Nachrichten aus der Wirtschaft

Logo des Kaufhauses Galeria Kaufhof in Bremen. Foto: epa/Focke Strangmann
Logo des Kaufhauses Galeria Kaufhof in Bremen. Foto: epa/Focke Strangmann

Kaufhof-Sanierung wird rund 2600 Jobs kosten

ESSEN/KÖLN (dpa) - Bei der kriselnden Kaufhauskette Kaufhof sollen im Zuge der Fusion mit dem Rivalen Karstadt rund 2.600 Stellen abgebaut werden.

Das kündigte Karstadt am Freitag in Essen an. Konzernchef Stephan Fanderl betonte, in seinem derzeitigen Zustand sei der Kaufhof «langfristig nicht überlebensfähig». Rund 1.000 Vollzeitstellen sollen in den Führungs- und Verwaltungsstrukturen wegfallen, weitere 1.600 Vollzeitstellen in den Filialen, wie der Konzern mitteilte. Sanierungsbedingte Filialschließungen sind dagegen vorläufig nicht geplant. Mehrere Zeitungen hatten zuvor darüber berichtet. Der Konzern will die wichtigsten Führungs- und Verwaltungsstrukturen beider Warenhäuser künftig in der bisherigen Karstadt-Zentrale in Essen bündeln.

Gerry Weber in der Krise: Modekonzern stellt Insolvenzantrag

HAMM (dpa) - Die Filialen des Modeherstellers Gerry Weber und seiner Tochterfirmen wie Hallhuber oder Samoon gehören zum festen Inventar in deutschen Innenstädten.

Doch jetzt scheint die Zukunft des Modeimperiums aus der westfälischen Provinz in ernster Gefahr. Am Freitag stellte die Muttergesellschaft Gerry Weber International mit rund 580 Mitarbeitern beim Amtsgericht Bielefeld Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Ziel sei es, das Unternehmen zu sanieren. Betroffen von dem Insolvenzantrag ist zunächst nur die Muttergesellschaft. Für Tochtergesellschaften wie Hallhuber seien keine Anträge gestellt worden, betonte das Unternehmen. Der Geschäftsbetrieb soll in vollem Umfang weitergeführt werden. Die Finanzierung des Modeanbieters sei nach derzeitigem Stand bis ins Jahr 2020 gesichert, hieß es.

Chancen für erste Musterklage vor Gericht schwinden

STUTTGART (dpa) - Im ersten Verfahren um eine Musterfeststellungsklage in Deutschland vor dem Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart schwinden die Chancen für die Kläger.

Das Gericht hat am Freitag nicht nur die Zulässigkeit hinterfragt, sondern auch Zweifel an der Begründung der Klage geäußert. In dem Stuttgarter Verfahren geht es um Autokredit-Verträge der Mercedes-Benz-Bank. Die Schutzgemeinschaft für Bankkunden will als Kläger erreichen, dass die Widerrufsregeln in den Bankverträgen für unzulässig erklärt werden und damit auch die Fristen hinfällig sind. Dann, so hoffen Autobesitzer, könnten sie das Geschäft auch nach Jahren noch rückgängig machen und ihre Wagen zurückgeben - nicht nur, aber insbesondere inzwischen ungeliebte Diesel. Anwälte sprechen auch von einem «Widerrufs-Joker». Die Mercedes-Benz-Bank hält die Musterklage für unbegründet. Eine Entscheidung soll am 20. März fallen.

Deutlich weniger Falschgeld in Europa und in Deutschland

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Neue Sicherheitsmerkmale erschweren Geldfälschern das Handwerk.

Im vergangenen Jahr sank die Zahl der sichergestellten Euro-Blüten in Deutschland und Europa deutlich. Polizei, Handel und Banken in Europa zogen 563 000 gefälschte Banknoten aus dem Verkehr. Das waren knapp 19 Prozent weniger als im Jahr 2017, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitag in Frankfurt mitteilte. Der rechnerische Schaden lag bei rund 31,4 Millionen Euro - nach 36 Millionen Euro 2017.

Frostiger Jahresstart - Regierung will Konjunkturprognose senken

MÜNCHEN/BERLIN (dpa) - Die Sorgen um die deutsche Konjunktur werden größer: Die Bundesregierung will ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr deutlich nach unten schrauben und in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft wächst die Unruhe.

Die Regierung rechnet im neuen Jahreswirtschaftsbericht für 2019 nur noch mit einem Plus des Bruttoinlandsprodukts von 1,0 Prozent, wie es am Freitag in Koalitionskreisen hieß. Zuvor hatten das «Handelsblatt» und «Der Spiegel» darüber berichtet. In ihrer Herbstprognose war die Regierung noch von einem Plus von 1,8 Prozent ausgegangen.

Ex-Flughafenchef Mühlenfeld: Tegel muss in Betrieb bleiben

BERLIN (dpa) - Der frühere Berliner Flughafenchef Karsten Mühlenfeld hat sich dafür ausgesprochen, den Flughafen Tegel parallel zum künftigen Hauptstadt-Airport BER in Betrieb zu lassen.

«Die zwei Startbahnen am BER geben die Kapazität niemals her, die in Berlin nötig ist», sagte Mühlenfeld am Freitag im Abgeordnetenhaus. «Man braucht in Berlin auch eine dritte Startbahn und was bietet sich da mehr an, als eine Startbahn in Tegel offen zu halten?» Beschlossen ist, dass Tegel spätestens ein halbes Jahr nach der für Oktober 2020 geplanten Eröffnung des neuen Flughafens in Schönefeld schließt. Die Probleme auf der Baustelle beschäftigten am Freitag den Aufsichtsrat.

Bundesnetzagentur bestätigt vier Anträge für 5G-Auktion

BONN (dpa) - Bei der Versteigerung von Frequenzblöcken für das ultraschnelle mobile Internet 5G treten die drei Branchengrößen und ein Neueinsteiger gegeneinander an.

Am Freitagnachmittag lief die Anmeldefrist für die Firmen ab, um bei der Auktion im Frühjahr mitzumachen. Es seien vier Anträge auf Teilnahme an der Versteigerung eingegangen, bestätigte die Bundesnetzagentur. Die Auktion soll in der zweiten Märzhälfte stattfinden. Bei den Antragstellern handelt es sich um die drei bisherigen Netzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica sowie um den aufstrebenden Mobilfunk-Discounter 1&1-Drillisch, der noch kein eigenes Netz hat.

Dax sammelt vor dem Wochenende neue Kraft

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Am deutschen Aktienmarkt zeichnet sich ein starker Wochenausklang ab: Die Hoffnung auf einen geordneten Brexit hat am Freitag den Dax auf den höchsten Stand seit Anfang Dezember geschoben.

Der deutsche Leitindex stieg bis zum Nachmittag um 1,61 Prozent auf 11.308,93 Punkte. Auf Wochensicht steuert der Dax aktuell auf ein Plus von knapp einem Prozent zu. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen legte am Freitag um 1,21 Prozent auf 23.858,18 zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte ebenfalls um 1,2 Prozent vor. Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,07 Prozent am Donnerstag auf 0,05 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,07 Prozent auf 142,21 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,13 Prozent auf 165,23 Punkte. Der Euro erholte sich am Freitag etwas von seinen Vortagesverlusten. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,1348 US-Dollar.

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