Nachrichten aus der Wirtschaft

Foto: epa/Stephanie Lecocq
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Autobauer Ford will Tausende Jobs in Europa streichen

KÖLN (dpa) - Wegen schlechter Geschäfte in Europa stellt sich der Autobauer Ford neu auf und will dabei Tausende Jobs streichen.

Von den rund 50.000 Arbeitsplätzen werde «eine beträchtliche Anzahl» wegfallen, sagte Ford-Europachef Steven Armstrong am Donnerstag in Köln. In Deutschland arbeiten für Ford circa 24.000 Menschen, der Großteil davon in Köln. Wie viele Arbeitsplätze in der Domstadt wegfallen, wollte der Manager nicht sagen. Man führe noch Gespräche mit der Arbeitnehmerseite zu den einzelnen Standorten, sagte er. Bis spätestens Mitte 2019 sollen Einzelheiten feststehen. Bereits Ende 2018 hatte Ford die Schließung eines kleinen Getriebe-Werks im französischen Bordeaux sowie Einschnitte für sein Werk im saarländischen Saarlouis angekündigt.

Warnstreik an drei großen Flughäfen trifft Zehntausende Reisende

DÜSSELDORF/KÖLN (dpa) - Ein Warnstreik an drei großen deutschen Airports hat zu Hunderten Flugausfällen geführt.

Die meisten Sicherheitsleute an den Standorten Düsseldorf, Köln/Bonn und Stuttgart folgten am Donnerstag dem Aufruf der Gewerkschaft Verdi zu einer ganztägigen Arbeitsniederlegung. Damit untermauerten sie ihre Forderung nach einer deutlich besseren Bezahlung. Mehr als 600 Starts und Landungen fielen aus - in Düsseldorf waren es 370 von 580, in Köln/Bonn 131 von 199 und in Stuttgart 142 von 275. Verdi zeigte sich zufrieden - die Beteiligung an der Arbeitsniederlegung sei sehr hoch gewesen. Ursprünglich waren an den drei Airports am Donnerstag insgesamt rund 110.000 Passagiere erwartet worden - viele von ihnen hatten sich aber vorab informiert und den Weg zum Flieger gar nicht erst angetreten.

Jeder vierte Fernzug im Jahr 2018 zu spät

BERLIN (dpa) - Staus auf dem Schienennetz, Mängel bei den Fahrzeugen: Die Fahrgäste der Deutschen Bahn mussten 2018 häufiger auf unpünktliche Bahnen warten.

Jeder vierte Fernzug der Deutschen Bahn ist im vergangenen Jahr verspätet gewesen. Im Jahresdurchschnitt erreichten 74,9 Prozent der ICE, Intercitys und Eurocitys ihre Ziele pünktlich, wie die Bahn am Donnerstag mitteilte. Damit verfehlte der Verkehrskonzern sein zu Jahresanfang angestrebtes Ziel von 82 Prozent deutlich. Dieses hatte Bahnchef Richard Lutz im Juli aufgegeben, zugleich von einer Trendwende im zweiten Halbjahr gesprochen - die aber nicht eintrat. Im Vergleich zum Vorjahr (78,5 Prozent) sank die Jahrespünktlichkeit um 3,6 Prozentpunkte. Nach schwachen Vormonaten steigerte die Bahn ihre Leistung im Dezember 2018 wieder.

Deutsche Industrie fordert härteren Kurs gegenüber China

BERLIN/PEKING (dpa) - Dumping-Preise, Übernahmen europäischer Hightech-Firmen, staatliche Eingriffe - China wird auch mit umstrittenen Methoden zur wirtschaftlichen Supermacht.

Die deutsche Industrie schlägt Alarm. Sie fordert einen härteren Kurs gegenüber Peking. Die Marktwirtschaft müsse «widerstandsfähiger» gemacht werden, heißt es in einem Grundsatzpapier des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). «Zwischen unserem Modell einer liberalen, offenen und sozialen Marktwirtschaft und Chinas staatlich geprägter Wirtschaft entsteht ein Systemwettbewerb.» Kernaussage des am Donnerstag vorgestellten Papiers ist: Die europäische und deutsche Industrie mit dem Modell einer liberalen und sozialen Marktwirtschaft ist noch in einer starken Position auf dem Weltmarkt.

