Punkte und der technologieorientierte Nasdaq 100-Index verlor 1,61 Prozent auf 7603,72 Zähler.


Dax fällt deutlich auf tiefsten Stand seit März

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Das nahezu tägliche Hin und Her im globalen Handelsstreit hat den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch erheblich belastet.

Noch am Vortag hatte sich die hiesige Börse erholt, nachdem die USA die Einführung von Strafzöllen auf bestimmte chinesische Waren um einige Monate verschoben hatten. Die Stimmung trübten nun auch schwache Konjunkturdaten aus China, wo die Produktion im Industriesektor im Juli auch wegen der Folgen des Handelsdisputs mit den USA so langsam gestiegen war wie seit 2002 nicht mehr. Der Dax bröckelte nach einer stabilen Eröffnung im Handelsverlauf stetig ab und fiel am Nachmittag unter die als Trendindikator geltende 200-Tage-Linie auf den tiefsten Stand seit Ende März. Zuletzt notierte der Leitindex 2,03 Prozent tiefer bei 11 511,42 Punkten. Der MDax, der die Aktien mittelgroßer deutscher Unternehmen repräsentiert, sank um 1,86 Prozent auf 24 794,73 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone büßte rund 1,9 Prozent ein.

VW liefert im Juli weniger Fahrzeuge seiner Kernmarke aus

WOLFSBURG (dpa) - Der Autobauer Volkswagen hat im Juli trotz eines Zuwachses im wichtigen chinesischen Markt insgesamt weniger Fahrzeuge ausgeliefert.

Im abgelaufenen Monat verkaufte die Kernmarke VW weltweit 489 000 Fahrzeuge und damit 3,3 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, wie der Dax-Konzern am Mittwoch in Wolfsburg mitteilte. Ein Wachstum der Auslieferungen in China um 2 Prozent auf 228 000 Stück konnte die Rückgänge in Europa nicht kompensieren. Auf Jahressicht liegt VW nach sieben Monaten mit knapp 3,49 Millionen ausgelieferten Fahrzeugen 3,8 Prozent unter dem Vorjahreswert.

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