Nachrichten aus der Wirtschaft

Keine Entspannung bei Bayer trotz reduzierter Glyphosat-Strafe

SAN FRANCISCO/LEVERKUSEN (dpa) - Eine geringere Strafe für Bayer in einem Glyphosat-Prozess in den USA lässt die Leverkusener nur bedingt aufatmen.

Zwar reduzierte ein US-Richter den von Geschworenen geforderten Schadenersatz am Montag (Ortszeit) um rund 55 Millionen US-Dollar auf etwas mehr als 25 Millionen Dollar (rund 22,2 Mio Euro). Am grundsätzlichen Problem für Bayer ändert das aber wenig. Bayer und der 2018 von dem Dax-Konzern gekaufte Saatgutriese Monsanto sind in den USA weiterhin mit mehr als 13 400 Klagen wegen möglicher Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter konfrontiert. Und die aktuelle Entscheidung des Richters Vince Chhabria wird die Kläger und ihre Anwälte kaum entmutigen.


Erstes 5G-Netz in Deutschland gestartet - noch geringe Abdeckung

DÜSSELDORF (dpa) - Als erstes deutsches Telekommunikationsunternehmen hat Vodafone ein kommerzielles 5G-Netz gestartet.

Die Firma aktivierte am Dienstagmorgen 25 Antennenstandorte in Düsseldorf, Köln, Dortmund und anderen Städten und Gemeinden. Das 5G-Netz von Vodafone ist noch sehr beschränkt, bundesweit hat das Unternehmen insgesamt rund 25.000 Mobilfunkstationen mit allen verschiedenen Standards, darunter 4G (LTE). Im August soll die Zahl der Stationen mit 5G auf mehr als 50 klettern. «Wir starten als Erste in Deutschland 5G», freute sich Vodafone-Deutschlandchef Hannes Ametsreiter. Der Technikchef des Unternehmens, Gerhard Mack, sagte, dass man Zeit brauche für eine umfassende Abdeckung: «Dieses Jahr wollen wir noch üben und Erfahrungen sammeln.» 2020 nehme der Ausbau dann Fahrt auf, mehrere tausend 5G-Stationen sollen gebaut werden.


Finanzministerium warnt vor Facebook-Währung Libra

BERLIN (dpa) - Das Bundesfinanzministerium hat Bedenken gegen die digitale Währung Libra des Internetriesen Facebook.

«Die Herausgabe einer Währung gehört nicht in die Hände eines Privatunternehmens, denn sie ist ein Kernelement staatlicher Souveränität», erklärte Finanzminister Olaf Scholz (SPD) am Dienstag. «Der Euro ist und bleibt das einzige gesetzliche Zahlungsmittel im Euro-Raum.» Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung unter Berufung auf ein internes Papier des Ministeriums berichtet, Bundesregierung und Bundesbank wollten prüfen, wie eine Etablierung der Libra als Alternative zu staatlichen Währungen verhindert werden könne. In Regierungskreisen wird die Kryptowährung als klare Herausforderung nicht zuletzt für die Notenbanken gesehen.


Rekordverdächtig kurze Bieterschlacht - Osram wehrt Bewerber ab

MÜNCHEN/BONN (dpa) - Der zum Verkauf stehende Beleuchtungshersteller Osram hat einen unwillkommenen Bewerber aus Österreich innerhalb kürzester Zeit abgewehrt.

Nach der ausgebliebenen Bieterschlacht wollen nun die zwei US-Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle die Übernahme des über 110 Jahre alten Münchner Unternehmens nach Plan weiter verfolgen. Die Angebotsunterlagen seien bereits bei der Bafin eingereicht worden, sagte am Dienstag ein Sprecher der zwei Geldhäuser, die Osram kaufen und von der Börse nehmen wollen. Die Investoren wollen 35 Euro je Aktie bieten, was einem Gesamtpreis von knapp 3,4 Milliarden Euro entspricht. In der Nacht hatte der österreichische Chip- und Sensorhersteller AMS nach nur wenigen Stunden den Versuch aufgegeben, Bain Capital und Carlyle mit einem um 300 Millionen Euro höheren Angebot zu übertrumpfen.


Benetton-Konzern soll bei Alitalia-Rettung helfen

ROM (dpa) - Der italienische Infrastrukturkonzern Atlantia, der von der Familie Benetton kontrolliert wird, soll bei der Rettung der kriselnden Fluglinie Alitalia helfen.

Die staatliche Eisenbahngesellschaft Ferrovie dello Stato (FS) wählte das Unternehmen als Mitinvestor aus. Daneben seien die US-Fluglinie Delta Air Lines und das Finanzministerium in Rom an der Operation beteiligt, teilte FS am Montagabend mit. Größter Anteilseigner der Fluglinie, die bereits vor mehr als zwei Jahren insolvent gegangen ist, soll der italienische Staat bleiben. Atlantia war letztes Jahr in die Schlagzeilen geraten, weil der Konzern den Autobahnbetreiber Autostrade per l'Italia kontrolliert, der für den Brückeneinsturz von Genua mit 43 Toten verantwortlich gemacht wird. Vor allem die mitregierende Fünf-Sterne-Bewegung sieht die Schuld für den Einsturz bei der Benetton-Familie.


Rettung für Gerry Weber: Finanzinvestoren übernehmen Modehersteller

HALLE/WESTFALEN (dpa) - Der seit Monaten ums Überleben kämpfende Modehersteller Gerry Weber hat wieder eine Zukunftsperspektive.

Die Finanzinvestoren Robus Capital Management und Whitebox Advisors erklärten sich bereit, dem angeschlagenen Unternehmen eine Finanzspitze in Höhe von bis zu 49,2 Millionen Euro zu geben, wie das Unternehmen am späten Montagabend mitteilte. Damit soll es dem Mode-Imperium aus der westfälischen Provinz möglich werden, bereit im Spätherbst das Insolvenzverfahren hinter sich zu lassen. Der Gerry-Weber-Generalbevollmächtigte Christian Gerloff betonte am Dienstag, dies sei «der entscheidende Schritt in der Sanierung».


Nur moderate Gewinne am deutschen Aktienmarkt

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt tut sich nach dem freundlichen Wochenauftakt mit weiteren Gewinnen schwer.

Am Nachmittag schaffte der Dax immerhin ein Plus von 0,33 Prozent auf 12.428,65 Punkte. Damit knüpfte er zwar an seine Vortagesgewinne, mit denen er eine sechstägige Schwächephase beendet hatte. Von neuen Höchstständen ist der hiesige Leitindex - anders als die rekordhungrige Wall Street - aber noch weit entfernt. Noch bescheidener entwickelte sich zuletzt der MDax der mittelgroßen Unternehmen mit einem Kursanstieg von 0,05 Prozent auf 26.005,64 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte zuletzt um 0,48 Prozent auf 3519,06 Punkte vor. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,30 Prozent am Vortag auf minus 0,33 Prozent. Der Euro sank zuletzt auf 1,1216 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,1269 Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8874 Euro gekostet.

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