Gericht verbietet Amazons WLAN-Bestellknöpfe

MÜNCHEN (dpa) - Der Internethändler Amazon muss seine WLAN-Bestellknöpfe vom Markt nehmen.

Das Oberlandesgericht München hat dem Unternehmen am Donnerstag verboten, Waschmittel, Kaffee und andere Waren des täglichen Bedarfs in Deutschland weiter so zu verkaufen. Die aufklebbaren, nur mit dem jeweiligen Hersteller-Logo versehenen Knöpfe führten zu intransparenten Bestellungen. Klare Informationen zu Inhalt, Preis und der klare Hinweis auf eine zahlungspflichtige Bestellung fehlten, urteilten die Richter. Damit verstoße Amazon gegen die Gesetze für den Internethandel. Geklagt hatte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Airline Germania in Finanznot - Flugbetrieb ohne Einschränkungen

BERLIN (dpa) - Nach dem Flugchaos im vergangenen Jahr steckt jetzt auch die Fluggesellschaft Germania in finanziellen Schwierigkeiten.

Die Airline prüft nach eigenen Angaben mehrere Finanzierungsoptionen, um den kurzfristigen Liquiditätsbedarf zu sichern, wie sie am Dienstagabend in Berlin mitteilte. «Es geht dabei um die zentrale Frage, wie wir als mittelständisches Unternehmen auch weiterhin in einem Marktumfeld schlagkräftig bleiben, das von Fluggesellschaften mit konzernähnlichen Strukturen geprägt ist.» Beim Flugbetrieb soll es aber keine Einschränkungen geben. Alle Germania-Flüge fänden planmäßig statt, wurde betont. Dem Luftfahrt-Portal «Aerotelegraph» zufolge ist auch ein Verkauf der Gesellschaft denkbar. Die Suche nach neuen Aktionären sei aber bisher erfolglos geblieben.

Volkswagen-Marken mit durchwachsener Verkaufsbilanz 2018

WOLFSBURG (dpa) - Ein schwacher Jahresschluss hat dem Autobauer VW fast einen neuen Rekord bei den Verkäufen vermasselt.

Vor allem wegen des Einbruchs auf dem chinesischen Markt konnte die Kernmarke VW Pkw 2018 lediglich ein weltweites Auslieferungsplus von 0,2 Prozent auf 6,24 Millionen Autos vorweisen. Im Dezember setzte es nämlich einen empfindlichen Rückgang von 9 Prozent, wie das Unternehmen am Donnerstag in Wolfsburg mitteilte. Auch bei den VW-Konzerntöchtern Audi und Porsche verlief das Jahr nicht reibungslos. In China, das bei der Marke VW für rund die Hälfte aller verkauften Autos steht, wurde das Unternehmen im Dezember gut 15 Prozent weniger Wagen los. Auch auf Jahressicht stand hier ein Rückgang der Verkäufe, in den vergangenen Jahren war es in dem Land nur nach oben gegangen.

Dax kämpft sich wieder vor - Erholung stockt leicht

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Die Erholung am deutschen Aktienmarkt ist am Donnerstag ins Stocken geraten.

Allerdings gelang es dem Dax im Handelsverlauf, seine frühen Verluste wieder nahezu auszugleichen. Bis zum Nachmittag erholte sich der deutsche Leitindex wieder von seinem morgendlichen Rutsch und gab noch um moderate 0,08 Prozent auf 10.884,66 Punkte nach. Der Index der mittelgroßen Unternehmen MDax verlor am Donnerstag 0,61 Prozent auf 22.639,75 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,13 Prozent. Der Kurs des Euro stieg bis zum frühen Nachmittag auf 1,1535 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuletzt am Mittwochnachmittag auf 1,1455 Dollar festgesetzt.

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