Nachrichten aus der Wirtschaft

Einwegbecher für Kaffee und Co. - ein Umweltproblem «to go»

BERLIN (dpa) - Kaufen, austrinken, wegwerfen: Der schnelle Kaffee auf die Hand ist aus dem Stadtleben gar nicht mehr wegzudenken.

Er ist aber auch ein Problem, wenn er aus den üblichen Pappbechern mit Plastik-Beschichtung getrunken wird, im schlimmsten Fall auch noch mit Plastikdeckel. Bundesumweltministerin Svenja Schulze will daher die Hersteller von Einwegbechern zur Kasse bitten und den Handel dazu bringen, Mehrweg-Alternativen zum Standard zu machen. Denkbar sei ein Fonds, in den sie einzahlen und der den Kommunen das teure Aufsammeln der herumliegenden Becher mitfinanziert, sagte die SPD-Politikerin am Dienstag in Berlin. Anlass war eine neue Studie des Umweltbundesamts (UBA), die sich mit Umweltfolgen der Einwegbecher-Schwemme beschäftigt - und darauf schaut, ob und wann Alternativen sinnvoll sind.


Nach Urteil zur Arbeitszeit: Altmaier will nicht zurück zur Stechuhr

BERLIN (dpa) - Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs zur Arbeitszeiterfassung vor zusätzlicher Bürokratie für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gewarnt.

«Das Urteil weist in die falsche Richtung», sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Berlin. «Es ist der falsche Weg, die Stechuhr wieder überall einzuführen.» Es gebe in Deutschland nach derzeitiger Rechtslage bereits ein umfassendes Dokumentationssystem, mit dem die tägliche Arbeitszeit gemessen werden könne. Das Wirtschaftsministerium werde das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) genau prüfen und ein Rechtsgutachten vergeben, um festzustellen, ob es überhaupt Handlungsbedarf gebe. «Wir wollen und müssen die Interessen der Arbeitnehmer schützen, aber wir dürfen keine überbordende Bürokratie schaffen.»


Deutsche Industrie will zum Mond - Mehr Geld für Raumfahrt gefordert

BERLIN (dpa) - Die deutsche Industrie hat die Bundesregierung aufgefordert, deutlich mehr Geld für die Raumfahrt auszugeben.

Raumfahrt sei für die Industrie im digitalen Zeitalter von zentraler Bedeutung und Schlüssel für Zukunftstechnologien wie autonomes Fahren, heißt es in einem am Dienstag vorgelegten Grundsatzpapier des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Die Stärke Deutschlands als eine der führenden Industrienationen weltweit spiegele sich aber nicht in den Raumfahrtausgaben wider. Deutschland liege im internationalen Vergleich lediglich auf Rang neun. Raumfahrt sei ein «Motor für Innovationen». Angesichts der steigenden Bedeutung der Raumfahrt für die moderne digitale Wirtschaft sei es dringend erforderlich, das nationale Raumfahrtbudget in Deutschland deutlich aufzustocken, heißt es in dem Papier.


Neue Preisstrategie soll Media Markt und Saturn voran bringen

DÜSSELDORF (dpa) - Eine neue Preisstrategie soll dem kriselnden Elektronikhändler Ceconomy mit den Tochterunternehmen Media Markt und Saturn neuen Schwung geben.

Ceconomy-Finanzvorstand Karin Sonnenmoser kündigte am Dienstag an, ab dem Sommer werde der Handelsriese in Deutschland eine auf Datenanalyse und künstliche Intelligenz gestützte, zentrale Preisgestaltung einführen. «So wollen wir unseren Wettbewerbern stets einen Schritt voraus sein», sagte die Managerin. Der Hintergrund: Media Markt und Saturn haben mit der Konkurrenz durch Online-Händler schwer zu kämpfen. Die durch den Online-Handel entstandene Preistransparenz hat die einst üppigen Gewinne der Handelsketten, die über Jahre hinweg mit Werbespots wie «Geiz ist geil» die Branche dominierten, dahinschmelzen lassen. Der neue Ceconomy-Chef, Jörn Werner, hat dem Konzern deshalb ein Kosten- und Effizienzsteigerungsprogramm verordnet.


90 Tage Aufschub für Huawei bei Google-Sperre

WASHINGTON/PEKING (dpa) - Nutzer von Huawei-Smartphones müssen sich zumindest bis Mitte August keine Gedanken über Software-Updates und Google-Apps machen.

Die US-Regierung lockerte die erst vergangene Woche verfügten strengen Maßnahmen gegen den chinesischen Konzern. Für zunächst 90 Tage sind nun einige Geschäfte mit Huawei erlaubt. Dabei geht es vor allem um die Versorgung bereits ausgelieferter Smartphones sowie den Betrieb von Mobilfunk-Netzwerken mit Huawei-Technik. Für Nutzer von Huawei-Smartphones bedeutet der Schritt unter anderem, dass Google in den kommenden drei Monaten die Telefone weiterhin in vollem Umfang mit Updates und Apps versorgen kann. Für die Verwendung von US-Technologie in neuen Produkten gilt die Lockerung allerdings nicht. Damit könnte Huawei künftige Smartphone-Modelle nach wie vor nicht mehr mit vorinstallierten Google-Diensten verkaufen. Huawei ist ein führender Ausrüster von Mobilfunk-Netzen unter anderem in Europa und der zweitgrößte Smartphone-Anbieter der Welt.


Entspannungssignale im Handelskonflikt stützen Dax-Erholung

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Entspannungssignale im internationalen Handelsstreit haben dem deutschen Aktienmarkt am Dienstag eine Erholung ermöglicht.

Der Dax machte einen Teil seiner kräftigen Vortagesverluste wett und rückte bis zum Nachmittag um 1,00 Prozent auf 12.161,79 Punkte vor. Der MDax gewann 0,33 Prozent auf 25.567,10 Zähler. Tags zuvor hatte die Ankündigung von US-Sanktionen gegen den chinesischen Smartphone-Hersteller Huawei vor allem die Chipbranche deutlich unter Druck gebracht. Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei minus 0,15 Prozent. Der Euro gab moderat nach und kostete am Nachmittag 1,1155 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,1167 Dollar festgesetzt.

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