Nachrichten aus der Wirtschaft

Bundesverwaltungsgericht urteilt nächste Woche zum Kükentöten

LEIPZIG (dpa) - Zur heftig kritisierten Praxis des Kükentötens in der Legehennenzucht will das Bundesverwaltungsgericht am kommenden Donnerstag (23.5.) ein Urteil verkünden.

Das sagte die Vorsitzende Richterin Renate Philipp bei der Verhandlung am Donnerstag in Leipzig. (Az.: BVerwG 3 C 28.16 und 3 C 29.16) Das oberste deutsche Verwaltungsgericht muss grundsätzlich klären, ob das Töten männlicher Küken mit dem Tierschutzgesetz vereinbar ist. Jährlich werden laut Bundesagrarministerium rund 45 Millionen dieser Eintagesküken nach dem Schlüpfen getötet. Das Land Nordrhein-Westfalen hatte die Praxis 2013 per Erlass stoppen wollen. Zwei Brütereien klagten dagegen und setzten sich in den Vorinstanzen durch.


EU-Wettbewerbshüter verhängen Milliardenstrafe gegen Großbanken

BRÜSSEL (dpa) - Die EU-Wettbewerbshüter haben eine Milliardenstrafe wegen unerlaubter Kartellabsprachen gegen fünf Großbanken verhängt.

JPMorgan, Barclays, RBS, Citigroup und Mitsubishi UFG müssten insgesamt 1,07 Milliarden Euro zahlen, teilte die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mit. Die Behörde sah es als erwiesen an, dass Währungshändler für die Banken sensible Informationen und Handelsabsichten austauschten und ihre Strategien von Zeit zu Zeit über Internet-Chats koordinierten. Dabei ging es um Umtauschgeschäfte unter anderem in Euro, US-Dollar und Schweizer Franken.


Minister: Trump hat mehrere Optionen bei Autozöllen

WASHINGTON (dpa) - US-Handelsminister Wilbur Ross hat sich nicht klar dazu geäußert, ob Präsident Donald Trump die Entscheidung über die Autozölle verschieben wird.

Trump habe «eine Reihe von Optionen», über die er bis Samstag entscheiden werde, sagte Ross am Donnerstag in einem Interview des Senders Fox Business. Trump könne sich dazu entscheiden, die Zölle gegen alle Länder zu verhängen oder nur gegen bestimmte, oder er könne sich entscheiden, den Verhandlungen mehr Zeit zu geben, fügte der Minister hinzu. Das US-Handelsministerium hatte dem Weißen Haus Mitte Februar einen Bericht zu einer Untersuchung vorgelegt, ob Autoimporte eine Gefahr für die Nationale Sicherheit der USA darstellen.

BMW-Aktionäre watschen Konzernführung ab

MÜNCHEN (dpa) - BMW-Chef Harald Krüger hat vor der Entscheidung über eine Verlängerung seines Vertrages ein schlechtes Zeugnis von den Aktionären bekommen.

Auf der Hauptversammlung am Donnerstag in München hagelte es Kritik. Kartellstrafe, Gewinneinbruch, Kursverlust und Dividendenkürzung: «Von BMW kommen derzeit nur Hiobsbotschaften», sagte Janne Werning von Union Investment, der Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken. Die Vizepräsidentin der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW), Daniela Bergdolt, sagte: «Ich bin nicht zufrieden mit BMW!» Viele Probleme seien hausgemacht, BMW habe die Zeichen der Zeit zu spät erkannt. Sie erwarte von BMW eine Strategie, »die Tesla vom Tisch bläst». Der US-Rivale gilt als Elektroautopionier und wächst mit seinem ersten Massenmarktmodell Model 3 derzeit stark.


Immobilienkonzern Vonovia gibt älteren Mietern Wohngarantie

BOCHUM (dpa) - Deutschland größter Immobilienkonzern Vonovia reagiert mit einer Wohngarantie für ältere Mieter auf die wachsende Kritik an der Branche.

«Wir geben Mietern ab 70 die Garantie, dass sie ihre Wohnungen nicht verlassen müssen», sagte Vorstandschef Rolf Buch den Nachrichtenagenturen dpa-afx und dpa vor der Hauptversammlung am Donnerstag in Bochum. Vonovia sichere ihnen zu, «dass ihre Wohnung bei Veränderung der ortsüblichen Vergleichsmiete bezahlbar bleibt». Mieterorganisationen hatten beklagt, dass viele Rentner sich die steigenden Mieten für ihre Wohnungen kaum noch leisten könnten. Nach Mieterprotesten war der Dax-Konzern bereits im vergangenen Jahr bei der Wohnungsmodernisierung auf die Bremse getreten. Durch Sanierungen soll es keine Mietaufschläge von mehr als zwei Euro je Quadratmeter geben.


