Nachrichten aus der Wirtschaft

Neuer BMW-Chef für klare Ansagen in stürmischen Zeiten

MÜNCHEN (dpa) - Tesla, Jaguar, Audi und Mercedes sind mit attraktiven E-Autos auf dem Markt, BMW fährt hinterher - diesen Vorwurf müssen sich die Münchner Autobauer inzwischen oft anhören.

In vier Wochen übernimmt der bisherige BMW-Produktionschef Oliver Zipse die Führung des Konzerns. «Zusätzliche Impulse bei der Gestaltung der Mobilität der Zukunft» lautet der Auftrag, den ihm Aufsichtsratschef Norbert Reithofer bei seiner Berufung am Donnerstag mit auf den Weg gab. Auch Aktionäre drängen. «BMW muss mehr Elektro-Modelle anbieten. Es kann doch nicht sein, dass Tesla BMW die Kunden wegschnappt», sagt Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.


737-Max-Debakel belastet Boeing-Bilanz mit 4,9 Milliarden Dollar

CHICAGO (dpa) - Die Krise um die nach zwei Abstürzen mit Flugverboten belegte Baureihe 737 Max vermasselt dem US-Luftfahrtriesen Boeing die Bilanz.

Im zweiten Quartal werde eine zusätzliche Belastung in Höhe von 4,9 Milliarden Dollar (4,4 Mrd Euro) nach Steuern anfallen, teilte das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit. Damit dürfte der Airbus-Konkurrent tief in die roten Zahlen geraten. Laut Boeing soll das Geld für potenzielle Entschädigungen von Fluggesellschaften verwendet werden, die wegen des Ausfalls der 737 Max von Betriebsstörungen und Auslieferungsverzögerungen betroffen sind. Der Konzern will die Sonderkosten zwar komplett im zweiten Quartal verbuchen, mögliche Kompensationen an Airlines sollen aber erst über mehrere Jahre und in verschiedenen Formen erfolgen.


Nach Flugchaos-Sommer sinkt Zahl der Schlichtungsfälle allmählich

BERLIN (dpa) - Nach dem chaotischen Flug-Sommer im vergangenen Jahr geht die Zahl der Konflikte zwischen Verbrauchern und Verkehrsunternehmen allmählich zurück.

Vor der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr landeten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres knapp 11 900 Fälle, wie aus dem Halbjahresbericht hervorgeht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Das waren zwar 24 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, «jedoch ist eine abnehmende Tendenz zu verzeichnen», heißt es in dem Bericht. Das liege vor allem daran, dass sich die chaotische Situation im Luftverkehr allmählich beruhige. Im vergangenen Sommer hatten Kapazitätsengpässe zu massiven Verspätungen und zahlreichen Flugausfällen geführt.


Der Druck wächst - Bei Lebensversicherungen droht wieder Zinsrückgang

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Lebensversicherungskunden müssen sich nach einer kleinen Pause auf eine Fortsetzung der Zinstalfahrt einstellen.

«Das jetzige Zinsniveau an den Kapitalmärkten erhöht den Druck auf die Unternehmen», sagte der Vorsitzende der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV), Guido Bader. Zuletzt war der langjährige Sinkflug bei Lebens- und Rentenversicherungen weitgehend zum Stillstand gekommen. Viele Assekuranzen hielten die laufende Verzinsung des Altersvorsorgeklassikers für 2019 stabil, manche erhöhten sie sogar. Ein Grund war die veränderte Berechnung des Kapitalpuffers, den Versicherer seit 2011 schaffen müssen, um die hohen Garantie-Versprechen der Vergangenheit in der Zinsflaute abzusichern. Dieses Geld kann nicht an Kunden ausgeschüttet werden.


Gericht: Zwei Milliarden Dollar Glyphosat-Strafe für Bayer zu hoch

OAKLAND (dpa) - Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer kann in einem weiteren Prozess um Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter mit einer Senkung der Strafe rechnen.

Ein Gericht in Oakland teilte am Donnerstag (Ortszeit) mit, dass die insgesamt rund 2 Milliarden US-Dollar (1,8 Mrd Euro), die eine Geschworenen-Jury dem Rentnerpaar Alva und Alberta Pilliod zugesprochen hatte, über den verfassungsrechtlich angemessenen Rahmen hinausgehe. Der Anteil des Strafschadenersatzes soll nach Einschätzung des Gerichts auf maximal das Vierfache des eigentlichen Schadenersatzes von 50 Millionen Dollar reduziert werden.


Ex-Automanager Ghosn reicht Klage gegen Nissan und Mitsubishi ein

PARIS (dpa) - Der frühere Renault-Spitzenmanager Carlos Ghosn hat in den Niederlanden Klage gegen Nissan und Mitsubishi eingereicht.

Eine Sprecherin Ghosns in Paris bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht der französischen Zeitung «Le Figaro». Demnach wirft Ghosn Nissan und Mitsubishi eine missbräuchliche Beendigung seines Arbeitsvertrags als Mitarbeiter der NMBV vor. Dabei handelt es sich um eine Tochter der beiden japanischen Autobauer mit Sitz in den Niederlanden. «Le Figaro» zufolge fordert Ghosn 15 Millionen Euro Schadenersatz. Die Anwälte des 65-Jährigen argumentieren demnach, dass Ghosn sein Amt beim Gemeinschaftsunternehmen von Renault und Nissan (RNBV) niedergelegt habe.


Insolventer Erotik-Händler Beate Uhse steht zum Verkauf

FLENSBURG (dpa) - Der insolvente Erotik-Händler Beate Uhse steht nach einem erfolglosen Sanierungsversuch durch einen Investor zum Verkauf.

«Aufgrund verschiedener Nachfragen betreffend die Fortführung der Shops in Deutschland habe ich mich dazu entschlossen, die geeigneten Nachfolger bzw. Erwerber über einen geordneten Auswahlprozess zu ermitteln», teile der vorläufige Insolvenzverwalter Sven-Holger Undritz am Freitag in Hamburg mit. Weitere Informationen gab es zunächst nicht. Die Muttergesellschaft be you Gmbh sowie drei Tochterunternehmen hatten vor zehn Tagen beim Amtsgericht Flensburg einen Insolvenzantrag gestellt, nachdem die Gehälter für die noch 70 Angestellten nicht mehr regelmäßig gezahlt worden waren.


Dax gibt Gewinne fast komplett ab

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Nach einem soliden Tagesauftakt sind die Gewinne im Dax am Freitagnachmittag fast komplett verschwunden.

Der Leitindex stand zuletzt mit 12 243,93 Punkten bei 0,13 Prozent noch leicht im Plus. Der Index für mittelgroße Werte MDax legte mit 25 843,40 Punkten um 0,41 Prozent zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 bewegte sich mit minus 0,01 Prozent so gut wie nicht vom Fleck. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,36 Prozent auf minus 0,37 Prozent. Der Euro war zuletzt auf 1,1223 US-Dollar gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,1216 (Mittwoch: 1,1215) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8916 Euro gekostet.

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