Fünfsitziges Elektro-Flugtaxi schafft Jungfernflug

MÜNCHEN (dpa) - Das fünfsitzige elektrische Flugtaxi Lilium Jet hat in Oberpfaffenhofen bei München seinen Jungfernflug erfolgreich absolviert.

Firmengründer Daniel Wiegand sagte der Deutschen Presse-Agentur, der anderthalb Tonnen schwere Prototyp sei senkrecht gestartet und auf der Stelle geschwebt. Als nächstes «werden wir Manöver fliegen und in den Vorwärtsflug übergehen», sagte Wiegand. Von 2025 an sollen die Flugtaxis in mindestens zwei Städten im kommerziellen Alltagsbetrieb fliegen. Das Flugzeug mit 36 elektrischen Jetmotoren in den Tragflächen sei leise und werde mit 300 Stundenkilometern eine Stunde lang fliegen können.


Mehr Beschwerden über die Post - Viele Bußgelder wegen Telefonwerbung

BONN (dpa) - Immer mehr Bürger beschweren sich bei der Bundesnetzagentur über Mängel bei der Postzustellung.

Die Zahl der Beschwerden im Postbereich habe sich 2018 im Vergleich zum Vorjahr auf über 12 500 mehr als verdoppelt, berichtete der Präsident der Netzagentur, Jochen Homann, am Donnerstag in Bonn. Die Beschwerden hätten sich in den meisten Fällen gegen regional auftretende Zustellmängel gerichtet. Im Vergleich zur Menge der täglich verschickten Briefe sei die Zahl der Beschwerden allerdings gering. Insbesondere die Deutsche Post scheine nicht in der Lage gewesen zu sein, versprochene Leistungen kontinuierlich sicherzustellen, kritisierte Homann. Die Netzagentur erwarte nach Ankündigungen der Post «deutliche Verbesserungen».


Netzagentur sieht 5G-Aufbau durch hohe Gebote nicht gefährdet

BONN (dpa) - Die hohen Preise bei der Versteigerung der 5G-Frequenzen werden nach Einschätzung der Bundesnetzagentur den Aufbau des ultraschnellen Mobilfunknetzes nicht beeinträchtigen.

Der Präsident der Netzagentur, Jochen Homann, teilt diese Sorge «ausdrücklich nicht». Die an der Auktion beteiligten Unternehmen wüssten, «unter welchen Bedingungen sie steigern und richten sich danach aus», sagte er am Donnerstag in Bonn. Die vier teilnehmenden Firmen - die Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und Drillisch - haben bis zum Donnerstag fast 5,9 Milliarden Euro für die Frequenzen geboten. Das ist mehr als erwartet - externe Fachleute hatten nur mit 3 bis 5 Milliarden Euro gerechnet.


Erste innerstädtische Drohnen-Lieferungen in China aufgenommen

GUANGZHOU (dpa) - Die erste innerstädtische Drohnen-Lieferroute in China ist am Donnerstag in der südchinesischen Metropole Guangzhou in Betrieb genommen worden.

Zwischen zwei Landestationen bringen die unbemannten Fluggeräte vollautomatisch jeweils bis zu fünf Kilogramm schwere Kisten mit Express-Sendungen über eine acht Kilometer lange Entfernung. Kooperationspartner sind das Logistik-Joint-Venture DHL-Sinotrans und der chinesische Drohnenhersteller EHang. Es ist das erste Mal, dass ein internationales Express-Unternehmen eine solche Drohnen-Strecke in China betreibt.


Hoffnung beim Thema Autozölle treibt Dax an

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Die zuletzt milderen Töne von US-Präsident Donald Trump gegenüber dem europäischen Autosektor haben die Dax-Anleger am Donnerstag bei Laune gehalten.

Der deutsche Leitindex kletterte nach anfänglichen Verlusten bis zum Nachmittag zeitweise über die Marke von 12.200 Punkten. Zuletzt verbuchte er ein Plus von 0,63 Prozent auf 12.175,81 Punkte. Der MDax der mittelgroßen Werte legte um 0,72 Prozent auf 25.745,44 Punkte zu. Für den EuroStoxx 50 ging es um 0,43 Prozent nach oben. Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von minus 0,17 Prozent am Vortag auf minus 0,18 Prozent. Der Euro bewegte sich nur wenig und kostete zuletzt 1,1199 US-Dollar.

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